Synthetische Biologie "Leben entwickelt sich immer autonom"

Der Arzt und Ethiker Giovanni Maio spricht über die Grenze zwischen dem Lebendigen und der Maschine – und die Verantwortung der Biologen.

ZEIT Wissen: Herr Maio, die Synthetische Biologie will neue, maßgeschneiderte Mikroorganismen herstellen, um etwa im großen Stil Kraftstoffe und Chemikalien herzustellen. Diese Idee synthetischer Lebensformen erfüllt manche Menschen mit Unbehagen. Ist das berechtigt?

Giovanni Maio: Ja, durchaus. Wir haben es hier mit einer Vermischung der Konzepte Maschine und Leben zu tun, die problematisch ist. Eine Maschine funktioniert nach den Zielen, die der Produzent vorgibt. Leben entsteht aus sich selbst heraus und erhält sich selbst. Die Vorstellung, dass man nun Leben wie ein Produkt herstellen will, muss verstören.

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ZEIT Wissen: Ist das nicht eher ein philosophisches Problem?

Giovanni Maio

ist Professor an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und leitet dort das Institut für Ethik und Geschichte der Medizin. Er ist Mitglied verschiedener Ethikkommissionen und -beiräte.

Maio: Es ist mehr als das. Wenn die Biologen sagen, wir wollen Leben herstellen und haben das vollkommen im Griff, ist das ein Widerspruch in sich. Denn Leben ist immer autonom. Die Biologen müssten also zugeben, dass sie nicht mit Bestimmtheit sagen können, wie sich eine Lebensform weiterentwickelt und mit der Umwelt interagiert. Man kann diesen Organismus zwar einhegen, aber er wird immer irgendwo Kontakt zur Umwelt haben. Und was sich daraus entwickelt, können wir nicht vorhersagen.

ZEIT Wissen: Wenn die Synthetische Biologie sich damit begnügen würde, Genome nur zu verändern – wäre das dann unproblematisch?

Maio: Auch hier muss man vorsichtig sein. Wenn Organismen umgebaut werden, um für uns Rohstoffe herzustellen, wird Leben aus der Perspektive einer Verwertung betrachtet. Das ist vielleicht unproblematisch, solange es sich um Einzeller oder Pilze handelt. Indem wir aber Leben immer mehr in Verwertungszusammenhängen betrachten, verwischen wir die Grenze zwischen dem Lebendigen und der Maschine. Wer sagt, Leben sei im Grunde nichts anderes als eine komplexe Maschine, entwertet alles Lebendige.

ZEIT Wissen 6/2012
Dieser Text stammt aus dem aktuellen ZEIT Wissen Magazin, das am Kiosk erhältlich ist. Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen

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ZEIT Wissen: Die Verfechter der Synthetischen Biologie sagen, dass sie nichts anderes machen als Tier- und Planzenzüchter seit Jahrtausenden – nur viel präziser, weil sie direkt auf der Ebene der Gene eingreifen.

Maio: Vom Anspruch her verfolgt die Synthetische Biologie etwas Neues: Wir schaffen Leben – das ist der Mythos vom Golem. Diese mythische Vorstellung soll nun naturwissenschaftliche Praxis werden. Noch in den siebziger Jahren hätte niemand gesagt, er mache Gentechnik, um neues Leben zu erschaffen.

ZEIT Wissen: Sie haben hinsichtlich der Synthetischen Biologie einmal die These aufgestellt, es sei »nicht weise, die Evolution hinter sich lassen zu wollen«. Was meinen Sie damit?

Maio: Wenn man sagt: »Milliarden Jahre Evolution interessieren uns nicht mehr, wir wollen neu starten, wir können das besser«, dann verbirgt sich dahinter eine Hybris. Was bedeutet denn »besser«? Der Naturwissenschaftler kann Phänomene nur beschreiben, wie sie sind. Was besser und wertvoller ist, darüber können sich Kultur, Philosophie oder Theologie verständigen.

