KalifornienKiffen gegen die Schmerzen
Seite 2/4:

Uni-Gründer Lee kennt die medizinischen Vorzüge aus eigener Erfahrung

Die Studenten erfahren in den Vorlesungen und Seminaren alles über THC und CBD. Das sind die magischen Buchstaben. Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) ist der eine Wirkstoff im Cannabis, Cannabidiol (CBD) der andere. THC wirkt stark psychoaktiv, CBD dagegen, das Cannabidiol, hat kaum einen Einfluss auf die Psyche. Hinzu kommen etwa 600 weitere Inhaltsstoffe, deren Zusammenspiel bis heute noch nicht wirklich erforscht ist. Bekannt dagegen sind die umfassend schmerzlindernden, entzündungshemmenden und nervenschützenden Kräfte von THC und CBD.

Vor allem das Cannabidiol rückt immer stärker in den Fokus der Forscher, sowohl in der Krebsforschung, etwa bei der Behandlung von Hirntumoren oder Brustkrebs, als auch in der Kardiologie. Eine Studie des amerikanischen staatlichen National Institute of Health (NIH) hat gezeigt, dass CBD bei der diabetischen Kardiomyopathie – einer Herzkrankheit, die in Verbindung mit der Zuckerkrankheit auftritt und Tausende Menschen auch in Deutschland betrifft – ein »großes Behandlungspotenzial besitzt, indem es oxidativen Stress reduziert«. Belegt ist auch, dass Cannabis bei der multiplen Sklerose Schmerzen und Spasmen nimmt; dass es bei Aids die Schluckbeschwerden und die Appetitlosigkeit lindert; dass es bei Depressionen die Stimmung aufhellt oder beim Glaukom den Augeninnendruck verringert. Für 30 weitere Krankheiten, darunter Parkinson, Schlaganfall oder Anämie, ist dokumentiert, dass Cannabis zumindest die Symptome bessert.

Uni-Gründer Lee kennt die medizinischen Vorzüge aus eigener Erfahrung. Seit einem Arbeitsunfall Mitte der achtziger Jahre sitzt er im Rollstuhl, er raucht Cannabis gegen den Phantomschmerz in den Beinen. Seine Rolle in der Diskussion um die Freigabe von Marihuana spielt er allerdings herunter: »Ich bin nur ein kleiner Krieger in einem großen Krieg. Aber mittlerweile haben wir eine große Armee.«

Das Harborside Health Center ist ein wichtiger Stützpunkt dieser Armee. Die Marihuana-Apotheke versucht, bei den Politikern nicht aufzufallen und in aller Ruhe ihren Geschäften nachzugehen. Drei Sicherheitsschleusen nach der Verkaufshalle ruht hinter einer silbernen Tresortür Stoff im Wert von mehreren Millionen Dollar. Der teuerste lagert hier nochmals im Safe verschlossen, daneben ist Marihuana säckeweise gestapelt, in acht deckenhohen Regalen auf beiden Seiten.

»Alles für die Patienten«, beteuert Steve DeAngelo, der Direktor, mit sanfter Stimme. Zeitungsartikel über seine Apotheke bedecken die Wand hinter ihm. 20 Millionen Dollar nimmt DeAngelo pro Jahr ein, »über 50000 Dollar am Tag«. Er ist einer der zehn größten Steuerzahler in Oakland, beschäftigt 80 Angestellte hier und 40 in einer zweiten Apotheke in San José. Sein Marihuana sei »absolut sauber«, sagt Richard Lee. »Harbourside hat als erste Apotheke Marihuana in Labors testen lassen.«

Das kann man etwa bei Pure Analytics in Santa Rosa tun, zwei Stunden nördlich von San Francisco. Samantha Miller fixiert dort mit dem Okular eine Blüte auf dem Objektträger des Mikroskops. »Fungus«, Pilzbefall, sagt sie nach einem kurzen Blick. Miller testet in ihrem Labor Cannabis auf Reinheit, THC- und CBD-Gehalt, auf Pestizide und Pilze. Sie prüft für rund 60 Züchter und Apotheken. Bis zu 800 Proben untersucht sie pro Monat. »Das ist Dienst am Patienten«, sagt sie. »Kalifornien hat dadurch das sauberste Marihuana.« In Deutschland hingegen gibt es laut Hanfverband auf dem Schwarzmarkt so gut wie kein Marihuana, das nicht gestreckt ist – mit Sand, Haarspray oder Glas.

