Religion Warum wir glauben müssen

Religion geht uns immer weniger an, trotzdem werden wir religiöser. Und das ist auch gut so, schreibt Christian Schüle.

Unbefleckte Empfängnis? Da lacht doch heute jeder. Wundertaten eines Heiligen? Nette Märchengeschichte. Wiederauferstehung? Ist höchstens einmal passiert, also unglaubwürdig. Leben nach dem Tod? Schöne Idee, aber völlig unbewiesen. Kirchenschiffe leeren, Kirchenaustritte häufen sich. Von Seelsorge ist nicht mehr viel zu sehen, skateboardfahrende Pfarrer sind irgendwie lächerlich, und der Papst hat seine Kirche auf lebensferne »Entweltlichung« programmiert. Kurzum: Der Zeitgenosse hat andere Probleme und ist auf andere Problemlösungsstrategien angewiesen.

Ist er – wie zunehmend mehr Menschen – Atheist, glaubt er womöglich an Technologie und Bionahrung, an sozialen Frieden und Nachbarschaftshilfe. Oder konkreter: Ist er zum Beispiel Lehrer, glaubt er vielleicht an die Kraft der Poesie und humanistische Bildung; ist er Analyst an den Dax und die Börse. Der CEO glaubt an Kapitalakkumulation und Höhlenmeditation, der Unternehmer an ewigen Fortschritt und Reiki, der Chemiker an das Reich des Kohlenstoffs und die digitale Second World; der Astrophysiker an ferne Galaxien; der Psychoanalytiker ans Unbewusste; die Esoterikerin an spirituelle Energien; die Linke an die Revolution, die Rechte an die Kernfamilie, der Liberale an die Freiheit.

Anzeige

Fällt bei alldem nicht etwas ins Auge?

ZEIT Wissen 1/2013
Dieser Text stammt aus dem aktuellen ZEIT Wissen Magazin, das am Kiosk erhältlich ist. Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen

Dieser Text stammt aus dem aktuellen ZEIT Wissen Magazin, das am Kiosk erhältlich ist. Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen

An irgendetwas glauben alle. Das persönliche Wohlergehen, die Definition eines gelingenden Lebens, so scheint es trotz aller Diesseitigkeit, kommt ohne Glauben nicht aus. Man muss nicht an Gott glauben, um zu glauben. Man muss nicht Katholik sein, um anzubeten. Man muss sich nicht zum Protestantismus bekennen, um seinen Nächsten zu lieben. Wer aber glaubt, der Mensch komme ohne Glauben aus, der glaubt somit erstens selbst und macht zweitens die Rechnung ohne die Spezies Mensch. Das heißt: Der Mensch glaubt, weil er gar nicht anders kann, als zu glauben. Der Mensch ist von Natur aus religiös, und auch der Atheist ist ein homo naturaliter religiosus. Gibt es Beweise für eine solche These? Gibt es. Ausgerechnet durch die Wissenschaft.

Psychophysikalisch gesprochen, entspricht kaum etwas dem ausgeprägten Individualismus unserer Tage so sehr wie die Mystik der spirituellen Auffahrt. Der nach Prinzipien der Kausalität und Rationalität erzogene Atheist etwa lebt in einer total vermittelten Medienwelt: Für jedes Gefühl gibt es ein Medium, für jeden Erdwinkel ein Bild, für jede Frage eine Wikipedia-Antwort. Als ganzer Mensch aber hungert er nach Unmittelbarkeit. Er will spüren, sich und das Sein. Er will mitgerissen werden, in eine andere Dimension geraten. Er will erleben und auffahren. Und im mystischen Erlebnis der Verschmelzung mit diesem diffusen »Irgendwohin« seiner Auffahrt ist er selbst das Medium – Körper und Geist, Leib und Seele schließen sich kurz. Der Dualismus von Ich und Korpus, Außen und Innen ist aufgehoben. Und danach? Vielleicht ist der Atheist in der Wahrnehmung seiner selbst verändert, jedenfalls aber fühlt er sich für einen wie lange auch immer währenden Moment nicht mehr überflüssig und zufällig, sondern aufgehoben, geborgen und gewollt.

