PseudowissenschaftenDer akademische Geist

Esoteriker unterwandern die deutschen Hochschulen. Der Unterschied zwischen Wissenschaft und Unsinn verwischt. von Bernd Kramer

Marco Bischof hat viel geforscht. Seine Publikationen umfassen Themen wie den Gralsmythos, elektronische Magie und Ufos – veröffentlicht fast ausschließlich in Esoterikpostillen. Inzwischen ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder.

Dietmar Cimbal trat als astrologischer Ernährungs- und Lebensberater in Erscheinung. Zuvor hat er mal in Tiermedizin promoviert. Die Universität Viadrina hat ihn nun zum Gastprofessor für Biokybernetik und Bioregulation berufen.

Anzeige

Harald Walach versucht, paranormale Phänomene mit einer großzügigen Auslegung der Quantenphysik zu erklären. In der Esoterikszene wird das als Durchbruch bejubelt. An der Universität Viadrina leitet Wallach seit Kurzem das Institut für transkulturelle Gesundheitswissenschaften . Dort können Ärzte, Apotheker und Therapeuten einen berufsbegleitenden Studiengang in Komplementärmedizin belegen. Abschluss: Master of Arts, Promotion zum Dr. phil. möglich. An ersten Dissertationen wird gearbeitet.

ZEIT Wissen 4/2011
ZEIT Wissen 4/2011

Dieser Text stammt aus dem aktuellen ZEIT Wissen Magazin, das am Kiosk erhältlich ist. Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen.

Was an der Viadrina passiert, erstaunt vor allem deswegen, weil die Universität bisher nicht durch esoterische Umtriebe aufgefallen ist. Ihre Geschichte reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück, schon Wilhelm und Alexander von Humboldt besuchten hier Vorlesungen. Nach der Neugründung 1991 standen prominente Persönlichkeiten an der Spitze der Hochschule, erst Gesine Schwan, die zweimal für das Bundespräsidentenamt kandidierte, jetzt Gunter Pleuger, der Deutschland früher bei den Vereinten Nationen vertrat. Er sieht die Viadrina schon auf dem Weg zu einem führenden Zentrum der Komplementärmedizin. Fachleute dagegen sind erstaunt: Der emeritierte Berliner Physik-Professor Martin Lambeck rechnet mit 75 Nobelpreisen, sollten sich die Thesen bewahrheiten, die im Umfeld des neuen Instituts vertreten werden.

Der Fall zeigt: Irrationale Lehren findet man mittlerweile selbst an unverdächtigen Institutionen. Auch in Behörden, Bildungsstätten und Unternehmen hält die Esoterik Einzug. Oft wird der Hokuspokus dabei mit Steuergeldern gefördert.

Das Land Nordrhein-Westfalen etwa bezuschusst Fortbildungen im pseudopsychologischen Familienaufstellen zu 50 Prozent aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Die Bundesagentur für Arbeit unterstützt mit Bildungsgutscheinen Erwerbslose, die sich zum Astrologen weiterbilden möchten. Ein Problem sieht die Bundesagentur darin nicht: Die Astrologie sei »sicher keine wissenschaftlich anerkannte« Disziplin, erklärt ein Sprecher, aber eine, für die es einen Arbeitsmarkt gebe. Im Klartext: In den Amtsstuben glaubt man nicht unbedingt an die Sternendeuterei, aber solange es genug andere tun, ist sie förderwürdig.

Manche Unternehmen wählen ihr Personal nach Schädelform und Sternzeichen aus. Die Gewerkschaften mischen ebenfalls mit. Ver.di beschäftigt in Hamburg eine Seminarleiterin, die »energetische Psychotherapie« praktiziert und ihren Kursteilnehmern empfiehlt, unliebsame Gefühle durch Klopfen auf bestimmte Körperpunkte zu lindern.

Am anfälligsten für die Unterwanderung durch Esoteriker sind ausgerechnet die Universitäten. Das Internetprojekt esowatch.com zählt deutschlandweit 17 Hochschulen mit pseudowissenschaftlichen Lehr- und Forschungsangeboten. Besonders deutlich zu beobachten ist der Einzug des Hokuspokus in der Medizin.

