Nachhaltige KleidungUnsere zweite Haut

Schön, wenn die Bluse nur zehn Euro kostet. Nicht gut, wenn dafür die Umwelt leidet und Arbeiter ausgebeutet werden. Es gibt Alternativen. Höchste Zeit, denn Baumwolle wird knapp. von Susanne Schäfer

Neue aus alten Kleidern: Das Berliner Modelabel schmidttakahashi schneidert aus Altkleidern feine Unikate wie diese Bluse aus der Sommerkollektion 2013.

Neue aus alten Kleidern: Das Berliner Modelabel schmidttakahashi schneidert aus Altkleidern feine Unikate wie diese Bluse aus der Sommerkollektion 2013.  |  © schmidttakahashi 2012

Beutestück Nummer zwei ist roséfarben und glänzt. Die junge Frau hält das Kleid in die Kamera, dreht und wendet es, Metallic-Optik sei das und habe 5,99 Euro gekostet. Ein Hammerpreis, sagt Funnypilgrim, wie sie sich auf YouTube nennt. Die weiteren Eroberungen der Shoppingtour: noch ein Kleid, ein Pulli, fünf Hosen, ein Oberteil, eine Strickjacke und ein Gürtel. Willkommen im Polyester-Paradies.

»Haul Video« nennt sich das, was derzeit Mode-Mädchen von den USA bis Deutschland ins Netz stellen – Dokumente ihrer Shoppingbeutezüge. Sie filmen sich selbst dabei, wie sie Kleidungsstücke vorführen, die sie gerade gekauft haben. Dabei sitzen sie in ihren Jungmädchenzimmern, pinkfarbene Wände und Schminktischchen gehören oft zur Kulisse. Vielen von ihnen sehen um die 100.000 Menschen zu.

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Die Konsumenten, die Polyesterkleidchen für 5,99 Euro und ebenso billige Baumwoll-T-Shirts kaufen, sind Teil des Systems Fast Fashion. Viele tragen ihre Kleider nur ein paar Mal, dann muss etwas Neues her – weil die Mode sich geändert hat oder die Teile schlicht kaputt sind. Modeketten produzieren Kleidung in immer kürzerer Zeit und bringen ständig neue Stücke in die Läden. Die Billigproduktion und der schnelle Modezyklus gehen zulasten von Arbeitern, Umwelt, Klima und der Gesundheit derjenigen, die die Kleider am Ende tragen.

ZEIT Wissen 1/2013
ZEIT Wissen 1/2013

Dieser Text stammt aus dem aktuellen ZEIT Wissen Magazin, das am Kiosk erhältlich ist. Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen

Das könnte sich bald jedoch ändern: Baumwolle wird in den kommenden Jahren voraussichtlich knapper, und auch Erdöl – die Basis von Polyester – ist bekanntlich nicht unbegrenzt verfügbar. Deshalb setzen viele Anbieter auf Fasern aus nachwachsenden Rohstoffen, Viskose etwa wird auf der Basis von Holz hergestellt. Experten sehen voraus, dass Mode bald nicht mehr ganz so billig sein wird. »Baumwoll-T-Shirts, die bei Textil-Discountern immer noch wie Wegwerfartikel zu Billigstpreisen gehandelt werden, gehören hoffentlich bald der Vergangenheit an«, sagt Silvia Jungbauer vom Verband Gesamtmasche, der einen Teil der deutschen Textilunternehmen vertritt.

Wegwerfen und Neukaufen als Prinzip

Die Produktionsstrecke vom Entwurf bis zum ausgelieferten Kleidungsstück dauert heute nur noch wenige Wochen. Neue Kollektionen kommen nicht mehr wie früher zweimal pro Jahr in die Läden, es treffen kontinuierlich neue Kleider ein. So signalisieren die Anbieter den Kunden, dass sie ständig ihre Garderobe erneuern sollten – und machen dies möglich, indem ein T-Shirt oft kaum mehr kostet als ein Kaffee. Wer bei Billiganbietern wie H&M, Zara oder der gerade expandierenden irischen Kette Primark kauft, kann bei allen Trends mitmachen, ohne viel Geld auszugeben. Die Kunden spielen da gerne mit. Wegwerfen und Neukaufen wird zum Prinzip.

