Besser essenMahlzeit!
Seite 4/6:

Wer sich bevormundet fühlt, reagiert leicht mit Ablehnung oder Trotz

»Zweimal in der Woche eine Wurst oder ein Schnitzel, das vor Fett tropft – das darf sein, finde ich. Das macht ja auch glücklich«, sagt Freitag. Seine Empfehlung entspricht ziemlich genau dem, was auch die Initiative »Job & fit« für angemessen hält. Wer in einer Kantine immer das »Job & fit«-Menü nimmt, bekommt bis zu zweimal in der Woche Frittiertes, an anderen Tagen dafür gemüselastige Gerichte. Die wenigsten Ernährungswissenschaftler verlangen, man solle sich selbst kasteien.

Denn Verbote können eine Trotzreaktion provozieren. Thomas Ellrott erzählt, was in einer Schulkantine passierte, als die Behörden alle süßen Milchgetränke aus dem Angebot verbannten und stattdessen pure Milch anboten: »Die Schüler kauften gar keine Milch mehr, sondern brachten sich ihre eigenen Getränke mit oder holten sich beim Kiosk um die Ecke etwas zu trinken.« Und zwar meist kein Wasser, sondern eher Limo. »Verknappte Produkte werden besonders attraktiv.«

Wer sich bevormundet fühlt, reagiert leicht mit Ablehnung oder Trotz. Sehr anschaulich zeigt eine Studie von Ayelet Fishbach, Professorin für Verhaltensforschung und Marketing an der University of Chicago, dieses Phänomen, das in der Psychologie »Reaktanz« heißt. Fishbach und ihre Kollegen gaben zwei Gruppen von Probanden identische Müsliriegel zu essen. Der einen Gruppe beschrieben sie den Snack als einen Gesundheitsriegel, der anderen als Schokoriegel. Einige durften selbst aussuchen, ob sie den vermeintlich gesunden oder lieber den leckeren probieren wollten, die anderen bekamen einen zugeteilt. Diejenigen, die den angeblich gesunden Riegel essen mussten, hatten hinterher mehr Hunger als die andere Gruppe. Diesen Effekt gab es dagegen nicht bei denen, die freiwillig den gesunden Riegel gewählt hatten.

Wissen in Häppchen

Kleiner Becher hilft

Große Schüsseln verleiten dazu, viel Eis zu nehmen und es auch aufzuessen. In einem Experiment aßen die Testpersonen aus der Gruppe mit großen Schüsseln etwa ein Drittel mehr als die mit kleineren Schüsseln – ohne dass es ihnen auffiel. Dabei waren die Probanden alle selbst Ernährungsexperten.

Männer mögen Fleisch

Ein Vorurteil, das stimmt: Männer essen doppelt so viel Fleisch und Wurst wie Frauen. Das ergab die jüngste Nationale Verzehrstudie. Im Schnitt verspeisen sie 103 Gramm pro Tag, Frauen dagegen nur 53 Gramm.

Macht der Gewohnheit

Wer im Kino immer Popcorn isst, tut das auch dann, wenn es gar nicht schmeckt. Psychologen gaben Testpersonen am Eingang eines Kinos entweder frisches oder eine Woche altes Popcorn. Jene, die normalerweise im Kino kein Popcorn essen, verschmähten die alte Variante. Die Gewohnheitsesser dagegen verspeisten sie.

Sportgeräte statt Pillen

Eigentlich verleitet Fernsehen dazu, mehr zu essen, denn es lenkt ab. Das Gegenteil passiert aber, wenn man Werbung für Sportgeräte sieht. Auf Testesser in einer Studie wirkte das wie ein Appetitzügler – sie aßen weniger. Fazit: Solche Spots erinnern daran, dass Sport, Essen und Körperumfang zusammenhängen.

Männer kochen wenig

Traurig, aber wahr: Fast 40 Prozent der deutschen Männer haben noch nie einen Pfannkuchen zubereitet, fast die Hälfte hat noch nie eine Tomatensoße gekocht. Das enthüllte die Nationale Verzehrstudie.

Kantine und Überfressen

Kantine schmeckt

Über den Kantinenfraß zu meckern, gehört zum Ritual. Dabei sind die meisten zufrieden: 82 Prozent der Berufstätigen, die in Kantinen essen, haben am Geschmack der Gerichte nichts auszusetzen.

