Religion Warum wir glauben müssen
Religion geht uns immer weniger an, trotzdem werden wir religiöser. Und das ist auch gut so, schreibt Christian Schüle.
Unbefleckte Empfängnis? Da lacht doch heute jeder. Wundertaten eines Heiligen? Nette Märchengeschichte. Wiederauferstehung? Ist höchstens einmal passiert, also unglaubwürdig. Leben nach dem Tod? Schöne Idee, aber völlig unbewiesen. Kirchenschiffe leeren, Kirchenaustritte häufen sich. Von Seelsorge ist nicht mehr viel zu sehen, skateboardfahrende Pfarrer sind irgendwie lächerlich, und der Papst hat seine Kirche auf lebensferne »Entweltlichung« programmiert. Kurzum: Der Zeitgenosse hat andere Probleme und ist auf andere Problemlösungsstrategien angewiesen.
Ist er – wie zunehmend mehr Menschen – Atheist, glaubt er womöglich an Technologie und Bionahrung, an sozialen Frieden und Nachbarschaftshilfe. Oder konkreter: Ist er zum Beispiel Lehrer, glaubt er vielleicht an die Kraft der Poesie und humanistische Bildung; ist er Analyst an den Dax und die Börse. Der CEO glaubt an Kapitalakkumulation und Höhlenmeditation, der Unternehmer an ewigen Fortschritt und Reiki, der Chemiker an das Reich des Kohlenstoffs und die digitale Second World; der Astrophysiker an ferne Galaxien; der Psychoanalytiker ans Unbewusste; die Esoterikerin an spirituelle Energien; die Linke an die Revolution, die Rechte an die Kernfamilie, der Liberale an die Freiheit.
Fällt bei alldem nicht etwas ins Auge?
Dieser Text stammt aus dem aktuellen ZEIT Wissen Magazin, das am Kiosk erhältlich ist. Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen
An irgendetwas glauben alle. Das persönliche Wohlergehen, die Definition eines gelingenden Lebens, so scheint es trotz aller Diesseitigkeit, kommt ohne Glauben nicht aus. Man muss nicht an Gott glauben, um zu glauben. Man muss nicht Katholik sein, um anzubeten. Man muss sich nicht zum Protestantismus bekennen, um seinen Nächsten zu lieben. Wer aber glaubt, der Mensch komme ohne Glauben aus, der glaubt somit erstens selbst und macht zweitens die Rechnung ohne die Spezies Mensch. Das heißt: Der Mensch glaubt, weil er gar nicht anders kann, als zu glauben. Der Mensch ist von Natur aus religiös, und auch der Atheist ist ein homo naturaliter religiosus. Gibt es Beweise für eine solche These? Gibt es. Ausgerechnet durch die Wissenschaft.
Psychophysikalisch gesprochen, entspricht kaum etwas dem ausgeprägten Individualismus unserer Tage so sehr wie die Mystik der spirituellen Auffahrt. Der nach Prinzipien der Kausalität und Rationalität erzogene Atheist etwa lebt in einer total vermittelten Medienwelt: Für jedes Gefühl gibt es ein Medium, für jeden Erdwinkel ein Bild, für jede Frage eine Wikipedia-Antwort. Als ganzer Mensch aber hungert er nach Unmittelbarkeit. Er will spüren, sich und das Sein. Er will mitgerissen werden, in eine andere Dimension geraten. Er will erleben und auffahren. Und im mystischen Erlebnis der Verschmelzung mit diesem diffusen »Irgendwohin« seiner Auffahrt ist er selbst das Medium – Körper und Geist, Leib und Seele schließen sich kurz. Der Dualismus von Ich und Korpus, Außen und Innen ist aufgehoben. Und danach? Vielleicht ist der Atheist in der Wahrnehmung seiner selbst verändert, jedenfalls aber fühlt er sich für einen wie lange auch immer währenden Moment nicht mehr überflüssig und zufällig, sondern aufgehoben, geborgen und gewollt.