Die Komplementärmedizin an der Universität Viadrina geht zurück auf Hartmut Schröder, einen Professor für Sprachwissenschaft, der sich inzwischen mehr für medizinische Fragen interessiert – aus rein geisteswissenschaftlicher Sicht, wie Schröder betont: »Krankheit und Gesundheit werden ja kulturell sehr unterschiedlich wahrgenommen.« Es gehe um ein kulturwissenschaftliches Weiterbildungsangebot für Mediziner.

Dagegen wäre nichts einzuwenden, im Gegenteil. Man wüsste gern, warum so viele Menschen auf Therapien schwören, denen jeder Wirknachweis fehlt, und welche kulturgeschichtlichen Wurzeln der Glaube an Globuli oder Bachblütentropfen eigentlich hat. Gelehrt wird aber das Spektrum alternativer Medizin selbst samt Anwendung. Im Curriculum stehen Akupunktur und die Arbeit mit Heilsätzen und heilenden Klängen, in Körperübungen sollen sich die Studenten mit der chinesischen Lebenskraft Qi vertraut machen, Kurse in Ayurveda und anthroposophischer Medizin sind geplant. Ein Kooperationspartner der Viadrina war die Deutsche Gesellschaft für Energetische und Informationsmedizin, ein obskurer Lobbyverband von Medizinern, die lieber mit Schwingungen als mit dem Skalpell behandeln. »Dieser Studiengang hat eindeutig propagandistische Zwecke«, urteilt Martin Mahner von der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften .

Die damalige Hochschulpräsidentin Gesine Schwan stand Schröders Ansinnen aufgeschlossen gegenüber. »Die Idee, den Vorgang des Heilens in der Forschung ganzheitlich einzubetten, hat mir sehr gut gefallen«, sagt Schwan, die inzwischen die Humboldt-Viadrina School of Governance leitet. Dass sie damit dem Aberglauben die Tür zur Universität geöffnet hat, weist sie von sich: »Es ist prinzipiell seriös und richtig, komplementäre Medizin zu erforschen. Der Scharlatanerie-Vorwurf ist da kontraproduktiv.«

Und die Politik? Im Brandenburger Wissenschaftsministerium, so hört man, soll es zwar heftige Diskussionen über den Fall Viadrina gegeben haben. Am Ende hat aber auch der Ministeriumsvertreter im Stiftungsrat der Universität den Studiengang abgenickt – trotz Vetomöglichkeit.

Bislang wird der umstrittene Studiengang durch Studiengebühren und private Stifter finanziert. Einer der Geldgeber ist die Firma Heel, die homöopathische Präparate produziert. Heel gehört nicht irgendeinem Verirrten, sondern einem der reichsten Männer Deutschlands: Stefan Quandt. Natürlich steht auch die Homöopathie in Frankfurt auf dem Lehrplan. Zum Schluss sollen die Studenten 80 Mittelchen kennen und einsetzen können.

Dabei ist kaum eine Alternativmedizin so krachend gescheitert wie die Homöopathie . Patientenstudien kommen zu dem Schluss, dass diese über den Placeboeffekt hinaus völlig wirkungslos ist. Heilsam ist allenfalls das ausführliche Gespräch zwischen Arzt und Patient – aber das hat weniger mit Homöopathie zu tun als mit Psychologie.

Trotzdem drücken private Geldgeber die spekulative Lehre ins Medizincurriculum – nicht nur an der Viadrina. Die Karl-und-Veronika-Carstens-Stiftung unterstützt seit einem Jahr medizinische Fakultäten, die die Homöopathie als Wahlpflichtfach anbieten, und vermittelt Dozenten. An der Berliner Charité sponsert sie einen Stiftungslehrstuhl.