Kantinen-Lieblinge

Die Top Five, nach Zahlen des Marktführers für Kantinenverpflegung apetito, zeugen von wenig Experimentierfreude der Esser:

1. Currywurst & Pommes
2. Spaghetti Bolognese
3. Pizza
4. Gebackener Alaska- Seelachs mit Kartoffeln
5. Gegrillter Alaska- Seelachs mit Ratatouille und Kartoffeln

Biologie des Überfressens

Damit man weiteressen kann, obwohl der Bauch schon wehtut, setzt der Körper Opiate frei. Er folgt einem alten Instinkt: so viel wie möglich verputzen, wenn Essen da ist – wer weiß, wann es wieder was gibt. Beim Verspeisen leckerer Sachen wie Schokolade ist man generell weniger schmerzempfindlich.

Snack statt Mahlzeit

Ein Drittel der Jugendlichen zwischen 14 und 19 Jahren lässt fast täglich eine Hauptmahlzeit ausfallen und isst stattdessen nur einen Snack. Das zeigte die Nestlé Studie 2011.

Der Heiligenschein

Weil Bioprodukte ein so gutes Image haben, halten Menschen sie oft irrtümlich auch für kalorienarm und glauben, sie könnten davon mehr essen. Abnehmwillige Probanden einer Studie fanden es sogar akzeptabel, nach einem Biodessert auf Sport zu verzichten. Auch Bio könne dick machen, warnen die Autoren der Studie.

Das Verbot von Verboten gilt deshalb sowohl für Imbissbuden als auch für Betriebskantinen: »Man darf den Mitarbeitern auf keinen Fall das Gefühl geben, man wolle sie bevormunden«, sagt Ellrott. Auch grundsätzlich gesunde Menülinien in der Kantine dürfen nicht genussfeindlich sein: »Da sollen ruhig auch mal Schnitzel und Currywurst im Angebot sein, aber eben nicht jeden Tag«.

Dann kann man diese seltenen Momente auch gleich in einer Imbissbude wie der am Carlsplatz zelebrieren, mit Papptellern, Plastikgabeln und herrlichem Fettdunst in der Luft. »Und wenn man später ein schlechtes Gewissen bekommt, ist das doch gut«, sagt Freitag. »Daraus entsteht die Motivation, sich am nächsten Tag wieder gesund zu ernähren.«

Der Schreibtisch – Picknick am PC

Mittagspause? Für Berufstätige, die ständig unter Strom stehen, mag der Begriff fremd klingen, nach Behörden und alten Zeiten. Sie arbeiten durch, spielen zwischendurch vielleicht mal eine Runde Angry Birds oder unterbrechen die Arbeit kurz, um im Internet etwas zu bestellen. Die Schreibtisch-Picknicker holen sich nur schnell was und essen nebenbei.

»Essen wird zu einer Nebenhandlung, die sich den aktuellen Rahmenbedingungen anzupassen hat«, heißt es in der Nestlé Studie 2011. Das Institut für Demoskopie Allensbach befragte im Auftrag des Konzerns 10.000 Deutsche zu ihrem Essverhalten. Der Studie zufolge verliert der Alltag vieler Menschen immer weiter an Struktur. Gut ein Drittel der Bevölkerung hat inzwischen ständig oder zumindest teilweise einen unregelmäßigen Tagesablauf. Die Befragten gaben oft an, dass ihnen die Zeit fehle, sich so zu ernähren, wie sie es gerne möchten. Viele klagten, sie äßen zu unregelmäßig und zu viel zwischendurch.

Wer gehetzt isst, tut seinem Körper nichts Gutes. Hektik beeinträchtigt allein schon die Wahl des Essens. »Unterwegs nimmt man meist nicht das Gesündeste, sondern das Praktischste«, sagt Ernährungsmediziner Ellrott. »Einen Burger oder ein Teilchen kann man in einer Hand halten und mit der anderen gleichzeitig am Handy spielen, das geht mit Salat oder Gemüse nicht.« Noch gebe es zu wenige Angebote, um sich unterwegs etwas Gesundes zu holen.