- Rationales Denken
Ein Ball und ein Schläger kosten zusammen elf Dollar. Der Schläger kostet zehn Dollar mehr als der Ball – was kostet der Ball? Wer hier »einen Dollar« antwortet, ist mit höherer Wahrscheinlichkeit gläubiger als jemand, der die richtige Lösung, 50 Cent, nennt. Zu diesem Schluss kamen Forscher in einer Studie im April. Sie folgern, dass rationales Denken und Glauben sich gegenseitig behindern.
- Rassismus
Allein das Denken an Religion kann rassistische Ressentiments verstärken. In einer Studie wurden US-Studenten unbewusst mit religiösen Begriffen konfrontiert, danach ihre Vorurteile mit Fragebögen ermittelt. Probanden, die Wörter wie Kirche und Jesus zu sehen bekamen, wurden als rassistischer gegenüber Schwarzen eingestuft als solche, die neutrale Wörter wie Butter und Hemd lasen.
- Aberglaube
Aberglaube kann einen Teil der Moral stiftenden Funktion von Religion übernehmen. Das legt eine Studie von 2005 nahe: Hier betrogen Erwachsene seltener bei einem Computertest, wenn ihnen gesagt wurde, dass ein Geist im Raum sei. Bei abergläubischen Kindern wirkte die angebliche Anwesenheit einer unsichtbaren Prinzessin sogar so stark wie die Präsenz eines echten Erwachsenen.
So gut wie alle Riten und Zeremonien, die in älteren Kulturen mit dem Numinosen und Geheimnisvollen verbunden waren – Geistbeschwörungen etwa, Sonnenwendfeiern, Opferkulte –, sind im Zuge einer unterkühlten Zweck-Mittel-Rationalisierung des technischen Fortschritts entzaubert und entwertet worden.
Doch die helle Ratio, die Axt der Vernunft allein, so scheint es immer mehr, schlägt keine Bresche mehr zum Glück. Weil das Individuum ans Übersinnliche andocken will, gehen Grafikerinnen auf schamanische Reisen nach Hawaii, pilgern Bankangestellte zu den Urmenschen im peruanischen Regenwald und besuchen nachweislich gebildete Frauen immer und immer wieder Wochenendseminare oder spirituelle Sommerakademien, um sich bei einem Fest der Sinne in Meditationen, Kontemplationen, Tanz und Shiatsu an ihre Quelle, ihren Ursprung zu wagen. Es ist die Sehnsucht nach Übersetzung des kleinen Ich ins große Ganze. Der Blick geht dabei immer nach oben, dorthin, wo es offen und unbestimmt ist, weil unten doch alles determiniert scheint.
Fast immer beginnt diese Sehnsucht nach dem Oben, wenn sich der auspubertierte Mensch den großen Sinnfragen zuwendet: Ist das, was ich wahrnehme, wirklich? Gibt es einen Plan, der hinter allem steht? Wird mein Leben gelenkt? Das, sagen Religionspsychologen, sei jene Zeit, in der der Mensch bewusst erfährt, dass Glauben ein geistiges Vermögen ist. Auch der Atheist hat die Fähigkeit zu glauben, weil er die Fähigkeit hat, das Andere zu denken. Weil er sich hineindenken kann in das Gegenteil von Sein: in das Nichts. Und gerade weil der menschliche Geist zu dieser Entgrenzungserfahrung in der Lage ist, braucht er Sicherheit und Begrenzung – eine transzendente Heimat, ein metaphysisches Obdach, eine sinnreiche Antwort.
