AtomstreitSind unsere Atomkraftwerke fit für die Zukunft?

Die Atomkraftwerke sollen länger laufen – aber passen sie von 2020 an noch ins Energiesystem? Die grüne Zukunft steht auf dem Spiel.

Wenn es stürmt, wird Sönke Michelsens Job hektisch. Michelsen arbeitet in der Schaltleitung Lehrte des Stromnetzbetreibers Tennet. Wie wichtig das Backsteingebäude mit dem Eisenzaun ist, erahnt man von außen kaum. Es liegt am Ende einer kleinen Siedlung, gleich hinter den Garagen, umringt von einem Heer von Stahlmasten, an denen Stromleitungen hängen wie überdimensionale Wäscheleinen. Von hier aus stellen Michelsen und seine Kollegen sicher, dass in Millionen Haushalten in Norddeutschland Strom aus den Steckdosen kommt.

Wenn starke Winde über Europa hinwegfegen, wenn also die Windräder rotieren und viel Strom produzieren, verhindert Michelsen, dass das Stromnetz zusammenbricht. Auf dem linken der drei großen Bildschirme auf seinem Schreibtisch schnellt dann eine blaue Kurve nach oben. Würde Michelsen nicht rechtzeitig zum Telefonhörer greifen und die Order geben, Kohle-, Atom- und Gaskraftwerke zu drosseln, könnten Generatoren und Verteilerstationen beschädigt werden – in halb Norddeutschland gingen die Lichter aus.

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Am ersten Weihnachtstag 2009 etwa musste Michelsen schnell handeln: Tief Yann zog mit Böen von mehr als 100 Kilometern pro Stunde über Norddeutschland hinweg. Michelsen kontaktierte eine Kraftwerksmannschaft nach der anderen und ordnete an, die Anlagen herunterzufahren. Erst nach etwa 20 Anrufen flachte die blaue Kurve ab, die Gefahr war gebannt.

Ökostrom heute: Windräder

Deutschlands Windräder deckten im vergangenen Jahr 6,6 Prozent des Stromverbrauchs ab, im Jahr 2050 werde es knapp die Hälfte sein, schätzen Energieforscher in der Leitstudie 2010. An Land soll die Windkraft vor allem durch die Modernisierung alter Anlagen zulegen, auf See müssen viele neue Windparks gebaut werden. Der Ausbau auf dem Meer findet allerdings nur zögerlich statt, die Bundesregierung will ihn durch neue Gesetze und günstige Kredite beschleunigen. Wenn das Leitszenario zutrifft, wird die Windkraft im Jahr 2050 so viel Strom erzeugen wie heute 22 große Atomkraftwerke.

Photovoltaik

Von den erneuerbaren Energien wird die Photovoltaik am stärksten subventioniert: mit bis zu 34 Cent pro Kilowattstunde, die ein Hausbesitzer mit Solarzellen auf dem Dach ins Netz einspeist. Ohne diesen Bonus wäre die Technik nicht konkurrenzfähig, denn Solarzellen sind immer noch relativ teuer und wandeln nur 16 bis 20 Prozent der einfallenden Sonnenenergie in Strom um. Im Jahr 2009 lieferten die Solarzellen in Deutschland gut halb so viel Strom wie ein Atommeiler. Bis 2050 wird sich diese Strommenge verzehnfachen, schätzen die Autoren der Leitstudie, Platz zwei hinter dem Windstrom.

Biomasse

Rund 4500 Bio- und Klärgasanlagen tragen derzeit zur Stromerzeugung aus Biomasse bei. Im Leitszenario 2010 rechnen die Forscher damit, dass die Stromproduktion aus Biomasse sich bis 2030 fast verdoppelt und bis 2050 dann nur wenig ansteigt, auf die heutige Jahresproduktion von fünf großen AKWs. Im Jahr 2050 würden dann auf 10 Prozent der Ackerfläche in Deutschland Energiepflanzen angebaut werden. Das Umweltbundesamt schätzt konservativer und lässt wegen der Konkurrenz von Energiepflanzen und Nahrungsmitteln nur Strom aus Bioabfall zu. Das bringt so viel wie zwei AKWs.

Wasserkraft

In Deutschland erzeugen 7500 Anlagen Strom aus Wasserkraft, von der Talsper- re bis zum Kleinkraftwerk am Fluss, sie decken 3,3 Prozent des Stromverbrauchs. Die besten Standorte sind vergeben, und die Umweltauflagen sind strenger geworden, daher wird ihr Beitrag nur noch wenig steigen, vor allem durch Modernisierung und Erweiterung bestehender Anlagen. Die Wasserkraft wird 2050 etwa so viel Strom liefern wie heute zwei große Atomkraftwerke. Gezeiten-, Wellen- oder Osmosekraftwerke werden in Deutschland keine Rolle spielen, dafür fehlen Flussmündungen und Buchten.