Es ist auch die Qualität des kalifornischen Marihuanas, die Richard Lee zu der Prognose veranlasst, es sei nur noch eine Frage der Zeit, »bis die Freigabe kommt«. Davor aber stehen so mächtige Institutionen wie die Drug Enforcement Administration, die nationale Drogenbehörde der USA. Ihre Polizisten werden nicht müde, mit Maschinenpistole und kugelsicherer Weste willkürlich Marihuana-Apotheken auch in Kalifornien zu schließen oder Züchtern die Plantagen umzupflügen. Denn es steht immer noch Bundes- gegen Staatenrecht, und Bundesrecht siegt.

Leserkommentare
    • Nibbla
    • 02.05.2012 um 8:38 Uhr

    Alkohol macht aggressiver und richtet mehr Schaden an. (Nicht dass ich jetzt für Verbot von Alkohol bin, aber diese Zweigleisigkeit nervt schon stark)

    19 Leserempfehlungen
  1. ... Cannabisverbot schadet und hilft in erster Linie keinem. Opferlosen Straftaten (und nichts andere ist die aktuelle Strafrechtslage, selbst bei Besitz kleineren Menge zwecks Eigenbedarf) führen zu einer unnötig erschwerten Eingliederung von auffällig gewordenen Jugendlichen, welche zwar keinen Menschen geschadet, aber in einem ähnlichen Strafrahmen wie für Körperverletzung o.ä. belangt werden.
    Daher ist es schon längst überfällig, Cannabis vielleicht nicht zu legalisieren, aber die Kriminalisierung der Konsumenten endlich zu stoppen. Das so eine Auflockerung in Deutschland undenkbar ist, ist nicht zuletzt einer panischen Angst vor einem rasanten Anstieg der Konsumentenzahlen begründet. Das diese unbegründet ist, zeigt das Beispiel der Niederlande, in der prozentual weniger Jugendliche zu Cannabis greifen, als hier in Deutschland.

    31 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • joG
    • 02.05.2012 um 8:56 Uhr

    ... Cannabisverbot schadet und hilft in erster Linie keinem."

    Das ist leider nicht ganz richtig. Es hilft den Dealern. Vor allem verdient der Großhandel sehr viel daran.

    • joG
    • 02.05.2012 um 8:56 Uhr

    ... Cannabisverbot schadet und hilft in erster Linie keinem."

    Das ist leider nicht ganz richtig. Es hilft den Dealern. Vor allem verdient der Großhandel sehr viel daran.

  2. um das lächerliche Verbot schert sich ja ohnehin keiner. Und verbotene Früchte schmecken gleich nochmal so gut ;-)

    4 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Nibbla
    • 02.05.2012 um 8:56 Uhr

    aber in Holland ist es viel angenehmer, wenn man weiss was man kriegt und alles viel freundlicher ist, als zB in Prag auf irgendeiner zwielichtigen Toilette von ner Bar von nem zwielichtigen Kerl aus ner Mauerspalte/Versteck was zu kaufen.

    wenn sie mit gras erwischt werden, können sie ihren lappen vergessen! was heisst hier lächerliches verbot?
    kriminalisierung ist absolut nicht lächerlich!
    ein freund von mir wurde mit einer menge von 50g gras erwischt, der lappen war ein halbes jahr weg, und das bei einem selbstständigen, nennen sie das bitte noch einmal lächerlich.
    das ist bei weitem nicht so lustig, wie sie vielleicht denken mögen.

    • GDH
    • 02.05.2012 um 12:23 Uhr

    Sie meinen "verbotene Früchte schmecken gleich nochmal so gut".

    Naja, leider gibt's da keinen richtigen Verbraucherschutz, also weder Grenzwerte für irgendwelche Pestizide, Pilze oder was da sonst noch so alles dran sein kann noch vorschriften, wie richtig zu wiegen, auszuzeichnen usw. ist.

