Stromversorgung : Verkabelt Europa!

Das größte Hindernis für den Atomausstieg sind die fehlenden Leitungen. Ein Supernetz wäre die Lösung – mit Norwegen als Batterie.
Strommasten in der Nähe von Güstrow © Sean Gallup/Getty Images

Stinkende Nebel wabern übers Land. Rohre, Schornsteine, Tankanlagen, so weit das Auge reicht. In einem Riesenbecken gärt Faulschlamm aus der Flussbaggerei. Auf der Sandinsel Maasvlakte vor Rotterdam, einem Gebiet von der Größe Manhattans, konzentrieren die Niederländer alles, was stinkt und lärmt und hässlich oder gefährlich ist. Maasvlakte ist ein Unort, doch in diesem April wird die Insel für einen Augenblick eine andere Bedeutung haben: Hier wird einer der Stützfäden des künftigen europaweiten Höchstspannungsnetzes angeheftet. Die stinkende Insel wird zum Innovationsstandort.

Es geht um das Supergrid . Das Netz der Netze aus besonders verlustarmen Höchstspannungsleitungen ist eine wesentliche Voraussetzung für die europäische Energiewende. Und seit den Reaktorunfällen in Japan steht das Supergrid auch für die Hoffnung, den Atomausstieg zu beschleunigen.

Der Ausbau der Ökoenergie soll bis Mitte des Jahrhunderts zu einer Senkung der CO₂-Emissionen um 80 bis 95 Prozent führen. Geht es nach der EU-Kommission, wird der gesamte Stromverbrauch vom Jahr 2050 an aus regenerativen Quellen gedeckt. Das Problem: Traditionell stehen Kraftwerke in der Nähe von Industrieanlagen. Ökostrom dagegen wird am billigsten meist weit abseits der industriellen Zentren erzeugt, etwa in Windparks in der Nordsee oder in norwegischen Wasserkraftwerken. Das aber bedeutet, dass die Elektrizität auf die Reise gehen muss.

Das Supergrid ist die Vision eines Netzes von Höchstspannungs-Stromautobahnen quer durch Europa. Bis 2020 müssten dafür allein in Deutschland bis zu 3.600 Kilometer neue Leitungen gebaut werden. Ein gigantisches Projekt, von dem längst nicht alle EU-Bürger begeistert sind.

Maasvlakte ist ein kleiner Mosaikstein der großen Idee vom Supergrid – und vielleicht ein wichtiger Meilenstein auf dem langen Weg dorthin: Im April wird in der Konverterstation Maasvlakte, einem schmucklosen Betonbau zu Füßen eines Kohlekraftwerks, ein 260 Kilometer langes Unterwasserkabel aus England in die niederländische Steckdose gesteckt. BritNed heißt das Kabel, ein Kunstwort aus Britain und Nederland.

Dieser Text stammt aus dem aktuellen ZEIT Wissen Magazin, das am Kiosk erhältlich ist. Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen

Probelauf einen Monat vor dem großen Tag: Schnell wird klar, dass jede Vorstellung vom An- und Ausschalten oder Einstöpseln eines besonders langen Verlängerungskabels angesichts der hohen Spannungen und der Energiemassen, die künftig über Maasvlakte transportiert werden, naiv ist.

Das Kabel zwischen Maasvlakte und der Isle of Grain in Südostengland ist für die Übertragung von 1000 Megawatt ausgelegt, das entspricht ungefähr der elektrischen Leistung eines Kernkraftwerks. Und die knipst man nicht mal eben mit einem Schalter an oder aus. Denn 450.000 Volt Übertragungsspannung im Kabel sind keine Kleinigkeit, sondern Höchstspannung.

Ein Mensch würde unter ungünstigen Bedingungen in vier Meter Entfernung vom blanken Leiterseil einer 450-Kilovolt-Leitung kurzerhand verschmoren. Also ist die Steckdose in Wahrheit ein über 200.000 Quadratmeter großes, umzäuntes Areal mit riesigen Schaltern, Spulen, Transformatoren unter freiem Himmel und mehreren Hallen, die bis auf ein paar monströse elektrische Bauelemente leer sind. Die Hallen dürfen in diesen Tagen letztmals betreten werden – im laufenden Betrieb sind sie wegen Gefahr für Leib und Leben unzugänglich.

