Erkältung Hatschi? Gesundheit!
Seite 2/2:

Aufpassen: es lebt

Föhnluft atmen
Der kalifornische Arzt Stephen Langer schlägt vor, täglich fünf Minuten lang warme Luft aus einem Föhn einzuatmen. Die Wärme töte die Viren ab. Das ist allerdings umstritten. »Wenn da ein Fünkchen Wahrheit drinsteckt«, sagt Helmut Jäger vom Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg, »sehe ich es nicht.«

Aufpassen: es lebt
Erkältete Menschen hinterlassen in Hotelzimmern an mehrmals benutzten Gegenständen wie Türklinken oder Fernbedienungen Keime, die sogar noch am nächsten Morgen nachweisbar sind, wie eine Studie der University of Virginia zeigt. Der Kranke ist weg, seine Viren bleiben. Grippeviren (siehe Kasten), erklärt Martin Exner, überlebten bei 28 Grad Celsius und 35 bis 40 Prozent Luftfeuchtigkeit auf harten, nicht porösen Oberflächen bis zu zwei Tage lang, auf Kleidung, Papier oder Tüchern acht bis zwölf Stunden. Auch wenn Luft kein eigenständiges Infektionsreservoir ist, können Grippeviren in seltenen Fällen sogar über Lüftungen übertragen werden. Im Flugzeug kann ein Influenzapatient andere Passagiere anstecken, selbst wenn sie fünf Reihen entfernt sitzen.

Abstand halten
Klassische Winterkrankheiten wie Schnupfen oder Grippe werden durch Tröpfcheninfektionen übertragen. Dazu muss der Erkrankte einen anderen anhusten, anniesen oder beim Sprechen anspucken. Diese Übertragungsart kann über eine Distanz von einem Meter erfolgen. Wer einen Tropfen ins Auge bekommt oder einatmet, kann sich beim Gegenüber schon bedanken. Ein Großteil der Ansteckungen erfolgt allerdings über Handkontakt.

 
Leser-Kommentare
  1. Lüften senkt doch erst recht die schon niedrige relative Luftfeuchte noch weiter, so daß die Raumluft noch trockener wird. So ist dem Problem also nicht abzuhelfen. Richtig wäre es, sich viele Pflanzen ins Zimmer zu stellen. Sie verdunsten viel Waasser, mehr als Heizkörperrohre. Ich habe mit meinen über 50 Pflanzen im Zimmer selbst im kältesten Winter immer 60-70% relative Luftfeuchte. Und den Erfolg, seitdem noch nie einen fieberhaften grippalen Infekt gehabt zu haben. Man kann sich auch damit berhelfen, daß man die Wäsche imZimmer trocknet. Auch das erhört auf angenehme Weise die Luftfeuchte und senkt drastisch die Erkältungsgefahr.

  2. Wenn ich all die Vorkehrungen lese, bin ich lieber mal krank als mein Leben unter das Motto Prävention zu stellen.

    Ich mein, stellt man sich das mal vor. Man gibt nicht die Hand, rennt überall mit Papiertaschentüchern rum um ja keine öffentlichen Gegenstände anzupacken. Ne, so oft bin ich nicht krank und hab mich noch nie an all diese Vorkehrungen gehalten.

    Hinzufügen möchte ich trotzdem, dass ich nicht ein absoluter Ignorant bin. Natürlich schütze ich mich. Aber noch in einer gesunden, nciht paranoiden Weise.

    • IllI
    • 11.11.2009 um 13:38 Uhr

    ... ist auch hier wohl die in meinen Augen beste Variante sich in gewisser Weise zu schützen und dennoch nicht auf die gewohnte Lebensqualität zu verzichten.
    Die Hände waschen, Räume regelmäßig durchlüften und in ein Papiertaschentuch schneutzen und niesen versteht sich im grunde von selbst ... Hände schüttle ich zur zeit zb auch keine, an der Hochschule sind da einfach viel zu viele schon am husten und niesen, aber deswegen eine Gesichtsmaske tragen wär in meinen Augen schon etwas übertrieben ...
    und zum Punkt der Luftfeuchtigkeit in Räumen, nunja, in meiner Kellerwohnung bin ich ganz froh wenn diese ziemlich nierdig ist, da Außenwände nunmal zu schimmelbildung neigen und dieser dann wiederum zu ganz anderen, deutlich beschwerlicheren symptomen führen kann ...

