AtomindustrieDas Weltgifterbe
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"Angst behindert nur die Arbeit"

Im Jahr 1953 gelang den hiesigen Forschern der Nachweis für den bis dahin nur theoretisch vorhergesagten »Brutprozess«: Im Schnellen Brüter wird die nukleare Kettenreaktion mithilfe von schnellen Neutronen am Laufen gehalten und nicht mit abgebremsten, wie im Standardmeiler. Daher dient Natrium als Kühlmittel, denn anders als Wasser bremst es die Neutronen kaum ab. Der Schnelle Brüter kann mit dem Plutonium gefüttert werden, das er während des Spaltprozesses selbst erzeugt hat. Man müsste also nur das Plutonium aus dem abgebrannten Kernbrennstoff herausisolieren und als Mox-Brennstoff von Neuem im Reaktor einsetzen, und schon hätte man den Atommüll reduziert und Rohstoff gewonnen. Das war jedenfalls die Idee.

Doch dann wurden immer neue Uranvorkommen entdeckt. Warum sollte man also aufwendig Plutonium aus wiederaufbereitetem Atommüll herausziehen, wenn der Standard-Kernbrennstoff auf dem Weltmarkt günstig zu haben war?

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Hinzu kamen Sicherheitsbedenken. Im Schnellen Brüter, warnten Kritiker, könne die nukleare Kettenreaktion wegen des hochkonzentrierten Plutoniums schnell aus dem Ruder laufen. Aufwendige Sicherheitsvorrichtungen machten die Reaktoren immer teurer. Fast alle Schnellen Brüter, die später weltweit ans Netz gingen, produzierten statt Strom vor allem Störfälle und Skandale. 

In den USA wurde das endgültige Ende der Brüter-Programme von einer Plutoniumdetonation ausgelöst: Am 18. Mai 1974 führte Indien seinen ersten erfolgreichen Atomwaffentest durch. US-Präsident Jimmy Carter fürchtete jetzt, die Plutoniumwirtschaft könne unberechenbaren Regimen auf legalem Handelsweg Atombombenmunition in die Hände spielen. Der Traum vom geschlossenen Brennstoffkreislauf wurde zum Albtraum.

Heute wird in der staatlichen Nuklearanlage Savannah River in South Carolina erstmals seit Jimmy Carter wieder eine Fabrik für Mox-Kernbrennstoff gebaut. Denn im Jahr 2010 beschlossen die USA und Russland die gemeinsame Abrüstung von je 34 Tonnen Waffenplutonium. Von 2018 an soll das Plutonium als Kernbrennstoff verwendet und somit für Waffen untauglich gemacht werden – allerdings nicht in einem Schnellen Brüter, sondern in den amerikanischen Leichtwasser-AKWs.

Im Januar dieses Jahres veröffentlichte eine von US-Präsident Barack Obama einberufene Expertenkommission namens Blue Ribbon Richtlinien zum künftigen Umgang mit der strahlenden Altlast von 70.000 Tonnen abgebranntem US-Kernbrennstoff. Ein Endlager sei unverzichtbar, heißt es in der Expertise. Schnelle Reaktoren (sie funktionieren wie Schnelle Brüter, haben aber keine Brutelemente) seien nach wie vor technisch unausgereift. Sie böten kurzfristig keine Perspektive für die Atommüll-Entsorgung. Die Wiederaufbereitung gilt in den USA und Europa längst als Schildbürgerstreich. In Russland, China und Indien aber träumt die Wissenschaft bis heute vom geschlossenen Brennstoffkreislauf.

Dort, wo es sonst nichts gibt als Birkenwälder, Datschen und russisch-orthodoxe Klöster, 110 Kilometer südwestlich von Moskau, liegt das Städtchen Obninsk: breite Alleen, repräsentative Gebäudefassaden – sowie Nuklearlaboratorien und Kernforschungsinstitute in jeder Straße. Zwischen Blumenrabatten streben Männer und Frauen mit Laptoptaschen in Richtung der Institute. Eine Stadt im Aufbruch. Die Krisenstimmung der neunziger Jahre: verflogen. Der Exodus unterbezahlter Wissenschaftler ins Ausland: Vergangenheit. Der Überlebenskampf der Institute: gewonnen.

