Gesundheit Gut leben mit einer Krankheit

Ob Rückenschmerzen, Diabetes oder Bluthochdruck: Die meisten Deutschen plagen sich mit einer Volkskrankheit oder werden sie noch erleiden. Wie kommt man damit zurecht? Kann man sie sogar verhindern?

Die richtige Behandlung lindert Volksleiden wie Rückenschmerzen oder Bluthochdruck

Die richtige Behandlung lindert Volksleiden wie Rückenschmerzen oder Bluthochdruck

Eine lästige Sache, dieses Gefühl, krank zu sein. Schwindel seit einigen Wochen, heute zum zweiten Mal Nasenbluten. Zur Arztpraxis. Die Minuten im Wartezimmer vergehen schleichend, im Büro wartet die Arbeit. Endlich ins Behandlungszimmer, kurzes Gespräch mit dem Arzt, Beschwerden schildern, körperliche Untersuchung, Blutdruck messen, Belastungs-EKG, ein paar weitere Tests.

Wenige Tage später steht die Diagnose fest: Bluthochdruck. Wer weiß, wie lange der schon da ist. Von jetzt an sind regelmäßige Kontrollen fällig, täglich Pillen schlucken. Plötzlich ist man: Patient. Sie sind krank, gewöhnen Sie sich daran, aber wir haben das im Griff, sagt der Arzt. Man geht nach Hause und bleibt doch ein wenig Patient. Womöglich für immer.

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Bluthochdruck, Allergien, Depressionen, Gicht: Irgendeine der Volkskrankheiten trifft heute fast jeden im Laufe seines Lebens. Häufig erst im Alter. Die Hälfte der über Fünfzigjährigen in Deutschland leidet an Bluthochdruck. Aber auch junge Menschen trifft es nicht selten: Jedes zehnte Schulkind ist Asthmatiker. Anders als die meisten Atemwegsinfekte oder Blasenentzündungen verschwinden solche Krankheiten nicht nach kurzer Zeit. Sie kommen – und sie bleiben. Aber lässt sich das nicht beeinflussen? Kann man nicht vielen Volkskrankheiten vorbeugen?

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»Im Grunde beginnt die Therapie bei Bluthochdruck schon, bevor man überhaupt erkrankt«, sagt Eva Brand, leitende Ärztin am Universitätsklinikum Münster. Ausreichend Bewegung, eine ausgewogene Ernährung. Wer gesund lebt, wird weniger krank. »Natürlich erfordert es Disziplin. Manchmal gehen die Patienten mit guten Vorsätzen nach Hause, und wenn ich sie das nächste Mal sehe, haben sie wieder fünf Kilo zugenommen«, sagt Brand.

Dass sich eine gesunde Lebensweise aber lohnt, predigen Ärzte und Fachleute seit Jahren. Die Krankenkassen bieten eigene Kurse für ihre Mitglieder an. Denn chronische Krankheiten sind teuer. Die Behandlung von Diabetes und seinen Folgen beispielsweise kostete schon im Jahr 2006 mehr als 18 Milliarden Euro, »2010 werden es fast 40 Milliarden Euro sein«, schätzt Hans Hauner, Direktor des Else-Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin der Technischen Universität München.

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Natürlich kann es auch diejenigen erwischen, die immer vorbildlich gelebt haben. Mit der Krankheit leben, heißt es dann, und nicht immer ist die ärztliche Betreuung optimal. »Nicht einmal jeder fünfte Bluthochdruckpatient wird adäquat kontrolliert«, beklagt Peter Sawicki vom Kölner Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Doch selbst die beste Betreuung kann den Betroffenen das Wichtigste nicht abnehmen: Sie müssen lernen, mit der neuen Herausforderung zu leben.

In den folgenden Berichten erzählen fünf Menschen von ihrer Krankheit und deren Bedeutung für den Alltag. Zusätzlich erklärt ZEIT Wissen, was die Krankheit eigentlich ausmacht, worauf zu achten ist – und wie sie sich vielleicht sogar ganz verhindern lässt:

Asthma – Wie man Anfälle verhindert

Bluthochdruck – Bleibt die Krankheit unentdeckt, kann sie dem Körper schaden

Depression – viele sind erkrankt, ohne es zu wissen

Diabetes – ist die Krankheit einmal erkannt, lässt sie sich gut kontrollieren

Rückenschmerzen – ganz ohne OP: Oft bringen schon sanfte Methoden Linderung

 
Leser-Kommentare
    • macdoc
    • 10.11.2009 um 16:28 Uhr

    Häufig JA, mit viel Bewegung und Sport lässt sich so einiges minimieren.

    • bjan
    • 10.11.2009 um 17:25 Uhr

    Es entsteht im Abschnitt über Diabetes der Eindruck, als ob Diabetes in aller Regel durch ungesunde Lebensweise hervorgerufen würde. Dies ist mitnichten der Fall.
    Es mag sein, dass das für Diabetes Typ 2 zutrifft, dem sogenannten Altersdiabetes, bei dem das Insulin auf Grund von Ablagerungen nicht mehr ausreicht, um genügend Zucker in die Zellen zu transportieren.
    Jedoch hat das beim ebenso stark steigenden Typ 1 überhaupt keinen Einfluss, da es sich hierbei um eine Autoimmunerkrankung handelt, bei der die eigenen Fresszellen die Insulin herstellenden Zelln zerstören. Dieser Vorgang ist nicht aufzuhalten und nicht reversibel. Auch nicht durch gesunde Lebensweise.

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