Klicken Sie auf das Bild, um die Grafik anzusehen.© Ela Strickert

Im Innern der Halle tritt das Kabel aus England nach 260 Kilometern durch den Ärmelkanal recht unspektakulär zutage. Genauer genommen sind es zwei Kabel, eins für Minus, eins für Plus. Mit einem Durchmesser von gut zwölf Zentimetern wirken sie enttäuschend unauffällig. Immerhin sind sie schwer: Der laufende Meter wiegt einen Zentner. Da gibt es den dicken Kupferkern, zur Isolation umwickelt mit Ölpapier, dann folgt ein Bleimantel. Eine stählerne Armierungsschicht soll dafür sorgen, dass das Kabel beim Verlegen nicht reißt. Gegen Schiffsanker hilft das alles nichts, darum hat man das Kabel über fünf Meter tief in den Nordseeschlick eingebuddelt.

Wer Energie in Kabeln durch die Welt schicken will, lernt schnell einen ausgesprochen lästigen physikalischen Effekt kennen: Der Wechselstrom aus Kraftwerken oder Windrädern baut 50-mal in der Sekunde ein elektromagnetisches Feld auf und wieder ab, jeweils mit umgekehrter Polung. Das kostet Leistung – Ingenieure sprechen von »Blindleistung«. Sie macht auf Strecken von mehr als 80 Kilometern den Energietransport per Kabel ökonomisch sinnlos; nach 200 Kilometern ist der Strom, den man hineingeschickt hat, so gut wie verschwunden. Die übertragene Leistung ist dann null – dafür wurde die Nordsee ein wenig aufgeheizt.

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Kommentare

105 Kommentare Seite 1 von 8 Kommentieren

Mit den technologiefeindlichen Grünen nicht zu machen

Ein lückenloses Mobilfunknetz will jeder - aber einen Handymast in der Nachbarschaft?
Solarenergie ja bitte! - aber eine spiegelnde Photovoltaikanlage in der Nachbarschaft?
Günstiger Strom - aber eine Hochspannungsleitung in unmittelbarer Nähe?

Sicherlich wird auch hier wieder ein plötzlich auftauchendes, brütendes Paar der vom Aussterben bedrohten Sumpfohreule einen Bau verhindern.

.....

natürlich, die grünen verhindern ein smartgrid, dass Milliarden von kwh spart...Kein Bürger und kein Grüner hat etwas gegen Erdkabel, nur sind die halt ein wenig teurer als Überlandleitungen und das "Die Bürger und die Grünen blockieren den Netzausbau"-Argument hätte umgehend keinen Wind mehr in den Segeln, die Stromkonzerne würden sich also finanziell und argumentativ das Wasser abgraben und das kann ja nicht sein - Eine Zukunftstechnologie die von allen Seiten unterstützt würde und noch dazu ohne Komfortverlust den Stromverbrauch senkt. Nein sowas geht wirklich nicht.

wenn wir schon bei dem diskussionsniveau und derart fundamentlosen behauptungen angelangt sind, scheinen ja einige richtig angst vor zukünftiger grüner politik zu haben. Da schwimmen die Felle davon, vorbei die 200PS Kutschen, vorbei mit freier Fahrt für freie Bürger.

ich gehe mal noch weiter...

es sind nicht "die Grünen" alleine ;)
Heutzutage werden Elektrogeräte mit der Standby- Funktion verkauft, obwohl es für den großflächigen Gebrauch, damit meine ich den Haushalt, ein völliger Quatsch ist.
Es ist doch pure Faulheit und Bequemlichkeit nach dem Fernsehfilm nicht an das Gerät hinzugehen und es komplett auszuschalten, u.U. den Stecker ziehen.
Nein, dafür hat man doch die Fernbedienung. Sie versetzt das Geräte aber nur in den Standby-Modus. Das mal nur als Beispiel, es könnten auch alle möglichen modernen Backöfen mi Digitaluhr etc. genannt werden.
Wer seinen Mitmenschen sagt, " ich gehe nachm Filmschauen ans Gerät hin und schalt es komplett aus", der bekommt ein Lächeln oder Kopfschütteln der anderen zurück.
Und das ist doch das größte Problem.
Die Gier nach unbegrenzt verfügtbarer Energiemenge, zu jeder Tageszeit.

