Positives Denken Gesunder Optimismus
Zuversichtliche Menschen erholen sich schneller von Operationen, haben einen niedrigeren Blutdruck und werden seltener depressiv: Wissenschaftler entdecken die heilende Kraft des positiven Denkens – und fragen sich, ob man es dann nicht trainieren sollte.

Die Gedanken sind frei – und können gesund machen. Wer sich etwa an einen schönen See träumt, erholt sich möglicherweise schneller von einer Operation
Ein Optimist, sagte Winston Churchill einmal, sieht in jeder Herausforderung eine Chance, ein Pessimist hingegen sieht in jeder Chance eine Herausforderung. Für Madelon Peters stellt sich die Sache prosaischer dar. Ein Optimist, hat sie festgestellt, ist jemand, der seine Hand besonders lange in schmerzhaft kaltes Wasser legen kann.
Peters ist experimentelle Psychologin an der Universität von Maastricht, eine burschikose, ungeschminkte Frau Ende 40. Studenten kennen sie als jene Professorin, in deren Labors sie Fragebögen über ihre Lebenseinstellung beantworten, um anschließend unangenehme Aufgaben zu erledigen. Etwa die Hand in Eiswasser legen oder minutenlang ein schweres Gewicht am ausgestreckten Arm halten, während aufgeklebte Sensoren messen, wie sehr das Herz klopft und der Schweiß fließt.
Peters interessiert, wie groß der Einfluss des Gehirns auf die Körperfunktionen ist – und wie er sich auf unser Wohlbefinden auswirkt. »Natürlich wird unsere Gesundheit von den Genen und der Umwelt bestimmt«, sagt sie. »Aber auch von dem, was wir denken, fühlen, tun.« Sie ist eine Pionierin auf einem jungen Gebiet, das sich Gesundheitspsychologie nennt. Was sie und andere herausfinden, könnte unsere Denkweise über Krankheiten und Leiden radikal verändern.
Über Peters’ Forschungsschwerpunkt Optimismus haben Ärzte in den vergangenen Jahren eine Reihe erstaunlicher Zusammenhänge aufgedeckt. So erholen sich Optimisten schneller von Operationen als Pessimisten, sie spüren weniger Schmerz, gehen seltener zum Hausarzt, haben einen niedrigeren Blutdruck und stecken sich in Studien weniger häufig mit Erkältungsviren an. Verletzen sie sich, heilen ihre Wunden schneller. Statistiken zufolge werden sie seltener dement oder depressiv und entwickeln nicht so häufig die Parkinson-Krankheit oder Herzleiden. Peters möchte herausfinden, warum das so ist. Doch ihr Ehrgeiz reicht noch weiter. »Was, wenn man die Lebenseinstellung beeinflussen könnte?«, fragte sie einmal in einem Artikel. Diese Überlegung hat die Psychologin zu einem so simplen wie radikalen Plan geführt. Über die vergangenen Jahre hat sie begonnen, manchen ihrer Versuchspersonen Hausaufgaben zu geben. Jeden Tag sollen sie ein Denktraining absolvieren, das sie schult, fröhlicher in die Zukunft zu blicken.
Denn wenn man Menschen beibringen könnte, optimistischer zu denken, spekuliert Peters, könnte das eine neue Waffe im Arsenal der Ärzte werden.
Zuvor sah Madelon Peters, wie die meisten Psychologen, lange Zeit nur, dass die Psyche Kranken das Leben schwer machen kann. Sie arbeitet seit fast 20 Jahren mit Patienten, die – oft aus medizinisch unerfindlichen Gründen – chronische Schmerzen in Gliedmaßen haben, etwa im Knie. Und während viele lernten, sich damit zu arrangieren, gab es immer einige, deren Leben daran zugrunde ging. Aus Angst vor der Pein trauten sie sich kaum noch, den betroffenen Körperteil zu bewegen, sagten Unternehmungen mit Freunden ab, wurden arbeitsunfähig, depressiv und sozial isoliert. Die Psychologin erforschte, welche Einflüsse besonders anfällig dafür machten. »Und dann dachte ich irgendwann, dass es sich lohnen würde, auch einmal zu gucken, was davor schützt«, erzählt sie. »Die stärksten Belege für einen Schutz gab es beim Optimismus.«
Untersuchungen zeigen, dass Optimisten gelassener auf Stress reagieren. Sie sorgen sich weniger und suchen kreativer nach Lösungen. Deswegen schütten sie weniger Stresshormone wie Adrenalin aus, ihr Herzschlag bleibt ruhiger, der Blutdruck niedriger. Konfrontiert mit Problemen, bildet das Immunsystem von Optimisten mehr Abwehrzellen. Nach Impfungen produzieren Optimisten mehr Antikörper. Und sie haben zusätzlich bessere Lebensgewohnheiten – vielleicht weil sie größere Hoffnungen haben, dass das etwas nutzt. Sie bewegen sich im Durchschnitt mehr, rauchen und trinken weniger und ernähren sich besser als pessimistisch denkende Altersgenossen.