Geschichte der Synthetischen Biologie
1953

James Watson und Francis Crick klären die DNA- Struktur auf: Sie gleicht einer verdrillten Strickleiter.

1968

Hamilton Smith entdeckt, dass ein Restriktionsenzym die DNA auftrennt, bevor ein Gen ausgelesen wird.

1973

Stanley Cohen und Herbert Boyer fügen DNA in ein Bakteriengenom ein – der Beginn der Gentechnik.

1974

Der polnische Genetiker Wacław Szybalski prägt den Ausdruck »Synthetische Biologie«.

1975

Frederick Sanger sequenziert erstmals einen DNA- Abschnitt als eine Folge von genetischen Buchstaben.

1983

Kary Mullis erfindet die Polymerase-Kettenreaktion. Mit ihr lassen sich DNA-Sequenzen vervielfältigen.

1995

Robert Fleischmann ermittelt die erste komplette Gensequenz eines Lebewesens, eines Bakteriums.

2000

US-Forscher synthetisieren erstmals ein komplettes Genom, das des Hepatitis-C-Erregers.

2002

Eckard Wimmer synthetisiert das Genom eines künstlichen, in der Natur nicht vorhandenen Virus.

2003

Tom Knight, Drew Endy und Christopher Voigt starten das Register biologischer Standardteile.

2004

Am Massachusetts Institute of Technology findet die internationale Konferenz Synthetic Biology 1.0 statt.

2006

Das J. Craig Venter Institute veröffentlicht ein »Minimalgenom« aus 381 lebensnotwendigen Genen.

2007

Die Venter-Forscher transplantieren erstmals ein artfremdes Genom in ein Bakterium, das weiterlebt.

2011

Japanische Forscher verpflanzen ein Genom in künstliche Zellkörper, die sich daraufhin teilen.

ZEIT Wissen: Forschung hat seit je die Eigenart, dass all das praktisch umgesetzt wird, was möglich ist. Ist es eine trügerische Hoffnung, zu glauben, die Synthetische Biologie ließe sich begrenzen, zumal ihre Verfechter in ihr die Lösung des Energieproblems in Aussicht stellen?

Genetische Firewall
Klicken Sie auf das Bild, um zu lesen, wie Forscher mit synthetischer DNA dem Kampf gegen Viren aufnehmen.

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Maio: Ich kritisiere zunächst einmal den Ansatz, zu sagen, wir kennen schon das Produkt, bevor wir überhaupt wissen, wie Leben wirklich funktioniert. Da machen wir den zweiten Schritt vor dem ersten. Hier gibt es eine Parallele zur Genomforschung: Als im Jahr 2000 das menschliche Genom sequenziert worden war, prognostizierte man das Ende aller Krankheiten. Davon ist heute nichts zu sehen. Wir sollten eine qualitativ hochwertige biologische Forschung unterstützen. Aber die soll erst einmal herausfinden, was Leben eigentlich ist, und nicht gleich die Rettung der Welt in Aussicht stellen. Vor allem müssten wir aber dahin steuern, dass schon der Biologe im Labor sich beim Pipettieren über seine gesellschaftliche Verantwortung im Klaren ist. Ethisches Denken darf nicht erst in den Ethikgremien starten. Eine Ethik, die nur von außen etwas eindämmt, wird auf Dauer nicht funktionieren. Ich plädiere dafür, dass die Naturwissenschaft eine neue Scheu entwickeln muss. Eine Scheu davor, einen Schritt zu tun, von dem man nicht weiß, wohin er führt.

 
Leser-Kommentare
  1. Also zunächst einmal alles, was ohne menschliches Tun existiert.

    Aber auch, wenn sie vom Menschen beeinflusst wird - von der Makro- bis hin zur Quantenebene - bleibt sie doch Natur.

