Besser essen : Mahlzeit!
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Im Home-Office selber kochen?

Kurse in Achtsamem Essen können da weiterhelfen. Die Methode ist Teil der Achtsamkeitsmeditation, die aus dem Buddhismus stammt, aber an die Bedürfnisse westlicher Nichtesoteriker angepasst ist. Beim Achtsamen Essen geht es darum, etwa auf die Farben eines Apfels zu achten, vielleicht Unebenheiten auf der Schale zu ertasten, sich dann intensiv auf Duft und Geschmack zu konzentrieren und die Kaubewegungen zu spüren. Eben all das zu bemerken, was man nicht wahrnimmt, wenn man während des Essens am Computer sitzt oder mit dem Smartphone spielt. So merkt man womöglich auch besser, worauf man wirklich Appetit hat – und wann man satt ist.

Wie stark ein Meditationstraining das Essverhalten beeinflusst, ist noch nicht genau erforscht. Erste Untersuchungen zeigen aber, dass ein Programm im Achtsamen Essen, das die Psychologin Jean Kristeller von der Indiana State University entwickelt hat, Menschen mit Essstörungen wie Binge Eating hilft. Sie hatten danach weniger Heißhungerattacken und eine bessere Selbstkontrolle.

Die Küche zu Hause – Struktur hilft

In der eigenen Küche gibt es nun wirklich keine Ausreden mehr. Wer im Home-Office arbeitet und sich mittags selbst bekocht, wird nicht fremdbestimmt vom Kantinenangebot und auch nicht subtil von anderen Menschen manipuliert – er ist sein eigener Chefkoch. Oder?

»Zu Hause zu arbeiten und zu essen ist nicht automatisch die bessere Alternative«, sagt Thomas Ellrott. »Viele planen keine richtigen Pausen ein, sondern essen nur zwischendurch, das aber ständig.« Psychologen nennen dieses Verhalten »grazing«, weil auch Kühe auf der Weide den ganzen Tag lang fressen. »So kann man sich nur schwer auf das Essen einlassen und in Ruhe genießen«, warnt Ellrott.

Ein bisschen Disziplin hilft. Am besten sollte man sich schon am Vortag überlegen, was man kochen will, und entsprechend einkaufen. Denn wenn einen der Hunger überrascht, greift man schnell zur Tütensuppe. Und warum nicht einmal Nachbarn oder Kollegen zum Mittagessen einladen, die in der Nähe arbeiten? Dann ist eine Pausenzeit festgelegt, und man isst in Gesellschaft.

Und wer keine Lust hat, selbst zu kochen? Den könnte vielleicht Björn Freitags Erfahrung aus seiner Zeit als Fernsehkoch bei der Sendung Fast Food Duell überzeugen. Zusammen mit anderen Spitzenköchen besuchte er Privatleute in deren Wohnungen und kochte ihnen ein Mittagessen. Gleichzeitig brachte ein Lieferservice etwas. Dann wurde abgerechnet: Was war besser?

»Die Leute waren oft erstaunt, wie schnell Kochen geht«, sagt Björn Freitag. »Ihnen war bis dahin nicht bewusst, dass das Essen vom Lieferservice oft lange unterwegs und deshalb total matschig ist im Vergleich zum Selbstgekochten.« Bei den Dreharbeiten erkannte er auch: »Vielen fehlt die Fantasie zum Kochen, sie brauchen schon für die einfachsten Gerichte ein Rezept. Dann bestellen sie Penne all’arrabbiata oder Hühnercurry. Dabei kocht man solche Gerichte einmal, und dann kann man sie.«

Deshalb ermutigt er alle, die zu Hause arbeiten, selbst zu kochen. »Die Grundlagen kann man wirklich leicht lernen, davor muss niemand allzu großen Respekt haben«, sagt er (einfache Rezepte von Björn Freitag haben wir auf dieser Seite zusammengestellt). »Mein Hobby ist, beim Einkaufen immer die Produkte auszusuchen, die mir optisch am besten gefallen – besonders rote oder schön geformte Tomaten etwa. Dann hat man gleich einen anderen Bezug zum Essen, und das Kochen macht mehr Spaß.«

Vier Uhr nachmittags in Düsseldorf – Björn Freitag hat mit uns vier Stunden lang gegessen. Maultaschen, Suppe, gebackene Ente, gebratene Nudeln und Currywurst. Natürlich alles nur im Dienste der Erkenntnis, schließlich mussten wir die Gerichte gewissenhaft testen und unser Essverhalten genau beobachten. Es stimmt wohl: Man findet halt immer eine Ausrede, um etwas essen zu können.

