Erkältung Hatschi? Gesundheit!

Bis zu viermal im Jahr sind Erwachsene durchschnittlich erkältet. Dabei könnten sie das Schniefen und Niesen leicht vermeiden. Denn mit der richtigen Vorbeugung kann sich jeder schützen: Ab sofort sollten Sie Ihrem Arzt nicht mehr die Hand schütteln und regelmäßig die Fenster öffnen.

Beim Niesen wird immer eine gehörige Portion Viren verbreitet

Beim Niesen wird immer eine gehörige Portion Viren verbreitet

Besuch an Tag fünf
Die für Schnupfen verantwortlichen Rhinoviren (siehe Kasten) vermehren sich vor allem in der Nase. Im Nasenschleim ist ihre Dichte am höchsten. Beim Niesen ist deshalb immer eine ordentliche Portion Viren dabei.

Eine Gesichtsmaske müsse man aber nur in Pandemiezeiten tragen, rät das Bonner Hygieneinstitut – oder wenn man direkten Kontakt zu Kranken habe. Es schützen jedoch nur eng anliegende Chirurgenmasken, einlagige Papiermasken lassen zu viel durch. Ein mit Grippe infizierter Mensch verbreitet seine Viren übrigens bereits bis zu 48 Stunden vor den ersten Symptomen.

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Die Menge der Erreger ist während der ersten drei Erkrankungstage am höchsten, vom fünften Tag an ist ein Krankenbesuch wieder ungefährlich.

Rhinoviren

Sie sind die häufigsten Auslöser eines Schnupfens, über 100 verschiedene Typen sind bekannt. Sie gelangen beim Niesen und Husten in kleinste Tröpfchen verpackt in die Luft und werden eingeatmet. Etwa eine Woche dauert die unangenehme, aber harmlose Infektion. Ein Mittel gegen die Viren gibt es nicht. Nur wenn sich Bakterien zu den Viren gesellen, sollen Antibiotika zum Einsatz kommen.

Grippeviren

Die Erreger können sich ständig verändern. Wenn zwei verschiedene Viren einen Menschen gleich-zeitig befallen und ihr Erbgut untereinander austauschen, entsteht ein neuer Mischtyp, der Bestandteile beider Ursprungsviren enthält. Auf diese Weise entstand auch der Erreger der sogenannten Schweinegrippe.

Pandemie

Ausbreitung einer Infektionskrankheit über Länder und Kontinente hinweg. Im 20. Jahrhundert gab es drei Grippepandemien, die schwerste war die Spanische Grippe von 1918. Sie kostete weltweit zwischen 20 und 50 Millionen Menschen das Leben. Voraussetzung für eine Pan- demie ist, dass ein neues Virus entsteht, gegen das in der Bevölkerung noch keine Immunität besteht.

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Wartezimmer meiden
Meiden Sie in Grippezeiten nicht nur größere Menschenansammlungen wie Konzerte oder Theateraufführungen, sondern auch Ihren Arzt – außer Sie sind ernsthaft krank. Wenn Sie nicht schon erkältet waren, sind Sie es nach einer Stunde im virengefüllten Wartezimmer garantiert.

Müssen Sie doch zum Arzt, geben Sie ihm wenigstens nicht die Hand. Eine Schweizer Studie zeigte, dass sich sogar Mediziner nicht so oft die Hände waschen, wie sie sollten. Und verbieten Sie Ihrem Kind, die praxiseigenen Spielsachen im Wartezimmer zu berühren. Nehmen Sie eigene mit.

Was hilft
Häufiges Lüften beugt Erkältungen vor, denn Heizungsluft trocknet die Schleimhäute aus – das macht sie anfällig für Virenattacken. Nasenspülungen mit Kochsalzlösung sind unangenehm, halten aber die Schleimhäute feucht. Wer Sport treibt, stärkt sein Immunsystem. Und in der Sauna lernt der Körper, heftige Temperaturschwankungen besser zu verkraften. Der Psychologe Sheldon Cohen von der Carnegie Mellon University fand heraus, dass positiv denkende Menschen seltener krank werden. Und wenn es sie doch trifft, klagen sie über weniger Beschwerden.