    Weiter noch: Da der Mensch Teil der Natur ist, würde ich in letzter Konsequenz grundsätzlich auch alles, was der Mensch hervorbringt, als natürlich bezeichnen. Denn auch alle vom Menschen geschaffene Technik ist letztlich das Ergebnis der natürlichen Evolution.

    Nun zum Leben: Es hat m.E. eine verlaufs- und eine gestaltbezogene Dimension. Aus der verlaufsbezogenen Perspektive steht es für natürliche, also in der Natur vorkommende Prozesse wie Proteinsynthese, Photosynthese etc., egal ob diese vom Menschen beeinflusst sind, oder nicht. Aus der gestaltbezogenen Perspektive, also strukturell, steht es für Organismen, also Systeme, deren Existenz auf derartigen Prozessen beruht.

    Leben kann also niemals synthetisch (künstlich) sein, eben weil es Natur ist und das Synthetische das Gegenteil des Natürlichen ist. Wenn man aber akzeptiert, dass auch das Synthetische natürlich ist (s.o.), dann ist "synthetisches Leben" eine logische Tautologie - und in jedem Fall begrifflicher Unsinn.

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    • Havara
    • 29.11.2012 um 22:52 Uhr

    Sie haben gerade die Galaxie, das Universum und alles in ihm enthaltene als natürlich definiert und damit die Begrifflichkeit ins absurde geführt. Glückwunsch.

    Wenn man alles was in der Natur vorkomm (a.k.a. alles was nicht vom Menschen stammt) & alles was vom Menschen stammt natürlich nennt, ja was ist denn dann nicht natürlich?

    • Havara
    • 29.11.2012 um 22:52 Uhr

    Sie haben gerade die Galaxie, das Universum und alles in ihm enthaltene als natürlich definiert und damit die Begrifflichkeit ins absurde geführt. Glückwunsch.

    Wenn man alles was in der Natur vorkomm (a.k.a. alles was nicht vom Menschen stammt) & alles was vom Menschen stammt natürlich nennt, ja was ist denn dann nicht natürlich?

    • Havara
    • 29.11.2012 um 22:52 Uhr

    Sie haben gerade die Galaxie, das Universum und alles in ihm enthaltene als natürlich definiert und damit die Begrifflichkeit ins absurde geführt. Glückwunsch.

    Wenn man alles was in der Natur vorkomm (a.k.a. alles was nicht vom Menschen stammt) & alles was vom Menschen stammt natürlich nennt, ja was ist denn dann nicht natürlich?

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    Nichts!

    Ich unterscheide, wie Sie #25 entnehmen können, zwischen Natur und Leben. Es gibt belebte (das Organische) und unbelebte Natur (Das Anorganische). Aber nur runter bis zur molekularen Ebene. Auf der atomaren und Quantenebene verschwindet der Unterschied.

    Wenn man alles was in der Natur vorkomm (a.k.a. alles was nicht vom Menschen stammt) & alles was vom Menschen stammt natürlich nennt, ja was ist denn dann nicht natürlich

    Vermutlich dürfen wir davon ausgehen, dass es nichts unnatürliches gibt, ohne das wir es in einem "Als Ob Konstrukt" annehmen.

    Und wir müssen uns daran erinnern, dass das, was wir beobachten, nicht die Natur selbst ist, sondern Natur,
    die unserer Art der Fragestellung ausgesetzt ist.
    - Heisenberg

    Nichts!

    Ich unterscheide, wie Sie #25 entnehmen können, zwischen Natur und Leben. Es gibt belebte (das Organische) und unbelebte Natur (Das Anorganische). Aber nur runter bis zur molekularen Ebene. Auf der atomaren und Quantenebene verschwindet der Unterschied.

    Wenn man alles was in der Natur vorkomm (a.k.a. alles was nicht vom Menschen stammt) & alles was vom Menschen stammt natürlich nennt, ja was ist denn dann nicht natürlich

    Vermutlich dürfen wir davon ausgehen, dass es nichts unnatürliches gibt, ohne das wir es in einem "Als Ob Konstrukt" annehmen.