Rationales Denken

Ein Ball und ein Schläger kosten zusammen elf Dollar. Der Schläger kostet zehn Dollar mehr als der Ball – was kostet der Ball? Wer hier »einen Dollar« antwortet, ist mit höherer Wahrscheinlichkeit gläubiger als jemand, der die richtige Lösung, 50 Cent, nennt. Zu diesem Schluss kamen Forscher in einer Studie im April. Sie folgern, dass rationales Denken und Glauben sich gegenseitig behindern.

Rassismus

Allein das Denken an Religion kann rassistische Ressentiments verstärken. In einer Studie wurden US-Studenten unbewusst mit religiösen Begriffen konfrontiert, danach ihre Vorurteile mit Fragebögen ermittelt. Probanden, die Wörter wie Kirche und Jesus zu sehen bekamen, wurden als rassistischer gegenüber Schwarzen eingestuft als solche, die neutrale Wörter wie Butter und Hemd lasen.

Aberglaube

Aberglaube kann einen Teil der Moral stiftenden Funktion von Religion übernehmen. Das legt eine Studie von 2005 nahe: Hier betrogen Erwachsene seltener bei einem Computertest, wenn ihnen gesagt wurde, dass ein Geist im Raum sei. Bei abergläubischen Kindern wirkte die angebliche Anwesenheit einer unsichtbaren Prinzessin sogar so stark wie die Präsenz eines echten Erwachsenen.

So gut wie alle Riten und Zeremonien, die in älteren Kulturen mit dem Numinosen und Geheimnisvollen verbunden waren – Geistbeschwörungen etwa, Sonnenwendfeiern, Opferkulte –, sind im Zuge einer unterkühlten Zweck-Mittel-Rationalisierung des technischen Fortschritts entzaubert und entwertet worden.

Doch die helle Ratio, die Axt der Vernunft allein, so scheint es immer mehr, schlägt keine Bresche mehr zum Glück. Weil das Individuum ans Übersinnliche andocken will, gehen Grafikerinnen auf schamanische Reisen nach Hawaii, pilgern Bankangestellte zu den Urmenschen im peruanischen Regenwald und besuchen nachweislich gebildete Frauen immer und immer wieder Wochenendseminare oder spirituelle Sommerakademien, um sich bei einem Fest der Sinne in Meditationen, Kontemplationen, Tanz und Shiatsu an ihre Quelle, ihren Ursprung zu wagen. Es ist die Sehnsucht nach Übersetzung des kleinen Ich ins große Ganze. Der Blick geht dabei immer nach oben, dorthin, wo es offen und unbestimmt ist, weil unten doch alles determiniert scheint.

Fast immer beginnt diese Sehnsucht nach dem Oben, wenn sich der auspubertierte Mensch den großen Sinnfragen zuwendet: Ist das, was ich wahrnehme, wirklich? Gibt es einen Plan, der hinter allem steht? Wird mein Leben gelenkt? Das, sagen Religionspsychologen, sei jene Zeit, in der der Mensch bewusst erfährt, dass Glauben ein geistiges Vermögen ist. Auch der Atheist hat die Fähigkeit zu glauben, weil er die Fähigkeit hat, das Andere zu denken. Weil er sich hineindenken kann in das Gegenteil von Sein: in das Nichts. Und gerade weil der menschliche Geist zu dieser Entgrenzungserfahrung in der Lage ist, braucht er Sicherheit und Begrenzung – eine transzendente Heimat, ein metaphysisches Obdach, eine sinnreiche Antwort.

Einer der evolutionsbiologischen Vorteile des Glaubens, lehrt die Religionspsychologie, ist »Coping« (Alltagsbewältigung). Will heißen: Als Bewohner einer transzendenten Heimat (egal, welcher) wird der Mensch mit den Zumutungen und Bedrohungen des Alltags besser fertig. Im Glauben hat der oft beziehungslose Einzelne die Möglichkeit, sich selbst zu relativieren, weil Glaube immer eine Beziehung vermittelt. Evolutionspsychologisch betrachtet, ist Religiosität die einzig funktionierende Gemeinschaftsform, die den Egoismus zu reduzieren in der Lage ist.