- Datum 15.11.2010 - 12:37 Uhr
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- Quelle ZEIT Wissen 6/2010
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Das sagt mir nun alles und nichts. Wie wär's mit einem nach Möglichkeit in alle Richtung gefestigten Realismus? Klar, so viel Weltkenntnis kann man sich nicht erwerben, dass einem die Situationen ausgehen, in denen man einfach nur hoffen kann (oder auch nicht), aber bevor ich mir von irgendwem einreden lasse, ich solle hier und dort so und so fröhlich sein (oder auch nicht), versuche ich, mich so lange und so gut zu informieren bzw. nachzudenken, bis ich ein wenigstens annähernd realistisches Bild von der Sache habe und aus guten Gründen entscheiden kann, was zu tun ist und was nicht. Das geht mal besser, mal schlechter, aber wenigstens ist es keine Wunschzettelschreiberei.
Ein Mensch, der die Welt realistisch betrachtet und trotzdem weiter macht, MUSS Optimist sein - wäre er Pessimist, hätte er sich längst einen Strick besorgt ;)
Ein Mensch, der die Welt realistisch betrachtet und trotzdem weiter macht, MUSS Optimist sein - wäre er Pessimist, hätte er sich längst einen Strick besorgt ;)
...machen alle anderen um sich herum krank.
Optimisten, sehen die Welt nicht wie sie ist, was einem bona-fide Pessimisten wie mir sehr rasch auf die Nerven geht.
Ständig muss man sie darauf aufmerksam machen das in der wirklichen Welt die Dinge nicht so laufen wie sie es sich in ihrer Märchenwelt ausmalen.
Optimisten sind keine Träumer, sondern Menschen, die sich durch ein hohes Maß an Zuversicht auszeichnen. Das hat als Konzept mit Realitätsferne erstmal nichts zu tun - aber kann sich in Extremfällen sicherlich dahin entwickeln. Ebenso übrigens wie extremer Pessimismus, der den Gang der Welt nicht realistischer antizipiert als sein Gegenstück.
man leben möchte.
Ich habe nicht das Gefühl, dass ich Menschen krank mache oder gar kränke mit meinem Optimismus. Ich kann nicht einsehen, in das in weiten Teilen der Gesellschaft übliche Geunke und Gemaule einzustimmen, obwohl wir in einer Welt leben, die sehr gut gestaltet ist und uns Möglichkeiten bietet, wie sie kaum je Menschen auf diesem Planeten hatten. Träume sind das nicht.
Ich bleibe optimistisch und orientiere mich dabei am Alltag, wie ich ihn erlebe.
na ein glück ist hier einer der weiß, wie die wirkliche welt aussieht, und was so abgeht....
aber irgendwie hört sich ihr kommentar schon ein wenig traurig an.
schon mal daran gedacht dass es DIE realität gar nicht gibt, weil jeder die welt subjektiv erlebt???
ich finde es schön menschen zu erleben, die optimistisch nach vorn schauen. die die ich kenne, sind darüberhinaus beruflich erfolgreich und erfüllt. was aber auch nichts mit dem gehalt zu tun haben muss!
ich persönlich bemühe mich alles ein wenig entspannter zu sehen, auch wenn es nicht immer gelingt..
Optimisten sind keine Träumer, sondern Menschen, die sich durch ein hohes Maß an Zuversicht auszeichnen. Das hat als Konzept mit Realitätsferne erstmal nichts zu tun - aber kann sich in Extremfällen sicherlich dahin entwickeln. Ebenso übrigens wie extremer Pessimismus, der den Gang der Welt nicht realistischer antizipiert als sein Gegenstück.
man leben möchte.
Ich habe nicht das Gefühl, dass ich Menschen krank mache oder gar kränke mit meinem Optimismus. Ich kann nicht einsehen, in das in weiten Teilen der Gesellschaft übliche Geunke und Gemaule einzustimmen, obwohl wir in einer Welt leben, die sehr gut gestaltet ist und uns Möglichkeiten bietet, wie sie kaum je Menschen auf diesem Planeten hatten. Träume sind das nicht.
Ich bleibe optimistisch und orientiere mich dabei am Alltag, wie ich ihn erlebe.
na ein glück ist hier einer der weiß, wie die wirkliche welt aussieht, und was so abgeht....
aber irgendwie hört sich ihr kommentar schon ein wenig traurig an.
schon mal daran gedacht dass es DIE realität gar nicht gibt, weil jeder die welt subjektiv erlebt???
ich finde es schön menschen zu erleben, die optimistisch nach vorn schauen. die die ich kenne, sind darüberhinaus beruflich erfolgreich und erfüllt. was aber auch nichts mit dem gehalt zu tun haben muss!
ich persönlich bemühe mich alles ein wenig entspannter zu sehen, auch wenn es nicht immer gelingt..
