Volkskrankheit Depression
Vier Millionen Deutsche leiden an einer Depression. Vielen Betroffenen erscheint das Leben sinnlos, nichts bereitet ihnen Freude. Manche aber wissen gar nicht, dass sie krank sind. Vor allem Männer sind oft ahnungslos.

Eine innere Leere, Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen, Erschöpfung - rund sechs Prozent der Bevölkerung leiden an Depressionen
Leere. Nichts, nirgendwo. Draußen schien die Herbstsonne, in Monika Baritsch war alles grau und trostlos. Ihre ersten Tage in der Psychiatrie verbrachte sie vollkommen gleichgültig, es war ihr egal, ob sie lebte oder nicht.
»Die meisten psychischen Erkrankungen sind auf eine Region im Gehirn begrenzt«, sagt Mathias Berger, ärztlicher Direktor der Psychiatrie und Psychotherapie der Uniklinik Freiburg. »Eine Zwangserkrankung etwa fixiert einen Gedanken oder eine Handlung, bei der Magersucht scheint ein Regelzentrum für den Appetit gestört. Die Depression hingegen ist eine Erkrankung des gesamten Gehirns.«
Dass Monika Baritsch, 54, an Depressionen leidet, erfuhr sie 2004, nachdem ihr Mann und sie sich nach 23 Jahren getrennt hatten. Sie begab sich zur Behandlung ein halbes Jahr in die Psychiatrie. »Heute ist mir klar, dass ich vorher schon körperliche Ausprägungen von Depressionen hatte«, sagt Baritsch.
- Checkliste
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Nur der Arzt kann entscheiden, ob eine Depression vorliegt. Aber welches sind die typischen Symptome?
Müdigkeit und Energieverlust: Tagsüber ist man müde und abgeschlagen. Winzige Aufgaben erscheinen als unüberwindbare Hindernisse.
Schlafstörungen: Nachts klagen 90 Prozent der Erkrankten über langes Wachliegen und frühes Aufwachen.
Appetitstörungen: Das Essen bereitet keine Freude mehr. Manchmal muss man sich die Nahrung regelrecht hineinzwingen.
Konzentrationsprobleme: Das Denken kreist um wenige Themen und ist zähflüssig und arm an Ideen geworden.
Gedanken an den Tod: Weil nichts mehr wirklich Sinn ergibt, schmieden viele Depressive Pläne, sich umzubringen.
Seit Jahren war sie häufig krank gewesen: Verdauungsbeschwerden, Kopf- und Rückenschmerzen, Erschöpfung. »Die Depression schafft einen Zustand der Leere, den wir uns nur schwer vorstellen können«, sagt Berger. Meistens wehrt sich der Körper dagegen. »Die Krankheit ist etwas anderes, als sich traurig zu fühlen, Liebeskummer zu haben oder schlecht gelaunt zu sein.« Das kann sich ausdrücken in allgemeinen Beschwerden wie bei Baritsch. Doch diese körperlichen Symptome bringt kaum jemand in Verbindung mit einer Depression.
Gerade Männer erkennen lange nicht, woran sie eigentlich leiden. Wenn die Libido erlischt, das Selbstwertgefühl schwindet und sich Abgeschlagenheit breitmacht, beginnt mancher zwanghaft, neue Herausforderungen zu suchen. Übertrieben viel Sport zu machen etwa, einen Marathon zu laufen, exzessiv Alkohol zu trinken. Dieser Aktivismus ist typisch für die Depression.
Zwar ist unter den sechs Prozent der Bevölkerung, die laut WHO-Kriterien an einer Depression leiden, der Anteil an Frauen doppelt so hoch. Womöglich bleiben aber viele betroffene Männer einfach unerkannt. »Männer gehen seltener zum Arzt. Sie sind es weniger als Frauen gewohnt, Hilfe zu suchen«, sagt Berger. Bei einigen äußert sich die Depression daher eher in Aggression und Feindseligkeit, sie kapseln sich ab. Inzwischen kursiert für diese Ausprägung ein eigener Begriff: Männerdepression.
Das könnte auch die höhere Suizidrate der Männer gegenüber den Frauen zusätzlich erklären, so eine unter Psychiatern diskutierte Vermutung. Fest steht, dass die Depression wegen ihres extremen Leidensdrucks die Erkrankung mit dem höchsten Suizidrisiko ist. Aber würde eine höhere Therapierate die Selbstmordrate wirklich senken? Wie aussichtsreich ist es, eine Depression behandeln zu lassen?