Im Kleinen ähnelt Michelsens Job der gewaltigen Aufgabe, die sich Angela Merkel und ihren Ministern in diesen Wochen stellt. Die Regierungsmannschaft muss entscheiden, wie viel Strom aus welchen Energiequellen Deutschland in Gang halten soll. Im Unterschied zu Sönke Michelsen geht es dabei aber nicht nur um eine sichere Energieversorgung im Hier und Jetzt – es geht um die nächsten vier Jahrzehnte.

ZEIT Wissen 6/2010
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Das Ziel ist hochgesteckt: 2050 soll Deutschland überwiegend mit erneuerbaren Energien versorgt werden . Am schnellsten sollen sie sich im Stromsektor durchsetzen. Im besten Fall sind hiesige Hersteller grüner Technologien dann auch Marktführer. Das vom Bundesumweltministerium in Auftrag gegebene Leitszenario 2010 sieht zum Beispiel vor, dass 2050 rund 90 Prozent des Strombedarfs aus Sonne, Wind und anderen umweltfreundlichen Quellen gedeckt werden sollen – und nur noch 10 Prozent aus Kraftwerken, die Kohle oder Gas verfeuern. Der Ausstoß von Treibhausgasen soll bis dahin um vier Fünftel gegenüber 1990 sinken.

Ein ambitionierter Plan – den Merkel und ihr Kabinett jedoch selbst nicht sonderlich ernst zu nehmen scheinen. Sonst hätten sie gerade wohl kaum den Ausstieg aus dem Atomausstieg beschlossen: eine Laufzeitverlängerung für die 17 deutschen Atomkraftwerke um durchschnittlich zwölf Jahre . Diese Entscheidung, warnen Kraftwerksexperten und Wirtschaftswissenschaftler, bremse die erneuerbaren Energien aus, technisch und ökonomisch. Technisch, weil sich die Atomkraft nicht so gut mit grünen Technologien verträgt wie erhofft. Und ökonomisch, weil sie deren Entwicklung behindert. Deutschland läuft Gefahr, seine grüne Zukunft zu verspielen.

Links zu Gutachten, Simulationen, Energiekonzepten
Interview

 Erneuerbares Methan als Langzeitspeicher für Ökostrom, ein Interview mit Fraunhofer-Forscher Michael Sterner:

Die Anforderungen an konventionelle Kraftwerke werden rasant steigen – so viel ist sicher. Nimmt der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix zu, müssen sie die Launen von Sonne und Wind ausgleichen. Für Sönke Michelsen wird jeder Tag wie Weihnachten 2009 sein, – ebenso hektisch. Die zentrale Frage lautet: Sind die Atommeiler dafür überhaupt flexibel genug?

Jahrzehntelang galt es in der Energiebranche als ausgemacht, dass Atommeiler Grundlast fahren – also ständig mit Volldampf, nicht stop and go . Dafür sind sie ausgelegt, hieß es, so laufen sie am wirtschaftlichsten. Nun haben die Betreiber von Atomkraftwerken ihre Fähnchen nach dem Wind gehängt: Neuerdings heißt es, die Kraftwerke ergänzten sich perfekt mit regenerativen Energien. RWE-Chef Jürgen Großmann nannte Atomkraftwerke kürzlich sogar »Kumpelkraftwerke der Erneuerbaren«. Er verglich sie mit Seeadlern, die meist gemächlich dahingleiten, aber auch Sturz- und Steigflug beherrschen, wenn es darauf ankommt.

Leserkommentare
  1. Die Autoren zeigen sehr schön die absurden Fogen der grünen Energiepolitik. Nicht nur verteuert sie den Strom, sie macht auch die Energieversorgung unsicherer. Merkwürdigerweise weigern sich die Äutoren, die einzig sinnvolle Schlußfolgerung zu ziehen: Weg mit den alternativen Energien und her mit neuen Atomkraftwerken.

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    • Jenss
    • 05.10.2010 um 16:55 Uhr

    Glauben Sie Uran wächst auf den Bäumen?

    Hierzu mal zwei Szenarien eines von Greenpeace

    http://www.greenpeace.de/...

    und ein wesentlich optimistischeres.

    http://www.buerger-fuer-t...

    Meines Wissens sind die auf der letzten Webseite genannten Effizienzsteigerungen bei AKWs die nicht eingetroffen.