    • C.V.
    • 11.11.2009 um 14:03 Uhr

    Gesundheit!

    Muss man selbst, oder aber eine andere Person in einem Raum niesen, ignoriert man dies als einen unerheblichen Zwischenfall. Dieser sollte nicht durch ein schallendes „Gesundheit!“ zu einem Drama gesundheitlichen Verfalls verfremdet werden.

    Entschuldigung!

    Ein kurzes "Entschuldigung" ist durchaus angebracht, denn nicht selten zuckt der Eine oder Andere durch das laute "Hatschi" erschrocken zusammen.

    Sagt der Knigge :-)

  3. Um der trockenen Raumluft entgegenzuwirken gibt es eine tolle Erfindung, nämlich eine Maschine namens Luftbefeuchter.

    Ich halte mich an kaum eine der oben genannten Regeln. Ich wasche lediglich nach dem Gang aufs WC die Hände und wenn ich nach Hause komme. Beim Niessen und Husten wird die linke Hand vor Nase/Mund gehalten. Das ist alles - bin so gut wie nie krank. Nicht mal Pfnüsel. Ein Mensch bei normaler Gesundheit ist nämlich so gebaut, dass er die Erkälrungs- und Grippeviren ohne Schaden übersteht. Klar läuft der eine oder andere eine Weile mit laufender Nase rum, aber in der Regel überlebt mans. Die oben genannten Empfehlungen sind echt übertrieben (ausser wenns um wirklich gefährliche Krankheiten geht oder um Menschen mit ohnehin schwachem Immunsystem, z.B. wegen Organtransplantation). Ansonsten sind sie lediglich eine gute Anleitung zum Einsam werden.

  4. Habe mal gelesen, dass man sich die Empfehlung, Papiertaschentücher zu benutzen statt solche aus Stoff, schenken kann. Es sei schlicht ein Mythos zu glauben, dass dadurch ein Schnupfen schneller auskuriert sei. Sobald man Schnupfen hat, ist man ohnehin mit dem Krankheitserreger infiziert - da kann man genauso gut einen Taschentuch aus Stoff verwenden (find ich persönlich sogar angenehmer, da er viel weicher ist). Leider find ich den entsprechenden Artikel nicht mehr.

    • sevens
    • 04.12.2009 um 18:20 Uhr

    Sicherlich ist bereits das morgentliche Aufstehen latent tödlich. Allein auf dem Weg vom Bett ins Bad starb schon so mancher, knickte etwa um und stürtzte mit dem Kopf gegen Heizkörper, steinerne Fenstersimse oder auf heiße Herdplatten. Sodan im Bad unter der Dusche erwartet uns noch größeres Grauen: Wer rutschte nicht schon alles auf nassen Kacheln aus und brach sich das Genick? Weit schlimmer, freilich, ist die Einnahme des Frühstücks: Lebensmittelvergiftungen bringen jährlich Tausende ins frühe Grab. Auf's Fahrrad geschwungen und zur Arbeit gefahren? - Nix mit gesund. Atmet man doch dabei Stickoxide ein und wird, wenn man Pech hat, von sekundenschlafenden LKW-Fahrer glatt überrollt. Und dann erst die Odysee auf der Arbeit: Überall Menschen, die einem potentiell ihre Keime ins Gesicht spucken, ihre potentiell verseuchten Hände (wissen Sie, wieviele Menschen sich nach dem Gang auf die Toilette nicht die Hände waschen? Sie möchten es wahrscheinlich gar nicht wissen!) hinhalten. Ein Elend! Aber das Schlimmste kommt noch: Zu Hause, nach dem romantischen Abendessen mit dem Lebensabschnittsgefährten gefährliche Annäherungen, die potentiell mit Geschlechtskrankheiten enden und überhaupt eine einzige Keim-Party sind. Wollen Sie sich das wirklich antun? Mein Rat: Leben Sie lieber nicht. Das ist viel zu riskant.

  5. "Aufpassen: es lebt"

    "Grippeviren (siehe Kasten), erklärt Martin Exner, überlebten(...)"

    Das Viren nicht leben sollte der angebliche Fachmann hier wohl wissen. Folglich können diese auch nicht "überleben"...

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service