Die Therapiemöglichkeiten, sagt Berger, seien erfolgversprechend. Mithilfe von sogenannten trizyklischen Antidepressiva und Serotonin-Wiederaufnahmehemmern lassen sich die Hirnstoffwechselstörungen, die der Depression wohl zugrunde liegen, meist zufriedenstellend behandeln.
- Datum 10.11.2009 - 11:30 Uhr
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- Quelle ZEIT Wissen Ratgeber 1/2010
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Die Depression hat wieder ein neues Opfer und erneut wird deutlich, wie belastend diese Krankheit eigentlich wirklich ist und wie schwer die Folgen sein können. Fassungslosigkeit und Unverständnis herrschen, wenn man hört und darüber nachdenkt, wie sehr Robert Enke unter dieser Krankheit gelitten haben muss und vor allem, wie viel Angst er hatte, dass seine Krankheitsgeschichte an die Öffentlichkeit kommt und unter Umständen sogar den deutschen Fußball mitbelastet. Wie immer bringt diese Krankheit ein sehr großes Schamgefühl mit sich und nur die wenigsten schaffen es, offen damit umzugehen.
Mein Mitgefühl gilt an dieser Stelle seiner Familie und ich kann nur hoffen, dass man in unserer schwierigen Zeit, öfters über Depressionen berichtet und aufklärt, damit die Zahl der vielen Selbstmorde, die jährlich in Deutschland schon bei ca. 12000 liegt, nicht noch mehr steigt.
"Wie immer bringt diese Krankheit ein sehr großes Schamgefühl mit sich und nur die wenigsten schaffen es, offen damit umzugehen." - Als Betroffener kann ich nur sagen, Sie haben einfach überhaupt keine Ahnung und Robert Enke ins Spiel zu bringen, ist billiges Name-dropping, um ihren Kommentar aufzuwerten (im Übrigen vergleichbar mit der Wahl ihrer Überschrift). Intern (also wenn Depressive unter sich sind) geht man sehr wohl sehr offen mit dem Thema um. Nur mit den achso "normalen" Menschen muss man vorsichtig sein, weil diese, ohne das Gespür für Leid, dass ein Depressiver entwickelt, einfach hemmungslos in ihrer kleinkarierten Arroganz [ Anmerkung: Bitte veruchen Sie in Ihrer Kritik sachlich zu bleiben. Danke. Die Redaktion/m.e. ]bewusst, unbewusst oder schlicht fahrlässig auf alles einhacken, um das Ego des "Normalen" zu pushen.
Und die Selbstbeweihräucherung, die in ihrem Kommentar mitschwingt, deutet nur eines an: Sie sind nicht Teil der Lösung, sondern ein Teil des Problems.
"immer Schamgefühl" - was für ein Unsinn. Depressive, die nicht zerbrochen sind, "sehen" durch ihrern erweiterten emotionalen Horizont viel mehr von ihrer Umwelt, als "normale" Menschen (vgl. Thomas-Theorem), haben eine viel bessere Vorstellung von der Komplexität des menschlichen (Zusammen-)Lebens, haben eine weit überdurchschnittliche Stressressitenz entwickelt, haben die kleinkarrierte Arroganz von der ich schon sprach abgelegt, reifen früher, usw. usw.
Ihr angebliches Verständnis dient nur ihrer persönlichen Profilierung vor sich selbst und vor anderen.
"Wie immer bringt diese Krankheit ein sehr großes Schamgefühl mit sich und nur die wenigsten schaffen es, offen damit umzugehen." - Als Betroffener kann ich nur sagen, Sie haben einfach überhaupt keine Ahnung und Robert Enke ins Spiel zu bringen, ist billiges Name-dropping, um ihren Kommentar aufzuwerten (im Übrigen vergleichbar mit der Wahl ihrer Überschrift). Intern (also wenn Depressive unter sich sind) geht man sehr wohl sehr offen mit dem Thema um. Nur mit den achso "normalen" Menschen muss man vorsichtig sein, weil diese, ohne das Gespür für Leid, dass ein Depressiver entwickelt, einfach hemmungslos in ihrer kleinkarierten Arroganz [ Anmerkung: Bitte veruchen Sie in Ihrer Kritik sachlich zu bleiben. Danke. Die Redaktion/m.e. ]bewusst, unbewusst oder schlicht fahrlässig auf alles einhacken, um das Ego des "Normalen" zu pushen.
Und die Selbstbeweihräucherung, die in ihrem Kommentar mitschwingt, deutet nur eines an: Sie sind nicht Teil der Lösung, sondern ein Teil des Problems.