    Und wir müssen uns daran erinnern, dass das, was wir beobachten, nicht die Natur selbst ist, sondern Natur,
    die unserer Art der Fragestellung ausgesetzt ist.
    - Heisenberg

    • t_t_h
    • 29.11.2012 um 23:00 Uhr

    Ich verstehe nicht ganz, was Sie mit "Ordnung" meinen.

    Eine "Maschine" ist ein von Menschen geschaffenes mechanisches System, dessen verhalten sich dank Kenntnis der Naturgesetze vorhersagbar verhält.

    Ein Organismus ist ein Biochemisches System, das sich im Laufe der Evolution selbst entwickelt hat und sich aufgrund seiner höheren Komplexität chaotischer verhält und schwerer vorhersagbar ist. Ihm zugrunde liegen aber die selben Gesetze der Chemie und Physik wie allem anderen auch.

    Wenn der Mensch in anderen organismen Gene verändert, austauscht und rekombiniert, so bleibt es immer noch ein Organismus, da die Grundbausteine ja auch aus organismen stammen. Ob nun auf der Mikroebene (Biotechnologie) oder auf der Makroebene(Landwirtschaft) in die Natur eingegriffen wird macht vielleicht aus Traditionalistischen gründen einen unterschied, aus Philosophischen gründen aber nicht.

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    meine ich Strukturen, die quantifizierbar sind und sich durch eine entsprechende Algebra beschreiben liessen. Allerdings, und das ist das Wesentliche in meiner Aussage, muss das nicht zwangsläufig bedeuten, dass man sie entdeckt, bzw. harren sie noch der Entdeckung. Diese könnten vielleicht Klarheit in der Unterscheidung bringen. Als Beispiel: Archimedes hat es geschafft dass Volumen einer Kugel zu berechnen, auf geometrische Weise. Er hatte nicht die Begrifflichkeiten der Analysis, die uns heute zur Verfügung stehen. Für uns ist es somit ein leichtes ein solches Objekt zu berechnen, für ihn war es ein gigantischer Akt und eine atemberaubende Leistung.
    Diese Ordnungen, in denen wir denken machen es erst möglich, dass wir konkret Dinge berechnen können, weil wir es dann schaffen in ihren Formaten zu "denken". Mechanische Kraft wird erst dadurch beschreibbar, das sie sich durch vektorielle Größen beschreiben läßt, also Betrag und Orientierung und natürlich erstmal ein Koordinatensystem. Ohne dem wird es schwierig entsprechend gelagerte Probleme zu analysieren und entsprechende Vorhersagen zu machen. Die Bemerkung des Foristen mit den endlichen Teilen war einfach zu schön, um zu ignoriert zu werden, allerdings stellt man schnell fest, das wir auch aus endlichen, wenn auch sehr vielen, Teilen zusammengesetzt sind. Das Dilemma könnte eben evtl. eine Ordnung lösen, die diese Dinge in einen höheren Kontext setzt und somit "Sinn" macht.

    "Eine "Maschine" ist ein von Menschen geschaffenes mechanisches System, dessen verhalten sich dank Kenntnis der Naturgesetze vorhersagbar verhält."

    Mir fallen da nicht nur mechanische Systeme ein. Ich würde noch präzisieren: dessen Verhalten sich Dank der Kenntnis der Naturgesetze im Rahmen DERER vorhersagbar verhält.

    "Ein Organismus ist ein Biochemisches System, das sich im Laufe der Evolution selbst entwickelt hat....Ihm zugrunde liegen aber die selben Gesetze der Chemie und Physik wie allem anderen auch.

    Sie sagen es selbst, "selbstentwickelt". Das ist der Knackpunkt. Ich fürchte uns fehlen hinreichende Bedingungen um das "selbstentwickelt" eindeutig zu beschreiben.