»Je mehr Kleidung hergestellt wird, desto größer wird auch die Belastung für die Umwelt«, sagt Kirsten Brodde, Textilexpertin von Greenpeace. Bei der Produktion werden Hunderte verschiedener Chemikalien eingesetzt – Farbstoffe, Färbebeschleuniger und Bleichmittel, zusätzlich Substanzen, die dafür sorgen, dass Kleider griffiger werden, weniger knittern, mehr glänzen oder dass Leder nicht schimmelt. Gerade in Ländern wie China, Indien und Bangladesch, aus denen ein großer Teil unserer Textilien kommt, sind gefährliche Stoffe verfügbar. Greenpeace analysierte das Abwasser chinesischer Fabriken, die auch deutsche und multinationale Textilunternehmen beliefern, und fand langlebige giftige Chemikalien.

Die Menschen, die in solchen Fabriken unsere Kleidung herstellen, gefährden ihre Gesundheit. Bei der Sandstrahl-Methode etwa – mit der neue Jeans behandelt werden, damit sie abgetragen aussehen – atmen die Arbeiter Quarz ein, das die Lunge angreift. Nach heftiger Kritik verpflichteten sich H&M und das Jeanslabel Levi Strauss dazu, die Technik nicht mehr anzuwenden. Insgesamt haben sich die Sozialstandards jedoch kaum verbessert, obwohl die Zustände in den Fabriken lange bekannt sind. Die Organisation »Kampagne Saubere Kleidung« kritisiert niedrige Löhne und mangelnde Sicherheit. Bei einem Brand in einer Textilfabrik in Pakistan, die unter anderem für KiK produzierte, starben im September mehr als 250 Arbeiter.

20 Kilogramm Textilien pro Jahr

Auch hierzulande sorgt das Prinzip Fast Fashion für Umweltprobleme – in Form von Müll. Der durchschnittliche Europäer verbrauche im Jahr 20 Kilogramm Textilien, der Amerikaner sogar 35, schreibt Textil-Experte Andreas Engelhardt in seinem Buch Schwarzbuch Baumwolle. Der weltweite Fasermarkt umfasste nach Angaben der Bremer Baumwollbörse 1990 ein Volumen von 38 Millionen Tonnen, im Jahr 2000 von knapp 50 Millionen und 2012 sogar von 75 Millionen Tonnen. Etwa die Hälfte dieser Fasern wird für Kleidung genutzt, schätzt Engelhardt.

Die vielen chemischen Zusätze in Textilien schaden vor allem den Arbeitern, womöglich aber auch den Käufern. Einige der Textil-Chemikalien können Kontaktallergien auslösen, zum Beispiel Formaldehyd. Damit werden Kleider behandelt, damit sie weniger knittern und ihre Form behalten. Zinnorganische Verbindungen, die Kleidung während des Transports vor Pilzbefall schützen, könnten nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) die Fruchtbarkeit einschränken und das Nervensystem angreifen. Sie sind in der EU verboten. Andere Substanzen stehen im Verdacht, das Krebsrisiko zu erhöhen, zum Beispiel einige Azofarbstoffe. Nach Angaben des BfR verzichtet die deutsche Industrie schon lange auf die gefährlichen Mittel, nur wird ja kaum noch Kleidung in Deutschland hergestellt. »Man muss davon ausgehen, dass in einigen importierten Textilien, insbesondere aus Nicht-EU-Staaten, solche problematischen Farbstoffe enthalten sein können«, schreibt das BfR.

Die EU hat ein Warnsystem namens Rapex eingerichtet, um Verbraucher vor gefährlichen Stoffen zu schützen, die bei den Herstellern in China oder Indien eingesetzt werden. Das Kürzel steht für Rapid Exchange of Information System. Wenn in einem EU-Staat bei Stichproben verbotene Stoffe oder erhöhte Werte einer gefährlichen Substanz auftauchen, informiert er die anderen EU-Mitglieder. Notfalls kann man bedenkliche Produkte zurückrufen.

