Glaubensforschung: Was wir von der Religion lernen können
Forscher und Philosophen entdecken die Vorteile religiösen Denkens – und wollen die besten Strategien in die Gesellschaft übertragen.
© Johannes Eisele/AFP/Getty images

Fans während des Viertelfinales der Fußballeuropameisterschaft 2012: Nirgendwo wird deutlicher, welche Bedeutung eine Ersatzreligion für Menschen haben kann.
Alain de Botton ist kein geborener Gläubiger, im Gegenteil. Der Sohn eines Schweizer Bankiers wuchs unter überzeugten Atheisten auf und hat früh gelernt, religiöse Gefühle »mit jener Art von Mitleid zu betrachten, die für gewöhnlich Menschen mit einer degenerativen Erkrankung vorbehalten ist«. Doch mit Mitte zwanzig ereilte ihn eine »Krise der Glaubenslosigkeit«, wie er gesteht. Ihm wurde klar, dass die großen Religionen nicht nur unglaubliche Behauptungen – etwa von der Existenz Gottes, der unbefleckten Empfängnis oder der Wiederauferstehung – hervorgebracht haben, sondern auch eine Vielzahl wertvoller Errungenschaften, die er nicht missen wollte – von religiös inspirierter Kunst über gemeinschaftsfördernde Rituale bis hin zu ethischen Wertmaßstäben.
Nun, im Alter von 42 Jahren, bekennt sich der in London lebende Philosoph und Schriftsteller offensiv zu seiner ambivalenten Haltung. »Religionen sind zu nützlich, wirksam und intelligent, als dass man sie den Religiösen allein überlassen sollte«, lautet das Credo seines Buches Religion for Atheists, das sich explizit an Ungläubige (wie ihn selbst) wendet. Denn weil diese in der Regel alles ablehnten, was auch nur entfernt an Religion erinnere, sei die moderne, säkulare Gesellschaft »unfairerweise verarmt«, diagnostiziert de Botton. Das beginne beim Verlust von Gemeinschaftserlebnissen, mache sich im Fehlen architektonischer Kraftzentren und Ruhezonen bemerkbar und reiche bis zum Mangel an effektiven Bewältigungsstrategien für seelische Nöte und unsere Angst vor dem Tod. In der modernen Warenwelt gebe es zwar »ein unübersehbares Angebot für das Bedürfnis nach einem Haarwaschmittel«, kritisiert der Philosoph, doch ausgerechnet »die Sorge um die wichtigsten Bedürfnisse« des Menschen liege heute oft in den Händen Einzelner.
Daher plädiert de Botton in seinem (bislang nur auf Englisch erschienenen) Buch dafür, die Religionen gleichsam zu »bestehlen« und die besten Strategien aus deren reichhaltigem Repertoire in die säkulare Gesellschaft zu übertragen. So schlägt er etwa »säkulare Tempel« vor, in denen man zur Ruhe kommen und die wesentlichen Fragen seines Lebens überdenken könne; oder er philosophiert über »Agape restaurants« (vom griechischen agape = Liebe), in denen nicht raffinierte Speisen, sondern die Begegnung und der Austausch mit Fremden im Zentrum stehen sollen. Denn gerade an solchen Begegnungen mangele es in unseren kalten Gesellschaften, und kaum etwas stärke das Zusammengehörigkeitsgefühl so sehr wie ein gemeinsames Essen (weshalb in der Frühzeit des Christentums das »Abend-Mahl« noch ein richtiges Essen war). Allerdings sollen dabei nicht die üblichen, oberflächlichen Unterhaltungen geführt werden (»Was arbeiten Sie?«, »Wo gehen Ihre Kinder zur Schule?«), sondern die wirklich relevanten Fragen des Menschseins zur Sprache kommen (»Was bedauern Sie?«, »Wovor haben Sie Angst?«, »Wem können Sie nicht vergeben?«).