Am Stadtrand erstreckt sich das weitläufige Gelände des renommierten Physikalisch-Energetischen Instituts (IPPE). Der einzige Schnelle-Neutronen-Reaktor der Welt, der seit über 30 Jahren weitgehend skandalfrei mit voller Leistung Strom produziert, stammt aus dem Hause IPPE. Er steht am Ural und gehört zum Atomkraftwerk Belojarsk. Der Vorzeigereaktor läuft allerdings mit Uran.

Heute nutzt Russland vor allem Druckwasser-Reaktoren aus eigener Produktion. Doch schon in wenigen Monaten will es den ersten Prototyp einer neuen Generation Schneller Reaktoren ans Netz bringen. Der soll, Folge des Abrüstungsabkommens mit den USA, 34 Tonnen Waffenplutonium verbrennen. Die Plutoniumkonzentration des Mox-Brennstoffs soll hier fast fünfmal so hoch sein wie beispielsweise in Deutschland. Einer der gefährlichsten Stoffe der Welt in einem der störanfälligsten Reaktortypen der Welt – unter dem politischen Unbedenklichkeitssiegel der Abrüstung ist das möglich.

Unbefugten ist der Zutritt zum Institutsgelände verwehrt. Man kann den IPPE-Sprecher Wladimir Kagramanjan nur in einem nahe gelegenen Café treffen. Er referiert über den wachsenden globalen Energiebedarf und über Rohstoffreserven, die zur Neige gehen, und erinnert an überfüllte Zwischenlager und Endlagerstandorte, die wieder aufgegeben wurden. »China, Indien und die Schwellenländer entwickeln sich rasant, sie brauchen Energie«, sagt er. »Die Welt braucht Plutonium! Dank Indien und China wird sich die Energiewirtschaft in Richtung Schnelle Reaktoren bewegen. Und Russland ist heute das einzige Land, das diese Technologie beherrscht.«

26 neue Atomreaktoren will Russland in den kommenden Jahren bauen. Ein Teil davon sollen Schnelle-Neutronen-Reaktoren sein, die Mox-Kernbrennstoff mit einer hohen Beimischung von Plutonium nutzen. Davon profitiert auch das Institut für Atomenergie in Obninsk. Es ist Russlands renommierteste Kerntechnik-Kaderschmiede, hier büffeln über 4000 Studenten Atomphysik, Reaktortechnik und Radiologie. Danil Popowitsch etwa will sich auf die Forschung und Entwicklung der neuen Schnellen Brüter spezialisieren. Die Sicherheitsbedenken, die Störfälle der Vergangenheit und die Befürchtungen, dass dieser Reaktortyp Diktatoren und Terroristen Bombenmaterial in die Hände spielen könnte: Das alles quittiert der Student mit einem Schulterzucken. »Angst behindert nur die Arbeit. Es gibt keine Gefahr, es gibt nur Bereiche, die eine höhere Verantwortung verlangen«, sagt der angehende Nuklearingenieur. »Neue Technologien muss man souverän angehen. Dann wird alles gut.«

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Leserkommentare
    • erika88
    • 28. Januar 2013 19:01 Uhr
    1. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Danke, die Redaktion/jp

  1. Vor 100 Jahren ist die Titanic wegen primitiver Navigation gegen einen Eisberg gefahren. Automobile waren Exoten und Pferdekutschen die Normalität. Internet, Flugzeuge, Satelliten und Mobiltelefone waren Science-Fiction.

    Ich glaube, dass die Menschheit sich in den nächsten hundert Jahren ebenfalls weiter entwickeln wird und entweder Atommüll recyceln oder anständig entsorgen kann.

    Egal was man mit dem Atommüll macht: Bitte nicht unrückholbar für 1.000.000 Jahre einlagern mit unvorhersehbaren Schäden. Sondern oberflächennah, kontrolliert und rückholbar "zwischenlagern".

    Vielleicht ist die Raumfahrt in 50-100 Jahren so weit, dass man das in der Sonne entsorgen kann (zum Beispiel).

    Sicher ist das nicht, aber sicherer als ein "geologisch stabiles" Endlager.