Schade, dass es keine aktuellen Studien gibt, die untersuchen wie groß die Ersparnis wäre, wenn alle elektrischen Geräte nicht den "Standby-Knopf" haben sondern den "Off-Knopf" oder wenn der Mensch von sich aus den Fernseher vorm Schlafengehen wirklich ausschaltet.
Es muss technisch geregelt werden, da der Mensch zu faul, teilweise zu dumm ist, die Auswirkungen seiner Aktion, hier "ich brauch kein Standby, kein über die Nacht laufender PC während ich schlaf" zu verstehen. Denn dadurch sinkt die Stromproduktion erheblich. Bei Unternehmen ist es was anderes, weil Schichtbetrieb z.b. 24h am Tag Strom verlangen.

.....

Also letztens gab es hier einen Artikel wo es um die umstrittene Anbindung eines Windparks durch Eon oder RWE oder wen auch immer ging, die nur das Überlandkabel bezahlen wollten, nicht aber das Erdkabel. Die Kosten für Erde waren laut Artikel 20 Millionen, was exakt dem doppelten der Überlandleitung entsprach.

Wo also kommt ihre 6 her?

Ist auch irgendwo egal...mit dem aktuellen Stromnetz kann es doch so oder so nicht weitergehen oder müssen wir auf Teufel komm Raus Blindleistungen zum Verpuffen in den Leitungen bereitstellen...Ich mein, wenn der Verlust 5 bis 10% nur im Netz beträgt (Ich weiß, hochmoderne Überlandleitungen schaffen bei Wechselstrom 3,6% auf 500km, aber hochmodern ist ja nicht wirklich zutreffend fürs dt. Stromnetz) entspricht das beim deutschen Stromverbrauch von rund 600 TwH (inkl. Verlust) einem Verlust von 3 bis 6 TwH, wenn man diesen auf 1 bis 2 senkt und dazu die Einspar/Effizienzeffekte des Smartgrids, sollte doch schon einiges drin sein.
einer Einsparnis von 3 bis 4 Twh entsprächen ja bei den derzeitigen Gestehungskosten (10 Cent richtig?) immerhin...lass mich lügen...300-400 Millionen Euro jährlich...

Deutschland ist ein guter Standort

Der Süden Deutschlands ist innerhalb Europas prädestiniert für Photovoltaik. Die dort erzielbare Leistung pro Fläche wird innerhalb Europas nur noch in der Südspitze Spaniens und in Süditalien erreicht.

Das gilt allerdings nicht für Windenergie, die im norddeutschen Tiefland wesentlich effizienter ist.

Zusammengefasst ist Deutschland innerhalb Europas einer der besten Plätze um erneuerbare Energien zu gewinnen.

Sie schulden noch Quellen!

Da Sie noch keine einzige Quelle genannt haben, die etwas in Ihrer Aussage belegt, finde ich meine Erklärung ganz ordentlich.

Sie können gern ein Wasserkraftwerk an den Niederrhein setzen, aber ich ziehe die Lastkähne nicht da raus, wenns mal schiefgeht.

Tatsache ist: BaWü und Bayern sind

a) sehr groß

b) relativ dünn besiedelt

c) im Vergleich mit anderen Ländern reich

d) wenn CDU o. CSU so für EE wären, ständen in diesen beiden Ländern, die seit Jahren schwarz regiert werden, nicht mit Abstand die meisten Meiler Deutschlands.

Wollen Sie jetzt argumentieren oder kommt die nächste Phrase?