Grund zur Panik besteht aber nicht. Allergien, die durch den Kontakt mit Kleidung entstanden sind, kommen selten vor. Nach Informationen des BfR wurde bei etwa ein bis zwei Prozent der Allergiepatienten in Kliniken das Leiden durch Kleidung hervorgerufen. Die Gesundheitsgefahr durch Textilien wächst allerdings, wenn man ständig neue kauft, weil mögliche Schadstoffe dann noch konzentriert sein können. Nachdem man die Kleider drei- bis zehnmal gewaschen hat, sind die Rückstände verschwunden– manche Schnäppchenjäger tragen die Kleidung aber gar nicht länger.

Ökomode hält länger als eine Saison

Doch möglicherweise steht eine Ökowende bei der Textilherstellung bevor. »Die Zeiten billiger Bekleidungstextilien nähern sich dem Ende«, schreibt Andreas Engelhardt in seinem Schwarzbuch Baumwolle. Er geht der Frage nach, wie man den wachsenden Stoffbedarf der Welt möglichst nachhaltig decken kann. Die Anbaufläche ist begrenzt, ähnlich wie beim Biosprit konkurrieren die Bauern mit denen, die Nahrungspflanzen anbauen. Baumwolle wird daher knapp. Gute Chancen sieht Engelhardt da für Stoffe aus Pflanzenfasern, zum Beispiel aus Holz von Bäumen, die besonders schnell wachsen. Die brauchen zwar auch Anbaufläche, aber weniger als Baumwolle.

Zudem wächst, als Gegenbewegung zur Wegwerfmode, das Interesse an nachhaltig produzierter Kleidung. Die breite Masse kauft zwar, ähnlich wie bei Lebensmitteln, vor allem billig. Doch eine kleinere Gruppe hat ein Bewusstsein für biologisch und fair hergestellte Produkte entwickelt. Ökomode ist oft so verarbeitet, dass sie länger hält als eine Saison. Sie gilt in immer weiteren Kreisen als schick, Modestrecken zu Green Fashion in Frauenzeitschriften sind inzwischen ganz normal.

Bewusst leben, ohne zu verzichten, guter Konsum ist möglich – dieser Gedanke entspricht dem Lifestyle of Health and Sustainability, kurz Lohas, der vor ein paar Jahren aufkam. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass es durchaus mit Arbeit verbunden ist, Produkte zu finden, die das Versprechen erfüllen. Viele Unternehmen werben mit scheinbar grünen Produkten, in Wirklichkeit betreiben sie aber nur Greenwashing – so umweltfreundlich sind ihre Angebote gar nicht. In ihrem Buch Ende der Märchenstunde hat die Autorin Kathrin Hartmann etliche Beispiele dafür gefunden, auch in der Mode. Eine gewisse Sicherheit bieten Gütesiegel, die für eine umweltfreundliche Produktion, hohe Sozialstandards oder ein giftfreies Endprodukt stehen. Allerdings sind erst wenige Kleidungsstücke mit solchen Labels gekennzeichnet.

Polyester

Synthetische Fasern herzustellen verbraucht viel Energie, aber wenig Wasser, etwa 200 bis 300 Liter pro Kilogramm. Als Rohstoff dient Erdöl – das zur Neige geht. Biokunststoff aus Mais ist eine Alternative, aber umstritten, weil der Anbau Ackerfläche verbraucht.

Baumwolle

Der Baumwollanbau verbraucht mindestens 7000 Liter Wasser pro Kilogramm Faser, viel Ackerfläche und viel Dünger. Polyester schneidet unter den meisten Umweltaspekten besser ab. Biobaumwolle ist besser als konventionell an- gebaute, hat aber nur ein Prozent Anteil am Baumwollmarkt.