    "Wenn der Mensch in anderen organismen Gene verändert, austauscht und rekombiniert, so bleibt es immer noch ein Organismus"

    Das ist mir etwas zu leichtfertig, Verzeihung, aber hierzu schrieb ich ein einem der vorangehenden Komentare vom Zweck und der Eigenschaft als Definitionsmöglichkeit. Vielleicht handelt es sich auch hier um einen Dualismus, oder gar um eine Mehrdeutigkeit. In Anlehnung an z.B. das Elektron, das in gewisser Weise als Welle oder eben als Teilchen "existiert", oder sagen wir vorsichtiger sich so verhält wie eben dieses oder jenes. Die Quentenmechanik könnte hier vielleicht durch ihren Umgang mit solchen Objekten einen Beitrag liefern, um ein Verständnis darüber besser zu entwickeln.

    meine ich Strukturen, die quantifizierbar sind und sich durch eine entsprechende Algebra beschreiben liessen. Allerdings, und das ist das Wesentliche in meiner Aussage, muss das nicht zwangsläufig bedeuten, dass man sie entdeckt, bzw. harren sie noch der Entdeckung. Diese könnten vielleicht Klarheit in der Unterscheidung bringen. Als Beispiel: Archimedes hat es geschafft dass Volumen einer Kugel zu berechnen, auf geometrische Weise. Er hatte nicht die Begrifflichkeiten der Analysis, die uns heute zur Verfügung stehen. Für uns ist es somit ein leichtes ein solches Objekt zu berechnen, für ihn war es ein gigantischer Akt und eine atemberaubende Leistung.
    Diese Ordnungen, in denen wir denken machen es erst möglich, dass wir konkret Dinge berechnen können, weil wir es dann schaffen in ihren Formaten zu "denken". Mechanische Kraft wird erst dadurch beschreibbar, das sie sich durch vektorielle Größen beschreiben läßt, also Betrag und Orientierung und natürlich erstmal ein Koordinatensystem. Ohne dem wird es schwierig entsprechend gelagerte Probleme zu analysieren und entsprechende Vorhersagen zu machen. Die Bemerkung des Foristen mit den endlichen Teilen war einfach zu schön, um zu ignoriert zu werden, allerdings stellt man schnell fest, das wir auch aus endlichen, wenn auch sehr vielen, Teilen zusammengesetzt sind. Das Dilemma könnte eben evtl. eine Ordnung lösen, die diese Dinge in einen höheren Kontext setzt und somit "Sinn" macht.

    "Eine "Maschine" ist ein von Menschen geschaffenes mechanisches System, dessen verhalten sich dank Kenntnis der Naturgesetze vorhersagbar verhält."

    Mir fallen da nicht nur mechanische Systeme ein. Ich würde noch präzisieren: dessen Verhalten sich Dank der Kenntnis der Naturgesetze im Rahmen DERER vorhersagbar verhält.

    "Ein Organismus ist ein Biochemisches System, das sich im Laufe der Evolution selbst entwickelt hat....Ihm zugrunde liegen aber die selben Gesetze der Chemie und Physik wie allem anderen auch.

    Sie sagen es selbst, "selbstentwickelt". Das ist der Knackpunkt. Ich fürchte uns fehlen hinreichende Bedingungen um das "selbstentwickelt" eindeutig zu beschreiben.

    "Wenn der Mensch in anderen organismen Gene verändert, austauscht und rekombiniert, so bleibt es immer noch ein Organismus"

    Das ist mir etwas zu leichtfertig, Verzeihung, aber hierzu schrieb ich ein einem der vorangehenden Komentare vom Zweck und der Eigenschaft als Definitionsmöglichkeit. Vielleicht handelt es sich auch hier um einen Dualismus, oder gar um eine Mehrdeutigkeit. In Anlehnung an z.B. das Elektron, das in gewisser Weise als Welle oder eben als Teilchen "existiert", oder sagen wir vorsichtiger sich so verhält wie eben dieses oder jenes. Die Quentenmechanik könnte hier vielleicht durch ihren Umgang mit solchen Objekten einen Beitrag liefern, um ein Verständnis darüber besser zu entwickeln.