..........

einfach mal einen Kommentar abgegeben, ohne sich wirklich mit der Sache auseinandergesetzt zu haben. super.
Da reichen für den Anfang auch schon wenige Minuten.
hier mal eine paar links, mit denen man sich einen Überblick verschaffen kann.

http://docs.google.com/vi...

http://www.google.de/#hl=...

Der Fernseher wird wieder als Beispiel genommen.
Und ich bitte darum, meinen Kommentar richtig zu lesen und dann erst zu antworten. Solche inhaltlosen und themaverfehlenden Beiträge sind unnütz.
Ich erzähle nichts von einem "Märchen" oder sonst etwas, sondern nur von der Faulheit und Bequemlichkeit..... und das betrifft ALLE.

Ne, schon klar

Gerade die beiden Länder, die fast die Hälfte der Atomanlagen besitzen, sind Vorreiter in den erneuerbaren Technologien?

Allen voran BaWü, dessen scheidender Ministerpräsident die Mehrheitsanteile an EnBW zu einem völlig überteuerten Preis verfassungswidrig an der Legislative und der eigenen Regierung vorbei gekauft hat und damit die Versorgung mit Atomstrom sicherstellen wollte, ist ein derber Vorreiter der EE?

Wen wollen Sie hier denn bitte für blöd verkaufen? Die Windanlagen stehen an der Küste und die Subventionen kommen aus Berlin, nicht aus München oder Stuttgart.

.....

Na da ist ja sehr Aussagekräftig, dass ihr Fernseher nur 0,4 Watt verbraucht. Und äußerst symptomatisch natürlich für alle Geräte die sonst noch so rumfleuchen. Es ist schließlich Mode (Auch bei mir) seinen Rechner nur noch in den Standby zu schicken wo er 2, 3, 4 Watt frisst, je nach Standby Modus, dazu noch den Laptop, ebenfalls im Standby oder An, der Drucker hat ebenfalls einen recht hohen Standby Verbrauch, separate Monitore kommen dazu, Hifianlagen klein oder groß (oder äquivalente Geräte wie Küchenradios, Ipod Stationen), dazu mindestens 2-4 Netzteile die Dauerhaft eingesteckt sind, selbst wenn kein Gerät dranhängt oder dieses vollständig ausgeschalten ist(Laptop, Handy, Drucker)...

Da kommt man sicherlich auf seine 10, 20 Watt Dauerverbrauch.

Nur weil ihr einer TV 0,4 Watt verbraucht (Haben sie dass mit einem Messgerät überprüft? Es gibt ja mitunter mehrere Standby Modi) hat jetzt das ganze Land ihren TV und nix anderes im Standby? Nur weil es das gibt, heißt es nicht dass es Standard ist. Ungefähr so wie "Diese Grünen mit ihrem Benzinverbrauch, mein Lupo verbraucht nur 3 Liter)

Hanebüchener Einwurf wie immer...Irgendwas aus der Menge gegriffen nur um überhaupt irgendwas gegen die Grünen zu sagen...

.......

Mein Computer mache ich immer Komplett aus und Trenne denn auch vom Strom. Das einzige was bei mir im Standby läuft ist nun mal nur der TV.
Diese 0,4Watt habe ich gemessen. Wer selber bei sich selber nachmessen will, braucht ein Profigerät, welches man z.B. bei den Stadtwerken leihen kann, die Geräte aus dem Baumarkt können solche werte nicht auslesen.
Die Grünen haben ja behauptet, dass alleine der Standby die Leistung von 2 AKWs braucht und dies als Milchmädchenrechnung erwiesen hat.

.....

Ja das glauben wir ihnen auch alles fein.

Aber sie sind verdammt nochmal nicht Deutschland! Und wäre es so, dann würde die 2-AKW-können-nun-abgeschaltet-werden-Rechung vermutlich stimmen. Aber ist natürlich alles Milchmädchen, denn schließlich haben Sie nur einen TV mit 0,4 Watt Standby Verbrauch (Receiver? Sky TV 2. Receiver? DVD/BluRay player? Xbox? Playse? Verdammt es gibt noch drei dutzend andere Geräte die in Deutschland durchaus in Massen verkauft werden) und Trennen ihren Rechner nach dem Ausschalten vom Stromnetz.