Leser-Kommentare
  1. In der Tat bestreite ich, dass die Ursache für diesen furchtbaren Krieg in der Religion liegt. Der Anlass war der Fenstersturz zu Prag, ein politisches Ereignis. Wallenstein war nur an der Mehrung seines Reichtums interessiert, seine Horoskopgläubigkeit war weder katholisch noch evangelisch. Der katholische französische König griff auf "protestantischer" Seite in den Krieg ein. Nein, es ging um Machtpolitik. Die Religion war Katalysator und in einer Zeit, in der Nationalstaaten noch keine Rolle gespielt haben, eine prima Idee, um die Massen zu mobilisieren.

    4 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sie schreiben: "In der Tat bestreite ich, dass die Ursache für diesen furchtbaren Krieg in der Religion liegt."

    Steht ihnen frei. Wikipedia - und nicht nur die - meint dazu:

    /Zitat
    Der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 war ein Konflikt um die Hegemonie in Deutschland und Europa und zugleich ein Religionskrieg. In ihm entluden sich sowohl die Gegensätze zwischen der Katholischen Liga mit den kaiserlichen Truppen und der Protestantischen Union innerhalb des Heiligen Römischen Reiches als auch der habsburgisch-französische Gegensatz auf europäischer Ebene.
    (http://de.wikipedia.org/w...)
    Zitat/

    Der Boden dazu war von der Religion vorbereitet:

    /Zitat
    Gewalt galt überall als Beweis wahren Glaubens. Die Lutheraner griffen die Calvinisten in den Straßen Berlins an; katholische Priester in Bayern gingen bewaffnet, um sich verteidigen können; in Dresden hielt der Mob das Leichenbegängnis eines italienischen Katholiken auf und riss den Leichnam in Stücke; in den Straßen von Frankfurt am Mein kam es zu einer Prügelei zwischen einem protestantischen Pastor und einem katholischen Priester, und die calvinistischen Gottesdienste in der Steiermark wurden häufig durch Jesuiten unterbrochen, die verkleidet unter der Gemeinde anwesend ... waren ...

    Solche Dinge geschahen nicht alle Tage und nicht allerorten ... aber es gab keine Sicherheit ... überall, öffentlich und im geheimen, war Zündstoff angesammelt...
    (Wedgwood a.a.O. S. 41 f.)
    Zitat/

    Sie schreiben: "In der Tat bestreite ich, dass die Ursache für diesen furchtbaren Krieg in der Religion liegt."

    Steht ihnen frei. Wikipedia - und nicht nur die - meint dazu:

    /Zitat
    Der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 war ein Konflikt um die Hegemonie in Deutschland und Europa und zugleich ein Religionskrieg. In ihm entluden sich sowohl die Gegensätze zwischen der Katholischen Liga mit den kaiserlichen Truppen und der Protestantischen Union innerhalb des Heiligen Römischen Reiches als auch der habsburgisch-französische Gegensatz auf europäischer Ebene.
    (http://de.wikipedia.org/w...)
    Zitat/

    Der Boden dazu war von der Religion vorbereitet:

    /Zitat
    Gewalt galt überall als Beweis wahren Glaubens. Die Lutheraner griffen die Calvinisten in den Straßen Berlins an; katholische Priester in Bayern gingen bewaffnet, um sich verteidigen können; in Dresden hielt der Mob das Leichenbegängnis eines italienischen Katholiken auf und riss den Leichnam in Stücke; in den Straßen von Frankfurt am Mein kam es zu einer Prügelei zwischen einem protestantischen Pastor und einem katholischen Priester, und die calvinistischen Gottesdienste in der Steiermark wurden häufig durch Jesuiten unterbrochen, die verkleidet unter der Gemeinde anwesend ... waren ...

    Solche Dinge geschahen nicht alle Tage und nicht allerorten ... aber es gab keine Sicherheit ... überall, öffentlich und im geheimen, war Zündstoff angesammelt...
    (Wedgwood a.a.O. S. 41 f.)
    Zitat/

  2. Sie schreiben: " Das Sie nicht ganz verstanden haben was ich schrieb,"

    Nun sie schreiben: "Nur die Abwesenheit von Glauben hat unsere Gesellschaft so beschissen werden lassen."

    Die Behauptung scheint mir unmissverständlich: In unserer Gesellschaft geht es beschissen zu, weil viele Menschen keinem - vermutlich keinen christlichem - Glauben mehr anhängen.

