Stress : So übersteht man Weihnachten

Was tun, wenn der Baum brennt, Streit ausbricht oder die Geschenke nicht gefallen? ZEIT Wissen hat Überlebenstipps von Fachleuten eingeholt.
Ein potentieller Stress-Faktor an Weihnachten: rechtzeitig die passenden Geschenke einkaufen ©Tim Brakemeier/dpa

Ist Weihnachten ungesund?

Das liegt nahe, wenn man an Szenarien wie die verzweifelte Suche nach den richtigen Geschenken denkt, an überfüllte Kaufhäuser, Terminstress zum Jahresende und unzählige Weihnachtsfeiern. Und dann erst die Verwandtenbesuche! Kann das gesund sein? Natürlich nicht! Oder doch? Eine Studie aus dem Jahr 2007 zeigte Überraschendes: Zumindest was Herzinfarkte betrifft, schadet Weihnachten nicht der Gesundheit. Im Gegenteil, um die Festtage herum erleiden etwa zehn Prozent weniger Menschen einen Herzinfarkt als sonst. Wie kann das sein, wo doch zu Weihnachten der Stress zunimmt? Darüber könne man nur spekulieren, sagt Jochen Senges, Leiter der Studie: Stress sei nicht gleich Stress. Es gebe guten und ungesunden. Vermutlich stecke im Weihnachtsstress mehr die gute Sorte – die uns vor einem Infarkt schützt.

Erste-Hilfe-Tipps bei Weihnachtswehwehchen

Die Festtage sind eine Zeit der Gefahr für Körper und Seele. Das Aufstellen des Weihnachtsbaums etwa kann den Rücken traktieren, üppige Mahlzeiten können Sodbrennen bewirken und anstrengende Verwandtenbesuche zusammen mit dem Konsum geistiger Getränke zu Kopfschmerzen führen. Was nun? Gegen die Rückenschmerzen hilft eines nicht, auch wenn man sich danach sehnen mag: Schonung. Man sollte sich im Gegenteil bewegen. Zusätzlich kann man ein Schmerzmittel wie Ibuprofen nehmen – das gleichzeitig gegen den Kater hilft. Bei Letzterem empfiehlt sich zudem, viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen – am besten Wasser, weil es dem Körper verloren gegangene Mineralien zuführt. Und gegen das Sodbrennen wirkt ein Antacidum wie Magaldrat.

Wie vermeidet man Weihnachtsstreit?

Anstelle des harmonischen Beisammenseins spielt sich an Weihnachten mitunter Hässliches ab. Da brechen Machtkämpfe aus um das Schmücken des Baumes oder die Zubereitung der Gans, da entladen sich Frustrationen und reißen alte Wunden auf. Wenn die Familienmitglieder samt ihren Erwartungen auf engem Raum zusammentreffen, kann einiges passieren. Der Psychologe und Konfliktforscher Philipp Yorck Herzberg von der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg empfiehlt: "Potenzielle Streitthemen sollte man vorher mit den betreffenden Personen besprechen – auch auf die Gefahr hin, dass man Weihnachten dann nicht mehr zusammen feiert."

Das sei immer noch besser, als sich am Fest der Liebe zu verkrachen. Lässt sich ein Konflikt nicht vorher aus der Welt schaffen, kann man auch für Weihnachten eine Auszeit vereinbaren und die Sache später klären. Das Gleiche gilt, wenn es beim Fest Streit gibt. Nicht einfach rausplatzen oder die Wut unterdrücken, sondern einen Termin für die Aussprache festlegen, rät Herzberg. Man müsse auch an die Bedürfnisse der anderen denken, gerade wenn Kinder dabei seien. Zum Frieden trage zudem eine kurze Besuchsdauer bei: "Der Volksmund trifft es ganz gut – Fisch und Gäste fangen nach drei Tagen an zu stinken."

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Kommentare

21 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Weihnachtsmann

Nö, hier im Osten gibt es die nicht. Und soviel ich weiß, im Norden heißt es auch Weihnachtsmann.
Christkind hatte ich vor 1990 noch nicht mal von gehört, erst recht nicht von seinen Aufgaben. Das weiß ich als Atheist bis heute nicht. Und Nikolausi ist der, der die Stiefel am 6.12. füllt.
Denken sie mal dran, dass die meisten Menschen in D. keine Mitglieder christlicher Kirchen sind.
Und Weihnachten (also Sonnenwende) feiern ist auch älter, als der Kult um einen angeblichen Propheten.

Nun ja...

"...Und Weihnachten (also Sonnenwende) feiern ist auch älter, als der Kult um einen angeblichen Propheten."

Naja. Das Julfest unserer Vorfahren ist wissenschaftlich weder für alle germanischen Völker gesichert, noch überhaupt datiert. Es gibt mindestens eine Quelle, die dieses Fest auf denm 15. Januar verlegt, bzw erwähnt, daß das Fest von diesem Datum auf das der Sonnenwende verlegt wurde. Überhaupt scheinen Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen bei den Germanen keine große Rolle gespielt zu haben, wie auch Sonne und Mond selbst bei keinem europäischen Volk wichtige Gottheiten darstellten. Vieles sonst bei dem Thema ist dann auch eher Wunschdenken von Neoheiden - da wird dann gerne der Weihnachtsbaum zum urgermanischen, jahrtausendealten Brauchtum erklärt, obwohl sich gerade dieser Brauch sehr gut geschichtswissenschaftlich untersuchen läßt und garantiert nichts mit den Germanen zu tun hat.
Mal davon abgesehen, ist Weihnachten eben Weihnachten und kein heidnisches Fest.

