VerbraucherschutzWas sollen wir essen?

Essen ist Genuss – wirft aber auch viele Fragen auf: Wie gesund sind unsere Lebensmittel? Wie natürlich? Ein Besuch der Orte, an denen unsere wichtigsten Nahrungsmittel entstehen.

Sprossen, die eigentlich als gesund gelten: plötzlich lebensbedrohliche Ware . Eier, Zutaten in diversen Lebensmitteln: mit Salmonellen verseucht; Fleisch, eines der Grundnahrungsmittel vieler Menschen: gammelig, ungenießbar.

Die immer wiederkehrenden Lebensmittelskandale zeigen eines deutlich: Unser Essen, das, was wir täglich auf dem Teller haben, ist das Produkt einer industrialisierten Herstellungskette, in der nichts schiefgehen darf, nicht einmal Kleinigkeiten, sonst wird es schnell eklig – und manchmal gefährlich. Mal wird einfach nicht genau hingeschaut, mal mutwillig gepanscht, weil – da darf man sich nichts vormachen – die Produktion von Lebensmitteln ein ganz normales Geschäft ist. Mal passieren auch einfach Fehler, aus Unachtsamkeit oder deshalb, weil die Herstellungskette nicht gut durchdacht und anfällig ist. Deswegen muss bei der Produktion ein Rädchen ins andere greifen, müssen Fehlerquellen in jedem Stadium ausgeschaltet werden.

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ZEIT Wissen 5/2011
Dieser Text stammt aus dem aktuellen ZEIT Wissen Magazin, das am Kiosk erhältlich ist. Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen.

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In der neuen Serie im ZEIT Wissen-Magazin, die mit dieser Ausgabe beginnt, wollten wir es genau wissen und haben bei der Produktion der wichtigen Grundnahrungsmittel Milch, Getreide und Zucker hinter die Kulissen geschaut: Wie werden sie hergestellt? Wie viel Natur steckt noch in verarbeiteten Lebensmitteln? Wie gesund sind die Zutaten und die Produkte, die aus ihnen gemacht werden?

In diesem ersten Serienteil geht es um die Milch. Sie steht wie kaum ein anderes Lebensmittel für Frische, Reinheit und Gesundheit. Fast jeder kennt den Slogan, den die Milchindustrie schon in den fünfziger Jahren verkündete: »Milch macht müde Männer munter«. Und er hat offenbar gewirkt: Etwa 90 Liter Milch, Joghurt, Sauermilch- und Milchmischgetränke isst und trinkt jeder Deutsche im Jahr, dazu mehr als 20 Kilogramm Käse und sechs Kilogramm Butter. Aber stimmt das Gesundheitsversprechen der Industrie überhaupt? Und ist Milch wirklich ein Naturprodukt, wie es viele glauben?

Klar ist: Bis die Rohmilch aus dem Euter der Kuh schließlich als Kräuterquark im Kühlregal landet, durchläuft sie einen hoch technisierten und äußerst komplexen Prozess. Futter, Haltung und Gesundheit der Kühe sowie die Hygiene beim Melken und die Verarbeitung in der Molkerei beeinflussen den Geschmack der Milch – und entscheiden über ihre Sicherheit und Qualität.

Die Milchstraße führt durch sattgrüne Wiesen. Sie ist gerade breit genug für einen Lkw und einige Tausend Liter Milch. Ihr Name ist Programm: Jeden zweiten Tag fährt der Milchsammelwagen mit den glänzenden Edelstahltanks entlang der Birken und Buchen zum Hof der Familie Haak. Er rollt an zwei Wohnhäusern vorbei und an dem Stall mit dunkler Holzfassade. Es ist 13.30 Uhr, wie immer, wenn der Milchwagen kommt. Die Haaks haben auf ihrem Hof alles auf einen reibungslosen Ablauf ausgerichtet, jeder Arbeitsschritt ist genau geplant. »Das müssen wir machen«, sagt Reinhard Haak, ein Mann mit roten Wangen und festem Händedruck, »aus ökonomischen Gründen und weil wir bei Kontrollen alles belegen müssen. Wir sind gläsern – von vorne bis hinten.«

Gemeinsam mit seinem Sohn Christian führt er den Hof in Bützflethermoor bei Stade in Niedersachsen. Seit vielen Generationen sind die Haaks Milchbauern. 200 Milchkühe leben bei ihnen, 200 von 4,2 Millionen in ganz Deutschland. Etwa 93.500 Landwirte produzieren hierzulande jährlich rund 30 Milliarden Liter Milch.

Bei den Haaks wird die Milch jeden zweiten Tag von der Flotte des größten deutschen Molkereiunternehmens abgeholt, des Deutschen Milchkontors, zu dem zum Beispiel die Marke Milram gehört. Heute fährt Patrick Behrmann den Lkw. Er schließt einen blauen Schlauch an den silbernen Milchtank an und startet mit einem Knopfdruck das Abpumpen. 9.800 Liter Milch produzieren die Kühe in zwei Tagen, damit könnte man etwa 70 Badewannen füllen. Wenn die Milch in den Tank des Lkw fließt, hat das Navigationsgerät dessen Standort schon an die Zentrale des Deutschen Milchkontors in Bremen weitergeleitet. Dort speichert das System, wann Behrmann wie viel Milch bei den Haaks abholt.