    Selbst wenn wir das GESAMTE Wasser aller Ozeane filtern und dabei 1/4 des Urans, das im Wasser gelöst ist herausholen, kommt diese optimistische Studie auf einen Vorrat von 10.000 Jahren. Allerdings bei der Annahme lediglich 100.000t Uran pro Jahr zu brauchen anstellen von jetzt 68.000t/ Jahr.

    Wenn aber jetzt weltweit alle Kohle/Gas und Ölkraftwerke auf AKW umgestellt werden, müssen anstelle derzeit 6.5%

    http://de.wikipedia.org/w...

    locker die 10 fache Menge produziert werden, dann reicht Uran gerade einmal 1000 Jahre.

    Wie gesagt muss dazu dass gesamte Meerwasser durch Filter geschickt werden, die das Uran rausholen. Ob dieser Prozess überhaupt gelingen kann und wievile Energie das kostet weiß kein Mensch. Wie das dem Ökosystem Meer bekommt, wenn wir es mal eben komplett durchspülen?

    Zuvor haben wir aus dem Festland die letzten Krümel rausgeholt. Haben sie mal Bilder von Uranbergwerken und dem Umland gesehen?

    Ob die Endlagerung dieser Menge an Atommüll, dann überhaupt noch beherrschbar ist, weiß niemand.

    Außerdem steigt die Leukämierate bei Kindern.

    wieder einer, der in den 70er Jahren hängen geblieben scheint. Die Atomkraft als Lösung aller Energieprobleme... Kaum zu glauben, daß einer sowas noch ernsthaft von sich gibt.
    Aber Spaß beiseite.
    Viel Neues bringt der Artikel nicht zutage. Alles Erkenntnisse, die schon vor allen Regierungsbeschlüssen zur Laufzeitverlängerung bekannt waren, ja sogar schon vor der Wahl.
    Ich frage mich, ob der Autor tatsächlich so naiv ist, sich zu fragen, ob die Regierung dies und jenes bedacht hätte, bei Ihren Entscheidungen.
    Offensichtlicher Fakt ist doch: Die Regierung wollte gar nichts bedenken, das sog. Energiekonzept ist eine unverschämt verlogene, sinnlose und gefälschte Pseudostudie um Laufzeitverlängerungen zu rechtfertigen. Das Ergebnis der Studie war natürlich schon vor Beauftragung klar.
    Egal was Merkel und Co. behaupten, das einzige Ziel der jetzigen Atompolitik ist Profitsteigerung und Marktmachtzementierung der Betreiberkonzerne.
    Und wer noch was anderes glaubt tut mir leid.

    • Jenss
    • 05.10.2010 um 16:55 Uhr

    Glauben Sie Uran wächst auf den Bäumen?

    Hierzu mal zwei Szenarien eines von Greenpeace

    http://www.greenpeace.de/...

    und ein wesentlich optimistischeres.

    http://www.buerger-fuer-t...

    Meines Wissens sind die auf der letzten Webseite genannten Effizienzsteigerungen bei AKWs die nicht eingetroffen.

    Selbst wenn wir das GESAMTE Wasser aller Ozeane filtern und dabei 1/4 des Urans, das im Wasser gelöst ist herausholen, kommt diese optimistische Studie auf einen Vorrat von 10.000 Jahren. Allerdings bei der Annahme lediglich 100.000t Uran pro Jahr zu brauchen anstellen von jetzt 68.000t/ Jahr.

    Wenn aber jetzt weltweit alle Kohle/Gas und Ölkraftwerke auf AKW umgestellt werden, müssen anstelle derzeit 6.5%

    http://de.wikipedia.org/w...

    locker die 10 fache Menge produziert werden, dann reicht Uran gerade einmal 1000 Jahre.

    Wie gesagt muss dazu dass gesamte Meerwasser durch Filter geschickt werden, die das Uran rausholen. Ob dieser Prozess überhaupt gelingen kann und wievile Energie das kostet weiß kein Mensch. Wie das dem Ökosystem Meer bekommt, wenn wir es mal eben komplett durchspülen?

    Zuvor haben wir aus dem Festland die letzten Krümel rausgeholt. Haben sie mal Bilder von Uranbergwerken und dem Umland gesehen?

    Ob die Endlagerung dieser Menge an Atommüll, dann überhaupt noch beherrschbar ist, weiß niemand.