Mit Sorge beobachtet Ernst-Ludwig Winnacker, langjähriger Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft und immer noch eine der wichtigsten Stimmen der Wissenschaft, den Einzug der Esoterik in die akademische Welt. »Eine Universität muss nicht alles machen, und Homöopathie und Anthroposophie gehören eindeutig nicht zu ihren Aufgaben«, sagt er. »Hier bekommen Dinge einen wissenschaftlichen Anstrich, den sie nicht verdienen.«

Die Anthroposophen sind neben den Alternativmedizinern besonders erfolgreich darin, krude Lehren mit akademischen Weihen zu schmücken. Das bizarrste Beispiel findet sich in Kassel, wo der Niederländer Ton Baars bis zum Frühjahr eine Stiftungsprofessur für biologisch-dynamische Landwirtschaft innehatte. Finanziert haben den Lehrstuhl anthroposophisch geprägte Firmen wie der Biolebensmittel-Hersteller Alnatura und die Stiftung der Darmstädter Software AG. Biodynamiker glauben, dass die Mondphasen und im Acker verbuddelte Kuhhörner das Pflanzenwachstum beeinflussen. Eine biodynamische Ernährung soll den Menschen geistig wachsen lassen. In einem seiner Artikel versucht Agrar-Professor Baars sogar die Existenz von Elfen und Klabautermännern zu belegen.

Solche Thesen kommen aus der am besten vernetzten Esoterikfraktion Deutschlands: Die Anthroposophie ist eine Ersatzreligion des Bildungsbürgertums, ihre Anhänger gehören zur Elite des Landes. Mit der alternativen GLS Bank hat die Anthroposophie ihr eigenes Finanzinstitut. Der Gründer der Drogeriekette dm, Götz Werner, ist nicht nur häufiger Talkshowgast, sondern bekennender Anthroposoph. Konrad Schily, der Bruder des ehemaligen Innenministers Otto Schily, gründete die erste deutsche Privatuniversität Witten/Herdecke mitsamt anthroposophisch geprägter Medizinerausbildung. Die Stiftung der Software AG wiederum rettete die Hochschule 2009 vor dem Untergang.

Der größte Erfolg der Anthroposophen sind die Waldorfschulen, mehr als 200 gibt es bundesweit. »Sie werden überwiegend von nicht anthroposophischen Eltern gewählt, die sie fälschlicherweise für Schulen der Reformpädagogik halten«, sagt Heiner Ullrich, Professor für Erziehungswissenschaft an der Universität Mainz. Dabei sind viele Waldorflehrer nicht einmal Pädagogen, sondern Quereinsteiger mit Erweckungserlebnis, die auf Seminaren in Steiners Lehren geschult werden. Das esoterische Menschenbild fließt in die blumigen Wesenszeugnisse ein, die sie ihren Schülern am Ende des Schuljahres ausstellen. »Diese Beurteilungen sind weder Lernberichte noch psychologische Expertisen, sondern beruhen auf esoterischen Lehren von der Reinkarnation und den Metamorphosen des Ich«, sagt Ullrich. »Und das kann teilweise zu drastischen Verkennungen führen.« So würden Kinder mit frühen intellektuellen Interessen nach Waldorf-Lesart oft vorschnell als entwicklungsgestört etikettiert. Dass nicht das Kind gestört ist, sondern einfach das Menschenbild der Anthroposophen, ist für die Eltern auf den ersten Blick kaum erkennbar.

Genauso wie es für den Studenten schwer ist, zu erkennen, dass sich sein Professor längst der Pseudowissenschaft verschrieben hat. Oder für den Patienten, dass der Arzt ihm eine Scheintherapie anbietet. Die Esoterik tritt inzwischen mit Amt und Siegel auf.

In Kassel wollte die Universität das Treiben des Anthroposophen-Professors nach sechs Jahren eigentlich unterbinden: Die Evaluation habe gezeigt, so Hochschulpräsident Rolf-Dieter Postlep, dass die biologisch-dynamische Landwirtschaft nur begrenzt mit universitären Forschungsstandards zu vereinbaren sei. Vernichtender kann ein Urteil kaum ausfallen. Bloß hatten in der Zwischenzeit viele Studenten Gefallen an der Zauberlehre gefunden und zu Protestzügen aufgerufen. Die Universität scheute den Konflikt, man einigte sich: Die biologisch-dynamische Landwirtschaft soll künftig mit einem wissenschaftlichen Mitarbeiter in Forschung und Lehre vertreten bleiben – finanziert aus Mitteln der Hochschule.

