Die Sendung mit der Maus Hier kommt der Armin

Sonntags um 11.30 Uhr ist Maus-Zeit. Nicht nur Kinder verfolgen dann die Lach- und Sachgeschichten in der ARD. Vor 40 Jahren, im März 1971, wurde die erste Sendung ausgestrahlt. Christoph Drösser traf Armin Maiwald, Maus-Macher der ersten Stunde

ZEIT Wissen: Ich bekam einmal einen Anruf von Ihrer Assistentin: »Herr Drösser, Sie müssen mir helfen, der Armin erzählt gerade vor der Kamera, dass sich der Wasserstrudel in Australien andersherum dreht als bei uns!«

Armin Maiwald: Das ist mir dort aufgefallen, dass das Wasser andersherum abläuft – gegen den Uhrzeigersinn, bei uns dreht es sich mit dem Uhrzeigersinn.

Anzeige

ZEIT Wissen: Das muss Zufall gewesen sein. Die Corioliskraft, die das erklären könnte, ist nicht stark genug – und würde die Strudel außerdem genau andersherum lenken! Wie wichtig ist es Ihnen, dass das stimmt, was Sie erzählen?

ZEIT Wissen 2/2011
Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen

Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen

Maiwald: Wir recherchieren eigentlich so lange, bis es wehtut. Dabei verlassen wir uns nicht nur auf Quellen wie Wikipedia, sondern versuchen, die Fachleute zu kriegen. Ich bin ja kein Wissenschaftler und muss mich in die Themen immer erst reingraben.

ZEIT Wissen: Müssen Sie dabei eine Kinderperspektive einnehmen?

Maiwald:  Nein, aber bevor ich eine Geschichte mache, muss ich den Leuten so lange auf den Keks gehen, bis ich wirklich bis ins letzte Detail begriffen habe, worum es geht.

ZEIT Wissen: Es ist kein Geheimnis, dass auch viele Erwachsene gerne zugucken.

Maiwald:  Erwachsene machen immer ein schlaues Gesicht. Wenn man dann aber nachfragt, wissen sie es auch nicht. Nur trauen sie sich nicht, das zuzugeben. Kinder sind da ganz einfach: »Weiß ich nicht, frag ich einfach.«

ZEIT Wissen: Ihre ersten drei Filme handelten 1969 von Milch, Brötchen, Ei.

Maiwald: Für damalige Verhältnisse waren die Filme wahnsinnig kurz geschnitten, nur mit Musik und ohne Text. Heute fänden wir das zum Gähnen langsam, aber damals haben wir alle möglichen Vorwürfe auf die Ohren gekriegt: Ihr übergießt die Wirklichkeit mit einer rosaroten Musiksoße. Ihr zeigt nicht die ausgebeuteten Massen. Ihr macht unsere Kinder sprachlos.

ZEIT Wissen: Greifen Sie auch ganz aktuelle Themen auf, zum Beispiel Dioxin in Hühnereiern?

Maiwald: Wir stehen nicht unter dem Aktualitätsdruck der Tagesschau. Bis wir das gemacht haben, ist ein halbes Jahr vergangen, und dann wird längst die nächste Sau durchs Dorf getrieben. Wir versuchen mit unseren Filmen etwas zu schaffen, was auch Bestand hat.

ZEIT Wissen: Würden Sie ab und zu gern was für ein erwachsenes Publikum machen?

Maiwald: Habe ich doch. Eine Geschichte über das Lustobjekt Auto zum Beispiel oder über das Ladenschlussgesetz.

ZEIT Wissen: Aber die Zuschauer erkennen im Kommentator immer den Armin von der Maus. Nimmt man Sie dann überhaupt ernst genug?

Maiwald: Natürlich. Beim Thema Ladenschluss gab es einen Riesenzoff, die Proteste von Gewerkschaften und Großkonzernen gingen bis rauf zum Intendanten.

Armin Maiwald ist einer der Erfinder der »Sendung mit der Maus«. Schon 1969 hat der heute  71-Jährige seine ersten  Sachgeschichten gedreht.