    Für manche Konsumenten mag das natürlich einen besonderen Reiz ausmachen, dass sie nie so genau wissen, was sie da eigentlich rauchen/schlucken...

    Gut für die öffentliche Gesundheit und Ordnung kann ich's nicht finden.

    • Nibbla
    • 02.05.2012 um 8:56 Uhr

    aber in Holland ist es viel angenehmer, wenn man weiss was man kriegt und alles viel freundlicher ist, als zB in Prag auf irgendeiner zwielichtigen Toilette von ner Bar von nem zwielichtigen Kerl aus ner Mauerspalte/Versteck was zu kaufen.

    wenn sie mit gras erwischt werden, können sie ihren lappen vergessen! was heisst hier lächerliches verbot?
    kriminalisierung ist absolut nicht lächerlich!
    ein freund von mir wurde mit einer menge von 50g gras erwischt, der lappen war ein halbes jahr weg, und das bei einem selbstständigen, nennen sie das bitte noch einmal lächerlich.
    das ist bei weitem nicht so lustig, wie sie vielleicht denken mögen.

    • GDH
    • 02.05.2012 um 12:23 Uhr

    Sie meinen "verbotene Früchte schmecken gleich nochmal so gut".

    Naja, leider gibt's da keinen richtigen Verbraucherschutz, also weder Grenzwerte für irgendwelche Pestizide, Pilze oder was da sonst noch so alles dran sein kann noch vorschriften, wie richtig zu wiegen, auszuzeichnen usw. ist.

    Für manche Konsumenten mag das natürlich einen besonderen Reiz ausmachen, dass sie nie so genau wissen, was sie da eigentlich rauchen/schlucken...

    Gut für die öffentliche Gesundheit und Ordnung kann ich's nicht finden.

    • joG
    • 02.05.2012 um 8:56 Uhr

    ... Cannabisverbot schadet und hilft in erster Linie keinem."

    Das ist leider nicht ganz richtig. Es hilft den Dealern. Vor allem verdient der Großhandel sehr viel daran.

    18 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Es hilft auch konservativer Politik.

    Welch ökonomischer Situation die kleinen Dealer entspringen ist ja auch praktisch, gibt es doch all den Sarrazins, Wilders und anderen Hetzern die nötige Kriminalität in den Statistiken um gegen Einwanderer zu wettern.

    Illegales Cannabis ist ein Erfolgsmodel was den Bildungsweg anbetrieft.

    Das geht vom kleinen Türken ohne Hauptschulabschluss hin zum schicken Drogendöschen der deutschen Studentin.

    der Staat verdient das Geld was die Großhändler verdienen und reguliert den Endverkauf? Dann ist das Zeug wenigstens sauber und man kann den Leuten vielleicht auch beibringen es in Masen zu konsumieren.

    Was ja ein weiterer Grund wäre es zu legalisieren...

    Legales Cannabis könnten Patienten und Konsumenten dann zB in der Apotheke kaufen, wo die Herkunft, Verarbeitung und Qualität sichergestellt werden können.

    Somit würden weder der "kleine Dealer" noch das organisierte Drogenkartell weiter profitieren. Aber das ist ein Thema für sich -> Sinnhaftigkeit/Sinnlosigkeit des "War on drugs"

    und gut ist. Jedoch würde da die Pharmalobby etwas dagegen haben.
    Dazu kommt das sich der Staat schwer in seine neue Rolle agrumentativ einfinden muss, eben seinen Haushalt durch eine einstmal gehetzten und verklärten Droge mit zu finanzieren.
    Allerdings klappte das beim Kaffee Mitte der 50er auch.

    Aber ich sehe da kaum Chancen. Wer Alkoholwerbung im TV/Öffentlichkeit erlaubt (meist vor Sportveranstaltungen - Droge und Sport) und die stark körperliche Abhängigkeit seiner Konsumenten in kauf nimmt, wird sich schwer tun eingeschlagene Sackgassen zu verlassen.

    Es hilft auch konservativer Politik.

    Welch ökonomischer Situation die kleinen Dealer entspringen ist ja auch praktisch, gibt es doch all den Sarrazins, Wilders und anderen Hetzern die nötige Kriminalität in den Statistiken um gegen Einwanderer zu wettern.