Der Artikel ist Teil eines Dossiers zum Thema Esoterik. Weitere Artikel dazu lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des ZEIT Wissen Magazins

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • LeMans
    • 31. Mai 2011 14:53 Uhr
    41. @gee81

    Haben Sie statt Beschimpfungen auch ein paar Argumente?

    Sie beschweren sich, daß man der Esotherik nicht gebührend Beachtung schenkt, Sie haben aber keinerlei Argumente, warum wir stattdessen der alten Medizin vertrauen sollen.

    Zitat
    " Wenn sie denken unsere Schuldmedizin sei besser, in der einfach alles mit Giften oder Strahlung abgetötet oder einfach aus dem Körper geschnippelt wird ohne überhaupt zu verstehen wie das System Mensch funktioniert"

    Ooch bitte, informieren Sie sich doch mal....

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Humbug ?"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • gee81
    • 31. Mai 2011 15:44 Uhr

    Falsch, ich beschwere mich, das der Autor alles in einen Topf wirft. Ufos, Walddorschulen.. haben mit Ayurveda soviel gemeinsam wie der Fuchs mit nem Glas Nutella.

    Mich informieren? Ich sag nur Schweinegrippe. Die Menschen werden von der Pharma-,Ärtzte,-und Krankenhauslobby systematsich verarscht und abgezockt, vor allem in den USA und in Deutschland.

    Ich gehe seit 15 Jahren nicht mehr zum Arzt und welch ein Zufall, ich bin seit 15 Jahren absolut kerngesund. Wie ? In dem ich auf meinen Körper höre, mich viel Bewege und Gesund ernähre. Ich esse auch gerne mal Fleisch oder Trinke was oder rauche sogar ab und an, alles kein Problem solange man nicht übertreibt. Was einen Krank macht? Schlechte Arbeit, schlechte Nahrung, wenig Bewegung, zuviel Drogen (dazu zähle ich auch KAffe,Nikotin,Alk,Zucker,Medikamente,Fernsehen...)
    Wenn man auf seinen Körper hört, weiss man genau was zu tun ist. Seien sie einfach wie ein Kind. Die sind gerne draussen und bewegen sich viel, sind neugierig und wissbegierig, und Kaffe und Alkohol schmecken ihnen nicht, logisch, weil unser Körper uns davor warnt vor dem was uns nicht gut tut. Seien sie wie ein Kind und sie werden 100+ jahre alt und das ganz ohne Pillenfuscher und Scharlatane in weiss, und völlig kostenlos.

  1. "Hokuspokus", "Pseudowissenschaft" usw. usw.
    Das (natur-)wissenschaftliche Paradigma hat sich vielfältig und folgenschwer in den letzten Jahrhunderten durchgesetzt. Es hat viele Vor- (Aufklärung, Demokratie, Logisches Weltbild ... u.v.m) und einige Nachteile (Umweltzerstörung, Materialismus, weit verbreiteter intellektueller Hochmut) für unsere Lebenskontexte mit sich gebracht.
    Wir sollten die Kirche im Dorf lassen und beide Seiten sehen.
    Dann ist die "Esoterik", d.h. die Vermutung nicht bewiesener oder sogar nicht beweisbarer verborgener Wirkzusammenhänge nichts Verdammenswertes. Jede (natur-) wissenschaftliche Theorie fängt so klein, nämlich mit unbewiesenen Vermutungen an - allerdings mit dem Ziel der Falsifikation (Popper) - und so bleibt sie und der sie vertretende Protagonist intellektuell ehrlich.
    Solange ein Esoteriker diese Ehrlichkeit in sich und in Bezug auf seine Idee(n) behält - ist nichts gegen seine Vermutungen einzuwenden.
    "Es ist nicht beweisbar!" sagt noch nicht, dass nichts wirkt. Und wo Wirkungen individualisiert auftreten (wie z.B. in der Homöopathie) , d.h. nicht unter allen Umständen objektivierbar, sind die Einzelbeobachtungen im Prinzip immer noch aussagekräftig, sie weisen dann eben nicht auf eine einfache Gesetzmäßigkeit hin, sondern möglicherweise auf komplexere Zusammenhänge, die mit bestimmten Eigenschaften von Individuen oder tatsächlich verborgenen Parametern zu tun haben.