Dieser Text stammt aus dem aktuellen ZEIT Wissen Magazin, das am Kiosk erhältlich ist. Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen
Natürlich rufen solche Vorschläge von allen Seiten Widerspruch hervor. Als de Botton erstmals »Tempel für Ungläubige« vorschlug, erhob sich prompt ein millionenfacher Proteststurm auf Facebook und Twitter. Hartgesottene Atheisten vermuteten dahinter eine perfide Strategie zur Rehabilitierung des Glaubens; überzeugte Christen wiederum argumentierten, ihre Religion sei doch bitte kein Selbstbedienungsladen, den man nach Belieben plündern dürfe.
Der vehemente Widerspruch beweist, dass de Botton einen Nerv trifft. Denn anders als viele bedient er nicht das übliche Schubladendenken, das in Sachen Religion entweder nur vehemente Ablehnung oder ebenso vehemente Zustimmung kennt. Im Gegensatz etwa zu dem Evolutionsbiologen Richard Dawkins, der wortgewaltig gegen den »Gotteswahn« wettert und alles Religiöse als unwissenschaftlich verdammt, versucht de Botton, eine Brücke zwischen Gläubigen und Ungläubigen zu bauen und religiöse Rituale auch auf ihre positiven Seiten hin abzuklopfen.







Ich würde wieder sagen: Fehlschluss. Vom Sein auf etwas Gewolltes.
Die Diskussion um Gottesbeweise und Evolution ist müßig zu führen und fast immer aussichtslos, wenn die Diskussionspartner unterschiedliche Einstellungen haben. Mir ist es schon häufig begegnet, dass gläubige Menschen nicht verstehen konnten, dass mir der Schöpfergedanken viel abwegiger erscheint als eine zufällige Existenz. Das ist aber eine subjektive Empfindung, die ich offenkundig wirklich Gläubigen bislang noch nicht ernsthaft näher bringen konnte.
Ich probiers dennoch kurz mit dem Evolutionsaspekt: Stellen Sie sich vor, es gibt Zufall und eine Wahrscheinlichkeit von 1%, dass sich intelligentes Leben entwickelt. Dann können wir in 99% der Fälle das Ergebnis nicht beobachten. Nur in dem 1%-Fall. Und von dem aus argumentieren wir.
Die Schöpferidee scheitert in meinem Hirn immer daran, dass das Schöpfungsproblem nur auf eine weitere Ebene verlagert wird. Was ist der Schöpfer? Warum tut er, was er tut? Wer hat den Schöpfer erschaffen? Wer hat die Bedingungen erschaffen, dass er existieren kann? Da drehe ich mich im Kreis ...
Zitat schußwaffe:
"Ich würde wieder sagen: Fehlschluss. Vom Sein auf etwas Gewolltes."
Ich würde sagen, logisch abgeleitet. Ausgehend von Prinzip: Ursache und Wirkung.
Zitat schußwaffe:
"Die Schöpferidee scheitert in meinem Hirn immer daran, dass das Schöpfungsproblem nur auf eine weitere Ebene verlagert wird. Was ist der Schöpfer? Warum tut er, was er tut? Wer hat den Schöpfer erschaffen? Wer hat die Bedingungen erschaffen, dass er existieren kann? "
Gott ist per definition immateriell, zeitlos, ewig, persönlich, nicht geschaffen.
Die Frage nach dem Warum beantwortet uns Jesus Christus, in dem Gott Mensch wird als historische Wirklichkeit.
Wenn man jede Erklärung für Phänomene immer auf eine neue Ebene heben müsste, wie sie sagen, bräuchte man immer eine Erklärung für die Erklärung.
Die braucht es aber nicht. Wenn sie in einer Höhle Wandmalereien finden, lautet die beste Erklärung: Menschliche Vorfahren/Menschliche Intelligenz. Es braucht es keine Erklärung für die Erklärung.
