Glaube: "Diese Erfahrung ist universell"
Auch Atheisten kennen die Erfahrung der Selbsttranszendenz. Sie deuten diese nur anders als religiöse Menschen.
ZEIT Wissen: Herr Joas, glauben Sie?
Hans Joas: Ja.
ZEIT Wissen: Woran?
Joas: Ich dachte, Sie reden vom christlichen Glauben. An eine Erdgöttin glaube ich jedenfalls nicht.
ZEIT Wissen: Was ist das überhaupt, Glauben?
Joas: Ein sehr starkes Gefühl von Gewissheit und Vertrauen. Wir müssen unterscheiden zwischen der umgangssprachlichen Verwendung von »Glauben« im Sinne eines Nicht-ganz-sicher-Wissens und religiösem »Glauben« im Sinne einer solchen Haltung des Vertrauens und der Gewissheit vor aller Reflexion.
ist einer der profiliertesten Soziologen in Deutschland. Nach Professuren in Erlangen, Berlin und Erfurt ist der 64-Jährige nun Permanent Fellow am Freiburg Institute for Advanced Studies und Professor an der University of Chicago. Im Sommersemester 2012 hatte Joas als erster Wissenschaftler die neu geschaffene Gastprofessur der Joseph Ratzinger Papst Benedikt XVI.-Stiftung an der Universität Regensburg inne. Sein jüngstes Buch Glaube als Option erschien im Juni im Herder Verlag.
ZEIT Wissen: Wenn ich jetzt sage: Ich glaube nicht – habe ich etwas falsch gemacht?
Joas: So würde ich nie reden. Auch der militanteste Atheist weiß ja, was ein tief sitzendes Vertrauensgefühl ist. Wir alle würden seelisch zusammenbrechen, hätten wir nicht Erfahrungen der Geborgenheit bei anderen Menschen. Solche Erfahrungen, die fundamentale Gewissheiten konstituieren, sind allen Menschen zugänglich. Von da aus ist der Zugang zum Glauben im anspruchsvolleren Sinn zu bahnen.
ZEIT Wissen: Es ist also kein Bezug auf Gott oder Jesus Christus oder sonst wen nötig, um zu glauben?
Joas: Zunächst einmal nicht, wenn wir alle Arten des Glaubens einbeziehen wollen. Die fundamentale Erfahrung, von der ich spreche, nenne ich Selbsttranszendenz. Das soll ein bloß beschreibender psychologischer Begriff sein, weit entfernt noch von Transzendenz im Sinne eines Über-Irdischen. Selbsttranszendenz heißt: Wir werden aus den Grenzen unseres Selbst herausgerissen, indem wir einer starken, uns anziehenden Kraft begegnen.
ZEIT Wissen: In Ihrem neuen Buch Glaube als Option vertreten Sie die These, dass der christliche Glaube heute nur noch eine »Glaubensmöglichkeit« neben vielen anderen ist. Heißt das, dass ich auch als Ungläubiger selbsttranszendente Erfahrungen machen kann?
Joas: Selbstverständlich. Diese Erfahrung ist universell. So wie auch Liebesgefühle zum anthropologischen Grundbestand gehören. Es gibt ja keinen Menschen, der nicht wüsste, was Gefühle der Liebe sind. Alle Menschen haben Zugang zu diesen Erfahrungen. Sie deuten sie innerhalb ihres kulturellen Raums freilich höchst unterschiedlich.
Dieser Text stammt aus dem aktuellen ZEIT Wissen Magazin, das am Kiosk erhältlich ist. Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen
ZEIT Wissen: Steht das Gefühl der Selbsttranszendenz in meiner Macht, oder widerfährt es mir?
Joas: Es ist wie mit der Kreativität: Ich kann sie nicht erzwingen. Inspiration ist auch nicht steuerbar, sondern die Erfahrung, dass ein Geist in mich fährt. Konkreter: Wenn ich ein Problem kreativ lösen will, brauche ich eine spezifische Form der Entspannung bei gleichzeitiger Konzentration auf die Situation. Ich muss mich zugleich distanzieren und öffnen können für eigene neue Impulse und neue Wahrnehmungen der Welt.