    7 Leserempfehlungen
  2. Ja, und nur wegen der Wissenschaft laufen wir heute nicht mehr als keulenschwingende Neandertaler herum, sondern sind fähig, physikalische Gesetze zu verstehen und Krankheiten zu bekämpfen um nur 2 Beispiele zu nennen. Ohne die Errungenschaften der Wissenschaft sähe Ihr heutiges Leben ganz anders aus.
    Und die Atombombe wurde im Übrigen nicht von "DER Wissenschaft" erfunden, sondern von Menschen, die ihr Wissen in denkbar schlimmster Weise ausnutzen. Wem gilt dabei denn bitte die Empörung?

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Ja, und nur wegen der Wissenschaft laufen wir heute nicht mehr als keulenschwingende Neandertaler herum..."

    Sie wollen damit hoffentlich nicht sagen, dass Völker, die keine Naturwissenschaft im Sinne der nordhemisphärischen Zivilisationen entwickelt haben, im Grunde nur Neandertaler sind, oder??

    Das wäre sonst ein passendes Beispiel für "verbreiteter intellektueller Hochmut" einen Beitrag über Ihnen.

    Es mutet schon seltsam an, wenn Leute für die Wissenschaft plädieren und alles andere als Mumpiz abtun, die selber nicht mal wissen, daß wir nicht Nachfahren des Neandertalers sondern des Cro-Magnon-Menschen sind.

    Das ist die akademische Elite heutzutage.

    Gekürzt. Bitte achten Sie auf einen höflichen Umgangston. Danke. Die Redaktion/sh

  3. Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen. Danke, die Redaktion/se.

    6 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Quantenmechanik..."
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Der Kommentar auf den Sie sich beziehen, wurde bereits entfernt. Danke, die Redaktion/se.

  4. leider allzu oft bespöttelt, vor allem da sie, vielfach in falsche, unqualifizierte Hände geraten, zu einer Art von billiger Spökenkiekerei verkommen ist und halbseidenen, pseudo-geistigen Lehrern/Gurus dazu dient(e) den intellektuell etwas unbedarfteren Zeitgenossen die Kohle aus der Tasche zu ziehen.

    Tatsächlich ist Esoterik nichts anderes als die innere (geheim gehaltene, nur dem inneren Zirkel zugängliche) Lehre eines Lehrgebäudes, der eben nicht Krethi & Plethi zugängliche Teil, da der deren geistiger Horizont und Fassungsvermögen auch schlicht überfordert würde.

    Diese Inhalte gab es jedoch lange bevor, mit Aristoteles, überhaupt erste Schritte in einen Bereich des Erklärens eingeschlagen wurden, die wir heute unter 'Naturwissenschaft' subsumieren.

    Vieles von dem was wir uns heute nicht erklären können und was wie Magie wirken mag, ist nichts anderes als etwas, dass mit Wissenschaft und Technik von Morgen, Gang und Gäbe sein könnte.
    Man bedenke, dass dereinst auch die Erde eine Scheibe war und sich das gesamte All um sie drehte; Ihr Zeit geistig weit voraus geeilte Gelehrte, bezahlten andersartige Aussagen zuweilen auch gerne mit dem Leben!

    Leider ist tieferes, altes Wissen um unsere Welt in der Neuzeit ins Hintertreffen geraten, auch wenn sich in den letzten Jahren vieles davon auch wissenschaftlich bestätigt hat.

    Es gibt halt immer noch allzu viele Verblendete, deren rein materialistische Sicht nur gerade mal bis an den eigenen intellektuellen Tellerrand reicht ;)

    3 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • LeMans
    • 31. Mai 2011 15:15 Uhr

    Zitat
    "Tatsächlich ist Esoterik nichts anderes als die innere (geheim gehaltene, nur dem inneren Zirkel zugängliche) Lehre eines Lehrgebäudes, der eben nicht Krethi & Plethi zugängliche Teil, da der deren geistiger Horizont und Fassungsvermögen auch schlicht überfordert würde."

    Ah so, wer nicht an Esoterik glaubt, ist nur zu doof dazu?