    Außerdem steigt die Leukämierate bei Kindern.

    wieder einer, der in den 70er Jahren hängen geblieben scheint. Die Atomkraft als Lösung aller Energieprobleme... Kaum zu glauben, daß einer sowas noch ernsthaft von sich gibt.
    Aber Spaß beiseite.
    Viel Neues bringt der Artikel nicht zutage. Alles Erkenntnisse, die schon vor allen Regierungsbeschlüssen zur Laufzeitverlängerung bekannt waren, ja sogar schon vor der Wahl.
    Ich frage mich, ob der Autor tatsächlich so naiv ist, sich zu fragen, ob die Regierung dies und jenes bedacht hätte, bei Ihren Entscheidungen.
    Offensichtlicher Fakt ist doch: Die Regierung wollte gar nichts bedenken, das sog. Energiekonzept ist eine unverschämt verlogene, sinnlose und gefälschte Pseudostudie um Laufzeitverlängerungen zu rechtfertigen. Das Ergebnis der Studie war natürlich schon vor Beauftragung klar.
    Egal was Merkel und Co. behaupten, das einzige Ziel der jetzigen Atompolitik ist Profitsteigerung und Marktmachtzementierung der Betreiberkonzerne.
    Und wer noch was anderes glaubt tut mir leid.

  2. Muss man diese Frage wirklich noch beantworten?!

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    • joG
    • 07.10.2010 um 12:23 Uhr

    ....ist die Menschheit 1 Million Jahre ohne Atomkraft ausgekommen. In spätestens 40 Jahren muss sie das wieder. Ist das "Zukunft"?

    • joG
    • 07.10.2010 um 12:23 Uhr

    ....ist die Menschheit 1 Million Jahre ohne Atomkraft ausgekommen. In spätestens 40 Jahren muss sie das wieder. Ist das "Zukunft"?

    • gquell
    • 05.10.2010 um 16:40 Uhr

    Wer für Atomkraftwerke plädiert, der soll einfach eine sichere Form der Abfallbeseitigung des hochradioaktiven Abfalls nachweisen. Außerdem soll er nachweisen, daß überhaupt noch genug Uran wirtschaftlich und sicher beschafft werden kann.

    Wichtig ist für die Zukunft, daß wir alle nicht nur Kunden der Energiekonzerne sein dürfen, sondern daß wir beides, Kunden und Lieferanten, sein müssen. Das bedeutet, wenn ich im Sportstudio Ergometer fahre, dann speist das Studio den erzeugten Strom in das öffentliche Netz. Mein Blockheizkraftwerk kann Energie in das öffentliche Netz liefern. Wenn also im Winter über Monate hinweg die angesprochene sibirische Kälte herrscht, so kann man die Blockheizkraftwerke als zusätzliche Kraftwerke nutzen.

    Das Problem der Atomenergiebefürworter liegt einfach darin, daß sie intellektuell nicht in der Lage sind oder nicht sein wollen, sich alternative Formen der Energieversorgung und -netze vorzustellen. Sie leben netztechnisch in der Steinzeit oder wollen die derzeitigen Monopole aus eigensüchtigen Motiven erhalten.
    Wenn wir die heutigen Stromnetze mit den Informationsnetzen vergleichen, so entsprechen die Stromnetze den zentralisierten Großrechnern der Sechziger und Siebziger Jahre. Einige wenige Rechner, viele kleine Abnehmer (Terminals) - alles zentral organisiert. Das Internet sieht heute aber ganz anders aus, es ist dezentralisiert. Das hat den Vorteil, daß große Teile ausfallen können ohne die Funktionsfähigkeit des Gesamtsystems zu gefährden.

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    • Bellin
    • 20.11.2010 um 11:48 Uhr

    Ich hoffe, dass Sie sich intellektuell vorstellen können, wie Energieversorgung funktioniert!

    Energie-, respektive Stromversorgung bedeutet primär Last-Management oder Lastverteilung!

    Im E-Netz muss zu einem bestimmten Zeitpunkt die vom Verbraucher, besser Nutzer angeforderte Leistung quantitativ (kW oder MW) und qualitativ (spannungs- und frequenzgerecht) zur Verfügung gestellt werden. Die Regelung erfolgt über die Lastverteilungen in Kooperation mit EVU! Alle Wärme-, Heizkraft- oder Wasser-Kraftwerke sowie Kern-Kraftwerke lassen sich relativ gut regeln, außer WKA und PV-Anlagen, sie werden den Anforderungen des Bedarfes nicht gerecht! Dafür müssen sogenannte Regel-Kraftwerksleistungen bereitgestellt werden - das verteuert die alternativen Energien erheblich.