Leserkommentare
  1. wie schaffen wir es, so zu produzieren, dass wir alle genug vernünftiges Essen essen können, ist die andere Seite.
    Nachdem die "Experten" noch nicht einmal einig sind, was nun wie vernünftig für uns ist, fehlt jeder Antwort schon ein Teil der Grundlage. Der Rest wird mit den üblichen Befürchtungen anderer "Experten" garniert und zum Schluß steht der Vebraucher (nach jeder Menge Input) doch nur so klug als wie zuvor da und hat nicht viel mehr als diffuses Unbehagen, aber immer noch keine Antwort.

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    das ALLE vernünftig essen können?
    Bitte den Film "taste the waste" im Kino ansehen u/o das Buch lesen!
    www.tastethewaste.com
    www.kino-zeit.de/filme/tr...
    www.zdf.de/.../video/.../......
    usw.

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  2. Durch und durch speziesistisch. Die Kühe werden künstlich befruchtet, man nimmt ihnen die Kinder weg (die Kühe rufen danach, wie grausam kann Mensch sein?!), die Kinder werden zu Teilen getötet und als Kalbsfleisch verkauft (sic). Davon spricht der Artikel nicht und doch ist es elementar, denn ansonsten bliebe kaum etwas übrig, das der Mensch konsumieren könnte. Von Sklaverei und der Tatsache, dass die meisten Kühe abgeschlachtet werden, wenn sie nicht mehr genügend Milch liefern, spreche ich mal garnicht erst.

    Kühe sind Lebewesen genau wie wir, keine Maschinen. Schnallt das doch endlich!

    5 Leserempfehlungen
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    • Derika
    • 04.10.2011 um 12:49 Uhr

    Lebewesen sind Pflanzen auch.

    Ist die Frage, ob Sie dann einfach verhungern wollen?

    • Derika
    • 04.10.2011 um 12:49 Uhr

    Lebewesen sind Pflanzen auch.

    Ist die Frage, ob Sie dann einfach verhungern wollen?

  3. das ALLE vernünftig essen können?
    Bitte den Film "taste the waste" im Kino ansehen u/o das Buch lesen!
    www.tastethewaste.com
    www.kino-zeit.de/filme/tr...
    www.zdf.de/.../video/.../......
    usw.

    2 Leserempfehlungen
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    dass es so einfach ist.
    Das freut mich ungemein.

    dass es so einfach ist.
    Das freut mich ungemein.

  4. 2 Leserempfehlungen
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    • this.
    • 04.10.2011 um 13:27 Uhr

    Kaum taucht irgendwo das Wort "Milch" auf, kommen die esoterischen Milchgegner aus ihren Höhlen gekrochen :D

    http://esowatch.com/ge/in...

    aber warum sollen die, die Milch verdauen können darauf verzichten?

    • this.
    • 04.10.2011 um 13:27 Uhr

    Kaum taucht irgendwo das Wort "Milch" auf, kommen die esoterischen Milchgegner aus ihren Höhlen gekrochen :D

    http://esowatch.com/ge/in...

    aber warum sollen die, die Milch verdauen können darauf verzichten?

    • eluutz
    • 04.10.2011 um 11:34 Uhr

    Der Teil bleibt für mich unklar. Soweit ich das hier lesen durfte gibt es eine einzige Studie (der Universität Neapel), in der bei Ziegen in der Milch (und entsprechend im Magen der Kälber) Spuren von genetisch verändertem Material gefunden wurde.

    Gibt es keine Untersuchungen über Gen-Spuren von Nahrungsmitteln in Kuhmilch (das müssen ja nicht einmal Spuren von genetisch veränderten Pflanzen sein)?

    Aufgrund der hier dargestellten Faktenlage ist die Bewertung des BfR jedenfall ausreichend und die Darstellungen von BUND und Greenpeace unsachlich.

    Ich denke daher, dass hier genauer geschaut werden muss, es sollte doch nicht grundsätzlich schwierig sein, bei Milchproben eventuelle DNS-Rückstände von Futterpflanzen zu finden (falls vorhanden).

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    • JCO
    • 04.10.2011 um 12:33 Uhr

    Vielleicht koennte vielleicht mal jemand erklaeren, was BUND, Greenpeace, etc. eigentlich befuerchten. Ich bin nicht unbedingt ein Befuerworter gentechnisch veraenderter Lebensmittel, aber die Diskussion im Artikel verstehe ich nun gar nicht. DNA ist einfach eine Ansammlung von Nucleobasen an einem Geruest. In der Sequenz der Basen ist die genetische Information kodiert. Wenn nun gentechnisch die Sequenz veraendert wird, besteht die DNA trotzdem aus den selben chemischen Bausteinen. Was soll das denn im Magen ausloesen? Wenn man davor Angst hat, dass die DNA igendwie mit der eigenen Genen wechselwirkt, sollte man besser ueberhaupt keine DNA enthaltenden Lebensmittel zu sich nehmen (viel Glueck...). Trotz lang andauernder Versuche, ist durch Huehnerfleisch bisher niemand zum Huhn mutiert, obwohl darin grosse Mengen von Huehner-DNA enthalten ist...