    Illegales Cannabis ist ein Erfolgsmodel was den Bildungsweg anbetrieft.

    Das geht vom kleinen Türken ohne Hauptschulabschluss hin zum schicken Drogendöschen der deutschen Studentin.

    der Staat verdient das Geld was die Großhändler verdienen und reguliert den Endverkauf? Dann ist das Zeug wenigstens sauber und man kann den Leuten vielleicht auch beibringen es in Masen zu konsumieren.

    Was ja ein weiterer Grund wäre es zu legalisieren...

    Legales Cannabis könnten Patienten und Konsumenten dann zB in der Apotheke kaufen, wo die Herkunft, Verarbeitung und Qualität sichergestellt werden können.

    Somit würden weder der "kleine Dealer" noch das organisierte Drogenkartell weiter profitieren. Aber das ist ein Thema für sich -> Sinnhaftigkeit/Sinnlosigkeit des "War on drugs"

    und gut ist. Jedoch würde da die Pharmalobby etwas dagegen haben.
    Dazu kommt das sich der Staat schwer in seine neue Rolle agrumentativ einfinden muss, eben seinen Haushalt durch eine einstmal gehetzten und verklärten Droge mit zu finanzieren.
    Allerdings klappte das beim Kaffee Mitte der 50er auch.

    Aber ich sehe da kaum Chancen. Wer Alkoholwerbung im TV/Öffentlichkeit erlaubt (meist vor Sportveranstaltungen - Droge und Sport) und die stark körperliche Abhängigkeit seiner Konsumenten in kauf nimmt, wird sich schwer tun eingeschlagene Sackgassen zu verlassen.

    • Nibbla
    • 02.05.2012 um 8:56 Uhr

    aber in Holland ist es viel angenehmer, wenn man weiss was man kriegt und alles viel freundlicher ist, als zB in Prag auf irgendeiner zwielichtigen Toilette von ner Bar von nem zwielichtigen Kerl aus ner Mauerspalte/Versteck was zu kaufen.

    5 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Nun ja,"
  3. ...das allein genügt mir um zu wissen das es im Krankheitsfall legalisiert werden sollte.
    Wenn die Pharmaindustrie fürchtet Geld zu verlieren, muss Cannabis, immerhin ein Naturprodukt(Bio), wirklich(!) funktionieren...

    15 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Pjotr_
    • 02.05.2012 um 9:27 Uhr

    Natürlich funktioniert Cannabis. Die Wirkung von Cannabinoiden, allem voran THC, ist mittlerweile wirklich gut erforscht. Sowohl für eine Indikation in der Schmerztherapie als auch für eine antitumorigene Wirkung von THC liegen sehr viele Studien vor. Dass Cannabis ein Naturprodukt ist, bzw. dass THC aus einem Naturprodukt stammt, ist aber wirklich von keinerlei Bedeutung - ein Großteil der traditionellen Chemotherapeutika stammt aus Pflanzen und wird - sofern kein anderer Syntheseweg bekannt - immer noch aus ihnen gewonnen.

    Immer wieder werden reflexartig und sich selbst verstärkend die Argumente "Big Pharma ist dagegen" und "Es hilft bei Krankheiten" angeführt. Leider wird durch ständige Wiederholung die Aussage auch nicht richtig.

    In D. ist seit knapp einem Jahr Cannabisextrakt in der MS-Behandlung zugelassen und damit rezeptpflichtig verfügbar (http://de.wikipedia.org/w...). Die Studien zum Nutzen bei MS zeigen einen vagen Effekt, trotzdem ist die Zulassung erfolgt. "Big Pharma" verdient gut an dem Präparat!

    Nach eigener Erfahrung (MS-Schwerpunktpraxis) mit mehreren Dutzend Behandlungen ist der Nutzen gering, der überwiegende Teil der Patienten hat weit mehr Nebenwirkungen als Wirkungen und wünscht keine Dauerbehandlung. Die vorher schon "überzeugten Kiffer" (fast alle MS-Betroffenen Menschen probieren auch mal wegen des auch hier anklingende Hypes THC aus) sind auch mit dem Medikament zufrieden.