    Die Bezeichnung erneuerbare oder regenerative Energien ist übrigens irreführend – kein Energie „erneuert“ sich. Der Energieerhaltungssatz, man bezeichnet ihn auch als den 1. Hauptsatz der Thermodynamik sagt aus, dass Energie ineinander umwandelbar ist, aber nicht gebildet, bzw. vernichtet werden kann - also, sie nicht erzeugt werden oder sich "erneuern"!

    Ebenso können sie das Internet nicht mit E-Netz vergleichen, denn hier werden Informatuionen durch das Netzt geschickt und dort Elektro-Energie verteilt. Sollte letztere Ihnen fehlen, können Sie auch Ihren PC nicht mehr betreiben!

    Übrigens, wussten Sie, dass die Jahreshöchstlast, die gesamte Spitzenlast und somit die verfügbare Leistung unseres Landes bestimmt!

    Ich finde diesen Vergleich sehr passend - aktuelle Pläne gehen faktisch sogar zum "kleinen Reaktor", von dem ich nun auch kein großer Fan bin. Aber Entwicklungen aus den 80ern als moderne Errungenschaft zu sehen, ergibt für mich keinen Sinn!

    Ich freue mich, das hier jemand Wissendes spricht.
    Ich bin aber auch froh, das sie nicht mein Energielieferant sind, da Ihre Leistung beim Fahrradfahren nicht einmal zum Betrieb meines Kühlschranks ausreichte.
    Bitte verunglimpfen Sie doch nicht Andersdenkende als intellektuell unterbemittelt.

    • Bellin
    • 20.11.2010 um 11:48 Uhr

    Ich hoffe, dass Sie sich intellektuell vorstellen können, wie Energieversorgung funktioniert!

    Energie-, respektive Stromversorgung bedeutet primär Last-Management oder Lastverteilung!

    Im E-Netz muss zu einem bestimmten Zeitpunkt die vom Verbraucher, besser Nutzer angeforderte Leistung quantitativ (kW oder MW) und qualitativ (spannungs- und frequenzgerecht) zur Verfügung gestellt werden. Die Regelung erfolgt über die Lastverteilungen in Kooperation mit EVU! Alle Wärme-, Heizkraft- oder Wasser-Kraftwerke sowie Kern-Kraftwerke lassen sich relativ gut regeln, außer WKA und PV-Anlagen, sie werden den Anforderungen des Bedarfes nicht gerecht! Dafür müssen sogenannte Regel-Kraftwerksleistungen bereitgestellt werden - das verteuert die alternativen Energien erheblich.

    Die Bezeichnung erneuerbare oder regenerative Energien ist übrigens irreführend – kein Energie „erneuert“ sich. Der Energieerhaltungssatz, man bezeichnet ihn auch als den 1. Hauptsatz der Thermodynamik sagt aus, dass Energie ineinander umwandelbar ist, aber nicht gebildet, bzw. vernichtet werden kann - also, sie nicht erzeugt werden oder sich "erneuern"!

    Ebenso können sie das Internet nicht mit E-Netz vergleichen, denn hier werden Informatuionen durch das Netzt geschickt und dort Elektro-Energie verteilt. Sollte letztere Ihnen fehlen, können Sie auch Ihren PC nicht mehr betreiben!

    Übrigens, wussten Sie, dass die Jahreshöchstlast, die gesamte Spitzenlast und somit die verfügbare Leistung unseres Landes bestimmt!

    Ich finde diesen Vergleich sehr passend - aktuelle Pläne gehen faktisch sogar zum "kleinen Reaktor", von dem ich nun auch kein großer Fan bin. Aber Entwicklungen aus den 80ern als moderne Errungenschaft zu sehen, ergibt für mich keinen Sinn!

    Ich freue mich, das hier jemand Wissendes spricht.
    Ich bin aber auch froh, das sie nicht mein Energielieferant sind, da Ihre Leistung beim Fahrradfahren nicht einmal zum Betrieb meines Kühlschranks ausreichte.
    Bitte verunglimpfen Sie doch nicht Andersdenkende als intellektuell unterbemittelt.

  3. "..eine Laufzeitverlängerung für die 17 deutschen Atomkraftwerke um durchschnittlich zwölf Jahre. Diese Entscheidung, warnen Kraftwerksexperten und Wirtschaftswissenschaftler, bremse die erneuerbaren Energien aus, technisch und ökonomisch."
    Genau!
    Diese "Ausbremsung" ist nicht die infolge mangelnder logischer Folgerungen unbeabsichtigt eintretende Folge, sondern das Ziel und die innerste Grundlage der "Laufzeitverlängerung". Nur darum geht es: Die drohende Konkurrenz ausbremsen und durch unsichere Investitionsbedingungen aus der Kapitalakquise rausschieben...und wenn die "Erneuerbaren" dann an Wert verloren haben u. günstig gekauft werden können -- Kaufen! Kaufen! Kaufen!
    Denn so blöd sind die in den Chefetagen der vier Energiebesatzungsmächte auch nicht, dass sie nicht kapiert haben, dass die "Erneuerbaren" prinzipiell unumgänglich sind. Die Frage ist nur, wie sie strukturell in die alten Monopole eingebunden werden können.

