Auf dem Laufenden Wie viel Sport ist gesund?

Besser wenig bewegen als gar nicht, heißt es immer wieder. Aber nutzen ein paar Minuten tägliche Aktivität wirklich der Gesundheit?

Erst kürzlich berichteten Wissenschaftler, dass 15 Minuten körperlicher Aktivität pro Tag die Sterblichkeit um 14 Prozent senken. Ähnliche Befunde lassen sich unter dem Motto: »Lieber wenig Sport als gar kein Sport« zusammenfassen, selbst einer aktiveren Lebensgestaltung – Treppe statt Lift – wird gesundheitsförderliches Potenzial zugeschrieben.

Prof. Dr. med. Tim Meyer
Prof. Dr. med. Tim Meyer

ist Ärztlicher Direktor des Instituts für Sport- und Präventivmedizin der Universität des Saarlandes und Mannschaftsarzt der Fußballnationalmannschaft.

Die Aussagekraft derartiger Beobachtungsstudien ist aber begrenzt, weil aus methodischen Gründen immer Personen mit unterschiedlichem Aktivitätsverhalten in Gruppen zusammengefasst werden müssen. Dadurch kann beispielsweise ein günstiger Effekt von 15 Minuten Jogging pro Woche bei dem einen Probanden eine ausbleibende Wirkung von 15 Minuten Krafttraining bei dem anderen mehr als ausgleichen (oder umgekehrt) und so das Ergebnis der Studie verzerren. Damit ist also noch immer nicht klar, wie Sport optimal gestaltet werden muss, damit er präventiv wirkt.

Unberücksichtigt bleiben individuelle Voraussetzungen und Vorlieben. Zudem besteht die Gefahr, dass solche Studienergebnisse zum Ausruhen verführen, wenn man sie zu wörtlich nimmt. Denn das Mindestmaß an körperlicher Aktivität darf man nicht verwechseln mit dem, was wünschenswert ist. Eigentlich sollten die Menschen eher noch mehr sportlich aktiv sein. So perfekt ist es mit 15 Minuten täglich eben doch nicht.

 
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