Zitat schußwaffe:
"Ich würde wieder sagen: Fehlschluss. Vom Sein auf etwas Gewolltes."
Ich würde sagen, logisch abgeleitet. Ausgehend von Prinzip: Ursache und Wirkung.
Zitat schußwaffe:
"Die Schöpferidee scheitert in meinem Hirn immer daran, dass das Schöpfungsproblem nur auf eine weitere Ebene verlagert wird. Was ist der Schöpfer? Warum tut er, was er tut? Wer hat den Schöpfer erschaffen? Wer hat die Bedingungen erschaffen, dass er existieren kann? "
Gott ist per definition immateriell, zeitlos, ewig, persönlich, nicht geschaffen.
Die Frage nach dem Warum beantwortet uns Jesus Christus, in dem Gott Mensch wird als historische Wirklichkeit.
Wenn man jede Erklärung für Phänomene immer auf eine neue Ebene heben müsste, wie sie sagen, bräuchte man immer eine Erklärung für die Erklärung.
Die braucht es aber nicht. Wenn sie in einer Höhle Wandmalereien finden, lautet die beste Erklärung: Menschliche Vorfahren/Menschliche Intelligenz. Es braucht es keine Erklärung für die Erklärung.
Dass Menschen fanatisch argumentieren können, ist doch hinreichend bekannt. Und dass es dafür nun wirklich nicht immer Religion bedarf ebenso.
Ein völlig weltanschaulich neutraler Staat wäre laizistisch, und nicht atheistisch. Atheismus ist nicht "neutral" in dem Sinne, sondern eine Negation von Theismus. Und der deutsche Staat ist nun wirklich weder atheistisch noch laizistisch. Er gewährleistet Religionsfreiheit und arbeitet eng mit Religionsgemeinschaften zusammen. Aber das hat mit Atheismus nichts zu tun.
Ich kann weder in dem Text noch in Ihren Formulierungen und auch nicht in dem Zitat einen Beweis für die Gläubigkeit des Autors Alain de Botton erkennen.
Auch sonst denke ich nicht, dass die Definition erweitern muss und Ungläubigenicht nur die Existenz eines Gottes zu verneinen, sondern auch die Religionen mit keiner positiven Eigenschaft verknüpft werden dürfen.
Wieso sollte es keine Antitheisten geben, die davon überzeugt sind, dass das Geständnis von Schuld schlecht sei (unabhängig von der Definition von Schuld)? Sprechen sich nur religiöse Menschen dafür aus, dass es mindestens einen Tag in der Woche brauche damit die Menschen zur Ruhe kommen?
Hier muss man zwei verschiedene Sachen trennen: Auf der einen Seite der religiöse Glaube und auf der anderen Seite die WIRKUNG nicht nur von religiösen Glauben sondern auch von religiösen Ritualen.
Und Sie können nicht alle Wissenschaftler, die positive Effekte nachgewiesen haben, als religiös-motiviert abtun.
Kraftzentren müssen mitnichten architektonisch sein.
Das elementarste aller Kraftzentren ist nach wie vor die Natur. Jeder außergewöhnliche Platz, eine Lichtung, ein See, eine Höhle, ein alter knorriger Baum oder ganz einfach der sternenklare Nachthimmel sind Kraftzentren.
Prinzipiell kann man außerdem jeden Ort vorübergehend zum Kraftzentrum machen, und zwar indem man ihn für diesen Zweck weiht.
Am Anfang war das Ritual. Rituale sind mindestens so alt wie die Menschheit, wahrscheinlich älter als die Religionen. Rituale sind eine Art der Kommunikation mit dem "Unbewußten" in Form von symbolischen Handlungen (Reinigungsriten, Kreisriten, Anrufungsriten, Tranceriten, Ausklangriten, Aufhebungsriten) und Absichtserklärungen.