Einer der evolutionsbiologischen Vorteile des Glaubens, lehrt die Religionspsychologie, ist »Coping« (Alltagsbewältigung). Will heißen: Als Bewohner einer transzendenten Heimat (egal, welcher) wird der Mensch mit den Zumutungen und Bedrohungen des Alltags besser fertig. Im Glauben hat der oft beziehungslose Einzelne die Möglichkeit, sich selbst zu relativieren, weil Glaube immer eine Beziehung vermittelt. Evolutionspsychologisch betrachtet, ist Religiosität die einzig funktionierende Gemeinschaftsform, die den Egoismus zu reduzieren in der Lage ist.
- Datum 19.12.2012 - 16:38 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT Wissen
- Kommentare 771
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:






"Spirituelle Wege versuchen eine Ordnung darzustellen in der wir nicht verrückt werden."
Falsch, Spirituelle Wege versuchen etwas zu erklären, wofür es schon eine Ordnung gibt, diese Ordnung nennen wir gemeinhin physikalische Gesetze, und keine höhere Instanzen geben diesen Gesetzen Wahrheit sondern die Experimentalphysik.
Allerdings sind viele dieser Gleichungen schwierig zu verstehen, aber nur weil man etwas nicht versteht ist es dennoch da.
Bspw. ist eine Sonnenfinsterniss kein Zeichen Gottes, kein Zufall, oder eine Strafe für schlechtes Karma. Es ist schlicht ein Ereignis bei dem sich der Mond vor die Sonne schiebt, da Sonne, Mond und Erde in einer Linie stehen.
"Letztlich gilt es z.B. um die Frage. Wohin gehe ich wenn ich sterbe."
Klar, das Paradies, Nirvana, der Himmel oder Wallhall scheinen schöne Aussichten zu sein, doch was ist falsch an der Erklärung das sich mit dem Einstellen der Lebensfunktionen der Tod einstellt, somit stirbt auch das Gehrin, "denken" und "fühlen" sind durch fehlender Herz- und Hirnleistung nicht mehr möglich, somit kann man in einer "anderen Welt" keine Interaktionen mehr vornehmen.
Und am Ende bleibt nunmal das Nichts, jeder Mensch stirbt, das ist Fakt, und niemand ist jemals zurückgekommen, ebenfalls Fakt, somit ist es verständlicher, das man nach dem Leben, einfach tot ist.
Zitat Humanist:
"Falsch, Spirituelle Wege versuchen etwas zu erklären, wofür es schon eine Ordnung gibt, diese Ordnung nennen wir gemeinhin physikalische Gesetze, und keine höhere Instanzen geben diesen Gesetzen Wahrheit sondern die Experimentalphysik."
Die Naturwissenschaft erklärt lediglich den Mechanismus, wie Dinge ablaufen, sowie die von ihnen erklärte Sonnenfinsternis.
Es wäre auch falsch zu sagen, ich weiss wie die Technik des Automobils abläuft, daher gibt es keinen Ingenieur der das Auto erdacht und geschaffen hat. Klassischer atheistischer Fehler, sie verwechseln Mechanismus und Agens(die verursachende kraft)
Naturwissenschaft liefert keine Erklärung für die Entstehung des Universums, durch was der Urknall ausgelöst wurde oder wer ihn verursacht hat. Naturwissenschaft ist in Raum und Zeit gefangen und kann keine Supernaturalität erklären oder begründen warum es objektive Moral gibt.
Da laut Christlichem Verständnis Jesus Christus vom Tode auferstanden ist müssen sie den Beweis durchführen, das er nicht auferstanden ist um das "Nichts" nach dem Tod zu beweisen. Bin mal gespannt, wie sie das beweisen wollen.
"Spirituelle Wege versuchen etwas zu erklären, wofür es schon eine Ordnung gibt, diese Ordnung nennen wir gemeinhin physikalische Gesetze, und keine höhere Instanzen geben diesen Gesetzen Wahrheit sondern die Experimentalphysik."
