Genveränderte PflanzenAngeklagt: Die Grüne Gentechnik

Im Streit um genveränderte Pflanzen geht es oft sehr emotional zu. Zeit für den Austausch von Argumenten – in einer fiktiven Verhandlung.

Kaum eine Technologie polarisiert so stark wie die Grüne Gentechnik. Für ihre Anhänger sieht es nicht gut aus: Im November 2010 schränkte das Bundesverfassungsgericht die Aussaat von gentechnisch veränderten Pflanzen ein, im September 2011 verfügte der Europäische Gerichtshof, dass Honig mit Pollen aus Genmais nicht verkauft werden darf, und im Februar befand das Leipziger Verwaltungsgericht, dass eine Ernte zu vernichten ist, die unabsichtlich genverändertes Saatgut enthält. Was aber ist wirklich dran an den Vorwürfen? ZEIT Wissen zeigt in einer fiktiven Gerichtsverhandlung, welche Argumente Gegner und Befürworter vorbringen – und welches Urteil eine Richterin fällen könnte.

Seit den Morgenstunden belagert eine Menschenmenge das Gerichtsgebäude. Die Stimmung ist aufgeheizt, »Gen-Dreck weg« fordern Gegner auf Transparenten. Auch Unterstützer der Grünen Gentechnik machen auf sich aufmerksam, »Pflanzenbiotechnologie rettet Menschenleben«, mahnen sie. Im Gebäude herrscht angespannte Ruhe. Dort soll entschieden werden, ob Deutschland zur gentechnikfreien Zone wird, ohne Anbau oder Einfuhr von transgenen Pflanzen. Für den letzten Verhandlungstag hat die Vorsitzende Richterin noch einmal die sieben beteiligten Parteien vorgeladen, deren Vertreter ihre Plädoyers halten.

Der Industrievertreter: Frau Vorsitzende, Grüne Gentechnik ist in den vergangenen Jahren Zielscheibe heftiger Kampagnen geworden. Zu Unrecht. Das Einfügen artfremder Gene in Nutzpflanzen ist kein Bruch mit der Pflanzenzüchtung, die Menschen seit Jahrtausenden betreiben, nein, es ist ihre konsequente Weiterentwicklung. Der Unterschied besteht nur darin, dass wir jetzt präziser als je zuvor neue Eigenschaften heranzüchten können. 20 Jahre biologische Sicherheitsforschung haben keine Hinweise dafür erbracht, dass transgene Pflanzen ihre Umwelt schädigen oder, zu Lebens- und Futtermitteln verarbeitet, eine Gefahr für Menschen und Nutztiere darstellen. Auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat zahlreiche Studien in Auftrag gegeben, die zu denselben Ergebnissen kommen.

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Die vorsitzende Richterin: Also ist die Grüne Gentechnik nur eine Option unter vielen?

Der Industrievertreter: Nein. Ohne sie werden wir eine wachsende Weltbevölkerung nicht nachhaltig ernähren können. Der Goldene Reis etwa kann Betacarotin produzieren, eine Vorstufe von Vitamin A, dessen Mangel jährlich Millionen Menschen erblinden lässt. Möglich sind auch Reispflanzen, die Dürren oder Überschwemmungen überstehen. Außerdem haben die heute schon existierenden gentechnisch veränderten Pflanzen – Mais, Soja, Raps, Baumwolle – enorme Ertragssteigerungen ermöglicht. Grüne Gentechnik ist die Art von Pflanzenzucht, die den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht wird.