ZEIT Wissen: Kann man die Erfahrung der Selbsttranszendenz nicht auch im Fußballstadion machen oder bei einem Konzert? Wann kommt die Religion ins Spiel?
Joas: Tatsächlich gehören solche kollektiven Formen der Selbsttranszendenz für viele zu den intensivsten Erfahrungen überhaupt. Religionen offerieren für Erfahrungen der Selbsttranszendenz ein bestimmtes Repertoire an Deutungen. Atheisten halten genau diese Deutungen für Illusionen. Was wir brauchen, ist eine Auseinandersetzung über die Deutung von Erfahrungen, die wir teilen. Vorbei ist es dann mit dem Eindruck, Gläubige hätten ein Geheimwissen, das Nichtgläubigen prinzipiell verschlossen sei.
ZEIT Wissen: Religionen stellen aber Rahmen bereit, um bestimmte Erfahrungen erst zu machen – etwa Räume der Stille oder Meditationen im Kloster.
Joas: Erfahrungen der Selbsttranszendenz können einen völlig unerwartet überkommen, wie etwa das Sich-Verlieben in der ersten Minute einer Begegnung oder das Überwältigtwerden vom Mitleid mit einem anonymen anderen. Später merkt man dann allerdings oft, dass eine gewisse Stimmung bereits vorhanden war, die es in einer anderen Lebenslage nicht gegeben hat. Es ist aber völlig richtig: Religionen schaffen einen Raum, der Erfahrungen der Selbsttranszendenz ermöglicht. Jeden Sonntag in den Gottesdienst gehen heißt für den Katholiken ja nicht, dass er immer eine sein Selbst mitreißende Erfahrung macht, sondern dass er diese bestimmte Erfahrung garantiert nicht machen wird, wenn er nicht geht.







Sie wollen doch nicht allen Ernstes das aktive Stören von Religionsausübung als Religionsfreiheit bezeichnen?
die Toleranz der Obertoleranten !
"Sie wollen doch nicht allen Ernstes das aktive Stören von Religionsausübung als Religionsfreiheit bezeichnen?"
Halten Sie denn das aktive Stören meiner Nicht-Religionsausübung durch Kirchenglocken für akzeptabel?
die Toleranz der Obertoleranten !
"Sie wollen doch nicht allen Ernstes das aktive Stören von Religionsausübung als Religionsfreiheit bezeichnen?"
Halten Sie denn das aktive Stören meiner Nicht-Religionsausübung durch Kirchenglocken für akzeptabel?
Ist der Herr Joas katholisch? Geht irgendwie nicht aus dem Text hervor. Aber die "Gott ist tot"- Foristen nehmen dies offensichtlich selbstverständlich an, weil sie so wütend reagieren. Ich finde es irgenwie befremdlich dass die Evangelische Kirche ausgerechnet von den Atheisten als modern angesehen wird. Dabei ist die EK seit Luther staatsnah bis staatsidentisch, was aus der Tatsache hervorgeht, dass das Staatsoberhaupt (Fürsten, Grafen usw., der preußische König bzw. Deutsche Kaiser) auch zugleich Oberhaupt der jeweiligen Landeskirche war. Bei den Katholiken gilt das nur für den Vatikanstaat. Noch dazu gelten die Katholiken rund um die Welt als national unzuverlässig (insbesondere in den USA), weil sie ja von Rom aus "gesteuert" sind. Das war ja auch ein ganz wichtiges Argument im sog. Kulturkampf. Aber zum Stein des Anstoßes, die Definition des Glaubens: ein bewegter Atheist glaubt nur an das was er sehen, tasten, riechen, also mit den körperlichen Sinnen wahrnehmen kann, er macht nur eine Ausnahme: er glaubt an seinen Verstand. Hier ist er genauso gläubig wie jeder religiöse Mensch. Auch für den Verstand gilt: die Existenz kann nicht bewiesen werden, die Nichtexistenz ebensowenig.