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Kommentare

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Büroessen

Steht bei mir oft auf meinen eingefrorenen Portions-Tuppers mit leckeren Resten vom Wochenende, 100% selbstgemacht.
Gerade auf meinem Teller: Lammbraten mit Weinsauce, Reis mit Salatgurken und Tomaten aus dem Garten (und gekauften Paprikaschoten, die sind eingegangen im Hochbeet).
Im Frankfurter Westend findet man kaum etwas Bezahlbares als Sekretärin; die günstigen Sachen sind grenzwertig. FRoSTA ist eine sehr gute Alternative.
Dass so viele Leute ohne Fix-Tüten nicht mehr kochen können, finde ich traurig.

Strahlung überall!

Man entkommt der Strahlung einfach nicht mehr. Selbst wenn man um die Gefahren der Mikrowelle weiß und diese meidet. Dann sitzt man im Büro, isst einen kleinen Snack, vergisst dabei aber allzu leich, dass alle modernen Lampen aber ebenfalls elektromagnetische Strahlung im Bereich von 400-800 nm ausstrahlen. Aber genau wie bei den Mikrowellen: Es nützt der Industrie und der Staat tut nichts!
Gleiches gilt bei modernen Heizkörpern. Die sparen zwar Energie, aber es ist erwiesen, dass die selbst ausgeschaltet, also bei Raumtemperatur bereits Strahlung mit Wellenlängen über 3µm abgeben. Aber dank der Loobyisten ist sowas frei verkäuflich!

Eine nicht satirische Antwort:

Die Mirkrowelle ist für Vitamine sogar eine schonende Methode.
Strahlung ist, wie hier auf unterhaltsammer Weise :) angemerkt wurde ein weiter Begriff. Ionisierende Strahlung ("radioaktive" Strahlung)ist in höheren Dosen gefährlich, elektromagnetische Strahlung ist je nach Wellenlänge schädlich oder harmlos (254nm nicht gut ; 500 nm harmlos). Die Mikrowelle ist übrigens weitgehend abgeschirmt, so dass sie davor nicht ins bruzzeln geraten. Sorgen sollte man sich eher über Kanzerogene Stoffe, hormonähnliche Substanzen, Schwermetalle machen. Diesen sind wir auch ordentlich ausgesetzt. Oder über zuviel kaltes Licht fürs Auge, undiziplinierte Autofahrer, usw. Gefahren gibt es genug, da muss man nichts hinzudichten.

Nach dem Lesen des gesamten Artikels ...

gibt es wohl nur eine Möglichkeit, nämlich das Essen komplett einzustellen.

Im Ersnt, was sollen all diese Tipps, die mehr verunsichern als helfen und morgen von neuen Studien wieder ad absurdum geführt werden können. Hut, für "Berater" und Konsorten wäre die Welt ärmer, aber eine Kleinigkeit steht dem "gesunden Essen" immer gegenüber. Sterben müssen wir nämlich alle, ob nun gesund ernährt oder nicht.

Herrje...

..."sterben müssen wir alle"... danke für diese Binsenweisheit, die mit einem Rundumschlag jedes Gesundheitsbewusstsein ad absurdum führt. Natürlich müssen wir alle sterben, worum es bei der Ernährung geht ist: wie lange LEBEN wir und mit welcher QUALITÄT! Gesunde, ausgewogene (und trotzdem GENUSSVOLLE) Ernährung steigert Ihre Lebensqualität und verlängert das gesunde Leben. Schlimm genug, dass man so etwas überhaupt noch wiederholen muss...

Und jetzt dürfen Sie wieder auf die Überholspur in Richtung letzte Ausfahrt!

Naturnahe Nahrung

Das leuchtet im ersten Moment ein.

Allerdings zeigt die Geschichte auch, dass gerade durch den großen Abstand zur Natur, den wir in der zivilisierten Welt nun einmal haben, viele Dinge besser für uns laufen, als wenn wir naturnahe leben würden. So ist insbesondere die Lebenserwatung deutlich hochgegangen und die Kindersterblichkeit rapide gesunken. Sicherlich hat dies Grenzen und gerade hinsichtlich Allergien und Autoimmunkrankheiten werden uns was Hygiene und Sterilität antrifft harte Schranken aufgezeigt.

Aber wieso sollte das mit dem Essen nicht ähnlich sein? Das wir nämlich unser Essen und Essverhalten gegenüber dem aus der Natur gebotenen Möglichkeiten optimieren können.

Naturfernes Leben

Keine Ahnung was diese "zivilisierte Welt" sein soll, aber egal.

Zur Sache:

Grundsätzlich stimme ich Ihnen zu, dass Forschung und Technik uns das Leben leichter gemacht hat. "Leichter" mit "Besser" zu verwechseln ist jedoch ein fataler Fehler.

Sie sprechen bereits die Autoimmunerkrankungen und Allergien an, die oft zu den sogenannten "Zivilisationskrankheiten" (Besser Lebensumstandskrankheiten) gezählt werden. Dazu gehört aber auch die extrem verbreitete Adipositas, gerade weil wir nicht mehr Erdbeeren essen, sondern Erbeersauce.