Debatte
Auf ZEIT ONLINE schreiben führende Agrar-Experten über Chancen und Risiken der Grünen Gentechnik

Auf ZEIT ONLINE schreiben führende Agrar-Experten über Chancen und Risiken der Grünen Gentechnik

Der Vertreter einer Umweltorganisation: Bislang gibt es kaum Langzeitstudien über die Risiken transgener Pflanzen. Wenn etwa in Versuchen Ratten 90 Tage mit Goldenem Reis gefüttert werden und dabei keine Schädigungen auftreten, ist das nicht aussagekräftig. Hingegen zeigen Studien, dass Gensoja, das gegen das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat resistent ist, den Stoff anreichern kann. Glyphosat ist jedoch toxischer als ursprünglich angenommen, es schädigt Ökosysteme und verringert die Artenvielfalt. Ungeklärt ist, ob die artfremden Gene über einen horizontalen Gentransfer auf andere Organismen überspringen. Wir wissen auch nicht, wie die übertragenen Gene das Genom der Pflanze durcheinanderbringen. Außerdem beunruhigt mich, dass Insekten, gegen die transgene Pflanzen »fit« gemacht werden, Resistenzen ausbilden können. Dann müssten neue Pestizide her. Es ist aber ein offenes Geheimnis, dass die agrochemische Industrie seit Langem keine guten neuen Wirkstoffe gefunden hat.

Leserkommentare
  1. Die gentechnikbereiche werden in weiße blaue rote grüne usw Gentechnik eingeteilt. Daher der begriff. Und tatsächlich ist Grün ein Merkmal der Pflanzen.

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  2. Ein wunderbares Beispiel ist der Fall des Percy Schmeiser.

    Wenn die grüne Gentechnik wirklich so bedeutend für die Welternährung ist, muss zuerst die Patentierbarkeit weg.

    Die Pollen wehen immer in andere Felder. All diese Bauern können, wenn es den Patenhaltern gefällt, verklagt werden.

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    In einem amerikanischen Film, wo es um die ganze Agrarindustrie in den USA geht, haben sie auch einen Bauern gezeigt, der sein herkömmliches Saatgut wie früher auch wiederverwertet und kein Monsantosaatgut einkauft. Dann haben sie ihn verklagt, weil - was für ein Zufall - ein paar Maiskörner mit Monsanto-DNA darin waren, da seine "Nachbarn" alle schon mit Monsanto versorgt sind. Und einen Rechtsstreit konnte sich der kleine Bauer gegen einen Milliardenkonzern kaum leisten.

    • RoH
    • 11.04.2012 um 0:03 Uhr

    Das stimmt nicht. Der Fall Percy Schmeser ist weitaus komplexer. Schmeiser hat die gv-Pflanzen (RR-Raps) gezielt selektiert und neu ausgesät. Darin besatnd die Verletzung der Patentrechte und deshalb wurde er verurteilt.
    Wäre der Raps versehentlich auf sein Feld gelangt, hätte Monanto nicht klagen können.

    Mit Auszügen aus den Gerichtsunterlagen: http://www.gute-gene-schl...

    Abgesehen davon ist Patentrecht nationales Recht und Fälle aus Kanada nicht auf Europa und Deutschland übertragbar.

    In einem amerikanischen Film, wo es um die ganze Agrarindustrie in den USA geht, haben sie auch einen Bauern gezeigt, der sein herkömmliches Saatgut wie früher auch wiederverwertet und kein Monsantosaatgut einkauft. Dann haben sie ihn verklagt, weil - was für ein Zufall - ein paar Maiskörner mit Monsanto-DNA darin waren, da seine "Nachbarn" alle schon mit Monsanto versorgt sind. Und einen Rechtsstreit konnte sich der kleine Bauer gegen einen Milliardenkonzern kaum leisten.

    • RoH
    • 11.04.2012 um 0:03 Uhr

    Das stimmt nicht. Der Fall Percy Schmeser ist weitaus komplexer. Schmeiser hat die gv-Pflanzen (RR-Raps) gezielt selektiert und neu ausgesät. Darin besatnd die Verletzung der Patentrechte und deshalb wurde er verurteilt.
    Wäre der Raps versehentlich auf sein Feld gelangt, hätte Monanto nicht klagen können.

    Mit Auszügen aus den Gerichtsunterlagen: http://www.gute-gene-schl...