Die Unternehmen scheinen sich aber allmählich auf die Bedürfnisse gehetzter Gesundesser einzustellen. In Düsseldorf gibt es in einer Einkaufsstraße seit Kurzem einen »Rewe to go«. Das Geschäft erinnert ein wenig an den Ladenbereich einer Tankstelle, nur dass es hier keine Zeitschriften gibt, sondern ausschließlich Essen. Die Wände sind grün gestrichen, am Eingang steht ein Kühlregal mit abgepacktem Obst und Gemüse. Wer es eilig hat, kann sich hier in Streifen geschnittenen Staudensellerie und Rettich mit Quarkdip, Salate oder Obst kaufen.

Leserkommentare
  1. Steht bei mir oft auf meinen eingefrorenen Portions-Tuppers mit leckeren Resten vom Wochenende, 100% selbstgemacht.
    Gerade auf meinem Teller: Lammbraten mit Weinsauce, Reis mit Salatgurken und Tomaten aus dem Garten (und gekauften Paprikaschoten, die sind eingegangen im Hochbeet).
    Im Frankfurter Westend findet man kaum etwas Bezahlbares als Sekretärin; die günstigen Sachen sind grenzwertig. FRoSTA ist eine sehr gute Alternative.
    Dass so viele Leute ohne Fix-Tüten nicht mehr kochen können, finde ich traurig.

    4 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    und dann im Büro ab in die Mikrowelle und dort so lange mit Strahlung beschießen bis das Essen heiß ist?

  2. gibt es wohl nur eine Möglichkeit, nämlich das Essen komplett einzustellen.

    Im Ersnt, was sollen all diese Tipps, die mehr verunsichern als helfen und morgen von neuen Studien wieder ad absurdum geführt werden können. Hut, für "Berater" und Konsorten wäre die Welt ärmer, aber eine Kleinigkeit steht dem "gesunden Essen" immer gegenüber. Sterben müssen wir nämlich alle, ob nun gesund ernährt oder nicht.

    11 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ..."sterben müssen wir alle"... danke für diese Binsenweisheit, die mit einem Rundumschlag jedes Gesundheitsbewusstsein ad absurdum führt. Natürlich müssen wir alle sterben, worum es bei der Ernährung geht ist: wie lange LEBEN wir und mit welcher QUALITÄT! Gesunde, ausgewogene (und trotzdem GENUSSVOLLE) Ernährung steigert Ihre Lebensqualität und verlängert das gesunde Leben. Schlimm genug, dass man so etwas überhaupt noch wiederholen muss...

    Und jetzt dürfen Sie wieder auf die Überholspur in Richtung letzte Ausfahrt!

    bevor du ihn kommentierst?

    • Fiesko
    • 02. Oktober 2012 20:31 Uhr

    ich kann Ihnen nur voll und ganz zustimmen! All diese tollen Ernährungsratschläge, deren Halbwertszeit mitunter kürzer ist als das Papier, worauf sie gedruckt sind, zum Verrotten bracht - cui bono? Hauptsächlich den Ernährungsberatern und Fernsehköchen, vermute ich. Dazu kommt, dass der Begriff "Ernährungswissenschaft", es tut mir leid es sagen zu müssen, fast ein Widerspruch in sich ist. Es gibt so gut wie keine Aussagen in dieser Disziplin, die nicht irgendwann widerrufen werden mussten. Ich weiss, dass ich nichts weiss - das wäre mal ein gutes Motto für alle in dieser Branche Tätigen. Verschont uns doch einfach mit euren Ratschlägen, bitte bitte.

  3. ..."sterben müssen wir alle"... danke für diese Binsenweisheit, die mit einem Rundumschlag jedes Gesundheitsbewusstsein ad absurdum führt. Natürlich müssen wir alle sterben, worum es bei der Ernährung geht ist: wie lange LEBEN wir und mit welcher QUALITÄT! Gesunde, ausgewogene (und trotzdem GENUSSVOLLE) Ernährung steigert Ihre Lebensqualität und verlängert das gesunde Leben. Schlimm genug, dass man so etwas überhaupt noch wiederholen muss...

    Und jetzt dürfen Sie wieder auf die Überholspur in Richtung letzte Ausfahrt!

    10 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Up, war gar nicht SO gemeint mit dem sterben, ich finde es nur mittlerweile extrem öde, wer einem versucht zu erzählen, was denn nun alles so toll gesund ist. ( Und wie bereits geschrieben, nach einem Jahr gilt immer genau das gegenteil )

    Ich denke mit einfachen, möglichst "naturnah" gezogenen Essensachen kann man nicht so viel falsch machen.