 
Leser-Kommentare
  1. 1. Danke

    Danke, liebe Maus : )

  2. Bin inzwiachen 50 und gucke die Maus zusammen mit meiner Tochter so regelmäßig es geht!
    Ich habe allerdings kein Problem damit zuzugeben daß ich etwas nicht weiß! Die Sachthemen sind immer wieder interessant und lehrreich. Auf so manche Frage käme man als Erwachsener garnicht und ist häufig verblüfft wie denn was funktioniert oder hergestellt wird.
    Danke an Armin (auch für Robbi, Tobbi und das Fliewatüt), Christoph, Ralph und das ganze Mausteam!
    Neben den Sachthemen sind MEINE Favoriten Blaubär und Shaun!

    Eine Leser-Empfehlung
    • iawdw
    • 07.03.2011 um 8:58 Uhr

    Am Sonntag wurde erklaert, wie Gel hergestellt wird.
    Aktueller gehts kaum.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Zadie
    • 07.03.2011 um 10:18 Uhr

    Ich muss wirklich Ihre Kommentare abonnieren. :-)

    Zum Artikel:

    Habe die Maus geliebt, jetzt liebt sie meine Tochter. Wobei, eigentlich liebt sie noch mehr den Elefanten, den kann sie auch schon nachmachen.

    Danke, lieber Armin, lieber Christoph, lieber Ralph, Ihr seid die Besten im Fernsehen, wirklich wahr.

    • Zadie
    • 07.03.2011 um 10:18 Uhr

    Ich muss wirklich Ihre Kommentare abonnieren. :-)

    Zum Artikel:

    Habe die Maus geliebt, jetzt liebt sie meine Tochter. Wobei, eigentlich liebt sie noch mehr den Elefanten, den kann sie auch schon nachmachen.

    Danke, lieber Armin, lieber Christoph, lieber Ralph, Ihr seid die Besten im Fernsehen, wirklich wahr.

    • Zadie
    • 07.03.2011 um 10:18 Uhr

    Ich muss wirklich Ihre Kommentare abonnieren. :-)

    Zum Artikel:

    Habe die Maus geliebt, jetzt liebt sie meine Tochter. Wobei, eigentlich liebt sie noch mehr den Elefanten, den kann sie auch schon nachmachen.

    Danke, lieber Armin, lieber Christoph, lieber Ralph, Ihr seid die Besten im Fernsehen, wirklich wahr.

    Eine Leser-Empfehlung
  3. Ich freue mich immer, wenn ich eine Sendung "erwische". Ich war richtig aus dem Häuschen, als ich die Maus vor einiger Zeit bei einer Kinderstunde im Thalia getroffen hatte. Musste ich gleich ein paar Photos schießen.
    Es war sehr interessant zu sehen, dass die Faszination auch nach 40 Jahren noch ungebrochen ist. Nicht nur für mich, sondern auch für all die Kinder, die dort in dem Buchhandel mit ihren Eltern schlange standen, um die Maus zu treffen. Es ist schon sehr niedlich, wenn man hört, wie die Kleinen mit der Maus sprechen und leuchtende Augen haben.

    Eine Leser-Empfehlung
  4. Die Maus zeigt außerdem, daß öffentlich-rechtliches Fernsehen weder dumm, seicht noch grell sein muß. Wie wär's mit Qualität auch für die Erwachsenen? Die Gameshows und das Volkes-Stimme-Talk-Gelaber können wir doch gerne RammelnTötenLallen und den anderen Privaten überlassen.

    Eine Leser-Empfehlung
  5. ...ist eine der wenigen Sendungen für die sich die Öffentlich Rechtlichen nicht zu schämen brauchen.
    Ich habe sie in den 80ern als kleiner Junge gesehen, heute sehe ich sie mit meinen Kindern und meiner Frau, die alle dabei auch noch Deutsch lernen.
    (Meine Frau ist Spanierin und wir leben in Irland)
    Meinen Dank und alles Gute zum Geburtstag.

    Eine Leser-Empfehlung
  6. Wunderbar wunderbar,
    und Ehre wem Ehre gebuehrt.

    Generationen danken, lachen und geniessen, ich habe in 40 Jahren noch keine Sendung mit der Maus gesehen, von der ich nicht etwas gelernt haette.

    Wenn alle die Maus gucken wuerden, brauechte Deutschland nicht von (und zu) Guttenberg verkaspern zu lassen.

    Lang lebe die Aufklaerung mit Erbaulichem und Erfreulichem, eben Lach- und Sachgeschichten!!!

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service