Hören sie doch auf, es gibt da noch eine andere Realität und die entspricht nicht Ihrem Verhalten. Punkt.

Pseudonormo! Bitte keine EON-Phrasen nachplappern!

Sie sollten nicht den Berechnungen der Netzbetreiber/Strommonopolisten glauben! In Dänemark werden vorwiegend oder gar nur noch Erdkabel verlegt und in Deutschland verlegen Privatfirmen auf eigene Kosten Erdkabel, deutlich billiger und schneller als die hießigen Netzbetreiber veranschlagen. Die Netzmonopolisten haben nämlich kein vorrangiges Interesse am energiewendeorientierten Netz ausbau. Zudem wurden die bisher geplanten und zu bauenden Stromtrassen, von denen nur ein kleiner Bruchteil auf regionalen Widerstand (nicht nur von 'Umweltaposteln' und Grünen, sondern auch von CDUlern) stößt, an den Betroffenen vorbei geplant und die Stromkonzerne/Netzbetreiber zeigen bisher keinerlei Interesse daran, die betroffenen Bürger einzubinden und die Konflickte im Dialog auszuräumen.
Sie sitzen immer noch auf einem sehr hohen Ross.
Aber es gibt Hoffnung: Ii ihrem Verband nicken die kleineren Mitspieler nicht mehr alles einfach ab was RWE, EON, Vattenfall und EnBW vorgeben.

.....

Das mit dem glauben war nicht einmal ironisch gemeint.

Aber sie argumentieren gegen nicht vorhandenen enormen Standby Verbrauch aufgrund ihrer eigenen kargen Elektroausstattung, die nicht Ansatzweise für den Durchschnittshaushalt in Schland steht und NICHTS, aber auch GAR NICHTS mit Bürorechnern etc. zu tun hat.

Es ist mir völlig egal was sie besitzen und was nicht, was sie abschalten und was nicht. Es ist nicht repräsentativ, so oft sie auch ihr Verhalten wiederholen. Aber ich kann auch eine Umfrage in meinem Freundeskreis machen, was diese von Mortadella halten, und schwupps ist die Mortadella-Nachfrage in Deutschland ein Märchen der Fleischindustrie. Merken sie was - Sachliche und umfassende Betrachtung von Tatsachen wie Standby, Benzinverbrauch, Fleischkonsum etc. ist gefragt, nicht dümmliche extreme Beispiele die am linken oder rechten Rand der Gausschen Normalverteilung liegen, nur um irgendwelche Gruppen (Grüne) oder Berechnungen (die vom Milchmädchen) als weltfremd bezeichnen zu können.

Und jetzt aus mit der kleinen Randunterhaltung

Weiter so!

Verkabelt Europa!

[...]

Aufwachen, hier spicht die Realität. Unsere Nachbarn bauen setzen auf mehr AKWs, sogar die britischen und manche schweizer GRÜNE/N.

Ihr könnt jedes AKW einreißen, die WOLKE kommt über die Grenze und stahlt auf den BIOhof. Wie ungerecht!

Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Polemik und bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/ag

