Auf dem LaufendenGefahr im Blut

Eine Erkältung hindert einen selten daran, laufen zu gehen. Aber ist es wirklich ratsam, mit einer akuten Infektion Sport zu treiben?

Die Nase läuft, der Hals kratzt – und der Trainingsgefährte möchte einen zum Joggen mitnehmen. Aber darf man überhaupt Sport treiben, wenn man an einer akuten Infektion leidet?

Die Antwort ist eindeutig: Solange Erreger, egal ob Viren, Bakterien oder andere, im Körper zirkulieren, ist dies nicht ratsam. Warnsignale sind Fieber, ein »grippales« Krankheitsgefühl, Lymphknotenschwellungen und ein deutlich erhöhter Ruhepuls. Werden sie nicht beachtet, droht der Befall von Organen, schlimmstenfalls eine Entzündung des Herzmuskels, eine Myokarditis.

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Prof. Dr. med. Tim Meyer
Prof. Dr. med. Tim Meyer

ist Ärztlicher Direktor des Instituts für Sport- und Präventivmedizin der Universität des Saarlandes und Mannschaftsarzt der Fußballnationalmannschaft.

Vermutet der Arzt aufgrund der Symptome, dass Bakterien für die Infektion verantwortlich sind, kann er Antibiotika verordnen. Nicht selten fühlt sich der Patient dann rasch wieder gesund, muss aber die Medikamente noch weiternehmen. Gelegentlich gibt es sogar Gründe für eine vorbeugende Gabe, etwa bei schwerer Grippe oder lokalen Infektionen der Haut.

Ein Sportverbot wegen der Antibiotikaeinnahme ist aus sportmedizinischer Sicht aber nicht vertretbar. Manchmal ist Sporttreiben sogar nur wegen der Anwendung von Antibiotika zu rechtfertigen. Es ist also nie das Medikament, das gegen Sport spricht, sondern immer nur eine noch aktive Infektion. Antibiotika mögen Nebenwirkungen haben; der Verlust der Sporttauglichkeit gehört nicht dazu.

 
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