Viskose

Holz wird mit Zusatzstoffen zu einem Brei aufgelöst und dann durch eine Art Sieb gepresst. Wegen der Chemikalien und des Energieverbrauchs steht Viskose in der Kritik. Neuere Verfahren sind umweltfreundlicher und brauchen weniger Wasser.

Wolle

Die Ökobilanz von Wolle variiert stark, besonders je nach Art der Weiterverarbeitung. Merinoschafe, die vor allem in Australien leben, werden allerdings häufig unter tierquälerischen Bedingungen gehalten, kritisiert Greenpeace.

Leder

Leder enthält oft Chromatrückstände vom Gerben mit Chromsalz. Sie können allergische Reaktionen auslösen. Neue Verfahren, Leder etwa mit Rhabarberextrakt pflanzlich zu gerben, haben sich noch nicht durchgesetzt.

Die Alternative zu gutem Konsum ist weniger Konsum. Bei vielen entsteht gerade eine neue Lust an Dingen, die bleiben. Die Anhänger der Werterhaltung reparieren ihre Klamotten, statt sie wegzuwerfen. In den Niederlanden gibt es Repair Cafés – die Veranstalter helfen den Leuten an wechselnden Orten, ihre kaputte Kleidung oder andere Dinge in Ordnung zu bringen. Auch diejenigen, die ihre Kleider am Leben halten wollen, nutzen YouTube-Videos – nicht als Shoppingkanal wie die Modemädchen, sondern um einander zu zeigen, wie man Reißverschlüsse repariert oder Knöpfe wieder annäht.

Für die Umwelt wäre es das Beste, wenn mehr neue aus alten Kleidern entstünden. Altkleider gibt es ja genug, weil so viele Menschen ihre Sachen nur kurz tragen und schnell wegwerfen. Manche Textilunternehmen verwenden deshalb inzwischen auch recycelte Fasern, wie Silvia Jungbauer vom Branchenverband Gesamtmasche sagt. Allerdings bewege sich das bisher »in den Grenzen des Machbaren«. In der Ökobilanz, die die Umweltorganisation Made-by errechnet hat, schneiden recycelte Fasern besonders gut ab. Manche Hersteller von Sport- und Outdoorkleidung beginnen nun, Jacken und Rucksäcke aus aufbereitetem Material wie Plastikflaschen anzubieten.

Wie das große Projekt Faser-Recycling schon jetzt im Kleinen funktioniert und aus Müll Mode wird, zeigen einige Designer. Die Betreiber des Ladens Redesign im Hamburger Karoviertel schneidern aus alten Pullis Röcke, aus Jeans enge Westen, aus den Ärmeln von getragenen Blazern Handytäschchen. Ein kleiner Teil von dem, was das System Fast Fashion auswirft, lebt so weiter.

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Leserkommentare
  1. Artikel jedoch leider völlig realitätsfremd-die Vermarktung von Kleidung und Lebensmittel in der Masse besteht doch nur aus Chemie und Täuschung und billig.

    Der Verbraucher könnte sich auf Grund des bestehenden Angebotes sicherlich gesund ernähren und kleiden doch er will es nicht weil er das so Ersparte in den dritten Pc oder Flat oder in den Billigurlaub im Kriegsbgebiet investiert.

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    sicherlich gesund ernähren und kleiden doch er will es nicht weil..."

    Böswilligkeit bei den Konsumenten würde ich nicht postulieren. Bei der Ernährung ist es so, dass die Lust auf Süßes und Fettes genetisch programmiert präferiert wird, und bei anderen Konsumartikeln, würden viele im Laden vermutlich anders entscheiden, wenn sie ehrlich über die Herstellungsmethoden informiert würden.

    Leider tun die Verkäufer bei Nahrungsmitteln und bei sonstigen Konsumwaren alles, um den potentiellen Käufer die "gute" Entscheidung zu erschweren.