Norwegische Pumpspeicher

In diesem Artikel wird, wie allgemein in jüngerer Zeit in diversen Medien, Norwegen habe große Pumpspeicherkapazitäten, so dass es praktisch Deutschland und ganz Europa mitversorgen könne. Ich habe keine Ahnung, woher diese Information stammt, aber sie so stimmt nicht.
Auf fornybar.no heisst es dazu "I Norge finnes bare noen få pumpekraftverk i drift. Det største er Saurdal i Rogaland. Effekten er 640 MW og det er 500 høydemeter mellom magasinene. Det øverste magasinet, Blåsjø, er Norges største magasin målt i energi" (Norwegen hat nur einige wenige Pumpspeicherkraftwerke in Betrieb. Das größte befindet sich in Saurdal in Rogaland. Die Leistung beträgt 640MW, der Höhenunterschied zwischen den Becken 500m. Das obere Becken, der Blåsjø ist Norwegens größter Speicher nach Energiegehalt.) Darin liegt auch eine Logik: Speicherkraftwerke braucht nur, wer Kraftwerke hat, deren Leistungsabgabe nicht gut regelbar ist - entweder bei Großkraftwerken, die Tag und Nacht durchlaufen oder eben bei den Erneuerbaren wie Wind und Sonne. Wasserkraftwerke, wie sie Norwegen versorgen, benötigen normalerweise keinen weiteren Speicher, der ist bereits eingebaut. Es ergibt keinen Vorteil, das Wasser aus einem Becken ablaufen zu lassen, um es in ein anderes hinauf zu pumpen.
Trotzdem kann man Norwegen als Energiespeicher einsetzen, indem Überschüsse von uns in ihr Netz eingespeist werden und dort den Verbrauch von Wasserkraft senken. Oder indem man dort mehr Kraftwerke mit unteren Becken aufrüstet.

Weiteres zu Strom aus Norwegen

Leider gibt es in Norwegen das Problem, dass die Wasserspeicher seit Jahren chronisch leer sind. Dies wird auch immer mal wieder in den lokalen Medien thematisiert. Das Ganze führt zu der bizarren Situation, dass das Land zwar teilweise Strom ins Ausland verkauft, letztendlich aber mehr Strom zukauft, als es verkauft.
(Quelle bspw. Aftenposten (norw.) http://www.aftenposten.no...)

Wie hoch sind denn die Energierverluste, wenn...

Strom aus Deutschland nach Norwegen geleitet wird, dort dem Hochpumpen von Wasser dient, dass bei Bedarf wieder abgelassen wird, um Turbinen anzutreiben, der so erzeugte Strom wiederum über lange Leitungen nach Deutschland geliefert wird. Da dürfte doch selbst bei Gleichstrom kaum die Hälfte der ursprünglichen Energie wieder in Deutschland ankommen. Oder irre ich mich da?

jawohl

ja sie irren sich...

5% auf 1000km inklusive umrichten

http://www.energieverbrau...

Wirkungsgrad des Pumpspeicherkraftwerkes liegt inklusive Pumpen und wieder-verstromen bei 75 bis 85%...da vertraue ich mal Wikipedia...

Wenn man das als hohen Verlust betrachtet, sollte man sich vor Augen führen dass WK und PVA quasi aus dem Nichts kommen, bei Kohle, Uran und Co der Wirkungsgrad bezogen auf den Energiegehalt des (fossilen) Brennstoffes gerade mal bei 40% +/- X liegt...

Speicherkapazität und Jahresarbeitsleistung

>Wasserspeicher in Norwegen: 84 TWh..
>Nein, hier handelt es sich NICHT um die >Jahresarbeitsleistung!
>Nochmal: Lesen Sie die entsprechenden Artikel in neue >energie 07/2010

Die in Ihnen genannte Broschüre ist mir durchaus bekannt.
Sie ist unter "Pumpspeicherkraftwerk" in der Wikipedia aufgelistet.
Ich hatte in der Wikipedia den auf dieser Broschüre basierenden Wert der PSW-Kapazitäten in Norwegen im Januar berichtigt und die genannte Broschüre als fehlerhaft gekennzeichnet.

Das PSW Kvildal hat eine Speicherkapazität von maximal 326 GWh - nicht wie die Broschüre aufführt von 8000 GWh

Lesen Sie dazu bitte meinen Korrektureintrag der Wikipedia.
http://de.wikipedia.org/w...

Kurzfassung:
Das PSW Kvilldal hat 225000 m² Speicherinhalt bei einer Fallhöhe von 530 m.
Die Gesamtspeicherkapazität ( m*g*h )beträgt 117342 GNm = 325 950 000 Wh = 326 GWh

Wenn Sie auf ein anderes Ergebnis kommen steht Ihnen ja eine Korrektur des Wikipedia-Eintrages frei.

Ihr Neues Energie Heftchen schmeißen Sie mal besser in den elektronischen Papierkorb.