    Unabhängig von o.g. halte ich persönlich aus eigener Meinungsbildung (Neurologe/Psychiater) Cannabisprodukte auch nicht für gefährlicher als Alkohol; allerdings heißt das sehr wohl, dass ich schwerwiegende Komplikationen unter Cannabis erlebe (Kontrollverlust in erster Linie).

    Abschließend. Würde Alkohol heute neu "entdeckt"/synthetisiert werden, die Substanz hätte nicht den Hauch einer Chance als verkehrsfähig eingeschätzt zu werden (viel zu gefährlich)....

    Grüße

    T.

    • Pjotr_
    • 02.05.2012 um 9:27 Uhr

    Natürlich funktioniert Cannabis. Die Wirkung von Cannabinoiden, allem voran THC, ist mittlerweile wirklich gut erforscht. Sowohl für eine Indikation in der Schmerztherapie als auch für eine antitumorigene Wirkung von THC liegen sehr viele Studien vor. Dass Cannabis ein Naturprodukt ist, bzw. dass THC aus einem Naturprodukt stammt, ist aber wirklich von keinerlei Bedeutung - ein Großteil der traditionellen Chemotherapeutika stammt aus Pflanzen und wird - sofern kein anderer Syntheseweg bekannt - immer noch aus ihnen gewonnen.

    Immer wieder werden reflexartig und sich selbst verstärkend die Argumente "Big Pharma ist dagegen" und "Es hilft bei Krankheiten" angeführt. Leider wird durch ständige Wiederholung die Aussage auch nicht richtig.

    In D. ist seit knapp einem Jahr Cannabisextrakt in der MS-Behandlung zugelassen und damit rezeptpflichtig verfügbar (http://de.wikipedia.org/w...). Die Studien zum Nutzen bei MS zeigen einen vagen Effekt, trotzdem ist die Zulassung erfolgt. "Big Pharma" verdient gut an dem Präparat!

    Nach eigener Erfahrung (MS-Schwerpunktpraxis) mit mehreren Dutzend Behandlungen ist der Nutzen gering, der überwiegende Teil der Patienten hat weit mehr Nebenwirkungen als Wirkungen und wünscht keine Dauerbehandlung. Die vorher schon "überzeugten Kiffer" (fast alle MS-Betroffenen Menschen probieren auch mal wegen des auch hier anklingende Hypes THC aus) sind auch mit dem Medikament zufrieden.

    Unabhängig von o.g. halte ich persönlich aus eigener Meinungsbildung (Neurologe/Psychiater) Cannabisprodukte auch nicht für gefährlicher als Alkohol; allerdings heißt das sehr wohl, dass ich schwerwiegende Komplikationen unter Cannabis erlebe (Kontrollverlust in erster Linie).

    Abschließend. Würde Alkohol heute neu "entdeckt"/synthetisiert werden, die Substanz hätte nicht den Hauch einer Chance als verkehrsfähig eingeschätzt zu werden (viel zu gefährlich)....

    Grüße

    T.

    • Pjotr_
    • 02.05.2012 um 9:27 Uhr

    Natürlich funktioniert Cannabis. Die Wirkung von Cannabinoiden, allem voran THC, ist mittlerweile wirklich gut erforscht. Sowohl für eine Indikation in der Schmerztherapie als auch für eine antitumorigene Wirkung von THC liegen sehr viele Studien vor. Dass Cannabis ein Naturprodukt ist, bzw. dass THC aus einem Naturprodukt stammt, ist aber wirklich von keinerlei Bedeutung - ein Großteil der traditionellen Chemotherapeutika stammt aus Pflanzen und wird - sofern kein anderer Syntheseweg bekannt - immer noch aus ihnen gewonnen.

    5 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Anthon
    • 03.05.2012 um 7:34 Uhr

    "Sowohl für eine Indikation in der Schmerztherapie als auch für eine antitumorigene Wirkung von THC liegen sehr viele Studien vor."

    Danke!

    • Anthon
    • 03.05.2012 um 7:34 Uhr

    "Sowohl für eine Indikation in der Schmerztherapie als auch für eine antitumorigene Wirkung von THC liegen sehr viele Studien vor."

    Danke!

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service