    Abgesehen davon ist Patentrecht nationales Recht und Fälle aus Kanada nicht auf Europa und Deutschland übertragbar.

  3. Finden Sie eine Versicherung, die bereit ist, gegen sämtliche erdenklichen Schäden durch GVOs aufzukommen, dann befürworte ich den Anbau. Wird aber genau wie bei der Kernkraft nicht passieren. Den potenziellen Schaden trägt natürlich die Allgemeinheit oder unglücksselige Betroffene.

    Im Übrigen finde ich die erneute Debatte sinnlos. Natürlich bin ich auch nur eine Stimme mit einer Meinung aber ich habe mich zwei Jahre lang ergebnisoffen mit der grünen Gentechnik beschäftigt und finde kaum ein gutes Haar an ihr.

    Es gibt im Umkehrschluss übrigens auch Studien, die belegen, dass ein weltweiter Biolandbau den Welthunger bekämpfen und nebenbei auch noch unsere Umwelt retten wird. Wozu bitte brauchen wir Megakonzerne, die neue Pflanzen basteln wo wir doch jahrelang dafür gearbeitet haben, dass es nur noch 15 verschiedene Gemüse und Obstsorten im Supermarkt zu kaufen gibt????

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    Mit der Frage nach der Versicherbarkeit von Genpflanzen kann man hier nicht wirklich kommen, Banken zum Beispiel müssen auch keine Versicherung dafür abschließen das sie sich verspekulieren, der Staat fängt hier auch die Kosten auf, die dann auf den Steuerzahler abgewälzt werden.
    Und das die Bankenkrise eine der teuersten Angelegenheiten in der Menschheitsgeschichte war weiß jeder, Fukushima und Tschernobyl zusammen haben weniger Kosten verursacht.
    ---------------------------------------------

    Um auf die Gentechnik zurückzukommen, ich bin ein Befürworter.
    Seit Jahrtausenden greift der Mensch in die Natur ein und verändert Pflanzen/ schafft neue.
    Nur weil man mittlerweile einen Weg gefunden hat dies sehr exakt zu tun ist das nichts schlimmes.
    Das einzige Manko das Genpflanzen haben sind ihre Patente.
    Ich würde hier vorschlagen das die Staaten sich Patentrechte für all ihre Bauern kaufen, und diese dann dafür auf einen Teil der Subventionen verzichten falls sie auf das Angebot des Genprodukts zurückgreifen.
    Zur Verbraucherbevormundung wie sie in einem anderen Kommentar angesprochen wurde habe ich zu sagen das man eher dahingehend bevormundet wird das man keine Genprodukte bewusst kaufen kann, oder z.B. keinen reinen Atomstrom oder Analogkäse(Den ich gerne für meine Pizzas hätte).

    mfG. Samuron

    Klar, kann der Biolandbau die Welt retten - sofern wir bereit sind, auf Biosprit-Pflanzen zu verzichten, und sofern wir allesamt bereit sind, uns hauptsächlich vegetarisch zu ernähren, damit der hohe Soja-Verbrauch für die Viehmast entfällt und so weiter. Kurz und gut: wenn wir bereit sind, unseren hohen Lebensstandard gewaltig einzuschränken. Und die Bewohner der Schwellenländer, die auch immer mehr Appetit auf Fleisch entwickeln, müssten auch sofort beim Fleischkonsum den Hahn abgedreht bekommen. Bei solchen Zahlenspielen könnte es dann vielleicht klappen mit dem Weltretten. Bei anderen Studien, die (wahrscheinlich zu Recht) davon ausgehen, dass die Wenigsten verzichten wollen und dass vor allem die Schwellenländer endlich mal den ganzen westlichen Wohlstand haben wollen, bei diesen Studien heißt es eher, dass der Biolandbau die Welt leider doch nicht so gut mit Pflanzennährstoffen und Pflanzenrohstoffen versorgen kann ...