Warum die evangelische Kirche von vielen Atheisten als moderner angesehen wird als die katholische liegt daran (zumindest bei mir), dass die kath. Kirche viele Riten weiterpflegt, welche ihre Ursprünge nicht im Christentum selbst haben. So z.B. der Rosenkranz, welcher erst seit dem frühen Mittelalter teil der Religion ist. Oder eben die Beichte, welche in meinen Augen sogar ein klarer Widerspruch zu einer elementaren christlichen Grundlage ist: jeder kann doch immer und überall mit Gott sprechen - warum brauche ich also einen Menschen, um meine Sünden zu beichten? Auch die Marienverehrung widerspricht meiner Meinung nach der Bibel, in welcher Maria als ganz normale Frau beschrieben wird. Daneben noch Papst, Zölibat usw., viele Bräuche mit unterschiedlichsten Ursprüngen.
das einzige was überhaupt beweisbatr ist ist der verstand
ob er richtig funktioniert, ob sinneswahrnehmungen realität wiederspiegeln oder haluzinationen sind ist schon nichtmehr beweisbar
die ek war von vorneherrein ein machtinstrument, wie die rechtgläubige kirche auch seit ihrer gründung durch konstantin, der unterschied liegt nur im universellen herrschaftsanspruch des reiches das die rkk übernommen hatt.
die staatsferne liegt ja nicht in einem antiautoritären gedanken begründet der zu begrüßen währe, sondern in dem anspruch das alle staatsgewalt sich der heiligen mutter kirche zu unterwerfen habe.
das modernere im evangelischen glauben lag in den gedanken luthers zum algemeinen priestertum, zur eigenverantwortung vor gott, zur gewissensfreiheit, nicht in den sich auf ihn berufenden privatstaatskirchen irgendwelcher lehensherren.
duerfte wohl darin liegen, dass es bei der rkk eine einzige allgemein gueltige Lehre gibt, die auseinanderzunehmen und ad absurdum zu fuehren sehr viel einfacher ist, als wenn man staendig von "in unserer Gemeinde ist das aber nicht so" unterbrochen wird.
Der Protestantismus ist taetsechlich mindestens ebenso bedenklich; mit seiner Forderung, dass sich der Glaeubige nich nur selbst zu denunzieren (wie in der rkk), sondern gleich auch noch selbst anzuklagen, selbst zu verurteilen, und selbst zu bestrafen hat eher noch mehr.
Auch in katholischen Ländern waren Staatsleitung und Kirchenleitung mächtig miteinander verquast; gucken Sie mal nach Bayern, Venedig, Frankreich, schon im 16. Jahrhundert.
Und lesen Sie mal was zur Konfessionalisierung.
Viel Spass dabei!
Herzlichst,
Bandhagen
Warum die evangelische Kirche von vielen Atheisten als moderner angesehen wird als die katholische liegt daran (zumindest bei mir), dass die kath. Kirche viele Riten weiterpflegt, welche ihre Ursprünge nicht im Christentum selbst haben. So z.B. der Rosenkranz, welcher erst seit dem frühen Mittelalter teil der Religion ist. Oder eben die Beichte, welche in meinen Augen sogar ein klarer Widerspruch zu einer elementaren christlichen Grundlage ist: jeder kann doch immer und überall mit Gott sprechen - warum brauche ich also einen Menschen, um meine Sünden zu beichten? Auch die Marienverehrung widerspricht meiner Meinung nach der Bibel, in welcher Maria als ganz normale Frau beschrieben wird. Daneben noch Papst, Zölibat usw., viele Bräuche mit unterschiedlichsten Ursprüngen.