Rituale haben eine suggestive Macht. Das kann man getrost als psychologischen Trick bezeichnen, tut der Sache absolut keinen Abbruch. Tatsächlich ist das nämlich ein ganz erstaunlicher Trick. Bei einigen Tranceriten gibt es die erstaunlichsten Erlebnisse/Hallus (wie man es denn schimpfen möchte) obendrein, gänzlich ohne Drogen und gänzlich ohne Götter.
Die Summe der Religionen zusammengenommen, bietet viel viel mehr, als ein bißchen Gemeinschaftsgefühl und ein bißchen Trostbeten.
Zitat schußwaffe:
"Ich würde wieder sagen: Fehlschluss. Vom Sein auf etwas Gewolltes."
Ich würde sagen, logisch abgeleitet. Ausgehend von Prinzip: Ursache und Wirkung.
Zitat schußwaffe:
"Die Schöpferidee scheitert in meinem Hirn immer daran, dass das Schöpfungsproblem nur auf eine weitere Ebene verlagert wird. Was ist der Schöpfer? Warum tut er, was er tut? Wer hat den Schöpfer erschaffen? Wer hat die Bedingungen erschaffen, dass er existieren kann? "
Gott ist per definition immateriell, zeitlos, ewig, persönlich, nicht geschaffen.
Die Frage nach dem Warum beantwortet uns Jesus Christus, in dem Gott Mensch wird als historische Wirklichkeit.
Wenn man jede Erklärung für Phänomene immer auf eine neue Ebene heben müsste, wie sie sagen, bräuchte man immer eine Erklärung für die Erklärung.
Die braucht es aber nicht. Wenn sie in einer Höhle Wandmalereien finden, lautet die beste Erklärung: Menschliche Vorfahren/Menschliche Intelligenz. Es braucht es keine Erklärung für die Erklärung.
Zu Ursache und Wirkung: Sie haben versucht, von der beobachteten Wirkung auf eine Ursache zu schließen. Nur eben das Problem auf die Ebene Schöpfer verlagert, dessen Ursache sie einfach wegdefinieren. Und der Zufall ist nicht aus dem Weg geräumt. Sei die Wahrscheinlichkeit für Entwicklung von Leben noch so klein - sie ist da und dass wir existieren, ist Beweis, dass genau diese Unwahrscheinlichkeit eingetreten ist. In Millionen anderer Sonnensysteme ist diese Konstellation nicht eingetroffen, nur gibt es keine dortigen Subjekte, die diesen Umstand analysieren.
Zitat:
"Gott ist per definition immateriell, zeitlos, ewig, persönlich, nicht geschaffen."
Das ist eine subjektive Definition, die von irgend jemandem kommen muss und geteilt werden muss. Ich kann diese Definition zwar wahrnehmen, nur sonderlich befriedigend erscheint sie mir nicht - Problem wegdefiniert ...
Zitat:
"Wenn sie in einer Höhle Wandmalereien finden, lautet die beste Erklärung: Menschliche Vorfahren/Menschliche Intelligenz. Es braucht es keine Erklärung für die Erklärung."
Weil es uns so nah und vertraut ist, liegt der Schluss auf eine menschliche Ursache nahe. Dass ein Willenswesen die Schöpfung einer Blume geplant hat, ist viel abwegiger. Dass sie Millionen Jahre gebraucht hat, um sich aus ein paar Zellklumpen immer wieder anzupassen, zu vermehren und zu mutieren - als langen adaptiven Prozess - erklärt Komplexität und auch Imperfektion. Vom Reißbrett aus würde man anders designen.
Zu Ursache und Wirkung: Sie haben versucht, von der beobachteten Wirkung auf eine Ursache zu schließen. Nur eben das Problem auf die Ebene Schöpfer verlagert, dessen Ursache sie einfach wegdefinieren. Und der Zufall ist nicht aus dem Weg geräumt. Sei die Wahrscheinlichkeit für Entwicklung von Leben noch so klein - sie ist da und dass wir existieren, ist Beweis, dass genau diese Unwahrscheinlichkeit eingetreten ist. In Millionen anderer Sonnensysteme ist diese Konstellation nicht eingetroffen, nur gibt es keine dortigen Subjekte, die diesen Umstand analysieren.
