Suchmaschinen Freundschafts-Dienste
Soziale Netzwerke machen Suchmaschinen zunehmend Konkurrenz – weil Onlinefreunde oft bessere Antworten haben als Computer. Google und Microsoft versuchen, sich zu wehren – ein neuer Krieg der Suchmaschinen steht bevor.
© Justin Sullivan/Getty Images

Google stellt eine neue Suchtechnik namens "Instant" vor
Wenn der Sommerurlaub naht, stellt sich jedes Jahr die gleiche Frage: Wohin? Preiswert soll das Hotel sein, in Strandnähe, malerisch gelegen und auf keinen Fall überlaufen. Viele Urlauber beginnen zu googeln und fühlen sich von den Zigtausenden Ergebnissen wie erschlagen: Reisebüros, Touristenverbände, und Last-Minute-Portale werben mit großen Versprechungen für ihre Reisen. Doch welche davon wirklich dem eigenen Geschmack entspricht, lässt sich anhand der Google-Treffer kaum beurteilen.
Bis vor einigen Jahren gab es nur einen Ausweg: einen Freund oder Bekannten um Rat fragen, der die eigenen Reisevorlieben gut einschätzen kann. Heute, im Zeitalter der sozialen Netzwerke, gibt es noch eine zweite Alternative: Man bittet einfach seine Freunde auf Facebook oder StudiVZ um eine Empfehlung. Die Chancen, einen besseren Tipp zu bekommen als von der Suchmaschine, sind gut – schließlich zielt diese nur darauf, möglichst viele Treffer in möglichst kurzer Zeit anzuzeigen. »Die klassische Websuche ist tot«, prophezeit denn auch Danny Sullivan, der Gründer des Magazins Search Engine Land.
Lange Zeit war der sogenannte Pagerank-Algorithmus – englisch für Seite und Rang – von Google das Nonplusultra der Websuche. Dessen Prinzip ist es, Dokumente nicht nur nach den Suchbegriffen zu durchforsten, sondern auch die Links zu zählen, die von anderen Webseiten auf ein Dokument zeigen: Je mehr Verweise es hat – erst recht von populären Seiten –, desto höher ist seine Relevanz und damit der Rang in der Trefferliste. Dieser Idee verdankt Google seinen kometenhaften Aufstieg vom Silicon-Valley-Neuling zu einem der mächtigsten Konzerne der Welt.
Soziale Beziehungen bildet Pagerank jedoch nicht ab. Die Zukunft der Suche, davon sind Experten wie Sullivan überzeugt, gehört der sozialen Suche: Suchmaschinen, die berücksichtigen, welche Links Freunde interessant und hilfreich finden. Und stellt sich Google nicht schnell darauf ein, könnte es dasselbe Schicksal erleiden wie einst Altavista, der Suchmaschinen-Star der Neunziger, der von Google verdrängt wurde.
- Datum 30.06.2011 - 18:12 Uhr
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Ein kompetenter und interessanter Artikel: Vielen Dank!
Die neue Welt wird schlecht weil Unternehmen glauben einem jeden Menschen bevormunden zu können.
Am besten alle Dienste abstellen... nur leider ist mindestens die google Suche zu praktisch geworden... (auch wenn sie teilweise erst nach 8 Monaten richtig funktioniert... dank filter bubble)
Das Endergebnis ist dass wir die Vielfalt um und herum nicht mehr wahrnehmen und uns nur noch im Kreis drehen - als Endstadium verblöden wir daran.
Viele Admins benutzen Google Analytics. Wenn Google nun einfach trackt, was auf den Websites passiert, so wie Admins es tun, also das Besucherverhalten, hat es eine hervorragende Bewertungsgrundlage: es kann sehen, wie lange sich Besucher auf der Website aufhalten, ob Formulare und Scripte funktionieren etc. also die Qualität der Websites messen und die Reaktionen der Leser darauf. Das läßt große, echte Rückschlüsse auf die Qualität der Website zu, und das kann Google in sein Rankung einbauen. Seiten, die nach Sekunden von den meisten Besuchern wieder verlassen werden, sind nicht relevant für die Suchbegriffe. Das kann Google über Google Analytics wissen und ein besseres Ranking anbieten.
Im übrigen gilt: nur wer inteligent sucht, findet das, was er sucht. Gegen Unkreativität hilft auch kein noch so guter Suchalgorithmus oder sonstiges System. Und die Freundeskreise sind höchstwahrscheinlich nicht durchlässig genug, um das leisten zu können, was der Artikel suggeriert.
Wir betreiben ein Portal in einer Nische, wo man denken könnte, die meisten Leute, die diesen Sport betreiben, kennen sich oder sind vernetzt. Aber die meisten Besucher bekommen wir über Google, knapp 70%.Da kann es mit den Mechanismen der Mundpropaganda nicht weit her sein. Die sich kennen, haben zuwenig Kontakt mit den anderen. Das ist bei facebook etc. nicht anders. Funktionieren tut das nur in Bewertungsportalen, und die gibt´s schon lange.
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