das einzige was überhaupt beweisbatr ist ist der verstand
ob er richtig funktioniert, ob sinneswahrnehmungen realität wiederspiegeln oder haluzinationen sind ist schon nichtmehr beweisbar
die ek war von vorneherrein ein machtinstrument, wie die rechtgläubige kirche auch seit ihrer gründung durch konstantin, der unterschied liegt nur im universellen herrschaftsanspruch des reiches das die rkk übernommen hatt.
die staatsferne liegt ja nicht in einem antiautoritären gedanken begründet der zu begrüßen währe, sondern in dem anspruch das alle staatsgewalt sich der heiligen mutter kirche zu unterwerfen habe.
das modernere im evangelischen glauben lag in den gedanken luthers zum algemeinen priestertum, zur eigenverantwortung vor gott, zur gewissensfreiheit, nicht in den sich auf ihn berufenden privatstaatskirchen irgendwelcher lehensherren.
duerfte wohl darin liegen, dass es bei der rkk eine einzige allgemein gueltige Lehre gibt, die auseinanderzunehmen und ad absurdum zu fuehren sehr viel einfacher ist, als wenn man staendig von "in unserer Gemeinde ist das aber nicht so" unterbrochen wird.
Der Protestantismus ist taetsechlich mindestens ebenso bedenklich; mit seiner Forderung, dass sich der Glaeubige nich nur selbst zu denunzieren (wie in der rkk), sondern gleich auch noch selbst anzuklagen, selbst zu verurteilen, und selbst zu bestrafen hat eher noch mehr.
Auch in katholischen Ländern waren Staatsleitung und Kirchenleitung mächtig miteinander verquast; gucken Sie mal nach Bayern, Venedig, Frankreich, schon im 16. Jahrhundert.
Und lesen Sie mal was zur Konfessionalisierung.
Viel Spass dabei!
Herzlichst,
Bandhagen
auch wenn nicht jede Aussage zu Ende gedacht erscheint.
Es wird versucht, den Begriff des Glaubens aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Das halte ich für sehr notwendig, da Glauben so oft auf den Glauben an den und auf das reduziert wird.
Hier gut dargestellt, dass Glauben auch etwas mit einer absoluten, inneren Sicherheit zu tun hat. Ich glaube, weil ich es weiß, wiel ich mir absolut sicher bin, dass es so und nicht anders ist. Diese Form von Glauben hat etwas mit einer absolut sicheren Überzeugung der inneren Wahrheit zu tun, die man (aus welchem Grund auch immer) hat.
Im Gegensatz dazu vertrauen Atheisten auf das, was sie Wissen nennen ohne daran zu denekn, dass Wissen, letztlich eine erstarrte Form des Glaubens darstellt, da Wissen nicht mehr angezweifelt sondern als gegeben akzeptiert , also: wird.
Glauben hat also viele verschieden Aspekte in sich, die mit Religionen erst einmal sehr wenig zu tun haben.
Im Text sind eine wichtige Textstücke bei der Veröffentlichung verloren gegangen, die für den Sinn aber notwendig sind:
"... da Glauben so oft auf den Glauben an -- den Gott der Religionen--- und auf das --- sich etwas nicht sicher sein--- reduziert wird...."
Weiterhin fehlt:
"... da Wissen nicht mehr angezweifelt sondern als gegeben akzeptiert , also: ---geglaubt-- wird."
Sorry
An der Stelle frage ich mich allerdings, wie Sie Wissen definieren. Meinen Sie mit Wissen das, was man über Jahre durch seine Umgebung und durch die eigenen Erlebnisse vermittelt bekommt und was sich letztendlich in den eigenen Vorstellungen von der Welt manifestiert? Oder verstehen Sie unter Wissen wissenschaftlich geprüfte Theorien? Im ersten Fall dürften Sie recht haben, im zweiten Fall nicht, denn eine Theorie gilt nur solange, bis sie widerlegt wird. Manche Dinge, die man zu wissen glaubt, erweisen sich nach einer gründlichen Untersuchung als falsch. Für die Wissenschaft ist das kein Problem, der Bereich wird dann eben weiter erforscht, für eine Kirche kann dies zum Problem werden, wenn wichtige Glaubensgrundsätze sich als falsch erweisen.