    Daher ist die "Laufzeitverlängerung" eindeutig jenseits jeder energiewirtschaftlichen Vernunft u.Notwendigkeit angesiedelt und eher einer geldwerten Begünstigung im Amt zuzurechnen.
    Wann kommt da auch mal die Staatsanwaltschaft drauf?

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    • Harzer
    • 06.10.2010 um 10:13 Uhr

    ...genau das ist es.
    ..."Haben die Gutachter absichtlich solche Annahmen gewählt, die die Ergebnisse zugunsten der Laufzeitverlängerung veränderten? Haben Merkel und ihre Koalition eine Laufzeitverlängerung beschlossen, ohne dass es dafür einen triftigen Grund gibt?..."
    Was soll man auch anderes von einer schwarz/gelben Bundes-GAU-Regierung erwarten, die von der Atomindustrie genötigt, gekauft/gesponsert,gelenkt wird?

    • Harzer
    • 06.10.2010 um 10:13 Uhr

    ...genau das ist es.
    ..."Haben die Gutachter absichtlich solche Annahmen gewählt, die die Ergebnisse zugunsten der Laufzeitverlängerung veränderten? Haben Merkel und ihre Koalition eine Laufzeitverlängerung beschlossen, ohne dass es dafür einen triftigen Grund gibt?..."
    Was soll man auch anderes von einer schwarz/gelben Bundes-GAU-Regierung erwarten, die von der Atomindustrie genötigt, gekauft/gesponsert,gelenkt wird?

    • Jenss
    • 05.10.2010 um 16:55 Uhr

    Glauben Sie Uran wächst auf den Bäumen?

    Hierzu mal zwei Szenarien eines von Greenpeace

    http://www.greenpeace.de/...

    und ein wesentlich optimistischeres.

    http://www.buerger-fuer-t...

    Meines Wissens sind die auf der letzten Webseite genannten Effizienzsteigerungen bei AKWs die nicht eingetroffen.

    Selbst wenn wir das GESAMTE Wasser aller Ozeane filtern und dabei 1/4 des Urans, das im Wasser gelöst ist herausholen, kommt diese optimistische Studie auf einen Vorrat von 10.000 Jahren. Allerdings bei der Annahme lediglich 100.000t Uran pro Jahr zu brauchen anstellen von jetzt 68.000t/ Jahr.

    Wenn aber jetzt weltweit alle Kohle/Gas und Ölkraftwerke auf AKW umgestellt werden, müssen anstelle derzeit 6.5%

    http://de.wikipedia.org/w...

    locker die 10 fache Menge produziert werden, dann reicht Uran gerade einmal 1000 Jahre.

    Wie gesagt muss dazu dass gesamte Meerwasser durch Filter geschickt werden, die das Uran rausholen. Ob dieser Prozess überhaupt gelingen kann und wievile Energie das kostet weiß kein Mensch. Wie das dem Ökosystem Meer bekommt, wenn wir es mal eben komplett durchspülen?

    Zuvor haben wir aus dem Festland die letzten Krümel rausgeholt. Haben sie mal Bilder von Uranbergwerken und dem Umland gesehen?

    Ob die Endlagerung dieser Menge an Atommüll, dann überhaupt noch beherrschbar ist, weiß niemand.

    Außerdem steigt die Leukämierate bei Kindern.

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    • tom310
    • 05.10.2010 um 22:04 Uhr

    Mag sein, dass das Uran bald alle ist, Wiederaufbereitung würde auch schon viele Jahre bringen (Faktor 4). Die Effizienzsteigerung ist mit den neuen Kraftwerkstypen (EPR, 4. Generation etc.) ja höher als im Leichtwasserreaktor.
    Man könnte ja auch noch ein bisschen brüten, das verzehnfacht die Anwendungsdauer. Oder man nimmt Thorium statt Uran (siehe Indien), davon gibt es noch ziemlich viel, lässt sich auch noch ausbrüten (nochmal Faktor 10). Dann könnte man den ganzen Atommüll noch ausbrennen (Incineration/Transmutation), bringt nochmal richtig viel Zeit und beseitigt >90% des Atommülls gleich mit, der dann nur noch 200 statt 200.000 Jahre gelagert werden muss.
    Greenpeace sind nicht die einzigen auf der Welt, die was von Atom verstehen zu glauben, es gibt Leute, die haben das sogar studiert.