    • ludna
    • 02. Oktober 2012 14:06 Uhr

    heiss muss es sein
    und satt machen muss es.

    2 Leserempfehlungen
  4. und dann im Büro ab in die Mikrowelle und dort so lange mit Strahlung beschießen bis das Essen heiß ist?

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Büroessen "
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • KG
    • 02. Oktober 2012 15:17 Uhr

    Man entkommt der Strahlung einfach nicht mehr. Selbst wenn man um die Gefahren der Mikrowelle weiß und diese meidet. Dann sitzt man im Büro, isst einen kleinen Snack, vergisst dabei aber allzu leich, dass alle modernen Lampen aber ebenfalls elektromagnetische Strahlung im Bereich von 400-800 nm ausstrahlen. Aber genau wie bei den Mikrowellen: Es nützt der Industrie und der Staat tut nichts!
    Gleiches gilt bei modernen Heizkörpern. Die sparen zwar Energie, aber es ist erwiesen, dass die selbst ausgeschaltet, also bei Raumtemperatur bereits Strahlung mit Wellenlängen über 3µm abgeben. Aber dank der Loobyisten ist sowas frei verkäuflich!

    wo ist da das problem?

    • skeptik
    • 02. Oktober 2012 20:20 Uhr

    Die Mirkrowelle ist für Vitamine sogar eine schonende Methode.
    Strahlung ist, wie hier auf unterhaltsammer Weise :) angemerkt wurde ein weiter Begriff. Ionisierende Strahlung ("radioaktive" Strahlung)ist in höheren Dosen gefährlich, elektromagnetische Strahlung ist je nach Wellenlänge schädlich oder harmlos (254nm nicht gut ; 500 nm harmlos). Die Mikrowelle ist übrigens weitgehend abgeschirmt, so dass sie davor nicht ins bruzzeln geraten. Sorgen sollte man sich eher über Kanzerogene Stoffe, hormonähnliche Substanzen, Schwermetalle machen. Diesen sind wir auch ordentlich ausgesetzt. Oder über zuviel kaltes Licht fürs Auge, undiziplinierte Autofahrer, usw. Gefahren gibt es genug, da muss man nichts hinzudichten.

  5. Ein interessanter Artikel. Er zeigt wieder einmal wie tief verankert im Unbewussten unser Essverhalten ist. Und diese stammesgeschichtlichen Prägungen, die isich in Millionen jahren entwickelt haben, lassen sich nicht so einfach überschreiben. Zumal das Bewusstsein für gesundes Essen kaum 50 Jahre alt ist. Da ist es doch eher erstaunlich, dass es doch Menschen gibt, die in der Lage sind, sich gesund zu ernähren. Dabei erscheint mir die Fixierung auf "gesunde Ernährung" schon auch wieder problematisch zu sein. Ich könnte mir vorstellen, dass "gesundes Essen" auch nur in Verbindung mit einem "gesunden Leben" funktioniert, also mit ausreichender Bewegung, einer guten Balance zwischen Ruhe und Anforderungen, einem harmonischen sozialen Umfeld.
    Möglicherweise ist in solch einem "gesunden Leben" die Frage des "gesunden Essens" gar nicht mehr so problematisch, weil man dann eben auf die in Jahrtausenden dem Körper eigenen Verhaltensweisen zurückgreifen kann. Der nicht gestresste Körper hat nämlich durchaus ein Gefühl für die richtige Ernährung, man müsste ihm nur vertrauen.

    Allein an der Ernährung rumzudoktern dürfte deshalb ein problematischer Ansatz sein, man sollte das gesamte Lebensumfeld im Auge haben, auch gerade wenn es ums Essen geht.

    3 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    dass das Selbst-Kochen im Zuge der Vetreibung des "Heimchens" vom Herd ins Buero innerhalb zweier Generationen sich zu einer ausgestorbenen Kunst entwickelt hat.
    Dass man "Processed Food" (i.e. vorverarbeitet) durch Dekoration mit eine Salatbar als gutes und gesundes Essen maskieren will, egal ob im Restaurant oder daheim schnell zusammengeschmissen, ist ein Taueschungsmanoever.
    Wer nicht nur Ramsch essen will muss sich die Muehe machen "originale" Zutaten zu kaufen und die gesamte Zubereitung selbst zu machen.