    Ich haette ja Verstaendis, wenn man argumentiert, dass gewisse Eiweisse, die in gentechnisch veraendertem Futter (und nur da) enthalten sein koennten, spaeter in der Milch auch enthalten sein koennten und z.B. Problem mit Allergien erzeugen koennten. Aber so wie der Artikel geschrieben ist, zeigt das IMHO nur das voellige Unverstaendnis der Autoren. Kein guter Ausgangpunkt fuer eine objektive Diskussion...

    • Derika
    • 04.10.2011 um 12:53 Uhr

    Nennt man Evolution. Das vorzuwerfen ist also erstmal genauso seltsam, wie Wasser vorzuwerfen, das es nass ist.

    Ohne genauere Erklärung ist das eine ziemlich wertlose Aussage dieser Leute, die ja nunmal von sich aus auch nicht glaubwürdiger sind, als die Gegenseite, weil sie nunmal zuallererst ihre Interessen vertreten und eben entsprechend gern übertreiben, bis lügen, leider.

    • JCO
    • 04.10.2011 um 12:33 Uhr

    Vielleicht koennte vielleicht mal jemand erklaeren, was BUND, Greenpeace, etc. eigentlich befuerchten. Ich bin nicht unbedingt ein Befuerworter gentechnisch veraenderter Lebensmittel, aber die Diskussion im Artikel verstehe ich nun gar nicht. DNA ist einfach eine Ansammlung von Nucleobasen an einem Geruest. In der Sequenz der Basen ist die genetische Information kodiert. Wenn nun gentechnisch die Sequenz veraendert wird, besteht die DNA trotzdem aus den selben chemischen Bausteinen. Was soll das denn im Magen ausloesen? Wenn man davor Angst hat, dass die DNA igendwie mit der eigenen Genen wechselwirkt, sollte man besser ueberhaupt keine DNA enthaltenden Lebensmittel zu sich nehmen (viel Glueck...). Trotz lang andauernder Versuche, ist durch Huehnerfleisch bisher niemand zum Huhn mutiert, obwohl darin grosse Mengen von Huehner-DNA enthalten ist...

    Ich haette ja Verstaendis, wenn man argumentiert, dass gewisse Eiweisse, die in gentechnisch veraendertem Futter (und nur da) enthalten sein koennten, spaeter in der Milch auch enthalten sein koennten und z.B. Problem mit Allergien erzeugen koennten. Aber so wie der Artikel geschrieben ist, zeigt das IMHO nur das voellige Unverstaendnis der Autoren. Kein guter Ausgangpunkt fuer eine objektive Diskussion...

    • Derika
    • 04.10.2011 um 12:53 Uhr

    Nennt man Evolution. Das vorzuwerfen ist also erstmal genauso seltsam, wie Wasser vorzuwerfen, das es nass ist.

    Ohne genauere Erklärung ist das eine ziemlich wertlose Aussage dieser Leute, die ja nunmal von sich aus auch nicht glaubwürdiger sind, als die Gegenseite, weil sie nunmal zuallererst ihre Interessen vertreten und eben entsprechend gern übertreiben, bis lügen, leider.

    • eeee
    • 04.10.2011 um 11:45 Uhr

    von Kühen mit Hörnern und Vornamen.

  5. 7. Schön

    dass es so einfach ist.
    Das freut mich ungemein.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "wie wir es schaffen?"
    • JCO
    • 04.10.2011 um 12:33 Uhr

    Vielleicht koennte vielleicht mal jemand erklaeren, was BUND, Greenpeace, etc. eigentlich befuerchten. Ich bin nicht unbedingt ein Befuerworter gentechnisch veraenderter Lebensmittel, aber die Diskussion im Artikel verstehe ich nun gar nicht. DNA ist einfach eine Ansammlung von Nucleobasen an einem Geruest. In der Sequenz der Basen ist die genetische Information kodiert. Wenn nun gentechnisch die Sequenz veraendert wird, besteht die DNA trotzdem aus den selben chemischen Bausteinen. Was soll das denn im Magen ausloesen? Wenn man davor Angst hat, dass die DNA igendwie mit der eigenen Genen wechselwirkt, sollte man besser ueberhaupt keine DNA enthaltenden Lebensmittel zu sich nehmen (viel Glueck...). Trotz lang andauernder Versuche, ist durch Huehnerfleisch bisher niemand zum Huhn mutiert, obwohl darin grosse Mengen von Huehner-DNA enthalten ist...

    Ich haette ja Verstaendis, wenn man argumentiert, dass gewisse Eiweisse, die in gentechnisch veraendertem Futter (und nur da) enthalten sein koennten, spaeter in der Milch auch enthalten sein koennten und z.B. Problem mit Allergien erzeugen koennten. Aber so wie der Artikel geschrieben ist, zeigt das IMHO nur das voellige Unverstaendnis der Autoren. Kein guter Ausgangpunkt fuer eine objektive Diskussion...

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