Patrick Blanc ist ein großer Dschungelfan. Schon früh reiste er in den malaysischen Regenwald und brachte in den siebziger Jahren das grüne Durcheinander in die Städte Europas. Genauer: an die Wände. Blanc ist der Erfinder des vertikalen Gartens. Mittlerweile haben viele Anbieter seine Idee übernommen und weiterentwickelt. Sie schmücken Banken genauso mit Natur wie Kaufhäuser oder Privatwohnungen wie die von Julia Ware.

Es ist ein Architekturtrend – aber auch ein Beitrag zur Gesundheitsförderung. Denn: Grün tut gut, ob drinnen oder draußen. Fritz Neuhauser, Ober- arzt am Geriatriezentrum in Wien, nutzt den Effekt seit zehn Jahren zu medizinischen Zwecken. Viele Alzheimerpatienten seien dadurch ruhiger geworden, nicht mehr so ängstlich, hätten weniger Schmerzen, mehr Appetit und könnten sich besser orientieren, sagt er. Bei Patienten, die an Suchtkrankheiten, Depressionen und Burn-out-Syndrom leiden, hat er ebenfalls Verbesserungen feststellen können.

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Die wohltuende Wirkung der Natur ist den Menschen schon lange bewusst, sagt der Marburger Natursoziologe Rainer Brämer: »Wir haben eine jahrtausendealte Tradition der Rekreation im Grünen. Die Römer haben sich schon herrliche Gärten angelegt, und in den mittelalterlichen Städten lebten die Klostergärten davon, dass dort Ruhe herrschte und Erholung möglich war.«

Aus dieser Tradition stammen auch die Krankenhausgärten, die selbst dann heilungsfördernd wirken, wenn die Patienten sie nur durchs Fenster sehen können. Das zeigte der amerikanische Forscher Roger Ulrich. »Schon Naturbilder haben einen positiven Effekt – im Gegensatz zu abstrakter Kunst, die die Aggressivität erhöht«, erklärt Brämer und bezieht sich damit auf eine Studie von Ulrich.