    Dagegen nannte ich Beispiel aus dem Dreißigjährigen Krieg, in dem der Glaube stets präsent war, wo sogar Kanonen nach Aposteln benannt wurden und wo es - um ihre Worte zu gebrauchen - erheblich beschissener zuging als in der Gegenwart mit Glaubensmangel. Andere haben das noch etwas ergänzt durch "Unterdrückung von Frauen, Kreuzzüge, Inquisition, Dschihad (@423). Die Liste ließe sich fast endlos fortführen: Hexenverfolgung; Verfolgung von Andersgläubigen, Ketzern, von Wissenschaftlern, Missionierung mit Völkermord im Gefolge, Zerstörung einheimischer Kulturen ...

    Dass sie offensichtlich ihr eigenes Geschreibsel nicht verstehen - ich zitiere sie -

    "führe ich mal auf die allgemeine Schwäche hin, die 75% der Bervölkerung mit der Deutschen Sprache haben."

    [...]

    Meinerseits Ende der Diskussion mit ihnen.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Anfeindungen. Danke. Die Redaktion/cv

  3. Sie schreiben: "In der Tat bestreite ich, dass die Ursache für diesen furchtbaren Krieg in der Religion liegt."

    Steht ihnen frei. Wikipedia - und nicht nur die - meint dazu:

    /Zitat
    Der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 war ein Konflikt um die Hegemonie in Deutschland und Europa und zugleich ein Religionskrieg. In ihm entluden sich sowohl die Gegensätze zwischen der Katholischen Liga mit den kaiserlichen Truppen und der Protestantischen Union innerhalb des Heiligen Römischen Reiches als auch der habsburgisch-französische Gegensatz auf europäischer Ebene.
    (http://de.wikipedia.org/w...)
    Zitat/

    Der Boden dazu war von der Religion vorbereitet:

    /Zitat
    Gewalt galt überall als Beweis wahren Glaubens. Die Lutheraner griffen die Calvinisten in den Straßen Berlins an; katholische Priester in Bayern gingen bewaffnet, um sich verteidigen können; in Dresden hielt der Mob das Leichenbegängnis eines italienischen Katholiken auf und riss den Leichnam in Stücke; in den Straßen von Frankfurt am Mein kam es zu einer Prügelei zwischen einem protestantischen Pastor und einem katholischen Priester, und die calvinistischen Gottesdienste in der Steiermark wurden häufig durch Jesuiten unterbrochen, die verkleidet unter der Gemeinde anwesend ... waren ...

    Solche Dinge geschahen nicht alle Tage und nicht allerorten ... aber es gab keine Sicherheit ... überall, öffentlich und im geheimen, war Zündstoff angesammelt...
    (Wedgwood a.a.O. S. 41 f.)
    Zitat/

    Eine Leser-Empfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Die Ursache für die konfessionelle Spaltung war die politische Spaltung. Die Landesherren bestimmten die Religion, nicht umgekehrt. Und noch einmal: Der Auslöser für den 30j. Krieg war ein politischer Akt. Kriegsgegner und Koalitionen fanden sich quer durch die Konfessionen, je nach politischem Nutzen.
    Selbst die Reformation wäre schnell in sich zusammen gebrochen, wenn nicht starke Landesherren (Friedrich der Weise etc.) ein Interesse gehabt hätten, gegen Karl V. zu opponieren.

    Und ja: Wenn der Konflikt erst einmal ausgebrochen ist, dann können religiöse Gefühle, Motivationen etc. eine furchtbare Kraft entfalten. Das liegt m.E. auch daran, dass Religion Menschen Identität gibt; dass Religion Weltverständnis und Weltverhältnis definieren kann. Das meinte ich mit "Katalysatorwirkung". Seht übrigens auch bei Hasenclever.

    Die Ursache für die konfessionelle Spaltung war die politische Spaltung. Die Landesherren bestimmten die Religion, nicht umgekehrt. Und noch einmal: Der Auslöser für den 30j. Krieg war ein politischer Akt. Kriegsgegner und Koalitionen fanden sich quer durch die Konfessionen, je nach politischem Nutzen.
    Selbst die Reformation wäre schnell in sich zusammen gebrochen, wenn nicht starke Landesherren (Friedrich der Weise etc.) ein Interesse gehabt hätten, gegen Karl V. zu opponieren.