    "Gesundes" Essen kann doch nur das sein, was "natürlich" verfügbar ist und weshalb unser Körper dahingehend durch die Evolution zusammengestrickt wurde. Dazu zählt zumindest für einen Teil der Menschheit die Kuhmilch, weil die Natur vor etwa 6 ka eben mal den Bauplanleicht geändert hat. Und das ist in den Grundzügen 1 Ma her, nicht erst 50 Jahre. Dieses Datum rührt davon her, dass uns irgendwelche Leute qua Amtes weismachen wollen, was angeblich gesund sei ...

  6. Up, war gar nicht SO gemeint mit dem sterben, ich finde es nur mittlerweile extrem öde, wer einem versucht zu erzählen, was denn nun alles so toll gesund ist. ( Und wie bereits geschrieben, nach einem Jahr gilt immer genau das gegenteil )

    Ich denke mit einfachen, möglichst "naturnah" gezogenen Essensachen kann man nicht so viel falsch machen.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Herrje..."
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Das leuchtet im ersten Moment ein.

    Allerdings zeigt die Geschichte auch, dass gerade durch den großen Abstand zur Natur, den wir in der zivilisierten Welt nun einmal haben, viele Dinge besser für uns laufen, als wenn wir naturnahe leben würden. So ist insbesondere die Lebenserwatung deutlich hochgegangen und die Kindersterblichkeit rapide gesunken. Sicherlich hat dies Grenzen und gerade hinsichtlich Allergien und Autoimmunkrankheiten werden uns was Hygiene und Sterilität antrifft harte Schranken aufgezeigt.

    Aber wieso sollte das mit dem Essen nicht ähnlich sein? Das wir nämlich unser Essen und Essverhalten gegenüber dem aus der Natur gebotenen Möglichkeiten optimieren können.

  7. „Wer sich bevormundet fühlt, reagiert leicht mit Ablehnung oder Trotz.“ Wie wahr! Nach Lektüre des Artikels habe ich so richtig Appetit auf eine Currywurst und werde gleich mal runter zur Imbissbude gehen.

    Ansonsten liest sich die Fixierung darauf, möglichst nicht zu viel zu essen - und schon gar nicht Fett oder Zucker! - die den ganzen Artikel durchzieht, wie ein Einstieg in die Psychologie von Magersucht. Dick wird man nicht durch Fett oder Zucker sondern dadurch, dass man mehr ist als man verbraucht. Wer sich vor Übergewicht sorgt, sollte lieber Sport machen anstatt permanent sein Essverhalten zu kontrollieren. Wenn ich mir meinen Bekanntenkreis angucke korreliert sportliche Aktivität deutlich stärker mit Schlankheit als das Essverhalten.

    Ansonsten ist die ganze Frage, ob ein Essen jetzt "gesund" ist oder nicht, wissenschaftlich viel weniger eindeutig als mancher es gerne hätte. Dass dreimal täglich Currywurst nicht zu empfehlen ist, leuchtet sicher jedem ein, aber wie denn die optimale Ernährung aussieht kann keiner mit Sicherheit sagen. Früher sollten es die Fette sein, die dick machen, heute die Kohlehydrate; die Ernährungswissenschaft hat in der Hinsicht sicher noch einen langen Weg vor sich.

    Lange Rede kurzer Sinn: Beim Essen ist für mich auch weiterhin das Wichtigste, dass es schmeckt und satt macht.

    10 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • snoek
    • 02. Oktober 2012 14:45 Uhr

    Das war auch mein Gedanke. Auch in seiner Sendung achtet Freitag sehr auf Fettfreiheit bei der Zubereitung. Das nervt.

    Zum Anderen wundert mich auch, dass Freitag das geschnittene, abgepackte Obst gut findet. In seiner Sendung hat er Salate getestet. Dabei kam heraus, dass die geschnittenen, abgepackten Salate oft mit Keimen oder Bakterien belastet waren und er eher vom Verzehr abraten würde. Seitdem habe ich nur noch Mitleid für die Leute, die sich diesen Mist kaufen.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Artikel Auf einer Seite lesen
  • Schlagworte Ernährung | Gesundheit | Psychologie | Nahrungsmittel | Essen
Service