Zitat:
"Gott ist per definition immateriell, zeitlos, ewig, persönlich, nicht geschaffen."
Das ist eine subjektive Definition, die von irgend jemandem kommen muss und geteilt werden muss. Ich kann diese Definition zwar wahrnehmen, nur sonderlich befriedigend erscheint sie mir nicht - Problem wegdefiniert ...
Zitat:
"Wenn sie in einer Höhle Wandmalereien finden, lautet die beste Erklärung: Menschliche Vorfahren/Menschliche Intelligenz. Es braucht es keine Erklärung für die Erklärung."
Weil es uns so nah und vertraut ist, liegt der Schluss auf eine menschliche Ursache nahe. Dass ein Willenswesen die Schöpfung einer Blume geplant hat, ist viel abwegiger. Dass sie Millionen Jahre gebraucht hat, um sich aus ein paar Zellklumpen immer wieder anzupassen, zu vermehren und zu mutieren - als langen adaptiven Prozess - erklärt Komplexität und auch Imperfektion. Vom Reißbrett aus würde man anders designen.
Nun ja, es ist ja ein alter Hut, daß gläubige Menschen die glücklicheren sind. Sie sind es, weil sie weniger nachdenken müssen. Sie haben ja ihr Weltbild praktisch abonniert und zur Geburt, respektive Taufe, als kostenlose Zugabe erhalten. Dazu kann man ihnen gratulieren. Denn es hat wohl, wenn ich mir das so überlege, schon einen Charme, alles aus der Brille eines "Gott will das so" oder "Gott schaut gerade zu" zu betrachten. Überhaupt: Zu wissen, wo man hingeht, was man tun darf und was nicht, was sozusagen Gottes Wille ist (steht ja geschrieben) - das ist wirklich eine komfortable Sache.
Wenn man nicht mit abonniertem Weltbild ausgestattet ist und noch dazu immer wieder versucht, sich seinen eigenen Reim auf die Welt und auf das Ganze zu machen, lebt man unsteter. Man ist ziemlich oft im Zweifel. Man hadert mit sich selbst, verrennt sich in Zirkelschlüsse und bleibt am Ende doch ein Ahnungsloser. Die Welt ist einfach zu groß und zu wundervoll, um vom menschlichen Geist erschlossen werden zu können.
Und dennoch sind mir jene lieber, die ihr ganzes Leben lang suchen und zweifeln, vielleicht sogar verzweifeln, um nur ein winziges Stück Erkenntnis zu erlangen als jene, die unter Absenz intellektueller Leistung ihr Leben in die Hände einer mehrtausendjährigen Institution legen und treubrav beten und singen, wenn der Typ da vorne sagt, daß jetzt gebetet und gesungen wird.
...für ihren Kommentar. Da fiel mir spontan ein:
"The problem with the world is that the intelligent people are full of doubts while the stupid ones are full of confidence."
Nun ja, es ist ja ein alter Hut, daß gläubige Menschen die glücklicheren sind. Sie sind es, weil sie weniger nachdenken müssen.
Ich finde diesen Kommentar ziemlich daneben. Sie unterstellen letztlich gläubige Menschen würden ihr Weltbild nicht anzweifeln, hingegen Atheisten würden das laufend tun. Dabei gibt es solche und solche auf beiden Seiten. Es gibt die zweifelnden Gläubigen, die ihren Glauben immer wieder in Frage stellen und es gibt genauso Atheisten, die fest davon überzeugt sind, Religion sei das Grundübel der Welt und jede Kritik daran mit irgendeinem Dawkins oder Hitchens Zitat begegnen ohne zu hinterfragen, ob die beiden nicht auch öfters mal falsch liegen könnten.