Wer Wintersonnenwende feiern will, soll's halt machen - aber wo steht, daß er dazu Bräuche übernehmen muß, die nun mal von Christen für ihr Weihnachten erfunden wurden?

Auf jeden Fall ist's ne Super-Geschichte

In der dunkelsten Stunde der Winternacht wird den Menschen das Versprechen gegeben, dass es wieder hell werden wird. Habt keine Angst, der Frühling kommt ganz sicher! Und Ostern können wir feiern, dass dieses Versprechen aus der tiefsten Winternacht eingelöst worden ist.
In welchem Gewandt diese Geschichte erzählt wird, ist da beinahe nicht so wichtig. Und dass der Frühling nur deshalb kommt, weil die Erde und ihre Achse im bestimmten Winkel zur Sonne stehen, ist für da zweitrangig. Menschen mögen Geschichten und Menschen brauchen Geschichten. Grade wenn's draußen kalt und dunkel ist.

oh bitte

das hatt doch mitt neoheidnisch und germanen gar nichts zu tun
die planetenachse steht halt so
daher der verlauf der jahreszeiten
und isrgendwann ist man an einem punkt wo alle ernten eingebrracht sind und sogar das brennholz fertig sein sollte weil neues schlagen wg dauerregen der dann in schnee übergeht(wasserhaushaltsjahr startet in den nördlichen gemäßigten breiten nicht ohne grund im november)einfach nichts in diesem winneter ncoh verwertbares bringt.
dafür muss man die frischvorräte in dauerformen verarbeiten und die herden verkleinern um vorräte zu sparen(und zu ergänzen)
also hatt man jede menge futter etc das weg muss, und man kann sich einen winterspeck anfressen.
dazu kommt das energetische jahresminimum, die schwachen sterben auch zu dieser zeit häufiger(wie in den frühen morgenstunden), aber sie stellt auch einen geburtenschwerpunkt dar.
danach wird einerseits alles besser, weil die sonne wieder steigt, aber andererseits muss man noch bis zum frühjahr durchhalten um wieder die vorräte aufstocken zu können
da brauchts keine relevante religion,keine relevanten götter für,um diese naturgesetze zu erkennen
heute,mit zentralheizung, künstlichem licht und genug drogen um den depressionen wg lichtmangel entgegenzuwirken(rein physiologisches problem) kann man diesen zusammenhang leicht übersehen.
der geburtstag aller sonnengötter, egal ob wichtig wie sol-invictus(der gott constantins) oder unwichtig wie balder, war immer direkt nach dem sonnentiefststand, ihrem todestag

nebenbei

ist weihnachten immer ein fest der kultur die gerade existiert, da die natur sich zurückgezogen hatt, resp. unbequem daher kommt.
daher kommt es hierzulande auch derzeit größtenteils ohne christentum aus, abgesehen von zitaten, es ist ein rauschhaftes, betäubendes fest zu dem der konsumrausch schon so lange gehört wie es seßhafte bäuerliche kultur die den jahreszeiten unterworfen ist giebt.
heute gehört dazu der kaufrausch
wie früher die hingabe zu irgendwelchen religiösen paradiesvorstellungen (die weihnachtoratorien sind meist die dionysischsten stücke die ihre komponisten jeh wagten zu papier zu bringen)
und ich finde das nicht verwerflich
die menschen versichern sich das alles gut ist, genug für alle da ist, und man keine probleme haben wird über den winter zu kommen
ein kurzes verschnaufen von den sorgen
mehr nicht
das ist schon sehr viel für die meisten
weshalb es zu dramen kommt wenn sich jemand nicht entspannen kann obwohl er will und darunter fast zusammen bricht, wenn irgendetwas die perfektion stört etc.
das christentum war für weihnachten nur eine episode, die detrzeit ihren kinder geschichtenerzähltrohn auf dem weihnachtsmanschoß in den kaufhäusern und onkel scruge und dem grinch teilen muss.- die sind weniger grauselig und kommen ohne kindermordhorror aus

Weihnachten fällt aus

Ich glaube ich gehe am 23. abends schlafen und stehe erst am 27. wieder auf ;-).

Mal im Ernst, mich nervt die Vorweihnachtszeit mit dieser Hektik und Panik der Leute unglaublich.
Aber wenn man dann am Heiligabend mit der Familie zusammensitzt, sich beschenkt, was isst und danach vllt noch ein wenig feiern geht ist es doch ganz nett.
Zum Glück gibt es daheim nicht Kartoffelsalat mit Würstchen ;-)).

olololol

wie weit ist es gekommen, dass man psychologische Beratung braucht um Weihnachten zu "überstehen"?

ich verstehe garnicht warum alle an Weihnachten so fixiert auf Materialismus sind, könnt ihr nichts mehr selbst basteln oder einfallen lassen?! oder einfach nur beisammenhocken? Das der Grad der Nächstenliebe heutzutage am Gesamtpreis der Geschenke gemessen wird finde ich total absurd. Ebenso diese künstliche Panik über das schlechte "Konsumklima" das Deutschland flächendeckend niederwaltzt und uns alle in den tiefen schrecklichen Abgrund des ... äh... was auch immer reißt.