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Hände weg
Von Händen sollte man sich in Erkältungszeiten fernhalten. Martin Exner vom Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit schätzt, dass 85 Prozent aller Ansteckungen durch simples Händeschütteln erfolgen. In die betreffenden Hände muss nicht einmal gehustet oder geniest worden sein. Es genügt, wenn sie vorher einen virenbeladenen Haltegriff im Bus berührt oder eine Nase geschnäuzt haben. Die Virenkonzentration auf der Hand nehme zwar innerhalb von fünf Minuten um das Hundert- bis Tausendfache ab, erklärt Exner. Trotzdem könne jemand, nachdem er sich nur die Nase geputzt habe, 13 weitere Menschen anstecken.

Das bedeutet: Finger weg vom Gesicht! Entweder in ein Wegwerftaschentuch niesen oder im Notfall in den Ärmel. Außerdem: Die Hände häufig, mindestens 15 bis 20 Sekunden lang, mit warmem Wasser und Seife waschen. Wasserhähne in öffentlichen Toiletten mit einem Papiertuch zudrehen. In Pandemiezeiten (siehe Kasten) sollte man sogar ein Fläschchen mit Handdesinfektionsmittel dabeihaben. 13 Prozent der Deutschen waschen sich nicht die Hände, nachdem sie auf der Toilette waren.

Leser-Kommentare
  1. Lüften senkt doch erst recht die schon niedrige relative Luftfeuchte noch weiter, so daß die Raumluft noch trockener wird. So ist dem Problem also nicht abzuhelfen. Richtig wäre es, sich viele Pflanzen ins Zimmer zu stellen. Sie verdunsten viel Waasser, mehr als Heizkörperrohre. Ich habe mit meinen über 50 Pflanzen im Zimmer selbst im kältesten Winter immer 60-70% relative Luftfeuchte. Und den Erfolg, seitdem noch nie einen fieberhaften grippalen Infekt gehabt zu haben. Man kann sich auch damit berhelfen, daß man die Wäsche imZimmer trocknet. Auch das erhört auf angenehme Weise die Luftfeuchte und senkt drastisch die Erkältungsgefahr.

  2. Wenn ich all die Vorkehrungen lese, bin ich lieber mal krank als mein Leben unter das Motto Prävention zu stellen.

    Ich mein, stellt man sich das mal vor. Man gibt nicht die Hand, rennt überall mit Papiertaschentüchern rum um ja keine öffentlichen Gegenstände anzupacken. Ne, so oft bin ich nicht krank und hab mich noch nie an all diese Vorkehrungen gehalten.

    Hinzufügen möchte ich trotzdem, dass ich nicht ein absoluter Ignorant bin. Natürlich schütze ich mich. Aber noch in einer gesunden, nciht paranoiden Weise.

    • IllI
    • 11.11.2009 um 13:38 Uhr

    ... ist auch hier wohl die in meinen Augen beste Variante sich in gewisser Weise zu schützen und dennoch nicht auf die gewohnte Lebensqualität zu verzichten.
    Die Hände waschen, Räume regelmäßig durchlüften und in ein Papiertaschentuch schneutzen und niesen versteht sich im grunde von selbst ... Hände schüttle ich zur zeit zb auch keine, an der Hochschule sind da einfach viel zu viele schon am husten und niesen, aber deswegen eine Gesichtsmaske tragen wär in meinen Augen schon etwas übertrieben ...
    und zum Punkt der Luftfeuchtigkeit in Räumen, nunja, in meiner Kellerwohnung bin ich ganz froh wenn diese ziemlich nierdig ist, da Außenwände nunmal zu schimmelbildung neigen und dieser dann wiederum zu ganz anderen, deutlich beschwerlicheren symptomen führen kann ...

    • C.V.
    • 11.11.2009 um 14:03 Uhr

    Gesundheit!