...für ihren Kommentar. Da fiel mir spontan ein:
"The problem with the world is that the intelligent people are full of doubts while the stupid ones are full of confidence."
Nun ja, es ist ja ein alter Hut, daß gläubige Menschen die glücklicheren sind. Sie sind es, weil sie weniger nachdenken müssen.
Ich finde diesen Kommentar ziemlich daneben. Sie unterstellen letztlich gläubige Menschen würden ihr Weltbild nicht anzweifeln, hingegen Atheisten würden das laufend tun. Dabei gibt es solche und solche auf beiden Seiten. Es gibt die zweifelnden Gläubigen, die ihren Glauben immer wieder in Frage stellen und es gibt genauso Atheisten, die fest davon überzeugt sind, Religion sei das Grundübel der Welt und jede Kritik daran mit irgendeinem Dawkins oder Hitchens Zitat begegnen ohne zu hinterfragen, ob die beiden nicht auch öfters mal falsch liegen könnten.
zitat schußwaffe:
"Das Konzept des Beichtens habe ich nie vollständig erfassen können. Welchen Sinn machen Normen, wenn ihre Übertretung letztlich immer durch Vergebung kompensiert werden kann?"
Vergebung gibt es nur wenn der wahrhafte Wille zur Abkehr vom Bösen da ist. Wer in einer Beichte sich selbst hinterfragt und ehrlich formuliert, was ihn an sich stört und was er ablegen möchte, schlägt den weg zur Vergebung ein.
zitat schußwaffe:
"Diese allgöttliche Überwachung, Kontrolle und Vergebung ist eben ein Gegenentwurf zum einsamen Dasein des Nichtreligiösen, der einen Fehltritt eher nur mit sich selbst ausmachen muss, dem aber auch nicht immer vergeben wird."
Sie können es allein nicht mit sich ausmachen, es braucht das Gegenüber, das ihnen auch verzeiht. Sich selber verzeihen können reicht nicht aus.
Was sie Überwachung und Kontrolle nennen, nenne ich Liebe und Gerechtigkeit.
Zitat:
"Sie können es allein nicht mit sich ausmachen, es braucht das Gegenüber, das ihnen auch verzeiht. Sich selber verzeihen können reicht nicht aus.
Was sie Überwachung und Kontrolle nennen, nenne ich Liebe und Gerechtigkeit."
Sich selbst kann man wohl manchmal am schwersten verzeihen. In vielen Fällen erscheint es mir auch fragwürdig, warum man anderen alles verzeihen sollte. Es gibt so schlimme Dinge, mit denen ein Täter ruhig sein Leben lang sein Gewissen belasten soll.
Was Sie Liebe und Gerechtigkeit nennen, ist die andere Seite derselben Medaille. Ich will dieses subjektive Gefühl auch gar nicht in Frage stellen. Ich widerspreche nur der Behauptung, dass jeder diese allmächtige Begleitung wünscht oder braucht. Manche fühlen sich sicher und aufgehoben mit "göttlichem Beistand" - und andere wie ich finden die Vorstellung angenehm, dass sie alleine für sich sind.
Zitat:
"Sie können es allein nicht mit sich ausmachen, es braucht das Gegenüber, das ihnen auch verzeiht. Sich selber verzeihen können reicht nicht aus.
Was sie Überwachung und Kontrolle nennen, nenne ich Liebe und Gerechtigkeit."
Sich selbst kann man wohl manchmal am schwersten verzeihen. In vielen Fällen erscheint es mir auch fragwürdig, warum man anderen alles verzeihen sollte. Es gibt so schlimme Dinge, mit denen ein Täter ruhig sein Leben lang sein Gewissen belasten soll.
Was Sie Liebe und Gerechtigkeit nennen, ist die andere Seite derselben Medaille. Ich will dieses subjektive Gefühl auch gar nicht in Frage stellen. Ich widerspreche nur der Behauptung, dass jeder diese allmächtige Begleitung wünscht oder braucht. Manche fühlen sich sicher und aufgehoben mit "göttlichem Beistand" - und andere wie ich finden die Vorstellung angenehm, dass sie alleine für sich sind.