    Und ja: Wenn der Konflikt erst einmal ausgebrochen ist, dann können religiöse Gefühle, Motivationen etc. eine furchtbare Kraft entfalten. Das liegt m.E. auch daran, dass Religion Menschen Identität gibt; dass Religion Weltverständnis und Weltverhältnis definieren kann. Das meinte ich mit "Katalysatorwirkung". Seht übrigens auch bei Hasenclever.

  4. Die Ursache für die konfessionelle Spaltung war die politische Spaltung. Die Landesherren bestimmten die Religion, nicht umgekehrt. Und noch einmal: Der Auslöser für den 30j. Krieg war ein politischer Akt. Kriegsgegner und Koalitionen fanden sich quer durch die Konfessionen, je nach politischem Nutzen.
    Selbst die Reformation wäre schnell in sich zusammen gebrochen, wenn nicht starke Landesherren (Friedrich der Weise etc.) ein Interesse gehabt hätten, gegen Karl V. zu opponieren.

    Und ja: Wenn der Konflikt erst einmal ausgebrochen ist, dann können religiöse Gefühle, Motivationen etc. eine furchtbare Kraft entfalten. Das liegt m.E. auch daran, dass Religion Menschen Identität gibt; dass Religion Weltverständnis und Weltverhältnis definieren kann. Das meinte ich mit "Katalysatorwirkung". Seht übrigens auch bei Hasenclever.

    2 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • antlew
    • 21.12.2012 um 20:54 Uhr

    geht schon allein aus der tatsache hervor, dass das katholische frankreich auf seiten der antikaiserlichen allianz stand.

    Sie schreiben: "Die Ursache für die konfessionelle Spaltung war die politische Spaltung."

    Die Erkenntnis dürften sie exklusiv für sich beanspruchen. In Wirklichkeit zog die konfessionelle Spaltung (Reformation) die politische nach sich.

    Sie schrieben: "Die Landesherren bestimmten die Religion, nicht umgekehrt."

    Seit 1555, eine Folge der konfessionellen Spaltung, nicht ihre Ursache

    Sie schreiben: "Und noch einmal: Der Auslöser für den 30j. Krieg war ein politischer Akt."

    /Zitat
    Wie durch magnetische Kraft strömten die ungeeinten Teile der böhmischen Opposition zusammen: Die Protestanten waren ungehalten über die Vergewaltigung ihrer Privilegien, die Stadtbevölkerung fühlte sich durch einen Angriff auf die Rechte ... vor den Kopf gestoßen, und der Adel stürzte sich auf die Gelegenheit, die grundherrliche Macht der Kirche zu verkürzen ...

    Martinitz kam zuerst ran. "Jesus Maria!", schrie er und stürzte über das Fenstersims ... Einer der Rebellen beugte sich über das Sims und rief höhnisch: "Wir wollen doch sehen, ob ihm seine Maria hilft!"
    (Wedgwood a.a.O. S. 70 f.)
    Zitat/

    Sie schreiben: "Kriegsgegner und Koalitionen fanden sich quer durch die Konfessionen "

    Wikipedia gibt den Stand der Forschung korrekt wider;

    /Zitat
    Der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 war ein Konflikt um die Hegemonie in Deutschland und Europa und zugleich ein Religionskrieg.
    Zitat/

    Diskussion sind sinnlos, wenn Fakten geleugnet werden. Daher meinerseits Schluss damit.

    • antlew
    • 21.12.2012 um 20:54 Uhr

    geht schon allein aus der tatsache hervor, dass das katholische frankreich auf seiten der antikaiserlichen allianz stand.

    Sie schreiben: "Die Ursache für die konfessionelle Spaltung war die politische Spaltung."

    Die Erkenntnis dürften sie exklusiv für sich beanspruchen. In Wirklichkeit zog die konfessionelle Spaltung (Reformation) die politische nach sich.

    Sie schrieben: "Die Landesherren bestimmten die Religion, nicht umgekehrt."

    Seit 1555, eine Folge der konfessionellen Spaltung, nicht ihre Ursache

    Sie schreiben: "Und noch einmal: Der Auslöser für den 30j. Krieg war ein politischer Akt."