    Muss man selbst, oder aber eine andere Person in einem Raum niesen, ignoriert man dies als einen unerheblichen Zwischenfall. Dieser sollte nicht durch ein schallendes „Gesundheit!“ zu einem Drama gesundheitlichen Verfalls verfremdet werden.

    Entschuldigung!

    Ein kurzes "Entschuldigung" ist durchaus angebracht, denn nicht selten zuckt der Eine oder Andere durch das laute "Hatschi" erschrocken zusammen.

    Sagt der Knigge :-)

  3. Um der trockenen Raumluft entgegenzuwirken gibt es eine tolle Erfindung, nämlich eine Maschine namens Luftbefeuchter.

    Ich halte mich an kaum eine der oben genannten Regeln. Ich wasche lediglich nach dem Gang aufs WC die Hände und wenn ich nach Hause komme. Beim Niessen und Husten wird die linke Hand vor Nase/Mund gehalten. Das ist alles - bin so gut wie nie krank. Nicht mal Pfnüsel. Ein Mensch bei normaler Gesundheit ist nämlich so gebaut, dass er die Erkälrungs- und Grippeviren ohne Schaden übersteht. Klar läuft der eine oder andere eine Weile mit laufender Nase rum, aber in der Regel überlebt mans. Die oben genannten Empfehlungen sind echt übertrieben (ausser wenns um wirklich gefährliche Krankheiten geht oder um Menschen mit ohnehin schwachem Immunsystem, z.B. wegen Organtransplantation). Ansonsten sind sie lediglich eine gute Anleitung zum Einsam werden.

  4. Habe mal gelesen, dass man sich die Empfehlung, Papiertaschentücher zu benutzen statt solche aus Stoff, schenken kann. Es sei schlicht ein Mythos zu glauben, dass dadurch ein Schnupfen schneller auskuriert sei. Sobald man Schnupfen hat, ist man ohnehin mit dem Krankheitserreger infiziert - da kann man genauso gut einen Taschentuch aus Stoff verwenden (find ich persönlich sogar angenehmer, da er viel weicher ist). Leider find ich den entsprechenden Artikel nicht mehr.

    • sevens
    • 04.12.2009 um 18:20 Uhr

    Sicherlich ist bereits das morgentliche Aufstehen latent tödlich. Allein auf dem Weg vom Bett ins Bad starb schon so mancher, knickte etwa um und stürtzte mit dem Kopf gegen Heizkörper, steinerne Fenstersimse oder auf heiße Herdplatten. Sodan im Bad unter der Dusche erwartet uns noch größeres Grauen: Wer rutschte nicht schon alles auf nassen Kacheln aus und brach sich das Genick? Weit schlimmer, freilich, ist die Einnahme des Frühstücks: Lebensmittelvergiftungen bringen jährlich Tausende ins frühe Grab. Auf's Fahrrad geschwungen und zur Arbeit gefahren? - Nix mit gesund. Atmet man doch dabei Stickoxide ein und wird, wenn man Pech hat, von sekundenschlafenden LKW-Fahrer glatt überrollt. Und dann erst die Odysee auf der Arbeit: Überall Menschen, die einem potentiell ihre Keime ins Gesicht spucken, ihre potentiell verseuchten Hände (wissen Sie, wieviele Menschen sich nach dem Gang auf die Toilette nicht die Hände waschen? Sie möchten es wahrscheinlich gar nicht wissen!) hinhalten. Ein Elend! Aber das Schlimmste kommt noch: Zu Hause, nach dem romantischen Abendessen mit dem Lebensabschnittsgefährten gefährliche Annäherungen, die potentiell mit Geschlechtskrankheiten enden und überhaupt eine einzige Keim-Party sind. Wollen Sie sich das wirklich antun? Mein Rat: Leben Sie lieber nicht. Das ist viel zu riskant.

  5. "Aufpassen: es lebt"

    "Grippeviren (siehe Kasten), erklärt Martin Exner, überlebten(...)"

    Das Viren nicht leben sollte der angebliche Fachmann hier wohl wissen. Folglich können diese auch nicht "überleben"...

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