"Ohne Gott gibt es keinen moralischen Gesetzgeber, nur intersubjektiven Relativismus."
Es tut mir leid, aber: was für ein Unsinn. Nur Gott kann definieren, was "gut" ist? Ohne Gott gibt es keine ernstzunehmenden Moralvorstellungen? Starker Tobak, den sie da in den Kommentarbereich setzen. Was sie damit allen "Ungläubigen" unterstellen, ist ihnen hoffentlich klar?
Ihre Reaktion zeigt mir, das sie tatsächlich gelesen haben, was ich geschrieben habe. Und es ist starker Tobak.
Objektive Moral funktioniert nicht von "unten nach oben", ohne moralischen Gesetzgeber kein moralisches Gesetz.
Das bedeutet nicht, das ein Atheist/agnostiker kein moralischer Mensch sein kann, jedoch fehlt ihm die Begründung für objektive Moral.
Einer der Gründe, warum ich kein Atheist sein kann.
user skyfall hat das hier in den Foren sehr schlüssig ausformuliert:
Empirische Bestandsaufnahme von Bedürfnissen können keine Begründung der Menschenrechte sein. Was ist mit den Bedürfnissen von Sadisten oder Pädophilen? Auf welche Weise legitimieren Sie Ihr Kriterium dafür, welche Bedürfnisse durch die Menschenrechte geschützt werden und welche nicht?
Der Atheist kann das nicht. Im atheistischen Denken gibt es nur „Verabredungen“ (positives Recht) welche letztlich durch die Macht der Mehrheit oder mit den Mitteln überlegener physischer Gewalt durchgesetzt werden.
Moral im wirklichen Sinne kennt aber auch unbedingte Ge- und Verbote, wie zum Beispiel, dass man ein Baby nicht aus dem zweiten Stock wirft. Jeder Versuch einer utilitaristischen Begründung dieses Verbots wäre schlicht widerwärtig, weil es diese Regel immer unter den Vorbehalt stellt, in irgendeiner Situation könnte der „Gesamtnutzen“ größer sein, wenn man das Baby hinauswirft.
Ihre Reaktion zeigt mir, das sie tatsächlich gelesen haben, was ich geschrieben habe. Und es ist starker Tobak.
Objektive Moral funktioniert nicht von "unten nach oben", ohne moralischen Gesetzgeber kein moralisches Gesetz.
Das bedeutet nicht, das ein Atheist/agnostiker kein moralischer Mensch sein kann, jedoch fehlt ihm die Begründung für objektive Moral.
Einer der Gründe, warum ich kein Atheist sein kann.
user skyfall hat das hier in den Foren sehr schlüssig ausformuliert:
Empirische Bestandsaufnahme von Bedürfnissen können keine Begründung der Menschenrechte sein. Was ist mit den Bedürfnissen von Sadisten oder Pädophilen? Auf welche Weise legitimieren Sie Ihr Kriterium dafür, welche Bedürfnisse durch die Menschenrechte geschützt werden und welche nicht?
Der Atheist kann das nicht. Im atheistischen Denken gibt es nur „Verabredungen“ (positives Recht) welche letztlich durch die Macht der Mehrheit oder mit den Mitteln überlegener physischer Gewalt durchgesetzt werden.
Moral im wirklichen Sinne kennt aber auch unbedingte Ge- und Verbote, wie zum Beispiel, dass man ein Baby nicht aus dem zweiten Stock wirft. Jeder Versuch einer utilitaristischen Begründung dieses Verbots wäre schlicht widerwärtig, weil es diese Regel immer unter den Vorbehalt stellt, in irgendeiner Situation könnte der „Gesamtnutzen“ größer sein, wenn man das Baby hinauswirft.
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