Diese Zusammenhänge sind seit langem bekannt! Man muss dazu nur die Kehrseite nehmen. Die Folgen von Stress am Arbeitsplatz etwa, die Sorgen um den Erhalt des selben, die gesundheitliche und emotionale Verfassung von Langzeitarbeitslosen und Familien am unteren Rand der Gesellschaft sind als wissenschaftliche Ergebnisse dokumentiert.
So ist denn der Rat zu positiven Denken, gar ein Optimismustaining auf Krankenschein eine nette, aber realitätsferne Spielerei. Für solches benötigt der Mensch Ansatzpunkte. Viele erleben aber seit langem das Gegenteilige: den Abbau von Perspektiven, das Zurückgehen von Sicherheiten und Wohlstand, die Mehrung von realen Bedrohungen... Statt also solche Ratschläge aus dem Stand wohlgesättigter Erhabener zu verbreiten, wäre es weitaus ratsamer, die Bedingungen zu ändern. Damit man nicht etwas ersatzweise antrainieren muss, was durch andere gesellschaftliche Realitäten gar nicht erst verloren gegangen wäre.
Aber irgend wie passiert das nicht. Da kann man wieder und wieder allein auf die möglichen Einsparungen im Gesundheitswesen verweisen, die in die vielen Milliarden gehen, oder auf die nachgewiesenen höheren Potentialitäten in einem weniger angstmachenden Klima, es wird trotzdem noch mehr auf den Bedrohten herum gehackt und alles dafür getan, dass Optimismus gar nicht erst aufkommt.
Optimisten sind keine Träumer, sondern Menschen, die sich durch ein hohes Maß an Zuversicht auszeichnen. Das hat als Konzept mit Realitätsferne erstmal nichts zu tun - aber kann sich in Extremfällen sicherlich dahin entwickeln. Ebenso übrigens wie extremer Pessimismus, der den Gang der Welt nicht realistischer antizipiert als sein Gegenstück.
Ohne Grund ein hohes Maß an Zuversicht zu haben ist doch nichts anderes als Träumerei?
Ich sehe die Dinge wie sie sind, erwarte das Schlimmste und sollte es nicht eintreffen ist immer noch Morgen dafür Zeit.
Allerdings kann man Pessimismus auch übertreiben, da gebe ich Ihnen recht.
Was schlimmeres als Sterben kann einem im Leben ja nicht passieren, also war jeder Tag an dem ich mich Abends müde ins Bett lege eine zugegeben durchaus angenehme Überraschung gewesen.
Ohne Grund ein hohes Maß an Zuversicht zu haben ist doch nichts anderes als Träumerei?
Ich sehe die Dinge wie sie sind, erwarte das Schlimmste und sollte es nicht eintreffen ist immer noch Morgen dafür Zeit.
Allerdings kann man Pessimismus auch übertreiben, da gebe ich Ihnen recht.
Was schlimmeres als Sterben kann einem im Leben ja nicht passieren, also war jeder Tag an dem ich mich Abends müde ins Bett lege eine zugegeben durchaus angenehme Überraschung gewesen.
Meditation, Entspannung, Achtsamkeit: Glücklicher ist der, der im hier und jetzt lebt. Forscher haben fernöstliche Philosophien wissenschaftlich bestätigt. Geistige Abwesenheit führt zu schlechter Laune und verhindert Glücksempfinden, so das Fazit der aktuellen Studie..
..weiter auf:
http://habseligseiten.de/...
Maltz u.ä. predigen das seit Jahren. Dann und wann werden
sie aus der Mottenkiste geholt und als neue Erkenntnis verkauft.
man leben möchte.
Ich habe nicht das Gefühl, dass ich Menschen krank mache oder gar kränke mit meinem Optimismus. Ich kann nicht einsehen, in das in weiten Teilen der Gesellschaft übliche Geunke und Gemaule einzustimmen, obwohl wir in einer Welt leben, die sehr gut gestaltet ist und uns Möglichkeiten bietet, wie sie kaum je Menschen auf diesem Planeten hatten. Träume sind das nicht.
Ich bleibe optimistisch und orientiere mich dabei am Alltag, wie ich ihn erlebe.
...um James Branch Cabell zu bemühen:
"Der Optimist erklärt, daß wir in der besten aller möglichen Welten leben, und der Pessimist fürchtet, daß dies wahr ist."
...um James Branch Cabell zu bemühen:
"Der Optimist erklärt, daß wir in der besten aller möglichen Welten leben, und der Pessimist fürchtet, daß dies wahr ist."
Ein Mensch, der die Welt realistisch betrachtet und trotzdem weiter macht, MUSS Optimist sein - wäre er Pessimist, hätte er sich längst einen Strick besorgt ;)
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