Ich persönlich hatte seit meiner Kindheit den Glauben, dass es Gott nicht gibt. Ich fand es absurd, mit einem unsichtbaren Wesen Gespräche zu führen und fand die Versuche von Verwandten und Schule (*hüstel* katholische Mädchenrealschule *hüstel*), mich durch häufige und lange Kirchenbesuche umzuprogrammieren eher lästig. Und ich vertrau lieber auf die Natur und ihre Gesetze, als auf unsichtbare Wesen, deren Existenz sich aus dem Bibelmärchenbuch entnehmen lässt.
für "atheisten als solche " sprechen
aber ich glaube
und ich vertraue
aber
ich glaube nicht absolut, weil eine annahme eine annahme bleibt
wenn ich an das funktionieren einer gleichung glaube weis ich das diese wiederlegt werden kann, und ich freue mich auf diesen tag, an dem mein alter glaube von mir abfallen wird, und ich vetraue darauf das ein mensch kommen wird der dies vollbringt.
das ist wissenschaftsgläubigkeit, ich weiß
ihre vorstellung vom gerronnenen unveränderlichen wissen ist , ohne sie damit beleidigen zu wollen, wobei ich annehme das sie mit einem religiösen weltbild gesegnet mir diese äusserung verzeihen, unwissenschaftlich.
das wissen das man glaubt, das man nur annimmt, und eines besseren belehrt werden wird ist das gegenteil ihres "Ich glaube, weil ich es weiß"
eine "absolut sicheren Überzeugung der inneren Wahrheit " ist in diesem systhem eine unmöglichkeit , ein frefel; hybris
In der Tat ein guter Artikel.
"...auch wenn nicht jede Aussage zu Ende gedacht erscheint."
Für Interessierte sei hier verwiesen auf Hans Joas' m.E. exzellentes und erschwingliches Buch "Die Entstehung der Werte". Dort werden die Gedanken, die hier nur angerissen scheinen, aufwendig und sehr beeindruckend entwickelt. (Das im Artikel genannte "Glauben als Option" kenne ich (noch) nicht)
Im Text sind eine wichtige Textstücke bei der Veröffentlichung verloren gegangen, die für den Sinn aber notwendig sind:
"... da Glauben so oft auf den Glauben an -- den Gott der Religionen--- und auf das --- sich etwas nicht sicher sein--- reduziert wird...."
Weiterhin fehlt:
"... da Wissen nicht mehr angezweifelt sondern als gegeben akzeptiert , also: ---geglaubt-- wird."
Sorry
An der Stelle frage ich mich allerdings, wie Sie Wissen definieren. Meinen Sie mit Wissen das, was man über Jahre durch seine Umgebung und durch die eigenen Erlebnisse vermittelt bekommt und was sich letztendlich in den eigenen Vorstellungen von der Welt manifestiert? Oder verstehen Sie unter Wissen wissenschaftlich geprüfte Theorien? Im ersten Fall dürften Sie recht haben, im zweiten Fall nicht, denn eine Theorie gilt nur solange, bis sie widerlegt wird. Manche Dinge, die man zu wissen glaubt, erweisen sich nach einer gründlichen Untersuchung als falsch. Für die Wissenschaft ist das kein Problem, der Bereich wird dann eben weiter erforscht, für eine Kirche kann dies zum Problem werden, wenn wichtige Glaubensgrundsätze sich als falsch erweisen.