    Mit der Frage nach der Versicherbarkeit von Genpflanzen kann man hier nicht wirklich kommen, Banken zum Beispiel müssen auch keine Versicherung dafür abschließen das sie sich verspekulieren, der Staat fängt hier auch die Kosten auf, die dann auf den Steuerzahler abgewälzt werden.
    Und das die Bankenkrise eine der teuersten Angelegenheiten in der Menschheitsgeschichte war weiß jeder, Fukushima und Tschernobyl zusammen haben weniger Kosten verursacht.
    ---------------------------------------------

    Um auf die Gentechnik zurückzukommen, ich bin ein Befürworter.
    Seit Jahrtausenden greift der Mensch in die Natur ein und verändert Pflanzen/ schafft neue.
    Nur weil man mittlerweile einen Weg gefunden hat dies sehr exakt zu tun ist das nichts schlimmes.
    Das einzige Manko das Genpflanzen haben sind ihre Patente.
    Ich würde hier vorschlagen das die Staaten sich Patentrechte für all ihre Bauern kaufen, und diese dann dafür auf einen Teil der Subventionen verzichten falls sie auf das Angebot des Genprodukts zurückgreifen.
    Zur Verbraucherbevormundung wie sie in einem anderen Kommentar angesprochen wurde habe ich zu sagen das man eher dahingehend bevormundet wird das man keine Genprodukte bewusst kaufen kann, oder z.B. keinen reinen Atomstrom oder Analogkäse(Den ich gerne für meine Pizzas hätte).

    mfG. Samuron

    Klar, kann der Biolandbau die Welt retten - sofern wir bereit sind, auf Biosprit-Pflanzen zu verzichten, und sofern wir allesamt bereit sind, uns hauptsächlich vegetarisch zu ernähren, damit der hohe Soja-Verbrauch für die Viehmast entfällt und so weiter. Kurz und gut: wenn wir bereit sind, unseren hohen Lebensstandard gewaltig einzuschränken. Und die Bewohner der Schwellenländer, die auch immer mehr Appetit auf Fleisch entwickeln, müssten auch sofort beim Fleischkonsum den Hahn abgedreht bekommen. Bei solchen Zahlenspielen könnte es dann vielleicht klappen mit dem Weltretten. Bei anderen Studien, die (wahrscheinlich zu Recht) davon ausgehen, dass die Wenigsten verzichten wollen und dass vor allem die Schwellenländer endlich mal den ganzen westlichen Wohlstand haben wollen, bei diesen Studien heißt es eher, dass der Biolandbau die Welt leider doch nicht so gut mit Pflanzennährstoffen und Pflanzenrohstoffen versorgen kann ...

  4. ist ein Problem. Diese Firma hat ihren Teil dazu beigetragen die Etablierung der Gentechnik in Deutschland massiv zu erschweren. Bayer und BASF könnn sich da bei dieser Firma bedanken.

    übrigens war es nicht mal der Wirkstoff von Agent Orange, der diese Auswirkungen auf die Menschen verursacht hat. Eine qualitativere Fertigung dieses Mittels hätte sehr viel Leid erspart.

    Über die Patentwirtschaft, die dieser Konzern betreibt kann man sich auch nur aufregen.

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    • Harzer
    • 11.04.2012 um 16:18 Uhr

    ... da war gestern gerade eine Repotage in 1-extra, wie dieser Konzern mit dem WWF (!!) in Argentinien und anderen südamerikanischen Ländern beim Sojaanbau mauschelt ... .

    Solche Konzerne sind schon alleine eine Bedrohung - plus Gentechnik potenziert sich das noch.

    Ähnlich wie "Ahmadinedschad plus Atombombe" ... ... !!

    • Harzer
    • 11.04.2012 um 16:18 Uhr

    ... da war gestern gerade eine Repotage in 1-extra, wie dieser Konzern mit dem WWF (!!) in Argentinien und anderen südamerikanischen Ländern beim Sojaanbau mauschelt ... .