Physikalische Gesetze kann man nicht als "wahr" bezeichnen. Sie sind Modelle einer beschränkten Wirklichkeit, die bisher nicht widerlegt wurden. Sie sind auch nur widerlegbar und nicht beweisbar, da schon ein einziges Gegenbeispiel reichen würde, das wir bisher vielleicht nur noch nicht erkannt haben.
Desweiteren sind sie nur Hilfsmittel, mit deren Hilfe wir unsere Erfahrung strukturieren. Und das hat nicht ein Theologe gesagt, sondern ein Physiker.
Zitat Humanist:
"Falsch, Spirituelle Wege versuchen etwas zu erklären, wofür es schon eine Ordnung gibt, diese Ordnung nennen wir gemeinhin physikalische Gesetze, und keine höhere Instanzen geben diesen Gesetzen Wahrheit sondern die Experimentalphysik."
Die Naturwissenschaft erklärt lediglich den Mechanismus, wie Dinge ablaufen, sowie die von ihnen erklärte Sonnenfinsternis.
Es wäre auch falsch zu sagen, ich weiss wie die Technik des Automobils abläuft, daher gibt es keinen Ingenieur der das Auto erdacht und geschaffen hat. Klassischer atheistischer Fehler, sie verwechseln Mechanismus und Agens(die verursachende kraft)
Naturwissenschaft liefert keine Erklärung für die Entstehung des Universums, durch was der Urknall ausgelöst wurde oder wer ihn verursacht hat. Naturwissenschaft ist in Raum und Zeit gefangen und kann keine Supernaturalität erklären oder begründen warum es objektive Moral gibt.
Da laut Christlichem Verständnis Jesus Christus vom Tode auferstanden ist müssen sie den Beweis durchführen, das er nicht auferstanden ist um das "Nichts" nach dem Tod zu beweisen. Bin mal gespannt, wie sie das beweisen wollen.
"Spirituelle Wege versuchen etwas zu erklären, wofür es schon eine Ordnung gibt, diese Ordnung nennen wir gemeinhin physikalische Gesetze, und keine höhere Instanzen geben diesen Gesetzen Wahrheit sondern die Experimentalphysik."
Physikalische Gesetze kann man nicht als "wahr" bezeichnen. Sie sind Modelle einer beschränkten Wirklichkeit, die bisher nicht widerlegt wurden. Sie sind auch nur widerlegbar und nicht beweisbar, da schon ein einziges Gegenbeispiel reichen würde, das wir bisher vielleicht nur noch nicht erkannt haben.
Desweiteren sind sie nur Hilfsmittel, mit deren Hilfe wir unsere Erfahrung strukturieren. Und das hat nicht ein Theologe gesagt, sondern ein Physiker.
>> Wer sind die Lice? <<
... zu deutsch: Läuse. Keine Läuse. Ist doch ein Statement, oder? Aber darum geht es nicht, es geht um die 42 ;-)
Das ist der einzige Kommentar,der mir gefällt.
Es ist lustig, welchen "Glaubenskrieg" dieser pompöse Artikel entfacht.
Über 900 Jahre hat die christliche Kirche unseren Kulturkreis dominiert. Der Kaiser war die weltliche Autorität Gottes auf Erden. Die Leute hielten alles Mögliche für ein Zeichen - teils mit bösen Folgen.
Dann kamen Aufklärung und Refomation und damit neben religiöser Toleranz (und der Erlaubnis von ZINSgeschäfte auch für Nichtjuden) die Suche diverser Philosophen, allen voran Kant, nach einer dem Menschen innewohnenden Vernunft und Toleranz. die subjektiven Rechte eines jeden sollten unantastbar sein: die Menschenrechte.
Heute aber GLAUBT keiner mehr irgendwas, was man nicht fotografieren kann und was nicht durch geglaubte Experten per Statistik irgendwie als Mehrheitsmeinung nachgewiesen ist. Man hat sich auf NORMUNG und Ausgrenzung von allem verständigt, was dazu nicht passt. Statt der heiligen nun die Unheilige Inquisition. Das ist auch nicht besser, als das, was unter kirchlichem Einfluss jahrhundertelang passierte.