    Neulich kam ein Bericht über die diversen Schoko-Fair-Siegel, denen sich die großen Schokoladenhersteller inzwischen angeschlossen haben, um der wachsenden Kritik an der Tatenlosigkeit der mrd.schweren Hersteller zu begegnen.
    http://www.ndr.de/ratgebe...

    Vor Ort zeigte sich, dass auf den Plantagen alles sehr ähnlich wie auf den Siegel-losen Plantagen verläuft. Kinder arbeiteten mit Macheten. Die Kinder waren teils aus weit entfernten Ländern, verstanden die Sprache nicht gut.

    Diese Kinder werden von professionellen Anwerbern z. B. aus Mali oder Sierra Leone armen Familien unter Vortäuschung einer zu beginnenden Ausbildung abgequatscht. Die Kinder arbeiten dann für Verpflegung und Unterkunft z. B. auf Kakaoplantagen.

    Sobald diese Infos auf den Produkten ebenso groß vermerkt sind, wie die vorzüglichen Eigenschaften der Ware, bin ich bereit zu glauben, dass tatsächlich die Konsumenten diejenigen sind, welche.

  2. seine Klamotten bei Kik und C&A holen, wenn sie nur 3 Cent billiger sind. Da spielen Ausbeutung kindlicher Arbeitskräfte, giftige Chemikalien und fehlende Arbeitssicherheit nur eine untergeordnete Rolle. "Made in Bangladesh" ist nach wie vor en vogue... leider.

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    • klunjes
    • 26. Dezember 2012 1:59 Uhr

    Bei unserem Essen ist es leider genau so. Nur beim Kauf eines Auto scheint es einen Unterschied zu machen, da ist preiswert eben billig. Wobei sprachlich der qualitative Unterschied zwischen billig und preiswert sogar erkannt wird. Doch sonst spielt Qualität in Herstellung, Verarbeitung und Vertrieb weder bei den Klamotten, noch beim Essen oder sonstwo eine Rolle. Bio, d.h. das regionale, heimische Erzeugnis das bekanntlich ohne viel Chemie, Kinder- und Sklavenarbeit auskommt, wird nach wie vor vielfach belächelt.

    Die Blusen, Hemden, Hosen aus Fernost, von denen jeder weiß, dass sie unter widrigen und Zweifel behafteten Umständen genäht werden und die geschmacksbefreiten Lufterdbeeren und Wassertomaten im Januar aus Übersee, landen im Kofferraum eines bewusst wegen der Regionalität gekauften Autos. Das ist nicht geizig, das ist schlichtweg dumm. Das hört aber niemand gern über sich. Und weil das Geld auch für absolut sinnlose Sachen da ist und beides weg muss, gibt es diese "Geiz ist geil" Werbung.

    Wobei: ein Geiziger würde auf diese Werbung nie reinfallen. Der behält sein Geld nämlich und kauft sich nicht für weniger Geld billige Sachen, die er nicht brauchen kann, dazu ist er zu klug. Aber es gibt auch die anderen. Die, die sich eine Tunnelsonnenbrille kaufen weil sie um 30% im Preis runtergesetzt wurde. Leider sind das die Mehrheit.

  3. Alles schön und gut - aber wenn Sie Billiglöhner sind und mit 8,50 Stundenlohn auskommen müssen, sind Sie leider darauf ANGEWIESEN möglichst preisgünstig einzukaufen. Und dann sind 50€ für eine Baumwollbluse aus fair gehandeltem Material oder 100€ für einen Pullover aus entsprechender Produktion schon eine echte Hausnummer. Ich schau auch gerne in die Kataloge der einschlägigen Versandhäuser und kaufe auch schon mal das eine oder andere Sonderangebot - aber so ganz konsequent durchhalten lässt sich dieses Prinzip leider AUCH nicht.. und selbst Klamotten die angeblich auf Haltbarkeit angelegt sind, sind nicht mehr das was sie mal waren. Ein Beispiel: aus seiner Zeit als Fahrer von Krankentransporten hatte mein Mann noch eine so genannte Einsatzhose. Stabiler Baumwollstoff, Taschen an allen strategisch wichtigen Stellen - die er etliche Jahre getragen hat . Aber irgendwann gab auch dieses gute Stück seinen Geist auf. Das Nachfolgemodell: gleicher Typ, gleiche Einkaufsquelle, gleicher Preis - zeichnet sich durch vergleichsweise schlampige Verarbeitung und minderwertiges Material aus. Der Stoff fängt schon nach einem dreiviertel Jahr Nutzung an auszubleichen, die Taschen sind Billigst-Material undsoweiter...
    Da mach was... *seufz*