    Solche Konzerne sind schon alleine eine Bedrohung - plus Gentechnik potenziert sich das noch.

    Ähnlich wie "Ahmadinedschad plus Atombombe" ... ... !!

  5. Ach ja... was wir auch nicht vergessen sollten ist die Motivation die hinter den Argumenten der verschiedenen Seiten steht:

    1) Befürworter -> Industrie:
    öm... Geld?

    2) Gegner -> Umweltorganisationen, Bürger, Menschenrechtler: öm... Umwelt, Bürger, Menschen?

    Sagt für mich schon alles. Studien helfen uns nicht wirklich weiter, die fallen immer nach den Interessen der Auftraggeber aus. Auch staatliche Studien sind nicht neutral, Lobbies beeinflussen den Staat von beiden Seiten. Es bleibt der gesunde Menschenverstand.

    Eine Leserempfehlung
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    • RoH
    • 11.04.2012 um 0:13 Uhr

    Was denn dann?

    Interessant ist, dass solche Kommentare immer von Kritikern geschrieben werden, die an einer wissenschaftlichen Debatte anscheinend nicht interessiert sind.

    Nebenbei bemerkt bedienen Umweltorganisationen wie Greenpeace genauso ihre Klientel wie übliche Lobby-Organisationen.
    Dafür bekommt Greenpeace eine ganze Menge Geld von lieben Spendern, da will bestimmt niemand in der Führungsetage drauf verzichten. Dafür verdreht Greenpeace die Wahrheit schonmal gerne.
    Und dass es Bio-Verbänden nicht minder ums Geschäft geht als Monsanto ist wohl auch klar.

    Wie haben Sie sich ergebnissoffen über Jahre mit der Grünen Gentehnik beschäftigt und weder Lobbyisten von Greenpeace oder Monsanto noch Wissenschaftler gefragt?

    • RoH
    • 11.04.2012 um 0:13 Uhr

    Was denn dann?

    Interessant ist, dass solche Kommentare immer von Kritikern geschrieben werden, die an einer wissenschaftlichen Debatte anscheinend nicht interessiert sind.

    Nebenbei bemerkt bedienen Umweltorganisationen wie Greenpeace genauso ihre Klientel wie übliche Lobby-Organisationen.
    Dafür bekommt Greenpeace eine ganze Menge Geld von lieben Spendern, da will bestimmt niemand in der Führungsetage drauf verzichten. Dafür verdreht Greenpeace die Wahrheit schonmal gerne.
    Und dass es Bio-Verbänden nicht minder ums Geschäft geht als Monsanto ist wohl auch klar.

    Wie haben Sie sich ergebnissoffen über Jahre mit der Grünen Gentehnik beschäftigt und weder Lobbyisten von Greenpeace oder Monsanto noch Wissenschaftler gefragt?

  6. Natürlich dient Gentechnik nicht dazu neue Basen in die DNA einzuflechten, sondern es werden Genabschnitte verändert, damit sie andere Enzyme, Zwischenprodukte erzeugen - schlicht anders funktionieren als nicht genveränderte Pflanzen.

    Wenn die GVOs nicht einen veränderten Stoffwechsel hätten, wenn sie nicht andere Stoff produzieren würden, andere Stoffe anders ab-/umbauen würden, wäre die ganze Gentechnik sinnlos.

    http://www.keine-gentechn...
    http://www.greenpeace.de/...
    http://www.das-weisse-pfe...
    http://gothfair.de/blog/2...