Ansonsten empfehle ich - neben douglas Adams - den alten Fritz: jeder soll nach seiner Facon selig werden!
Das ist der einzige Kommentar,der mir gefällt.
Es ist lustig, welchen "Glaubenskrieg" dieser pompöse Artikel entfacht.
Über 900 Jahre hat die christliche Kirche unseren Kulturkreis dominiert. Der Kaiser war die weltliche Autorität Gottes auf Erden. Die Leute hielten alles Mögliche für ein Zeichen - teils mit bösen Folgen.
Dann kamen Aufklärung und Refomation und damit neben religiöser Toleranz (und der Erlaubnis von ZINSgeschäfte auch für Nichtjuden) die Suche diverser Philosophen, allen voran Kant, nach einer dem Menschen innewohnenden Vernunft und Toleranz. die subjektiven Rechte eines jeden sollten unantastbar sein: die Menschenrechte.
Heute aber GLAUBT keiner mehr irgendwas, was man nicht fotografieren kann und was nicht durch geglaubte Experten per Statistik irgendwie als Mehrheitsmeinung nachgewiesen ist. Man hat sich auf NORMUNG und Ausgrenzung von allem verständigt, was dazu nicht passt. Statt der heiligen nun die Unheilige Inquisition. Das ist auch nicht besser, als das, was unter kirchlichem Einfluss jahrhundertelang passierte.
Ansonsten empfehle ich - neben douglas Adams - den alten Fritz: jeder soll nach seiner Facon selig werden!
Wie Karl May über die Indianer urteilt Schüle über Atheisten: Was man nicht kennt, kann man nicht verstehen.
Nein, ich glaube nicht. Ich glaube auch nicht, dass es keinen Gott gibt; ich bin sicher. So sicher wie dass es keinen Pumuckl gibt (oder ist das etwa auch "Glaube"?)
Ich brauche keinen Glauben fürs Glück. Glück und Trost finde ich bei Mitmenschen, meiner Familie, meinen Freunden. Das geht den Glaubenden nicht anders, bei dem ewig schweigenden Gott hat noch keiner Trost gefunden. Man lese die Briefe von Mutter Theresa, die unter schrecklichem Verlassenheits-Gefühl litt.
Glaube ist eine Art Endorphin: Es macht uns die Angst vor der eigenen Vergänglichkeit erträglich. Die Gretchenfrage lautet also: Will ich mich betäuben lassen, oder will ich die (auch mal schmerzhafte) Wahrheit in ganzer Tiefe erfassen. Ich jedenfalls finde zweiteres spannender.
dass Menschen sich ändern können,
dass sie krank werden können und
dass sie letztendlich sterben.
Dann haben sie keinen mehr ....
Verständlich, dass manche einen ewigen unwandelbaren und unsterblichen Gott vorziehen, dessen Sympathie sie sich immer sicher sein können.
Wie Karl May über die Indianer urteilt Schüle über Atheisten: Was man nicht kennt, kann man nicht verstehen.
Na, gottseidank haben dafür Sie Glauben und Religion in all ihren Facetten restlos verstanden *pruuuust*
dass Menschen sich ändern können,
dass sie krank werden können und
dass sie letztendlich sterben.
Dann haben sie keinen mehr ....
Verständlich, dass manche einen ewigen unwandelbaren und unsterblichen Gott vorziehen, dessen Sympathie sie sich immer sicher sein können.
Wie Karl May über die Indianer urteilt Schüle über Atheisten: Was man nicht kennt, kann man nicht verstehen.
Na, gottseidank haben dafür Sie Glauben und Religion in all ihren Facetten restlos verstanden *pruuuust*
@ZEIT, Sie schreiben, dass man über die unbefleckte Empfängnis heute lache.
Ich vermute, dass Sie da auch einem Irrtum aufgesessen sind.