    • tom310
    • 05.10.2010 um 22:07 Uhr

    Da jammern sie wieder. In Deutschland besitzt Ökostrom Vorfahrt in der Leitungsnetzen, ein Überschuss von Atomstrom würde die Kraftwerksbetreiber nur Geld kosten.
    Oder fürchten die Zahlenjongleure etwa (und heimlich), dass der rasant steigende Strompreis der Ökoenergie dazu führt, dass niemand ihn kauft.
    Die Argumentation ist lächerlich und es würde mich freuen, wenn die Öffentlichkeit hier endlich mal aufgeklärt würde.

    • tom310
    • 05.10.2010 um 22:04 Uhr

    Mag sein, dass das Uran bald alle ist, Wiederaufbereitung würde auch schon viele Jahre bringen (Faktor 4). Die Effizienzsteigerung ist mit den neuen Kraftwerkstypen (EPR, 4. Generation etc.) ja höher als im Leichtwasserreaktor.
    Man könnte ja auch noch ein bisschen brüten, das verzehnfacht die Anwendungsdauer. Oder man nimmt Thorium statt Uran (siehe Indien), davon gibt es noch ziemlich viel, lässt sich auch noch ausbrüten (nochmal Faktor 10). Dann könnte man den ganzen Atommüll noch ausbrennen (Incineration/Transmutation), bringt nochmal richtig viel Zeit und beseitigt >90% des Atommülls gleich mit, der dann nur noch 200 statt 200.000 Jahre gelagert werden muss.
    Greenpeace sind nicht die einzigen auf der Welt, die was von Atom verstehen zu glauben, es gibt Leute, die haben das sogar studiert.

    • tom310
    • 05.10.2010 um 22:07 Uhr

    Da jammern sie wieder. In Deutschland besitzt Ökostrom Vorfahrt in der Leitungsnetzen, ein Überschuss von Atomstrom würde die Kraftwerksbetreiber nur Geld kosten.
    Oder fürchten die Zahlenjongleure etwa (und heimlich), dass der rasant steigende Strompreis der Ökoenergie dazu führt, dass niemand ihn kauft.
    Die Argumentation ist lächerlich und es würde mich freuen, wenn die Öffentlichkeit hier endlich mal aufgeklärt würde.

  4. wieder einer, der in den 70er Jahren hängen geblieben scheint. Die Atomkraft als Lösung aller Energieprobleme... Kaum zu glauben, daß einer sowas noch ernsthaft von sich gibt.
    Aber Spaß beiseite.
    Viel Neues bringt der Artikel nicht zutage. Alles Erkenntnisse, die schon vor allen Regierungsbeschlüssen zur Laufzeitverlängerung bekannt waren, ja sogar schon vor der Wahl.
    Ich frage mich, ob der Autor tatsächlich so naiv ist, sich zu fragen, ob die Regierung dies und jenes bedacht hätte, bei Ihren Entscheidungen.
    Offensichtlicher Fakt ist doch: Die Regierung wollte gar nichts bedenken, das sog. Energiekonzept ist eine unverschämt verlogene, sinnlose und gefälschte Pseudostudie um Laufzeitverlängerungen zu rechtfertigen. Das Ergebnis der Studie war natürlich schon vor Beauftragung klar.
    Egal was Merkel und Co. behaupten, das einzige Ziel der jetzigen Atompolitik ist Profitsteigerung und Marktmachtzementierung der Betreiberkonzerne.
    Und wer noch was anderes glaubt tut mir leid.

    Eine Leserempfehlung
  5. "Die Zeit" sollte sämtliche Beiträge zur Energiepolitik klar und deutlich als "Anzeige" deklarieren. Wie verzweifelt hier gegen einen vernünftigen Energiemix angeschrieben wird, der sowohl Sicherheit, Sauberkeit als auch Bezahlbarkeit Rechnung trägt, ist rational nicht mehr zu erklären. Selbst Auftragsschreiber der Windenergie- und Solarkonzerne könnten einseitiger kaum schreiben.

    Haben Sie sich eigentlich mal Gedanken gemacht, wie Strom ohne Atomkraft in 20 Jahren auch für Geringverdiener noch bezahlbar bleiben soll? Haben Sie sich mal Gedanken darüber gemacht, wird absurd es ist, die eigenen Atomkraftwerke abzuschalten, um dann Atomstrom viel teurer aus den nahen Nachbarstaaten zu importieren? Haben Sie mal nachgedacht, wieviele Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen, wenn wir unseren industriellen Kern durch unnötig hohe Energiekosten ruinieren, während die Solarzellen eh in China hergestellt werden?