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    "Finden Sie eine Versicherung, die bereit ist, gegen sämtliche erdenklichen Schäden durch GVOs aufzukommen, dann befürworte ich den Anbau."
    Wenn sie Schäden so definieren, dass es dabei um wirkliche Schäden geht (also eben nicht im Sinne von "Nachbarbauer kann Mais nicht mehr verkaufen, weil GVO Pollen nachgewiesen wurden und den Mais jetzt keiner mehr will", sondern im Sinne von Verletzung von Menschen (die die Verpackung richtig gelesen haben) o.ä.), dann werden Sie wahrscheinlich auch einen Versicherer finden. Das Problem ist, dass vieles, was heute als "Schäden" definiert wird, wenig mit tatsächlichen Schäden zu tun hat, sondern einfach nur oft auf der Ablehnung der Verbraucher beruht. Und so etwas ist natürlich wirklich nicht zu versichern, aber das sollte Ihnen klar sein.
    Viel Spaß übrigens im Schadensfall nachzuweisen, dass der Schaden durch Gentechnik entstanden ist. Genausogut können Sie versuchen nachzuweisen, dass durhc die Strahlung aus Fukushima Mensch XYZ Krebs bekommen hat. Dieser Nachweis ist schlicht und einfach nicht führbar.

    "Es gibt im Umkehrschluss übrigens auch Studien, die belegen, dass ein weltweiter Biolandbau den Welthunger bekämpfen und nebenbei auch noch unsere Umwelt retten wird."
    Dabei würde mich interessieren, auf wieviel Milliarden Menschen da gerechnet wurde. Denn im Moment ist davon auszugehen, dass wir auf diesem Planeten eher mehr den weniger werden. Auf 7 Milliarden mag das mglw. noch gehen, aber wie sieht es mit 10 Milliarden(+x) aus?

    Bei der ganzen Diskussion wird immer nur so getan, als ob bei der Gentechnik die Landwirte aufgrund von Patenten in Zahlungsabhängigkeiten geknechtet würden. In Wirklichkeit ist es doch so, dass schon bei konventionell gezüchteten Pflanzen ein Sortenschutz beantragt werden kann. Schon in diesem Fall kann der Züchter Lizenzgebühren für den Nachbau verlangen. Und kein Schwein von der Gentechnik-Gegner-Fraktion regt sich darüber auf. Was soll dieses Messen mit zweierlei Maß? Saatgut ist nicht immer frei verfügbar - oft genug muss dafür gezahlt werden. Und weil es bessere, ertragreichere Sorten sind, machen die Landwirte das sogar gern. Die Landwirte kaufen gern gutes Saatgut ein, weil sie sich davon wirtschaftliche Vorteile versprechen. Passt das noch in Ihr Weltbild rein?

    "Finden Sie eine Versicherung, die bereit ist, gegen sämtliche erdenklichen Schäden durch GVOs aufzukommen, dann befürworte ich den Anbau."
    Wenn sie Schäden so definieren, dass es dabei um wirkliche Schäden geht (also eben nicht im Sinne von "Nachbarbauer kann Mais nicht mehr verkaufen, weil GVO Pollen nachgewiesen wurden und den Mais jetzt keiner mehr will", sondern im Sinne von Verletzung von Menschen (die die Verpackung richtig gelesen haben) o.ä.), dann werden Sie wahrscheinlich auch einen Versicherer finden. Das Problem ist, dass vieles, was heute als "Schäden" definiert wird, wenig mit tatsächlichen Schäden zu tun hat, sondern einfach nur oft auf der Ablehnung der Verbraucher beruht. Und so etwas ist natürlich wirklich nicht zu versichern, aber das sollte Ihnen klar sein.
    Viel Spaß übrigens im Schadensfall nachzuweisen, dass der Schaden durch Gentechnik entstanden ist. Genausogut können Sie versuchen nachzuweisen, dass durhc die Strahlung aus Fukushima Mensch XYZ Krebs bekommen hat. Dieser Nachweis ist schlicht und einfach nicht führbar.