Die "unbefleckte" Empfängnis bedeutet nicht, dass Spermien nicht zum Einsatz kamen, also so eine Art Parthenogenese, sondern dass die Zeugung und Geburt Jesu "frei von der Erbsünde" waren, damit er Gottes Sohn sein konnte.
Ich habe einen Teil der Kommentare gelesen, nicht alle. Vielleicht wurde Ihnen das schon mal gesagt.
Ein päpstliches Dogma in der Mitte des 19.Jhd.
Ich bin aber nicht katholisch, andere können das vielleicht ausführlicher erklären.
Das ist der einzige Kommentar,der mir gefällt.
Es ist lustig, welchen "Glaubenskrieg" dieser pompöse Artikel entfacht.
Über 900 Jahre hat die christliche Kirche unseren Kulturkreis dominiert. Der Kaiser war die weltliche Autorität Gottes auf Erden. Die Leute hielten alles Mögliche für ein Zeichen - teils mit bösen Folgen.
Dann kamen Aufklärung und Refomation und damit neben religiöser Toleranz (und der Erlaubnis von ZINSgeschäfte auch für Nichtjuden) die Suche diverser Philosophen, allen voran Kant, nach einer dem Menschen innewohnenden Vernunft und Toleranz. die subjektiven Rechte eines jeden sollten unantastbar sein: die Menschenrechte.
Heute aber GLAUBT keiner mehr irgendwas, was man nicht fotografieren kann und was nicht durch geglaubte Experten per Statistik irgendwie als Mehrheitsmeinung nachgewiesen ist. Man hat sich auf NORMUNG und Ausgrenzung von allem verständigt, was dazu nicht passt. Statt der heiligen nun die Unheilige Inquisition. Das ist auch nicht besser, als das, was unter kirchlichem Einfluss jahrhundertelang passierte.
Ansonsten empfehle ich - neben douglas Adams - den alten Fritz: jeder soll nach seiner Facon selig werden!
dass Menschen sich ändern können,
dass sie krank werden können und
dass sie letztendlich sterben.
Dann haben sie keinen mehr ....
Verständlich, dass manche einen ewigen unwandelbaren und unsterblichen Gott vorziehen, dessen Sympathie sie sich immer sicher sein können.
"Verständlich, dass manche einen ewigen unwandelbaren und unsterblichen Gott vorziehen, dessen Sympathie sie sich immer sicher sein können."
Was habe ich von so einer Sympathie-Illusion? Die hilft vielleicht über manchen Härtefall hinweg - aber wie soll die Glücklich machen?
Wie gesagt, lesen Sie die Briefe von Mutter Theresa: Sie hat schwer darunter gelitten, dass ihr nie ein Gott antwortete.
"Verständlich, dass manche einen ewigen unwandelbaren und unsterblichen Gott vorziehen, dessen Sympathie sie sich immer sicher sein können."
Was habe ich von so einer Sympathie-Illusion? Die hilft vielleicht über manchen Härtefall hinweg - aber wie soll die Glücklich machen?
Wie gesagt, lesen Sie die Briefe von Mutter Theresa: Sie hat schwer darunter gelitten, dass ihr nie ein Gott antwortete.
Zitat Humanist:
"Falsch, Spirituelle Wege versuchen etwas zu erklären, wofür es schon eine Ordnung gibt, diese Ordnung nennen wir gemeinhin physikalische Gesetze, und keine höhere Instanzen geben diesen Gesetzen Wahrheit sondern die Experimentalphysik."
Die Naturwissenschaft erklärt lediglich den Mechanismus, wie Dinge ablaufen, sowie die von ihnen erklärte Sonnenfinsternis.