    Warum will denn die z.B. die Homöopathie partout gar nicht als
    medizinische Maßnahme anerkannt werden?
    Weil sie sonst für ihre Medikamente und Heilmethoden Wirkungsnachweise erbringen müßte, und das kann sie nicht.

    Weil sonst der Heilpraktiker für seine Therapie auch haften müßte.
    Weil sonst der Patient die Chance hätte, den Heilpraktiker bei einer Fehlbehandlung auf Schadenersatz zu verklagen.
    Weil sonst der Patient die Chance hätte, bei einem wirkungslosen Medikament das Geld zurückzufordern.

    So bleibt man lieber in der Grauzone zwischen Esoterik und Wellness.
    Und da gehört sie auch hin.

    "Leider ist tieferes, altes Wissen um unsere Welt in der Neuzeit ins Hintertreffen geraten, auch wenn sich in den letzten Jahren vieles davon auch wissenschaftlich bestätigt hat."

    Und welches tiefe alte Wissen meinen Sie damit? Und mit welchen Quellen können Sie die angebliche wissenschaftliche Bestätigung belegen? Oder müssen Sie das geheim halten um mein geistiges Fassungsvermögen nicht zu überfordern?

    Oder fürchten Sie, Ihre, unserer Zeit voraus eilenden Erkenntnisse einst mit dem Leben bezahlen zu müssen?

    Ich bin sehr neugierig, immer bestrebt meinen evidenzbasierten rationalen, (oder soll ich sagen materialistischen?) Horizont über meinen Tellerrand hinaus zu erweitern.

    Aber etwas glauben, nur weil jemand eine unüberprüfbare Behauptung aufstellt?
    Nein, dazu bin ich doch zu verblendet, sorry

  5. Die hat mit dem Ausgangsposting gar nichts zu tun.

    Gekürzt. Bitte bemühen Sie sich um einen respektvollen Tonfall. Danke. Die Redaktion/ag

  6. "Ja, und nur wegen der Wissenschaft laufen wir heute nicht mehr als keulenschwingende Neandertaler herum..."

    Sie wollen damit hoffentlich nicht sagen, dass Völker, die keine Naturwissenschaft im Sinne der nordhemisphärischen Zivilisationen entwickelt haben, im Grunde nur Neandertaler sind, oder??

    Das wäre sonst ein passendes Beispiel für "verbreiteter intellektueller Hochmut" einen Beitrag über Ihnen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    das wollte ich nicht. Ich bin überzeugt davon, dass auch Völker im amerikanischen Urwald ihre eigenen "Wissenschaften" haben, nur dass sie mit unseren nicht vergleichbar sind (was nicht negativ gemeint ist). Der evolutionäre Fortschritt ist denke ich auch bei diesen Völkern deutlich erkennbar.

  7. und Zentralheizungen, Blinddarmoperationen, fliessendes Trinkwasser, Penicillin, Telekommunikation, wasserfestes steriles Wundpflaster, lysergsäurefreises Brot und und und.

    Das die Wissenschaft auch ziemlich dumme gefährliche Dinge hervorbringt, wie die die Sie aufgezählt haben ändert aber nix an der Tatsache, daß die Esoterik sich lediglich in einem dieser beiden Felder betätigt. Welches das ist können sie sich selber ausrechnen oder aber durch eine tiefen Blick in den Kaffeesatz herausfinden.

    Der Missbrauch wissenschaftlicher Erkenntnisse zu kriegerischen und profitorientierten Zwecken ist nicht primär das Problem der Wissenschaft, sondern der Gesellschaft der die Wissenschaft das Wissen zur Verfügung stellt.

    Es ist wie mit dem Brotmesser: Man kann damit Brot durchschneiden, oder jemandes Gurgel. Mit einem losen Faden hingegen kann man weder das eine noch das andere.

    Deswegen hat die Esoterik keinerlei Legitimität, der "Wissenschafts-Mumpitz" aber schon.

    rationale Gruße,

    der Saque

    3 Leserempfehlungen

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Artikel Auf mehreren Seiten lesen
  • Schlagworte Gesine Schwan | Gunter Pleuger | Homöopathie | Studiengang | Kassel
Service