"immer Schamgefühl" - was für ein Unsinn. Depressive, die nicht zerbrochen sind, "sehen" durch ihrern erweiterten emotionalen Horizont viel mehr von ihrer Umwelt, als "normale" Menschen (vgl. Thomas-Theorem), haben eine viel bessere Vorstellung von der Komplexität des menschlichen (Zusammen-)Lebens, haben eine weit überdurchschnittliche Stressressitenz entwickelt, haben die kleinkarrierte Arroganz von der ich schon sprach abgelegt, reifen früher, usw. usw.
Ihr angebliches Verständnis dient nur ihrer persönlichen Profilierung vor sich selbst und vor anderen.
Es ist tutiefst schockierend, dass immer noch Psychiater glauben und behaupten, die grundlegende Ursache für psychische Erkrankungen seien lediglich ein gestörter Stoffwechwel im Gehirn. Das ist nur bis kurz vor das Brett gedacht, welches man vor seinem Kopf hängen hat. Und was soll hierfür die Ursache sein? Selbstverständlich: Vererbt! Für unbekannte (unverstandene) Ursachen muss immer die Vererbung herhalten, genau wie für unverstandene Wirkungen der Placebo-Effekt (s. Akkupunktur). Sicherlich ist der Bereich der Botenstoffe meistens bei Depressionen in Mitleidenschaft gezogen, aber nicht als Ursache, sondern als Entsprechung, also als ein Glied in der gesamten Ursachen-Wirkungskette. Die tatsächlichen Ursachen liegen in den allermeisten Fällen im psychischen Bereich, deshalb wirkt Psychotherapie auch nachhaltiger, weil sie an der tatsächlichen Ursache ansetzt, was nunmal ein sehr schwieriges und langwieriges Unterfangen ist. Da machen es sich viele "Fachleute" aber verdammt leicht, wenn sie glauben, es sei damit getan, die Patienten mit einem Antidepressivum zu zu knallen, das lediglich einen künstlichen Zustand erzeugt, in dem der Patient aber nunmal gerade nicht ist. Es kann zwar durchaus Sinn machen, derartige Medikamente einzusetzen, aber nur, um dem Patienten einen Anschub zu geben, seine Lage besser in die Hand nehmen zu können und um in Akutsituationen besser stabil zu bleiben, aber doch nicht als alleiniges "Heilmittel", was ja nicht mal eine Heilwikung hat.
"Es ist zutiefst schockierend ..." finde ich nicht unbedingt. Schließlich helfen die Medikamente ja wirklich meistens. Und andererseits wird ja meistens Therapie Medikamente eingesetzt. Ansonsten stimme ich zu.
"Es ist zutiefst schockierend ..." finde ich nicht unbedingt. Schließlich helfen die Medikamente ja wirklich meistens. Und andererseits wird ja meistens Therapie Medikamente eingesetzt. Ansonsten stimme ich zu.
Ab und zu habe ich das Gefühl, der einzige Mensch zu sein, der wirklich kranke Menschen gesehen hat, ansonsten würde man nicht jede Phase von Traurigkeit als Depression und selbige als Volkskrankheit begreifen. Die Depression wird dadurch banalisiert. Das Ganze gipfelt in der Medikamentierung gesunder Mensch mit Antidepressiva und Schlimmerem, was nicht in deren Sinne sein kann. Eine Erkältung ist keine Grippe, Angst ist keine Angststörung und depressive Verstimmungen führen normalerweise nicht zum Selbstmord.
"Wie immer bringt diese Krankheit ein sehr großes Schamgefühl mit sich und nur die wenigsten schaffen es, offen damit umzugehen." - Als Betroffener kann ich nur sagen, Sie haben einfach überhaupt keine Ahnung und Robert Enke ins Spiel zu bringen, ist billiges Name-dropping, um ihren Kommentar aufzuwerten (im Übrigen vergleichbar mit der Wahl ihrer Überschrift). Intern (also wenn Depressive unter sich sind) geht man sehr wohl sehr offen mit dem Thema um. Nur mit den achso "normalen" Menschen muss man vorsichtig sein, weil diese, ohne das Gespür für Leid, dass ein Depressiver entwickelt, einfach hemmungslos in ihrer kleinkarierten Arroganz [ Anmerkung: Bitte veruchen Sie in Ihrer Kritik sachlich zu bleiben. Danke. Die Redaktion/m.e. ]bewusst, unbewusst oder schlicht fahrlässig auf alles einhacken, um das Ego des "Normalen" zu pushen.
Und die Selbstbeweihräucherung, die in ihrem Kommentar mitschwingt, deutet nur eines an: Sie sind nicht Teil der Lösung, sondern ein Teil des Problems.
