Auf dem Laufenden Tödliche Bewegung?
Wenn Menschen beim Sport sterben, werden Doping und Überlastung verantwortlich gemacht. Doch die Ursachen sind meist andere.
»Fußballspieler auf dem Platz zusammengebrochen und nicht wieder aufgewacht« oder »Todesfalle beim Marathon« lauten Schlagzeilen, die uns aufschrecken.
Schnell werden solche Fälle mit Doping oder Überlastung in Zusammenhang gebracht. Doch fast immer handelt es sich dabei um plötzlich auftretendes Kammerflimmern, eine bösartige Herzrhythmusstörung. Angeborene Erkrankungen mit einer übermäßigen Verdickung des Herzmuskels oder Erweiterungen der Herzkammern sind neben geografischen (also genetischen) Unterschieden die häufigsten Ursachen davon.

ist Ärztlicher Direktor des Instituts für Sport- und Präventivmedizin der Universität des Saarlandes und Mannschaftsarzt der Fußballnationalmannschaft.
Dazu kommen seltenere Krankheiten mit angeborenen Defekten der elektrischen Leitung im Herz sowie, mit zunehmendem Alter verstärkt, die koronare Herzkrankheit. Auch eine Herzmuskelentzündung durch Erreger kann verantwortlich sein. All diese Herzkrankheiten sind bei Leistungssportlern nicht häufiger als in der Durchschnittsbevölkerung und werden nicht durch Doping hervorgerufen.
Doping kann zwar die Erkrankungen verschlimmern, dokumentierte eindeutige Fälle sind aber extrem selten. Doping gefährdet sicher die Gesundheit, Todesfälle beim Sport sind dennoch fast ausschließlich auf andere Ursachen zurückzuführen. Auch eine Überlastung ist nicht verantwortlich, denn: Sportliche Anstrengung kann ein gesundes Herz nicht zum Stillstand bringen.
- Datum 09.12.2011 - 12:56 Uhr
- Serie Auf dem Laufenden
- Quelle ZEIT Wissen
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