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    "Alles schön und gut - aber wenn Sie Billiglöhner sind und mit 8,50 Stundenlohn auskommen müssen, sind Sie leider darauf ANGEWIESEN möglichst preisgünstig einzukaufen."
    ----------------------
    Andesrum wird ein Schuh draus. Wenn Sie möglichst billgi einkaufen produzieren Sie Billiglöhner. So herum wird ein Schuh draus. Der Konsument alleine hat die Macht zu bestimmen, welches Produkt und welches Arbeitsmodell zum erfolg führt.
    Der Konsument bestimmt und die Ist-Situation ist das von ihm gewünsche Zwischenergebnis!

    dann verraten SIE mir doch mal aus Ihrer langjährigen Erfahrung als Billiglöhner wo SIE ihre Klamotten einkaufen... Also ICH versuche möglichst viel second hand - leider ist meine wichtigste Einkaufsquelle versiegt - die Billigläden haben ihr den Garaus gemacht - jetzt gehe ich zu Oxfam ... oder ins Fachgeschäft für Berufskleidung. Aber da ist ja leider AUCH nicht alles Gold was glänzt.. hab ich ja drüber geschrieben... Na und SIE...? wo kaufen SIE denn ein als Niedriglöhner? Bin gespannt auf Ihre Tipps...

  4. "Alles schön und gut - aber wenn Sie Billiglöhner sind und mit 8,50 Stundenlohn auskommen müssen, sind Sie leider darauf ANGEWIESEN möglichst preisgünstig einzukaufen."
    ----------------------
    Andesrum wird ein Schuh draus. Wenn Sie möglichst billgi einkaufen produzieren Sie Billiglöhner. So herum wird ein Schuh draus. Der Konsument alleine hat die Macht zu bestimmen, welches Produkt und welches Arbeitsmodell zum erfolg führt.
    Der Konsument bestimmt und die Ist-Situation ist das von ihm gewünsche Zwischenergebnis!

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    • Peugeot
    • 30. Januar 2013 15:55 Uhr

    Glauben Sie das wirklich?

    Der Gewinnmaximierende Konzern verlagert die Produktion so oder so.

    Und das ODIDOS T- Shirt kommt aus derselben Fabrik wie das No- Name. Oder von gleich nebenan.

  5. Ein sehr spannendes Thema über das ich auch schon oft nachgedacht habe. Ich bin Student und kaufe meine Kleidung auch vorwiegend bei H&M. In einem anderen Artikel vor kurzer Zeit habe ich gelesen das die Preise nur wenige Cent teurer sein müsste um den Angestellten in Asien ernsthaft zu helfen (wenn das Geld denn auch wirklich unten ankommen würde). Damit hätten die meisten Leute sicherlich keine Probleme.

    Die Frage ist doch eher wo man sonst seine Sachen kaufen soll. Ich habe mittlerweile jegliches Vertrauen in große Unternehmen verloren. Es ist viel zu unübersichtlich wo und unter welchen Bedingungen die Sachen produziert werden!
    Entweder man kauft billig oder die Sachen sind zu teuer, oder? Ich würde gerne mal wissen wie viel ein T-Shirt das fair produziert wurde kosten sollte.