    "Es gibt im Umkehrschluss übrigens auch Studien, die belegen, dass ein weltweiter Biolandbau den Welthunger bekämpfen und nebenbei auch noch unsere Umwelt retten wird."
    Dabei würde mich interessieren, auf wieviel Milliarden Menschen da gerechnet wurde. Denn im Moment ist davon auszugehen, dass wir auf diesem Planeten eher mehr den weniger werden. Auf 7 Milliarden mag das mglw. noch gehen, aber wie sieht es mit 10 Milliarden(+x) aus?

    Bei der ganzen Diskussion wird immer nur so getan, als ob bei der Gentechnik die Landwirte aufgrund von Patenten in Zahlungsabhängigkeiten geknechtet würden. In Wirklichkeit ist es doch so, dass schon bei konventionell gezüchteten Pflanzen ein Sortenschutz beantragt werden kann. Schon in diesem Fall kann der Züchter Lizenzgebühren für den Nachbau verlangen. Und kein Schwein von der Gentechnik-Gegner-Fraktion regt sich darüber auf. Was soll dieses Messen mit zweierlei Maß? Saatgut ist nicht immer frei verfügbar - oft genug muss dafür gezahlt werden. Und weil es bessere, ertragreichere Sorten sind, machen die Landwirte das sogar gern. Die Landwirte kaufen gern gutes Saatgut ein, weil sie sich davon wirtschaftliche Vorteile versprechen. Passt das noch in Ihr Weltbild rein?

  7. muß ich mich den Argumenten des (virtuellen) Biologen in ihrem Artikel voll und ganz anschließen. Solange die Mutationszüchtung erlaubt ist, kann aus rein wissenschaflticher Sicht schwer ein Argument gegen die grüne Gentechnik gefunden werden.

    Ein großes Problem hierbei sind sicher die Patentierbarkeit von Leben, allerdings ist dies eine Frage des Patentrechtes und hat mit der Art, wie ich die Pflanze verändere (Gentechnik oder Muationszüchtung) absolut nichts zu tun. Von daher halte ich es für wenig sinnvoll, diese hierbei mit zu beachten.

    Kann Gentechnik helfen Mangelernährungen und Hunger zu beseitigen? Aber sich, der "golden rice" ist ja das beste Beispiel dafür. Sicher ist er noch nicht perfekt, aber die Gebrüder Wright haben mit ihrem Flugzeug auch noch nicht den Atlantik überquert. Von daher wäre es töricht, dieses Mittel komplett außen vor zu lassen. Sicher ist es kein Allheilmittel, aber davon auszugehen, dass es komplett nutzlos ist, halte ich für falsch.

    10 Leserempfehlungen
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    "Kann Gentechnik helfen Mangelernährungen und Hunger zu beseitigen? Aber sich, der "golden rice" ist ja das beste Beispiel dafür."

    "Golden Rice" ist vielleicht das beste Beispiel dafür, wie nicht.
    1. Der "Golden Rice" bleibt m.w. bisher jeden Beweis schuldig, ob das darin enthaltene Provitamin A überhaupt bioverfügbar ist, insbesondere bei Menschen, die bereits mangelernährt sind.
    2. Ist der "Golden Rice" überhaupt unbedenklich geniessbar? Wie sieht das Allergierisiko aus? Hier ist nicht nur ein Gen in die Reispflanze eingefügt worden, sondern gleich viele Gene für den gesamten Syntheseweges des Provitamin A.
    3. Es gibt Naturreissorten, die enthalten (ungeschält) das Mehrfache an Provitamin A als der Golden Rice.
    4. Für die meisten Menschen mit Vitamin A-Mangel ist Reis kein Grundnahrungsmittel.
    5. Einen manifesten Vitamin A-Mangel kann man nicht mit ausschließlich Provitamin A beheben.
    6. Gerade für Säuglinge ist Vitamin A-Mangel lebensbedrohlich. Aber kein Säugling isst Reis.
    7. Vitamin A-Mangel zu beheben ist billig. Eine Kapsel kostet nicht mehr als 4 Cent, wobei 3 Cent auf die Gelatinekapsel entfallen.
    8. Pro Jahr sterben ca 100000-200000 Kinder weltweit an den Folgen des Vitamin A-Mangels. Man hätte besser das Geld und die Ressourcen in die Verteilung der Vitamin A-Kapseln gesteckt, anstatt in die Entwicklung des Golden Rice.