    Aber die Realität hat linke Ideologen ja eh noch nie von ihren Gesellschaftsexperimenten abgehalten. Atomkraftwerke? Strom kommt doch aus der Steckdose! Und ansonsten reichen ein paar Windmühlen. Es ist völlig absurd, auf Atomkraft zu verzichten, solange die alternativen Energiequellen noch in keinster Weise die benötigten Strommengen sicher, zuverlässig und zu verträglichen Kosten liefern können. Und bis dahin wird es noch sehr lange dauern.

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    • Atan
    • 05.10.2010 um 17:29 Uhr

    kapitalstarken, staatlich subventionierten Oligopolen betrieben. Nennen Sie mir einen Grund, warum diese gegen jede Marktusance den Strom billiger als nötig abgeben sollten? Konkurrenten, die mit weniger kapitalintensiven Kraftwerken, wie sie EE-Anlagen darstellen, den Oligopolen Paroli bieten könnten, würden Sie mit der Bestandsgarantie für Atomkraft verhindern.
    Übrigens arbeiten in der Atomindustrie ca. 30.000 Menschen, an Erneuerbaren Energie fast zehnmal soviele. Da es kaum möglich wäre, kurzerhand wieder eine neue Nuklearnergie aufzubauen, wird die Rückkehr zur Atomenergie einer deutschen Zukunftsbranche den Hals brechen, ohne annähernd ausreichend Ersatzarbeitsplätze bereitzustellen.

    • Lyaran
    • 05.10.2010 um 18:01 Uhr

    Haben sie mal nachgedacht dass man den Preis der Atomenergie aufgrund fehlender Kenntnis externer Kosten gar nicht beziffern kann?
    Haben sie mal darüber nachgedacht was passiert wenn die Lieferanten den "Uran-Hahn" zudrehen?
    Wenn sie mal ihren Horizont erweitern und erkennen würden dass die Stromrechnung nicht alle Kosten enthält könnten sie vielleicht auch etwas sinnvollere Beiträge leisten.

    • Atan
    • 05.10.2010 um 17:29 Uhr

    kapitalstarken, staatlich subventionierten Oligopolen betrieben. Nennen Sie mir einen Grund, warum diese gegen jede Marktusance den Strom billiger als nötig abgeben sollten? Konkurrenten, die mit weniger kapitalintensiven Kraftwerken, wie sie EE-Anlagen darstellen, den Oligopolen Paroli bieten könnten, würden Sie mit der Bestandsgarantie für Atomkraft verhindern.
    Übrigens arbeiten in der Atomindustrie ca. 30.000 Menschen, an Erneuerbaren Energie fast zehnmal soviele. Da es kaum möglich wäre, kurzerhand wieder eine neue Nuklearnergie aufzubauen, wird die Rückkehr zur Atomenergie einer deutschen Zukunftsbranche den Hals brechen, ohne annähernd ausreichend Ersatzarbeitsplätze bereitzustellen.

    • Lyaran
    • 05.10.2010 um 18:01 Uhr

    Haben sie mal nachgedacht dass man den Preis der Atomenergie aufgrund fehlender Kenntnis externer Kosten gar nicht beziffern kann?
    Haben sie mal darüber nachgedacht was passiert wenn die Lieferanten den "Uran-Hahn" zudrehen?
    Wenn sie mal ihren Horizont erweitern und erkennen würden dass die Stromrechnung nicht alle Kosten enthält könnten sie vielleicht auch etwas sinnvollere Beiträge leisten.

    • Atan
    • 05.10.2010 um 17:29 Uhr

    kapitalstarken, staatlich subventionierten Oligopolen betrieben. Nennen Sie mir einen Grund, warum diese gegen jede Marktusance den Strom billiger als nötig abgeben sollten? Konkurrenten, die mit weniger kapitalintensiven Kraftwerken, wie sie EE-Anlagen darstellen, den Oligopolen Paroli bieten könnten, würden Sie mit der Bestandsgarantie für Atomkraft verhindern.
    Übrigens arbeiten in der Atomindustrie ca. 30.000 Menschen, an Erneuerbaren Energie fast zehnmal soviele. Da es kaum möglich wäre, kurzerhand wieder eine neue Nuklearnergie aufzubauen, wird die Rückkehr zur Atomenergie einer deutschen Zukunftsbranche den Hals brechen, ohne annähernd ausreichend Ersatzarbeitsplätze bereitzustellen.

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