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    Ich finde auch das die Klamotten, die Dinge überhaupt zuviel kosten! Es geht ja um zwei Extreme und ich frage mich manchmal auch im Biobereich ob manch ein Preis wirklich so sein muss. Ich finde man hat ja auch einen gesellschaftspolitischen Auftrag und die Ökomode ist für Hartz IV Empfänger bspw. schlicht nicht erschwinglich. Ich finde man muss mal wieder um die großen Dinge reden und ob die Preispolitik generell nicht unmenschlich ist. Man müsste eben doch eine amdere Gesellschaft schaffen mit völlig anderen politischen Vorraussetzungen. Artikel 1 des Grundgesetzes aber würde ausreichen um diese zu schaffen.

    hier gibt es zumindest gut zusammengestellte Infos über faire kleidung und wo man sie kaufen kann.

    Lieber Nichtsowichtig,
    es gibt sehr viele Labels im deutschsprachigen Raum, die ökofair produzieren.
    Informationen stellen Plattformen wie Get Changed( www.getchanged.org) zur Verfügung. Die Schweizer Plattform, die von einem der Experten zum Thema Textilproduktion, Mark Starmanns, mitbetrieben wird, bietet darüber hianus viele Infos um die grüne Mode. Weitere Infoquellen sind Blogs wie www.kirstenbrodde.de, fraujonason.blogspot.com und einige andere.
    Die Diskussion und Information bezüglich grüner Mode und nachhaltigen Lebensstil findet dort statt, oft von Menschen, die als Aktive in der Szene frisch aus dem Nähkästchen plaudern können- die redaktionellen Beiträge in Zeitungen und Magazinen können da nicht mithalten.

  6. Schön wenn ich 10 Euro mehr für fair produzierte Kleidung ausgeben kann. Nicht gut, wenn ich mir das gar nicht leisten kann.

    Mir geht diese mittelschichtszentrierte Perspektive mittlerweile sowas von auf die Nerven! Und man kann es nur immer wieder wiederholen. Wer das Geld nicht in der Tasche hat, K A N N nicht, egal ob er will oder nicht. Das Geschwätz ala "jeder Konsument trägt dazu bei" ist absolut weltfremd, denn ich kann nur das kaufen, was in meinem Rahmen auch bezahlbar ist, da spielt es keine Rolle ob ich mich dabei schlecht fühle.

    Das hier viel zitierte Bewusstsein muss man sich eben erstmal leisten können, auch wenn es scheinbar für viele Menschen hier auf ZO unvorstellbar ist, dass man sich keine fair gehandelte Jeans für 80 Euro oder mehr leisten kann.

    @ slibowitz
    So ein Unfug. Der Konsument entscheidet nicht, ob ein Unternehmen die Produktion zur Gewinnmaximierung nach Asien oder sonstwo verlegt; zumal ein Großteil der hier angebotenen Kleidungsstücke - egal wo man hingeht - aus der selben Ecke sind. Darüber hinaus dürfen Sie mir gerne darlegen, wie Sie mit vielleicht vielleicht rund 1k Euro netto im Monat ihren "bewussten" und "fairen" Lebensstil pflegen. (Manche Leute verdienen sogar noch weniger). Die freuen sich sicher über ihre Tipps....

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    leisten sich gesund zu kleiden nur halt dabei nicht jedem trend hinterherzulaufen-auch nähen stricken etc oder aufarbeiten alter guter sachen gab es bereits und so schlecht wie heute die deutschen in deutschland auf der strasse herumlaufen zu jeder jahreszeit denkte ich immer die geben keinen cent für klamotten und outfit aus ;-)

    "So ein Unfug. Der Konsument entscheidet nicht, ob ein Unternehmen die Produktion zur Gewinnmaximierung nach Asien oder sonstwo verlegt"
    -------------------
    Nein? Wer entscheidet dann, ob diese gewinnmaximierenden Unternehmen ihre Ware hier noch absetzen können oder nicht, wenn es nicht der Konsument ist?
    .
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    "Darüber hinaus dürfen Sie mir gerne darlegen, wie Sie mit vielleicht vielleicht rund 1k Euro netto im Monat ihren "bewussten" und "fairen" Lebensstil pflegen."
    -------------------
    Müssen Sie ja nicht. Sie können ja billig einkaufen und weitere Billiglöhner produzieren. Die Mitarbeiter in den so entstandenen Arbeitsverhältnissen werden Ihnen sicher dankbar sein.