Mal einfach erklärt für die Damen oder Herren Pfannkuchenvergifter und Achimvr

Stellen Sie sich vor Sie haben einen Benzinkanister.
Das Behältnis hat ein Volumen von 5 Litern.
Statt mit dem Auto zur Tankstelle zu fahren, radeln Sie wöchentlich dorthin, tanken den Kanister voll und füllen das Benzin ( oder wahlweise Biodiesel ) ins Auto, mit dem sie es dann verbrauchen.
Im Jahr kommen Sie so auf ein transportiertes Volumen von 52 x 5 Litern.

Das Volumen von 5 Litern ist die Speicherkapazität Ihres Kanisters.
Die 52 x 5 Liter ( = 260 Liter ) sind das Jahrestransportvolumen Ihres Kanisters und ihrer wöchentlichen Fahrradfahrten.

Wenn Sie wollen, können Sie das auch als gespeicherte und transportierte Energiemenge berechnen. Ein Liter Benzin hat etwa 9.6 kWh.

In dem von Ihnen angegebenen Link http://www.nve.no/Global/... ( Seite 4 )wird für 2008 die Jahresarbeitssumme des PSKW Kvilldal mit 3517 GWh angegeben.

Die Speicherkapazität wird dort nicht aufgeführt.
Die Speicherkapazität Epot des PSKW Kvilldal liegt physikalisch bedingt bei max. 326 GWh.

Der in Ihrer Quelle angegebene Summe ( Pumped storage power ) ist die jährlich transportierte Energiemenge der PSKW.

Die Kapazität eines Schwerkraftspeichers bemißt sich auch nach der mißlungenen Rechtschreibreform noch als m*g*h und in Einheiten ausgedrückt:

kg*(m/s^2)*m = kg*m^2*s^2 = Nm = Ws
1 Ws = Wattsekunde = 2,778 · 10^−7 kWh

Gut, rechnen können Sie nicht.

Lesen können Sie aber auch nicht. Aber Sie bekommen einen Zusatzpunkt für die richtige Umrechnung der Einheiten von Nm in Ws.
Hätten Sie eine Tabelle weiter auf der gleichen Seite gelesen, wären Sie auf die Zahl von 3.105 Mill. Kubikmetern gestoßen. Gleich dahinter steht dann die darin gespeicherte äquivalente Energiemenge von 7759 GWh.
Wenn Sie allerdings den Speicherinhalt mit 225000 Quadratmetern (!) angeben, dann ist das Ihr Fehler.

Einen schönen Guten Tag

Danke für den Hinweis

Ich sehe in meiner Berechnung auch einen Fehler.
225000 m³ sind ein bißchen wenig für eine Staustufe.
Die berechnete Kapazität bei 530 m Fallhöhe wären dann 326 MWh und nicht GWh.

Die von Ihnen wiederum angegebene Speicherkapazität ist jedoch auch nicht die Pumpspeicherkapazität von Kvilldal.

Die Anlage in Ulla-Førre ist ein wenig komplizierter.
Sobald ich Zeit habe ( ;-)) werde ich das einmal detaillierter recherchieren.

Als Quelle werde ich dann:
http://www.statkraft.com/...

zu Rate ziehen.

Antwort zu Weiteres zu Strom aus Norwegen

wenn Norwegen Strom importieren muß ergibt das doch die klassische Win-Win Situation in Zusammenhang mit der Windenergie aus Deutschland !
Leere Wasserbecken sind auch kein Argument :Norwegen hat eine lange und hohe Steilküste - und als Unterbecken könnte das Meer dienen ! Fehlen noch Oberbecken oberhalb der Steiküste !
Aber :Windmühlen können die Norweger auch selbst bauen oder kaufen - und tun es auch !
Umgekehrt haben wir von den Mittelgebirgen ,bis zu den Alpen genügend Standorte für Pumpspeicherwerke !
Es fehlt nur der Mut ( und wohl auch der Wille ) diese gegen ein paar Aktivisten die nun wirklich gegen alles sind - auch durchzusetzen !
Das gehört auch zur Demokratie - die Fähigkeit am Ende ein Ergebniss zu erzielen !