In einer Dokumentation habe ich gehört, dass die Krebserkrankungen in sogenannten "Entwicklungsländern" in denen die Verschmutzung von Boden, Luft und Wasser noch nicht allzu weit fortgeschritten ist, kaum Krebserkrankungen auftreten.

Die Naturferne in der wir leben vermittelt uns durch ihre Bequemlichkeit ein trügerisches Bild.

Liebes Turbohuhn,

ich kann Ihnen nur voll und ganz zustimmen! All diese tollen Ernährungsratschläge, deren Halbwertszeit mitunter kürzer ist als das Papier, worauf sie gedruckt sind, zum Verrotten bracht - cui bono? Hauptsächlich den Ernährungsberatern und Fernsehköchen, vermute ich. Dazu kommt, dass der Begriff "Ernährungswissenschaft", es tut mir leid es sagen zu müssen, fast ein Widerspruch in sich ist. Es gibt so gut wie keine Aussagen in dieser Disziplin, die nicht irgendwann widerrufen werden mussten. Ich weiss, dass ich nichts weiss - das wäre mal ein gutes Motto für alle in dieser Branche Tätigen. Verschont uns doch einfach mit euren Ratschlägen, bitte bitte.

Das Essen ist nur ein Teil...

Ein interessanter Artikel. Er zeigt wieder einmal wie tief verankert im Unbewussten unser Essverhalten ist. Und diese stammesgeschichtlichen Prägungen, die isich in Millionen jahren entwickelt haben, lassen sich nicht so einfach überschreiben. Zumal das Bewusstsein für gesundes Essen kaum 50 Jahre alt ist. Da ist es doch eher erstaunlich, dass es doch Menschen gibt, die in der Lage sind, sich gesund zu ernähren. Dabei erscheint mir die Fixierung auf "gesunde Ernährung" schon auch wieder problematisch zu sein. Ich könnte mir vorstellen, dass "gesundes Essen" auch nur in Verbindung mit einem "gesunden Leben" funktioniert, also mit ausreichender Bewegung, einer guten Balance zwischen Ruhe und Anforderungen, einem harmonischen sozialen Umfeld.
Möglicherweise ist in solch einem "gesunden Leben" die Frage des "gesunden Essens" gar nicht mehr so problematisch, weil man dann eben auf die in Jahrtausenden dem Körper eigenen Verhaltensweisen zurückgreifen kann. Der nicht gestresste Körper hat nämlich durchaus ein Gefühl für die richtige Ernährung, man müsste ihm nur vertrauen.

Allein an der Ernährung rumzudoktern dürfte deshalb ein problematischer Ansatz sein, man sollte das gesamte Lebensumfeld im Auge haben, auch gerade wenn es ums Essen geht.

Sie koennen noch hinzufuegen,

dass das Selbst-Kochen im Zuge der Vetreibung des "Heimchens" vom Herd ins Buero innerhalb zweier Generationen sich zu einer ausgestorbenen Kunst entwickelt hat.
Dass man "Processed Food" (i.e. vorverarbeitet) durch Dekoration mit eine Salatbar als gutes und gesundes Essen maskieren will, egal ob im Restaurant oder daheim schnell zusammengeschmissen, ist ein Taueschungsmanoever.
Wer nicht nur Ramsch essen will muss sich die Muehe machen "originale" Zutaten zu kaufen und die gesamte Zubereitung selbst zu machen.

Unsinn

Berufstätigkeit der Frau und Selberkochen schließen sich doch nicht aus, wie kommen Sie denn darauf? Erstens können sich die Herren der Schöpfung auch gerne zum Kochen aufgerufen fühlen, und zweitens sind Frauen nun wirklich nicht so einseitig konstruiert, dass sie nur eines erlernen können, nämlich Kochen oder einen Beruf.

Und meinen Sie wirklich, die Frauen fühlen sich tatsächlich vom Herd ins Büro "vertrieben"? Ich würde eher denken, diejenigen, die sich die Mühe machen, einen Beruf zu erlernen, üben diesen dann auch recht gerne aus, egal ob Mann oder Frau.

Schade, dass Sie selber kochen offensichtlich als "Mühe" ansehen. Mir macht kochen jedenfalls Spaß und nein, ich werfe nicht irgendwelche Fertigdinger zusammen und hoffe.

... das Bewusstsein für gesundes Essen kaum 50 Jahre alt ...

"Gesundes" Essen kann doch nur das sein, was "natürlich" verfügbar ist und weshalb unser Körper dahingehend durch die Evolution zusammengestrickt wurde. Dazu zählt zumindest für einen Teil der Menschheit die Kuhmilch, weil die Natur vor etwa 6 ka eben mal den Bauplanleicht geändert hat. Und das ist in den Grundzügen 1 Ma her, nicht erst 50 Jahre. Dieses Datum rührt davon her, dass uns irgendwelche Leute qua Amtes weismachen wollen, was angeblich gesund sei ...