    10 Leserempfehlungen
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    würde mehr Energie kosten als dieser Müll jemals erzeugt hat.
    Außerdem besteht immer die Chance daß eine Rakete abstürzt und auf der Erde einschlägt.

    Auch die Transmutation wird gerne als "große Hoffnung" bezeichnet um Atommüll zu entschärfen. Das ist zwar schon möglich, aber die Hunderte Mrd Euro die das kosten wird sollen dann gefälligst auch die Verursacher dieses Atommülls bezahlen!
    Sie können sich aber drauf verlassen daß Schwarzgelb dies verhindern wird.

    Als ob wir die Erde nicht schon genug zugemüllt hätten, jetzt denken wir schon laut darüber nach, auch noch unser Weltall vollzumüllen, weil wir hier nicht mehr wissen, wohin mit dem Schrott. Und Ihr Ansinnen, eine Rakete zu bauen, die Müll auf der Sonne entsorgt, ist ja echt niedlich. Das wird werder in 100, in 1000 noch in 1000000 Jahren passieren. Es sei denn, es gibt Materialen und elektronische Systeme, die das aushalten. Da wird Ihnen wohl jeder halbwegs seriöse Wissenschaftler bestätigen, dass wird nie der Fall sein.

    Das Beispiel zeigt doch, dass er ach so billige Atomstrom eben nie billig war. Atomstrom war bis unters Dach hoch subventioniert, was wir letztlich über unsere Steuern bezahlt haben. Das Gemeine an dieser elenden Strompreisdiskussion ist doch, dass die wahren Kosten für Atomstrom nie auf der Stromrechnung auftauchten, der DAS (Dümmste Anzunehmende Stromkunde) also dachte, Atomstrom sei billig und jetzt fängt man an, jedes noch so kleine Pöstchen, was mit erneuerbaren Energien zu tun hat, auf die Stromrechnung raufzupacken. Und der DAS (siehe oben) denkt, "Scheiße, sind erneuerbare Energien teuer. Ich will meinen billigen Atomstrom zurück!" Wäre man genauso ehrlich mit dem Atomstrom gewesen, hätte es ihn nie gegeben.

    Reicht Ihnen die Utopien bzgl. des "schnellen Brüters" nicht aus?

    Wenn sie den "science fiction Technik" Joker ziehen wollen, spielt es übrigens keine Rolle, ob sie den Müll in einem abgeschlossenen Tiefenlager oder im Garten verbuddeln, in spätestens 50.000 Jahren kann man das Zeug "rausbeamen" oder sich gleich "in den Tank" schütten - zukünftige Technologie machts möglich.

    Ihren Vorschlag "in die Sonne schiessen" sollte in der Zwischenzeit lieber nicht realisiert werden. Sollte ein Großtransport auf dem Weg zur Sonne in der Erdatmosphäre explodieren (dieser Fall ist aber statistisch sicher vernachlässigbar), könnte die Zukunft "strahlender" werden, als jemals gedacht.

    Zukunftsprognosen sind übrigens trügerisch. Hier die "treehugger" Variante: In 70.000 Jahren wenden sich alle von jeglicher Technologie ab, leben einfach und als Naturburschen im Einklang mit der Natur. Irgenwann finden Sie Atommüll-Endlager und nutzen diese als Wallfahrtsorte (da ist es auch immer so schön warm). Sie verstehen garnicht, warum alle dahinsiechen. Ihr qualvolles Ableben (müssen) sie als "naturgegeben" hinnehmen, da ihnen jegliches Verständnis für Technik und kausale Zusammenhänge fehlt.

    FAKT ist, das wir einen SEHR großen Wechsel auf die Zukunft ausstellen, den zukünftige Generationen (sofern vorhanden) einlösen müssen, ob sie wollen/können oder nicht.

    Meine Utopie finden in Weißrussland praktisch in Ansätzen schon statt. Die Menschen siechen dahin, wissen aber noch, warum.

  2. und die Verursacher dieses Atommülls zur Rechenschaft u. Kostenübernahme zu verpflichten möchte Altmaier mit seinen aktuellen Vorschlägen die Erneuerbaren Energien stoppen.
    Für Asse, Morsleben u. Schacht Konrad zahlen bisher die Bürger u. nicht die Atomlobby. Und im BMU ist der oberste Lobbyist Gerald Hennenhöfer, Mitverursacher dieser Endläger, auch unter Altmaier als oberster Atomaufseher immer noch tätig.