    /Zitat
    Wie durch magnetische Kraft strömten die ungeeinten Teile der böhmischen Opposition zusammen: Die Protestanten waren ungehalten über die Vergewaltigung ihrer Privilegien, die Stadtbevölkerung fühlte sich durch einen Angriff auf die Rechte ... vor den Kopf gestoßen, und der Adel stürzte sich auf die Gelegenheit, die grundherrliche Macht der Kirche zu verkürzen ...

    Martinitz kam zuerst ran. "Jesus Maria!", schrie er und stürzte über das Fenstersims ... Einer der Rebellen beugte sich über das Sims und rief höhnisch: "Wir wollen doch sehen, ob ihm seine Maria hilft!"
    (Wedgwood a.a.O. S. 70 f.)
    Zitat/

    Sie schreiben: "Kriegsgegner und Koalitionen fanden sich quer durch die Konfessionen "

    Wikipedia gibt den Stand der Forschung korrekt wider;

    /Zitat
    Der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 war ein Konflikt um die Hegemonie in Deutschland und Europa und zugleich ein Religionskrieg.
    Zitat/

    Diskussion sind sinnlos, wenn Fakten geleugnet werden. Daher meinerseits Schluss damit.

    • antlew
    • 21.12.2012 um 20:54 Uhr

    geht schon allein aus der tatsache hervor, dass das katholische frankreich auf seiten der antikaiserlichen allianz stand.

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "Ursache und Wirkung"
    • antlew
    • 21.12.2012 um 21:04 Uhr

    in ihrer affirmativen erklärung, atheisten würden das gebot ablehnen, wegen angeblicher doppelzüngigkeit.
    das erscheint in der tat kleingeistig.

    Eine Leser-Empfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sie lesen meinen Beitrag nochmal in Ruhe, bevor Sie mir falsche Aussagen unterstellen. Ich halte unhaltbare Unterstellungen für viel kleingeistiger.

    Sie lesen meinen Beitrag nochmal in Ruhe, bevor Sie mir falsche Aussagen unterstellen. Ich halte unhaltbare Unterstellungen für viel kleingeistiger.

  5. K Nr. 5: "Atheist: "Der freilich glaubt, dass es Gott nicht gibt. Daran aber glaubt er." Nein. Dieser fundamentale Satz ist schlicht falsch".

    Warum ist die Aussage, ein Atheist glaubt, dass es einen Gott nicht gibt, falsch? Weiß denn ein Atheist, dass es einen Gott nicht gibt? Kann er das wissen? Kann er es beweisen? Glaubt er nicht lediglich zu wissen, dass es einen Gott nicht gibt?

    Menschen, die an einen Gott glauben, wissen nicht, ob es einen Gott gibt, sie glauben es, sind sich dessen gewiss, empfinden es als Tatsache, ohne es (in naturwissenschaftlichem Sinne / beweisbar) zu wissen. In gleicher Weise glauben Atheisten das Gegenteil. Diese glauben nicht an einen Gott, obwohl sie die Nicht-Existenz eines Gottes nicht beweisen können. Ich weiß, hier wird gerne eingewandt, die Nicht-Existenz von etwas kann man nicht beweisen. Doch das ist kein Argument für, sondern gegen die Meinung der dies Einwendenden. Gerade weil man die Nichtexistenz von etwas nicht beweisen kann, können Atheisten nicht wissen, dass es einen Gott nicht gibt. Da sie es nicht wissen (können), sich ihrer Sicht aber gewiss sind, handelt es sich bei ihrer Gewissheit um einen Glauben.

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "Irreführung"
  6. oh nein werter user, ich verteidige singers utilitaristische schlußfolgerungen genausowenig wie ich martin luthers antisemitismus verteidige. ich schrieb ihnen lediglich dass ich es recht populistisch empfinde die beiden darauf zu reduzieren.

    und nachdem ich dass interview auf welches sie sich wohl beziehen jetzt gefunden habe, lese ich folgendes:

    "Auf dieser tieferen Verständnisebene der Fabel ist auch klar, dass es sich bei dem „Tempel", den nur Juden betreten dürfen, nicht bloß um irgendeine normale Synagoge handelt, sondern um „den" Tempel schlechthin, das „Allerheiligste" des religiösen Judentums. Warum also lässt der Rabbi Ferkel und Igel dort nicht hinein, während Bischof und Mufti die beiden mit offenen Armen empfangen? Ganz einfach, weil Christentum und Islam im Unterschied zum Judentum missionarische Religionen sind. Sie sind darauf ausgerichtet, ihre Anhängerschaft stetig zu vergrößern - ein Aspekt, der dem Judentum fern ist. Deshalb treten der Bischof und der Mufti am Anfang auch so sympathisch-werbend auf. Umso enttäuschter sind sie natürlich, als sie feststellen müssen, dass Ferkel und Igel ihnen nicht auf den Leim gehen... "

    http://hpd.de/node/3741

    das können sie als gute oder schlechte metapher verstehen oder sogar als ausrede: daraus einen antisemitismusvorwurf zu stricken ist schlicht eine verharmlosung echten antisemitismus....

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    aus dem Beleg geht, dass Singer ein eindeutiger Euthanasiebefürworter ist.
    Dies ergibt sich folgerichtig aus seinem Utilitarismus. Der Einwand, man könne ihn nicht darauf reduzieren, ist eine typische pappkameradenrhetorik, da niemand diesen Anspruch geltend machte. Gleichwohl ist der Einwand so geistreich, wie wenn einer im Falle der betreffenden Thesenvertreter von vor 70 Jahren, einwände, diese seien nicht auf die Euthanasiebefürwortung zu reduzieren.
    Fakt ist, dass Singer den Mord an Hämophilen, als Beispiel für Behinderte generell, in Betracht zieht. Und dass Schmidt-Salomon dies honoriert, indem er dem Mann den GBS-Pteis zukommen läßt und die betreffenden Thesen verharmlost.

    Töricht auch die Ausrede, mit der Lüge des Ferkelbuches, dass Nichtjuden angeblich keine Synagoge betreten dürften, sei ein ominöses Allerheiligstes gemeint. Ein solches nicht betretbares gibt es im Judentum nicht. Und der Versuch, geltend zu machen, damit sei die Tatsache gemeint, dass das Judentum nicht missioniere, könnte lächerlicher nicht sein, da dies nur entsprechen würde, wenn niemand dem Judentum beitreten könnte. Dass dies Unsinn ist, dürfte allgemein bekannt sein.
    Indes ist es aber tatsächlich Nichtmuslimen verboten den Bereich der Kaaba zu betreten.
    Da scheint es doch merkwürdig, dass die autoren dem Judentum vorwerfen, was auf den Islam teilweise zutrifft.
    Der Sachvrhalt, dass Juden in dem Buch mit besonderer Häme bedacht werden, wird hier nochmals bestätigt.

    aus dem Beleg geht, dass Singer ein eindeutiger Euthanasiebefürworter ist.
    Dies ergibt sich folgerichtig aus seinem Utilitarismus. Der Einwand, man könne ihn nicht darauf reduzieren, ist eine typische pappkameradenrhetorik, da niemand diesen Anspruch geltend machte. Gleichwohl ist der Einwand so geistreich, wie wenn einer im Falle der betreffenden Thesenvertreter von vor 70 Jahren, einwände, diese seien nicht auf die Euthanasiebefürwortung zu reduzieren.
    Fakt ist, dass Singer den Mord an Hämophilen, als Beispiel für Behinderte generell, in Betracht zieht. Und dass Schmidt-Salomon dies honoriert, indem er dem Mann den GBS-Pteis zukommen läßt und die betreffenden Thesen verharmlost.

    Töricht auch die Ausrede, mit der Lüge des Ferkelbuches, dass Nichtjuden angeblich keine Synagoge betreten dürften, sei ein ominöses Allerheiligstes gemeint. Ein solches nicht betretbares gibt es im Judentum nicht. Und der Versuch, geltend zu machen, damit sei die Tatsache gemeint, dass das Judentum nicht missioniere, könnte lächerlicher nicht sein, da dies nur entsprechen würde, wenn niemand dem Judentum beitreten könnte. Dass dies Unsinn ist, dürfte allgemein bekannt sein.
    Indes ist es aber tatsächlich Nichtmuslimen verboten den Bereich der Kaaba zu betreten.
    Da scheint es doch merkwürdig, dass die autoren dem Judentum vorwerfen, was auf den Islam teilweise zutrifft.
    Der Sachvrhalt, dass Juden in dem Buch mit besonderer Häme bedacht werden, wird hier nochmals bestätigt.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service