Es wäre auch falsch zu sagen, ich weiss wie die Technik des Automobils abläuft, daher gibt es keinen Ingenieur der das Auto erdacht und geschaffen hat. Klassischer atheistischer Fehler, sie verwechseln Mechanismus und Agens(die verursachende kraft)
Naturwissenschaft liefert keine Erklärung für die Entstehung des Universums, durch was der Urknall ausgelöst wurde oder wer ihn verursacht hat. Naturwissenschaft ist in Raum und Zeit gefangen und kann keine Supernaturalität erklären oder begründen warum es objektive Moral gibt.
Da laut Christlichem Verständnis Jesus Christus vom Tode auferstanden ist müssen sie den Beweis durchführen, das er nicht auferstanden ist um das "Nichts" nach dem Tod zu beweisen. Bin mal gespannt, wie sie das beweisen wollen.
In der Bibel steht das Jesus tot war, es wurden aber - verständlicherweise - keine Maßnahmen getroffen um den Tod festzustellen, Scheintod wäre die logischere Erklärung, oder Koma, heute stehen Menschen auf die 20 Jahre lang im Koma lagen. Auch wurde durch Experimente bewiesen das bei der Kreuzigung keine Nägel sondern Seile, eingesetzt wurden, da der menschliche Körper schlicht weg, abgerutscht wäre.
Die Ursache des Scheintodes kann entweder die hohe Hitze Palästinas sein, oder der Blutverlust durch den Lanzenstoß von Longinus. Das Aufwachen aus der Ohnmacht oder "Auferstehung" kann sich dadurch erklären das die Öle dieser Zeit aus Salmiak und Weihrauch bestanden, was als bewusstseinsfördern gilt.
So kann er einfach aus dem Grab entkommen sein, und Jerusalem verlassen haben, das sagt nämlich der Islam über Jesus.
Somit müsste man mir beweisen das es sich um einen echten Tod handelte und nicht um eine Ohnmacht, Scheintod oder Koma.
"durch was der Urknall ausgelöst wurde oder wer ihn verursacht hat."
Das zu erklären würde den Rahmen sprengen, da es höhere Kosmologie ist, Fakt ist, die Galaxie breitet sich aus, war vor 14 mrd. Jahren auch schon so, und am Anfang war das Atom, welches sich ebenfalls ausdehnte. Natürlich, noch ist das alles bloße Theorie, aber jede Reaktion, braucht eine direkte Aktion, und der Glaube, oder das "Intelligent Design" gibt darauf keine Antworten, sondern nur Antworten, die man ebenfalls nicht beantworten kann, oder will.
"Da laut Christlichem Verständnis Jesus Christus vom Tode auferstanden ist müssen sie den Beweis durchführen, das er nicht auferstanden ist um das "Nichts" nach dem Tod zu beweisen. Bin mal gespannt, wie sie das beweisen wollen."
Derselben Logik zufolge wünsche ich Ihnen viel Spaß, mir zu belegen, dass Maria tatsächlich Jungfrau war, es keine pinken Maulwürfe gibt, Aristoteles nicht auferstanden ist usw.
"Da laut Christlichem Verständnis Jesus Christus vom Tode auferstanden ist müssen sie den Beweis durchführen, das er nicht auferstanden ist um das "Nichts" nach dem Tod zu beweisen."
Nein, muss er nicht: "...the philosophic burden of proof lies upon a person making scientifically unfalsifiable claims rather than shifting the burden of proof to others, specifically in the case of religion." (Aus dem Artikel Russell's teapot, englische Wikipedia)
In der Bibel steht das Jesus tot war, es wurden aber - verständlicherweise - keine Maßnahmen getroffen um den Tod festzustellen, Scheintod wäre die logischere Erklärung, oder Koma, heute stehen Menschen auf die 20 Jahre lang im Koma lagen. Auch wurde durch Experimente bewiesen das bei der Kreuzigung keine Nägel sondern Seile, eingesetzt wurden, da der menschliche Körper schlicht weg, abgerutscht wäre.