Ich persönlich hatte seit meiner Kindheit den Glauben, dass es Gott nicht gibt. Ich fand es absurd, mit einem unsichtbaren Wesen Gespräche zu führen und fand die Versuche von Verwandten und Schule (*hüstel* katholische Mädchenrealschule *hüstel*), mich durch häufige und lange Kirchenbesuche umzuprogrammieren eher lästig. Und ich vertrau lieber auf die Natur und ihre Gesetze, als auf unsichtbare Wesen, deren Existenz sich aus dem Bibelmärchenbuch entnehmen lässt.
für "atheisten als solche " sprechen
aber ich glaube
und ich vertraue
aber
ich glaube nicht absolut, weil eine annahme eine annahme bleibt
wenn ich an das funktionieren einer gleichung glaube weis ich das diese wiederlegt werden kann, und ich freue mich auf diesen tag, an dem mein alter glaube von mir abfallen wird, und ich vetraue darauf das ein mensch kommen wird der dies vollbringt.
das ist wissenschaftsgläubigkeit, ich weiß
ihre vorstellung vom gerronnenen unveränderlichen wissen ist , ohne sie damit beleidigen zu wollen, wobei ich annehme das sie mit einem religiösen weltbild gesegnet mir diese äusserung verzeihen, unwissenschaftlich.
das wissen das man glaubt, das man nur annimmt, und eines besseren belehrt werden wird ist das gegenteil ihres "Ich glaube, weil ich es weiß"
eine "absolut sicheren Überzeugung der inneren Wahrheit " ist in diesem systhem eine unmöglichkeit , ein frefel; hybris
In der Tat ein guter Artikel.
"...auch wenn nicht jede Aussage zu Ende gedacht erscheint."
Für Interessierte sei hier verwiesen auf Hans Joas' m.E. exzellentes und erschwingliches Buch "Die Entstehung der Werte". Dort werden die Gedanken, die hier nur angerissen scheinen, aufwendig und sehr beeindruckend entwickelt. (Das im Artikel genannte "Glauben als Option" kenne ich (noch) nicht)
die Toleranz der Obertoleranten !
So ein Sülz. Ist ja schon ein starkes Stück, dass Glaubende und die Kirche üblicherweise versuchen, die Ethik und den Anstand als Grundbestandteile des gläubigen Menschen und der Religion zu verkaufen (sind sie nicht). Jetzt wird auch noch das Vertrauen und die Geborgenheit in Beschlag genommen. Was ein Witz.
Und: Ja, Kirchenglocken nerven und penetrieren - ich möchte ja auch nicht jeden Sonntag von den Jehovas angeklingelt werden, oder eine anderweitige religiöse Information in mein Privatleben bekommen (und genau dahin gehen diese unverschämt lauten Glocken ja wohl mit Absicht hin - wären Sie nur im Freien zu hören, wär das kein Problem).
der was zu meckern hat..
der was zu meckern hat..
Im Text sind eine wichtige Textstücke bei der Veröffentlichung verloren gegangen, die für den Sinn aber notwendig sind:
"... da Glauben so oft auf den Glauben an -- den Gott der Religionen--- und auf das --- sich etwas nicht sicher sein--- reduziert wird...."
Weiterhin fehlt:
"... da Wissen nicht mehr angezweifelt sondern als gegeben akzeptiert , also: ---geglaubt-- wird."
Sorry
dass da was fehlte.
dass da was fehlte.
Warum die evangelische Kirche von vielen Atheisten als moderner angesehen wird als die katholische liegt daran (zumindest bei mir), dass die kath. Kirche viele Riten weiterpflegt, welche ihre Ursprünge nicht im Christentum selbst haben. So z.B. der Rosenkranz, welcher erst seit dem frühen Mittelalter teil der Religion ist. Oder eben die Beichte, welche in meinen Augen sogar ein klarer Widerspruch zu einer elementaren christlichen Grundlage ist: jeder kann doch immer und überall mit Gott sprechen - warum brauche ich also einen Menschen, um meine Sünden zu beichten? Auch die Marienverehrung widerspricht meiner Meinung nach der Bibel, in welcher Maria als ganz normale Frau beschrieben wird. Daneben noch Papst, Zölibat usw., viele Bräuche mit unterschiedlichsten Ursprüngen.