  2. Antwort auf "Alles oder nichts"
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    • Havara
    • 30.11.2012 um 11:23 Uhr

    Sie haben ja bis zu einem gewissen Grad Recht, allerdings führt diese Art an die Dinge hernzugehen m.M. nach nicht weit. Würde man sich auf diesselbe Art und Weise andere sprachliche Begriffe vornehmen, hätten wir in kürzester Zeit die halbe Sprache entsorgt. So würden quasi alle Bezeichnungen wie Tisch, Hund usw... ins nichts führen, denn im Endeffekt handelt es sich ja nur um Atome, Quanten und was darunter auch noch immer kommen mag. Also alles nur Quanten? Im sprachlichen Gebrauch machts mehr Sinn die menschlichen Konzepte (Hund, Tisch, natürlich) als solche hinzunehmen und nicht in zu kleine Einzelteile zu zerlegen.

    • R_IP
    • 30.11.2012 um 18:30 Uhr

    Logik nach Xdenker:

    "Was haben ein Schraubenschlüssel, ein Huhn und die Idee Gottes gemeinsam? Alles findet sich in dieser Welt wieder: Der Schraubenschlüssel und das Huhn materiell, die Idee Gottes in den Köpfen der Menschen. Weil alles in dieser Welt vorfindbar ist, hat alles mit allem alles gemeinsam."

    Wow, dass ich nicht selbst darauf gekommen bin! Eine unglaublich sinnvolle Aussage, und mit soviel Beweiskraft und Erkenntniswert! Vielleicht sollten Sie sich mal mit dem Verhältnis von >Natur< und >Kultur< auseinandersetzen, nur so am Rande...

    U.a. bei Gehlen, Freud, Adorno, Elias, Hegel, Foucault, Nietzsche, Rousseau, Vico etc. zu finden, anstatt dass Sie solche nichtssagenden Allsätze produzieren....

    • Havara
    • 30.11.2012 um 11:23 Uhr

    Sie haben ja bis zu einem gewissen Grad Recht, allerdings führt diese Art an die Dinge hernzugehen m.M. nach nicht weit. Würde man sich auf diesselbe Art und Weise andere sprachliche Begriffe vornehmen, hätten wir in kürzester Zeit die halbe Sprache entsorgt. So würden quasi alle Bezeichnungen wie Tisch, Hund usw... ins nichts führen, denn im Endeffekt handelt es sich ja nur um Atome, Quanten und was darunter auch noch immer kommen mag. Also alles nur Quanten? Im sprachlichen Gebrauch machts mehr Sinn die menschlichen Konzepte (Hund, Tisch, natürlich) als solche hinzunehmen und nicht in zu kleine Einzelteile zu zerlegen.

    • R_IP
    • 30.11.2012 um 18:30 Uhr

    Logik nach Xdenker:

    "Was haben ein Schraubenschlüssel, ein Huhn und die Idee Gottes gemeinsam? Alles findet sich in dieser Welt wieder: Der Schraubenschlüssel und das Huhn materiell, die Idee Gottes in den Köpfen der Menschen. Weil alles in dieser Welt vorfindbar ist, hat alles mit allem alles gemeinsam."

    Wow, dass ich nicht selbst darauf gekommen bin! Eine unglaublich sinnvolle Aussage, und mit soviel Beweiskraft und Erkenntniswert! Vielleicht sollten Sie sich mal mit dem Verhältnis von >Natur< und >Kultur< auseinandersetzen, nur so am Rande...

    U.a. bei Gehlen, Freud, Adorno, Elias, Hegel, Foucault, Nietzsche, Rousseau, Vico etc. zu finden, anstatt dass Sie solche nichtssagenden Allsätze produzieren....