"immer Schamgefühl" - was für ein Unsinn. Depressive, die nicht zerbrochen sind, "sehen" durch ihrern erweiterten emotionalen Horizont viel mehr von ihrer Umwelt, als "normale" Menschen (vgl. Thomas-Theorem), haben eine viel bessere Vorstellung von der Komplexität des menschlichen (Zusammen-)Lebens, haben eine weit überdurchschnittliche Stressressitenz entwickelt, haben die kleinkarrierte Arroganz von der ich schon sprach abgelegt, reifen früher, usw. usw.
Ihr angebliches Verständnis dient nur ihrer persönlichen Profilierung vor sich selbst und vor anderen.
Es ist nicht ganz ewige Leere, sondern leider vor allem unendliche Traurigkeit, welche man fühlt, und davon nicht loskommt.
Superempfindliche Menschen hat es immer gegeben aber heutzutage nimmt ihre Empfindlichkeit die Dimensionen einer Krankheit da das Leben in der Gesellschaft unmenschlicher geworden ist:Menschen werden "geopfert" und nicht nur in der Arbeit sondern in jeder Form der menschlichen Beziehungen. Aber nicht nur der psychische Abstand zwischen den Menschen wächst (man fühlt sich näher eher dem Psycologe als dem Partner) sondern auch entwickelt sich eine Angst vor der Emotivität, die nichts anderes ist als die Sprache der Seele. Angst zu lieben, Angst vor Gefühle. "Der andere ist zu unsere Hölle" geworden wie Sartre prophezeite.Auch die Partnerschaften, so wie sie heute entstehen mildern die Einsamkeit der Menschen nicht (sehr aktuel der Film "Helen").
Der melancholische Zustand ist tatsächlich nicht immer negativ zu sehen: nach Aristoteles ist es ein Überfluss von geistige Kraft, das man positiv (also Kreativ) oder negativ (selbstzerstörerisch) steuern kann. Also ein depressiver Mensch, wenn geschätzt und unterstützt kann seine geistige Kraft kreativ benutzen, was erklärt warum so viele Künstler und Wissenschaftler depressiv waren. Man sollte einfach diesen Zustand ins positive umwandeln, die Traurigkeit in kreatives Potenzial wenden, einen Ausweg für ihr Geist bieten, in einer liebevollen Umgebung und Unterstützung. Wie Parakelsus gesagt hat "der Mensch ist der beste Arzt und die Liebe die beste Medizin"... Nicht Psycotherapeuten und Antidepressiva sondern echte Freundschaft.
Sie wissen überhaupt nicht, was eine Depression ist.
Sie wissen überhaupt nicht, was eine Depression ist.
Sie wissen überhaupt nicht, was eine Depression ist.
Die, die unter einer diagnostizierten Depression oder unter depressiven Episoden leiden und deren Leben stark von der Norm abweicht, weil sie kein geregeltes Leben führen können und keiner geregelten Arbeit nachgehen können und deren Leidensdruck so hoch ist, dass sie suizidgefährdet sind, werden selten von ihren Mitmenschen als solche wahrgenommen.
"Der ist komisch" oder "der ist irgendwie ein ruhiger Typ". Oft muss man sich auch den Vorwurf gefallen lassen ein Phlegmatiker zu sein.
Du gehst den ganzen Tag wie durch Watte. Mit langsamen Bewegungen und keinen Bock auf irgendwas. Du liest eine Schlagzeile morgens in der Zeitung und heulst wie ein Schlosshund. Ein Freund ruft an und macht dir irgendwelche Vorwürfe, Peanuts ... aber du flippst aus und fängst an zu schluchzen und legst einfach auf.
Du sitzt den ganzen Tag irgendwo rum, liegst vielleicht im Bett und tust nichts. Du kannst dich nicht aufraffen. Hat eh keinen Sinn. Wozu das alles? Du wirst unruhig und nachdem die Wohnung zum zigsten Male aufgeräumt ist, sagst du dir "Was soll der Scheiß!?" Wozu das alles? Aber du musst irgendwas machen um dich abzulenken irgendwie aus der dunklen Watte zu entkommen, die sich immer dann in deinen Kopf schleicht wenn du nichts tust.
Die dunkle Watte, die dich einpackt dir die Gedanken abdämpft und alles irgendwie dunkler und trostloser erscheinen lässt. Dein Vater ist gestorben. Im Beruf geht es abwärts. Du wirst alt. Wie lange hast du noch zu leben? 20 Jahre 30 Jahre? Oder gar 40?
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