    Mit dieser schwarzgelben Regierung wird es auch keine Lösung mehr geben! Abwählen!

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    Sie machen mir Angst!
    Sie meinen, daß in 100 jahren noch immer die CDU und die FDP regieren werden? Also, da mache ich es doch lieber wie der User, auf den sich ihr Kommentar bezieht. Ich glaube! Glaube war schon immer gut. Glauben, daß man das Zeug igendwann vewenden kann, in die Sonne schiessen kann, vielleiht auch in Sonnenstudios einsetzen kann, oder was weiß ich.

    Ich hoffe doch, daß sich die Menschheit wenigstens ein wenig weiter entwickeln wird, und Parteien wie die heutigen, von etwas demokratischerem, gerechterem oder doch wenigstens vernüftigerem abgelöst werden.

    Brandtsch, Sie behaupten: "Für Asse, Morsleben u. Schacht Konrad zahlen bisher die Bürger u. nicht die Atomlobby."

    Mal abgesehen davon, dass "Atomlobby" jetzt nicht der richtige Begriff ist oder meinen Sie der Lobbyist zahlt (?): Können Sie zu Ihrer o. g. Behauptung auch die Fakten/Zahlen aus verlässlicher Quelle liefern (also nicht Greenpeace oder so Quatsch).

    Nach Gesetz zahlen die Betreiber die Entsorgung des von Ihnen stammenden Mülls selbst.

  3. würde mehr Energie kosten als dieser Müll jemals erzeugt hat.
    Außerdem besteht immer die Chance daß eine Rakete abstürzt und auf der Erde einschlägt.

    Auch die Transmutation wird gerne als "große Hoffnung" bezeichnet um Atommüll zu entschärfen. Das ist zwar schon möglich, aber die Hunderte Mrd Euro die das kosten wird sollen dann gefälligst auch die Verursacher dieses Atommülls bezahlen!
    Sie können sich aber drauf verlassen daß Schwarzgelb dies verhindern wird.

    8 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Plus Minus 100 Jahre"
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    "Atommüll in die Sonne zu schießen würde mehr Energie kosten als dieser Müll jemals erzeugt hat.
    Außerdem besteht immer die Chance daß eine Rakete abstürzt und auf der Erde einschlägt."

    1. War es von mir nur ein Beispiel

    2. Ich ging von einer Entwicklung der Technik aus. Eine Transatlantikflug war früher nur für die Superreichen möglich und auch nicht so sicher wie heute. Die Raumfahrt entwickelt sich ja auch weiter.

    3. Zur Transmutation kann ich mangels Qualifikation keine Aussage machen.

    wenn man Transmutationsanlagen baut. Wissen sie nicht habe mich mal schlau gemacht.
    383 Mio. € plus 20 Mio. €/Jahr laufende Kosten (http://www2.physik.uni-bi...), damit könnte man 227 kg pro Jahr transmutieren. Bei 2000 Tonnen bräuchte man also 10 Anlagen um das angesprochene Plutonium zu verarbeiten. Macht also ca. 5 Milliarden.
    Gebe jetz noch mal die selbe Summe als Entwicklungskosten dazu, dann bin ich bei 10 Milliarden Euro, das wäre weniger als die gesamte Ökostromförderung in D im Jahre 2011 um die 11 Mill./Jahr im letzten Jahr waren es wohl 14 Mill./Jahr. Es ist immer so schön auf Kernenergie einzuhauen, die sicherlich ihre Gefahren hat, aber alle EE Gläubigen verzichten immer gerne auf die Kosten ihrer Religion und wie diese im Verhältnis zu anderen Energiearten steht, ausngtuem Grund qwie man an Solarworld sieht Firma ist unwirschaftlich trotz massiver Investitionen und der Chef kauft sich für mehrere Millionen erstmal noch ein Schloß.
    http://www.faz.net/aktuel...

    Die dt. pc GM sind die größten Scheinheiligen die zur Zeit auf der Erde wandeln.

