Für Trendsetter: E-Bikes

Ihr Reha-Image aus den Anfangsjahren haben die E-Bikes abgelegt, seit die Akkus und Motoren klein, leicht und leistungsfähig sind. E-Bike-Fahren ist hip und macht schnell süchtig. Sportliche Fahrer gleichen damit Leistungsunterschiede aus. Pendler wollen mit ihnen eigentlich nur schweißfrei zur Arbeit fahren. Ohne Kompromisse bei Bremse oder Schaltung einzugehen, ist das ab 1.800 Euro möglich. Der Porsche seiner Gattung ist ein Modell aus Titan. Es kostet 6.000 Euro, zwölf Stück davon baut Elektrolyte pro Jahr. Der kleine Nabenmotor im Hinterrad ist kaum auszumachen. Eine Zeit lang integrierten Designer die Akkus aus ästhetischen Gründen im Rahmen. Aber Vorsicht: Der Akkutausch kann dann problematisch werden.

Ein Miniaturmotor, der im Sitzrohr versenkt werden kann, inspirierte die Rennradszene bereits zu wilden Spekulationen. Der Vorwurf: Fahrraddoping. Einem Fahrer wurde nachgesagt, er habe den »Gruber Assist Nachbausatz« eingebaut und sich so 100 Watt Batteriekraft erschlichen. Nun will die UCI Scanner entwickeln, um versteckte Motoren im Rahmen aufzuspüren.

Für Pragmatiker: Falträder

Kaum gab es Fahrräder, da faltete man sie schon zusammen. Das erste bereits 1878. Es waren solide Velos, gebaut von Liebhabern oder für den Kriegseinsatz. Die Klappräder der 1970er Jahre haben ihren Ruf ruiniert. Dabei hatte erst wenige Jahre zuvor Sir Alex Moulton das System perfektioniert. Der Ingenieur hatte Hochdruckreifen auf 16-Zoll-Laufräder gezogen, Stoßdämpfer ins Gabelrohr gebaut und das Hinterrad mit einer Gummifederung versehen. Sein voll gefedertes Faltrad brillierte beim Zeitfahren und im Gelände.

Anders als Mountainbiker verschmilzt die kleine Gruppe der Faltradfahrer mit der Marke ihrer Wahl. Im Internet trifft man Birdy-Freunde und Bromptonauten. Letztere versammeln sich jedes Jahr zur Weltmeisterschaft beim »Bike Blenheim Palace«-Festival in Oxfordshire. Der Dresscode schreibt Sakko und Krawatte vor.

Traditionell kommen Faltradkäufer aus dem Jachtsport oder Caravaning. Packmaß und Aufbauzeit interessieren hier wenig. Anders bei Pendlern: Für sie ist nicht nur jede zusätzliche Sekunde beim Aufbau lästig, sondern auch ein großes Packmaß. Beides variiert je nach Modell. Stabil ist dagegen mit rund zehn Kilo das Gewicht. Der Preis liegt etwa ein Drittel höher als bei einem gleichwertigen nicht faltbaren Rad.