Das, was Religion für viele sinnstifftend werden lässt sind ja gerade die Rituale. Die evangelische Kirche ist dagegen total verkopft und damit aber erst recht überflüssig. Weil rational betrachtet die ganze Religion keinen Sinn ergibt.
Die Unterscheidung zwischen nichtchristlich und christlich ist generell sehr rührend. Die Wüstenreligionen Judentum, Christentum und Islam (in der Reihenfolge ihrer Entstehung) haben natürlich Wurzeln in früherem Brauchtum und Religion. Religiöse wollen das natürlich nicht sehen, weil es die Grundlage ihres Weltbildes zerstören würde.
"Warum die evangelische Kirche von vielen Atheisten als moderner angesehen wird als die katholische liegt daran (zumindest bei mir), dass die kath. Kirche viele Riten weiterpflegt, welche ihre Ursprünge nicht im Christentum selbst haben."
Gut, dass die evangelischen Kirchen das nicht tun, da ist alles biblisch gedeckt. Wie steht es z.B. schon in Lukas 12,33 - "Verkauft eure Habe und gebt den Erlös den Armen! Macht euch schwarze Talare, die nicht zerreißen, und bindet euch ein lustiges weißes Bändchen um den Hals." Jakobus, der Sohn des Zebedäus und einer der Zwölf, ist bis heute bekannt als Jesus' Lieblingsorganist, und Philippus gründete nach dem Dahinscheiden des Herrn und seiner anschließenden Auferstehung einen über die Grenzen des römischen Reiches hinaus bekannten Posaunenchor. Geradezu zum Gemeingut geworden ist ja das die Kindstaufe begründende Herrenwort "Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, könnt ihr nicht getauft werden!", und wer kennt nicht jenen berühmtesten Vers der Bergpredigt, der da heißt: "Selig die Konfirmierten, denn ihnen gehört das Himmelreich!".
Das, was Religion für viele sinnstifftend werden lässt sind ja gerade die Rituale. Die evangelische Kirche ist dagegen total verkopft und damit aber erst recht überflüssig. Weil rational betrachtet die ganze Religion keinen Sinn ergibt.
Die Unterscheidung zwischen nichtchristlich und christlich ist generell sehr rührend. Die Wüstenreligionen Judentum, Christentum und Islam (in der Reihenfolge ihrer Entstehung) haben natürlich Wurzeln in früherem Brauchtum und Religion. Religiöse wollen das natürlich nicht sehen, weil es die Grundlage ihres Weltbildes zerstören würde.
"Warum die evangelische Kirche von vielen Atheisten als moderner angesehen wird als die katholische liegt daran (zumindest bei mir), dass die kath. Kirche viele Riten weiterpflegt, welche ihre Ursprünge nicht im Christentum selbst haben."
Gut, dass die evangelischen Kirchen das nicht tun, da ist alles biblisch gedeckt. Wie steht es z.B. schon in Lukas 12,33 - "Verkauft eure Habe und gebt den Erlös den Armen! Macht euch schwarze Talare, die nicht zerreißen, und bindet euch ein lustiges weißes Bändchen um den Hals." Jakobus, der Sohn des Zebedäus und einer der Zwölf, ist bis heute bekannt als Jesus' Lieblingsorganist, und Philippus gründete nach dem Dahinscheiden des Herrn und seiner anschließenden Auferstehung einen über die Grenzen des römischen Reiches hinaus bekannten Posaunenchor. Geradezu zum Gemeingut geworden ist ja das die Kindstaufe begründende Herrenwort "Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, könnt ihr nicht getauft werden!", und wer kennt nicht jenen berühmtesten Vers der Bergpredigt, der da heißt: "Selig die Konfirmierten, denn ihnen gehört das Himmelreich!".
dass da was fehlte.
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