    "Kann Gentechnik helfen Mangelernährungen und Hunger zu beseitigen? Aber sich, der "golden rice" ist ja das beste Beispiel dafür."

    "Golden Rice" ist vielleicht das beste Beispiel dafür, wie nicht.
    1. Der "Golden Rice" bleibt m.w. bisher jeden Beweis schuldig, ob das darin enthaltene Provitamin A überhaupt bioverfügbar ist, insbesondere bei Menschen, die bereits mangelernährt sind.
    2. Ist der "Golden Rice" überhaupt unbedenklich geniessbar? Wie sieht das Allergierisiko aus? Hier ist nicht nur ein Gen in die Reispflanze eingefügt worden, sondern gleich viele Gene für den gesamten Syntheseweges des Provitamin A.
    3. Es gibt Naturreissorten, die enthalten (ungeschält) das Mehrfache an Provitamin A als der Golden Rice.
    4. Für die meisten Menschen mit Vitamin A-Mangel ist Reis kein Grundnahrungsmittel.
    5. Einen manifesten Vitamin A-Mangel kann man nicht mit ausschließlich Provitamin A beheben.
    6. Gerade für Säuglinge ist Vitamin A-Mangel lebensbedrohlich. Aber kein Säugling isst Reis.
    7. Vitamin A-Mangel zu beheben ist billig. Eine Kapsel kostet nicht mehr als 4 Cent, wobei 3 Cent auf die Gelatinekapsel entfallen.
    8. Pro Jahr sterben ca 100000-200000 Kinder weltweit an den Folgen des Vitamin A-Mangels. Man hätte besser das Geld und die Ressourcen in die Verteilung der Vitamin A-Kapseln gesteckt, anstatt in die Entwicklung des Golden Rice.

  8. 16. Danke

    Hier kann es ja nicht alleine um Agrogentechnik gut/schlecht gehen. Es sind doch mehrere mit einander in Verbindung stehende Probleme auszumachen:

    a) gentechnisch manipulierte Pflanzen gesund für den Menschen/Tier?
    b) beeinflussen diese andere Pflanzen, sodass es zu unabsehbaren Folgen kommen kann (Pflanzensterben, Resistenzen)
    c) lohnt sich der Aufwand, wenn die Natur sich auf die "neue" Pflanze einstellt (z.B. bei Resistenzen gegenüber Schädlingen)
    d) ist es erstrebenswert wenn unsere Nahrungsmittelproduktion auf Patent-Pflanzen beruht? Gab es nicht mal das Bestreben von Monsanto auch Rechte auf die Produkte die mit ihrem Gen-Mais/-Getreide usw hergestellt wurde geltend zu machen?
    e) "Braucht" die Menschheit überhaupt bessere Pflanzen. Wenn mit heutigem Standard 6 Mrd Menschen gut versorgt werden können, wir aber 7 Mrd haben, wovon ein guter Teil Hunger leidet, dann besteht die Möglichkeit, dass mit besserem Saatgut die Menschheit um 1 Mrd wächst und sich am Hungerproblem nichts tut.
    f) Kann es funktionieren, dass in einem internationalen Markt eine Region (z.B.) EU auf Gentechnik verzichtet, eine andere (z.B. USA & Asien) diese verwendet? Ist das zu kontrollieren?

    Meine "Lösung":
    a) lieber nicht ausprobieren, da Vorteil nicht groß genug
    b) keine Ahnung
    c) wahrscheinlich lohnt es sich bei Schutz gegen Schädlinge wohl nicht
    d) sicher nein
    e) nein
    f) nur mit abgeschotteten Märkten

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    Antwort auf "Breite Diskussion"

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