    • Onexy
    • 29.11.2012 um 23:15 Uhr

    Wenn man beim nächsten Abendessen sowieso wieder ein Stück Tier isst.

  3. Ich unterscheide, wie Sie #25 entnehmen können, zwischen Natur und Leben. Es gibt belebte (das Organische) und unbelebte Natur (Das Anorganische). Aber nur runter bis zur molekularen Ebene. Auf der atomaren und Quantenebene verschwindet der Unterschied.

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "Alles oder nichts"
  4. meine ich Strukturen, die quantifizierbar sind und sich durch eine entsprechende Algebra beschreiben liessen. Allerdings, und das ist das Wesentliche in meiner Aussage, muss das nicht zwangsläufig bedeuten, dass man sie entdeckt, bzw. harren sie noch der Entdeckung. Diese könnten vielleicht Klarheit in der Unterscheidung bringen. Als Beispiel: Archimedes hat es geschafft dass Volumen einer Kugel zu berechnen, auf geometrische Weise. Er hatte nicht die Begrifflichkeiten der Analysis, die uns heute zur Verfügung stehen. Für uns ist es somit ein leichtes ein solches Objekt zu berechnen, für ihn war es ein gigantischer Akt und eine atemberaubende Leistung.
    Diese Ordnungen, in denen wir denken machen es erst möglich, dass wir konkret Dinge berechnen können, weil wir es dann schaffen in ihren Formaten zu "denken". Mechanische Kraft wird erst dadurch beschreibbar, das sie sich durch vektorielle Größen beschreiben läßt, also Betrag und Orientierung und natürlich erstmal ein Koordinatensystem. Ohne dem wird es schwierig entsprechend gelagerte Probleme zu analysieren und entsprechende Vorhersagen zu machen. Die Bemerkung des Foristen mit den endlichen Teilen war einfach zu schön, um zu ignoriert zu werden, allerdings stellt man schnell fest, das wir auch aus endlichen, wenn auch sehr vielen, Teilen zusammengesetzt sind. Das Dilemma könnte eben evtl. eine Ordnung lösen, die diese Dinge in einen höheren Kontext setzt und somit "Sinn" macht.

  5. "Eine "Maschine" ist ein von Menschen geschaffenes mechanisches System, dessen verhalten sich dank Kenntnis der Naturgesetze vorhersagbar verhält."

    Mir fallen da nicht nur mechanische Systeme ein. Ich würde noch präzisieren: dessen Verhalten sich Dank der Kenntnis der Naturgesetze im Rahmen DERER vorhersagbar verhält.

    "Ein Organismus ist ein Biochemisches System, das sich im Laufe der Evolution selbst entwickelt hat....Ihm zugrunde liegen aber die selben Gesetze der Chemie und Physik wie allem anderen auch.

    Sie sagen es selbst, "selbstentwickelt". Das ist der Knackpunkt. Ich fürchte uns fehlen hinreichende Bedingungen um das "selbstentwickelt" eindeutig zu beschreiben.

    "Wenn der Mensch in anderen organismen Gene verändert, austauscht und rekombiniert, so bleibt es immer noch ein Organismus"

    Das ist mir etwas zu leichtfertig, Verzeihung, aber hierzu schrieb ich ein einem der vorangehenden Komentare vom Zweck und der Eigenschaft als Definitionsmöglichkeit. Vielleicht handelt es sich auch hier um einen Dualismus, oder gar um eine Mehrdeutigkeit. In Anlehnung an z.B. das Elektron, das in gewisser Weise als Welle oder eben als Teilchen "existiert", oder sagen wir vorsichtiger sich so verhält wie eben dieses oder jenes. Die Quentenmechanik könnte hier vielleicht durch ihren Umgang mit solchen Objekten einen Beitrag liefern, um ein Verständnis darüber besser zu entwickeln.

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