    An dem, was Sie denken sei ein schönes Produkt und toll zu produzieren oder vielleicht doch eher an Ihren Kunden denn Sie wollen es VERKAUFEN?

    Egal welche Variante von beiden Sie wählen, am Ende der Wertschöpfungskette steht der Kunde und er kann entscheiden, ob er das Produkt kaufen möchte oder nicht. Das ist in seiner MACHT. Es könnte also von Vorteil sein, Ihre Produktion am Kunden auszurichten, wenn Sie Geld mit Ihrer Tätigkeit verdienen wollen.

    Dass der Kunde möglicherweise "dumm", leicht beeinflussbar, Opfer von Werbung, ein unbewusster Käufer ist, etc. steht auf einem anderen Papier, aber die Entscheidung was er/sie kaufen möchte, ist und bleibt bei ihm/ihr.

    Bzgl. der von Ihnen angesprochenen Weltfremdheit der großen Anzahl der anderen Kommentatoren: Sind alle anderen die Geisterfahrer auf der Autobahn oder ist man es selbst...?

    Frohes Fest in angenehmer Kleidung!

  7. leisten sich gesund zu kleiden nur halt dabei nicht jedem trend hinterherzulaufen-auch nähen stricken etc oder aufarbeiten alter guter sachen gab es bereits und so schlecht wie heute die deutschen in deutschland auf der strasse herumlaufen zu jeder jahreszeit denkte ich immer die geben keinen cent für klamotten und outfit aus ;-)

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  8. "So ein Unfug. Der Konsument entscheidet nicht, ob ein Unternehmen die Produktion zur Gewinnmaximierung nach Asien oder sonstwo verlegt"
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    Nein? Wer entscheidet dann, ob diese gewinnmaximierenden Unternehmen ihre Ware hier noch absetzen können oder nicht, wenn es nicht der Konsument ist?
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    "Darüber hinaus dürfen Sie mir gerne darlegen, wie Sie mit vielleicht vielleicht rund 1k Euro netto im Monat ihren "bewussten" und "fairen" Lebensstil pflegen."
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    Müssen Sie ja nicht. Sie können ja billig einkaufen und weitere Billiglöhner produzieren. Die Mitarbeiter in den so entstandenen Arbeitsverhältnissen werden Ihnen sicher dankbar sein.

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    Sind Sie wohl durchgefallen, denn wenn wir von VWL sprechen, sollten Sie eigentlich wissen, dass es immer um beide Seiten geht. Hier Arbeitgeber und Arbeitnehmer: Wenn die Löhne so niedrig sind, dass ich kaum konsumieren kann, wirkt sich das auf den Umsatz hier aus, d.h. auf die Gewinne und das was von den Unternehmen wieder reinvestiert werden kann etc.. Wären die Löhne und damit das den Konsumenten zur Verfügung stehende Konsumpotenzial größer, könnten auch mehr fair gehandelte, oder hier in Deutschland produzierte Güter gekauft werden.

    Der Theorie nach würden wir (eigentlich) von einem inderdependenten (oder mindestens reziprokes) Verhältnis sprechen. Leider ist dies aufgrund von Globalisierung etc. nicht der Fall, denn das Einflussgefälle liegt mehr denn je einseitig bei den Unternehmen/Arbeitgebern, da diese problemlos irgendwo in der Welt produzieren können.
    Dennoch besteht ein relationales Verhältnis zwischen beiden Seiten.

    Insofern sollten Sie nicht eine Seite dieses Kreislaufs ausblenden und einseitige Schuld (Verantwortungs-)zuweisungen aussprechen. Ihre bornierte Haltung hilft nämlich niemandem weiter.

    @ tolerant
    Die Wahl ihres Usernamens ging wohl auch etwas daneben, wenn ich mir Ihre höchst intolerante Haltung gegenüber Ihren Mitmenschen ansehe.

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