  4. Gerade reines Plutonium wäre für Transmutationsanlagen der ideale Ausgangsstoff. Wenn es möglich wäre, das Plutonium zu nutzen in Transmutationsanlagen oder in speziell dafür geeigneten Reaktoren, dann könnte man die Endlagerzeit schon deutlich reduzieren, weil sie durch das Plutonium dominiert wird. Man würde dann von 200 000 Jahren schon auf einige zehntausend Jahre kommen, also das um einen Faktor zehn reduzieren. Das wäre schon ein erster Ansatz. Und wenn man dann noch weiter gehen würde und man wäre in der Lage, die minoren Aktiniden, das sind die schweren Atomkerne außer dem Plutonium zu transmutieren, die sind ein weiteres Problem, dann könnte man auch auf weniger als 1000 Jahre kommen. Das wäre natürlich der Optimalfall. Aber ob das technisch umsetzbar ist, das bleibt noch zu untersuchen. Jedenfalls würde man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen - man könnte die Lagerzeit für Plutonium radikal reduzieren und man würde dabei auch noch Energie gewinnen.
    Die Transmutation funktioniert im Laborversuch bereits, industriell werden wir noch einige Jahrzehnte darauf warten müssen. Aber wer diese Technik zuerst besitzt, wird einen interessanten Markt besetzen.

    4 Leserempfehlungen
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    • bayert
    • 28. Januar 2013 22:18 Uhr

    wird das Endlagerproblem nicht lösen. Wahrscheinlich werden weniger Endlager benötigt. Wer trägt die Kosten für die Entwicklung der Verfahren und den Betrieb der Reaktoren (für die Transmutation)?

    Ich möchte mich Ihrer Hoffnung, der Transmutation, anschließen!

    Kurz was Transmutation ist: Man separiert spaltbares Material, welches nicht in einem normalen Leichtwasserreaktor gespalten werden kann (also Müll) ab. Das wird dann mit Neutronen beschossen, sodass die Kerne gespalten werden und irgendwann weniger radioaktiv sind.
    Man kann sich das so vorstellen: Ein normaler Kernreaktor brennt von alleine. Bei einem Partitionsreaktor muss man immer ein Feuerzeug drunter halten, sonst geht er schnell aus.

    Die Transmutation kann innerhalb ca. 100 Jahr die thermische Energie, welche über 2000 Jahre abgegeben wird auf 25% reduzieren. (S.53 http://www.oecd-nea.org/s...).

    Langfristig sollen 99% vermieden werden, so steht es zumindest im Artikel "Transmutation von radioaktivem Abfall" Physik Journal 9 (2010) Nr. 11.

    Das hört sich nicht wirklich traumhaft an, ist aber eine signifikante Verbesserung. Allerdings ist mein Eindruck, dass die Kosten noch nicht berechenbar sind. Ich habe mich mal wirklich längere Zeit damit auseinandergesetzt, aber eine wirklich zuverlässige Zahl ist nicht dabei rausgekommen. Das liegt vor allem auch daran, dass die notwendigen Reaktoren noch nicht vorhanden sind.

    Allerdings sehe ich auch keine Alternativen. Andere Konzepte sind nicht nachhaltig (Endlagern) oder riskant (schneller Brüter).

    Daher muss Separation und Transmutation unbedingt in eine Debatte über den Atommüll miteinbezogen werden!

  5. "Atommüll in die Sonne zu schießen würde mehr Energie kosten als dieser Müll jemals erzeugt hat.
    Außerdem besteht immer die Chance daß eine Rakete abstürzt und auf der Erde einschlägt."

    1. War es von mir nur ein Beispiel

    2. Ich ging von einer Entwicklung der Technik aus. Eine Transatlantikflug war früher nur für die Superreichen möglich und auch nicht so sicher wie heute. Die Raumfahrt entwickelt sich ja auch weiter.

    3. Zur Transmutation kann ich mangels Qualifikation keine Aussage machen.

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  6. ... das Überbleibsel der sauberen und vor allen günstigen Energieerzeugung, denen in den Vorgarten kippen, die sich daran dumm und dämlich ver... äh es nur für uns Konsumenten getan haben. Die können dann auch die aus dem anderen Lager zu Grillparties für die gute Zusammenarbeit dorthin einladen.

    Wäre das nichts?

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