Die Ursache des Scheintodes kann entweder die hohe Hitze Palästinas sein, oder der Blutverlust durch den Lanzenstoß von Longinus. Das Aufwachen aus der Ohnmacht oder "Auferstehung" kann sich dadurch erklären das die Öle dieser Zeit aus Salmiak und Weihrauch bestanden, was als bewusstseinsfördern gilt.
So kann er einfach aus dem Grab entkommen sein, und Jerusalem verlassen haben, das sagt nämlich der Islam über Jesus.
Somit müsste man mir beweisen das es sich um einen echten Tod handelte und nicht um eine Ohnmacht, Scheintod oder Koma.
"durch was der Urknall ausgelöst wurde oder wer ihn verursacht hat."
Das zu erklären würde den Rahmen sprengen, da es höhere Kosmologie ist, Fakt ist, die Galaxie breitet sich aus, war vor 14 mrd. Jahren auch schon so, und am Anfang war das Atom, welches sich ebenfalls ausdehnte. Natürlich, noch ist das alles bloße Theorie, aber jede Reaktion, braucht eine direkte Aktion, und der Glaube, oder das "Intelligent Design" gibt darauf keine Antworten, sondern nur Antworten, die man ebenfalls nicht beantworten kann, oder will.
"Da laut Christlichem Verständnis Jesus Christus vom Tode auferstanden ist müssen sie den Beweis durchführen, das er nicht auferstanden ist um das "Nichts" nach dem Tod zu beweisen. Bin mal gespannt, wie sie das beweisen wollen."
Derselben Logik zufolge wünsche ich Ihnen viel Spaß, mir zu belegen, dass Maria tatsächlich Jungfrau war, es keine pinken Maulwürfe gibt, Aristoteles nicht auferstanden ist usw.
"Da laut Christlichem Verständnis Jesus Christus vom Tode auferstanden ist müssen sie den Beweis durchführen, das er nicht auferstanden ist um das "Nichts" nach dem Tod zu beweisen."
Nein, muss er nicht: "...the philosophic burden of proof lies upon a person making scientifically unfalsifiable claims rather than shifting the burden of proof to others, specifically in the case of religion." (Aus dem Artikel Russell's teapot, englische Wikipedia)
Wie schön, dass Sie auf den Falisfikationismus verweisen.
Ich hoffe Sie wissen, dass:
a.) Konzepte von Wissenschaftlichkeit, Theorien über Wahrheit usw. dem Wandel unterliegen.
b.) Der Falsifikationismus nicht der Wahrheit letzter Schluss ist. Sie und viele andere argumentieren mit diesem wie mit einer Glaubensregel. Er ist in erster Linie aber eine erkenntniswissenschaftliche Methode, mit Stärken und Schwächen, wie alle anderen auch, und damit kritisier- und hinterfragbar. Wir werden nicht bis in alle Ewigkeit an diesem Konzept festhalten, einige tun dies schon heute nicht.
c.) Der Falsifikationismus ist auch in praktischer Hinsicht nicht der Wahrheit letzter Schluss. Transzendente Entitäten wie Gott, Ideen usw. können nicht falsifiziert werden, eine Aussage über Religion ist also durch ihn nicht möglich.
" Transzendente Entitäten wie Gott, Ideen usw. können nicht falsifiziert werden, eine Aussage über Religion ist also durch [Falsifikationismus] nicht möglich."
Das ist ja auch genau das Problem. Deswegen lehnt der gesunde Menschenverstand nicht-falisifizierbare Aussagen, inklusive der Behauptung es gäbe einen Gott, ab.
" Transzendente Entitäten wie Gott, Ideen usw. können nicht falsifiziert werden, eine Aussage über Religion ist also durch [Falsifikationismus] nicht möglich."
Das ist ja auch genau das Problem. Deswegen lehnt der gesunde Menschenverstand nicht-falisifizierbare Aussagen, inklusive der Behauptung es gäbe einen Gott, ab.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren