PsychologieSo übersteht man Weihnachten

Was tun, wenn der Baum brennt, Streit ausbricht oder die Geschenke nicht gefallen? ZEIT Wissen hat Überlebenstipps von Fachleuten eingeholt. von , Hanna Röhling, und Claudia Wüstenhagen

Ist Weihnachten ungesund?

Das liegt nahe, wenn man an Szenarien wie die verzweifelte Suche nach den richtigen Geschenken denkt, an überfüllte Kaufhäuser, Terminstress zum Jahresende und unzählige Weihnachtsfeiern. Und dann erst die Verwandtenbesuche! Kann das gesund sein? Natürlich nicht! Oder doch? Eine Studie aus dem Jahr 2007 zeigte Überraschendes: Zumindest was Herzinfarkte betrifft, schadet Weihnachten nicht der Gesundheit. Im Gegenteil, um die Festtage herum erleiden etwa zehn Prozent weniger Menschen einen Herzinfarkt als sonst. Wie kann das sein, wo doch zu Weihnachten der Stress zunimmt? Darüber könne man nur spekulieren, sagt Jochen Senges, Leiter der Studie: Stress sei nicht gleich Stress. Es gebe guten und ungesunden. Vermutlich stecke im Weihnachtsstress mehr die gute Sorte – die uns vor einem Infarkt schützt.

Erste-Hilfe-Tipps bei Weihnachtswehwehchen

Die Festtage sind eine Zeit der Gefahr für Körper und Seele. Das Aufstellen des Weihnachtsbaums etwa kann den Rücken traktieren, üppige Mahlzeiten können Sodbrennen bewirken und anstrengende Verwandtenbesuche zusammen mit dem Konsum geistiger Getränke zu Kopfschmerzen führen. Was nun? Gegen die Rückenschmerzen hilft eines nicht, auch wenn man sich danach sehnen mag: Schonung. Man sollte sich im Gegenteil bewegen. Zusätzlich kann man ein Schmerzmittel wie Ibuprofen nehmen – das gleichzeitig gegen den Kater hilft. Bei Letzterem empfiehlt sich zudem, viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen – am besten Wasser, weil es dem Körper verloren gegangene Mineralien zuführt. Und gegen das Sodbrennen wirkt ein Antacidum wie Magaldrat.

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Wie vermeidet man Weihnachtsstreit?

Anstelle des harmonischen Beisammenseins spielt sich an Weihnachten mitunter Hässliches ab. Da brechen Machtkämpfe aus um das Schmücken des Baumes oder die Zubereitung der Gans, da entladen sich Frustrationen und reißen alte Wunden auf. Wenn die Familienmitglieder samt ihren Erwartungen auf engem Raum zusammentreffen, kann einiges passieren. Der Psychologe und Konfliktforscher Philipp Yorck Herzberg von der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg empfiehlt: »Potenzielle Streitthemen sollte man vorher mit den betreffenden Personen besprechen – auch auf die Gefahr hin, dass man Weihnachten dann nicht mehr zusammen feiert.«

ZEIT Wissen 1/2013
ZEIT Wissen 1/2013

Dieser Text stammt aus dem aktuellen ZEIT Wissen Magazin, das am Kiosk erhältlich ist. Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen

Das sei immer noch besser, als sich am Fest der Liebe zu verkrachen. Lässt sich ein Konflikt nicht vorher aus der Welt schaffen, kann man auch für Weihnachten eine Auszeit vereinbaren und die Sache später klären. Das Gleiche gilt, wenn es beim Fest Streit gibt. Nicht einfach rausplatzen oder die Wut unterdrücken, sondern einen Termin für die Aussprache festlegen, rät Herzberg. Man müsse auch an die Bedürfnisse der anderen denken, gerade wenn Kinder dabei seien. Zum Frieden trage zudem eine kurze Besuchsdauer bei: »Der Volksmund trifft es ganz gut – Fisch und Gäste fangen nach drei Tagen an zu stinken.«

Leserkommentare
    • Chrisma
    • 11. Dezember 2012 14:00 Uhr

    Guter Tipp gegen Weihnachtsstress: Loriots-DVDs angucken und über die gute alte Zeit sinnieren.

    7 Leserempfehlungen
    • Suryo
    • 11. Dezember 2012 12:34 Uhr

    ...sind die Leute, die alle Jahre wieder von Weihnachten genervt sind. Seit Jahren scheint es zum guten Ton zu gehören, möglichst laut über den angeblich ach so großen Streß zu klagen, den Konsumterror, die schrecklichen Tage mit der Familie. Komisch, bei uns vertragen sich immer alle, und Geschenke zu kaufen ist in Zeiten von Amazon nun auch nicht mehr zwingend der Parforceritt durch die Fußgängerzone am 23.12. Ich finde Advent und Weihnachten eigentlich immer schön und friedlich. Wer natürlich auf Teufel komm raus Harmonie "herstellen" will, und noch dazu den ganzen Rest des Jahres Problemchen in der Familie unter den Tisch kehrt, den holt die Wirklichkeit immer ein.

    6 Leserempfehlungen
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    Dankedankedanke für Ihren Kommentar
    !
    Ich bestelle seit Jahren die Geschenke, die ich mir ja trotzdem selber ausdenken und aussuchen musste, zum größten Teil im Internet - bequemer und stressfreier geht nicht. Und dann gönn ich mir genau einen Tag im Trubel in der Stadt und suche Papier aus oder hole noch irgendwelche Kleinigkeiten.

    Wer erst am Heiligabend seine Haupteinkäufe macht, dem ist nicht zu helfen (seien wir doch ehrlich, auch Obst und Gemüse kann man zwei oder drei Tage zuvor kaufen, bestelltes Fleisch am Tag zuvor abholen). Wer weiß, dass er wenig Zeit für Einkäufe etc. haben wird, der soll halt im November anfangen.

    Bei uns gibt´s auch keinerlei Weihnachtsstress oder Zwangsharmonie. Man kann als erwachsener Mensch schon mal auch ganz zufrieden ein paar Stunden mit anderen Leuten durchstehen, die man evtl. nicht so superlieb hat, und die, die man gar nicht mag, die muss man doch nicht treffen.

    Und ich liiiiiebe die Geschenkeberge unterm leuchtenden Christbaum. Meine Kinder sind zwischen elf und achtzehn, und jedes Jahr macht es ihnen aufs neue Spaß zu überlegen, wo wir ein Fenster öffnen, damit auch ja das Christkind reinkommen kann - und wie die dann gucken, wenn es wirklich da war :-)

    Klar kann man nur die griesgrämigen Seiten des Weihnachtsfestes hervorheben (Konsumrausch, Stress, Umwelt ..) - man muss aber nicht.

    die ohne Unterlass über Zeitumstellung, Fernsehprogramme, Frauen am Steuer und Merkel nörgeln.

  1. Weihnachstmann? Wenn schon den Kinderlein den Kopf verdrehen, dann bitte richtig: Es gibt den Heiligen Nikolaus und das Christkind, das die Geschenke bringt!

    4 Leserempfehlungen
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    es sind die glitzernden weihnachtsspageties deren sauce unter die bäume tropft...;)

    Nö, hier im Osten gibt es die nicht. Und soviel ich weiß, im Norden heißt es auch Weihnachtsmann.
    Christkind hatte ich vor 1990 noch nicht mal von gehört, erst recht nicht von seinen Aufgaben. Das weiß ich als Atheist bis heute nicht. Und Nikolausi ist der, der die Stiefel am 6.12. füllt.
    Denken sie mal dran, dass die meisten Menschen in D. keine Mitglieder christlicher Kirchen sind.
    Und Weihnachten (also Sonnenwende) feiern ist auch älter, als der Kult um einen angeblichen Propheten.

  2. wie weit ist es gekommen, dass man psychologische Beratung braucht um Weihnachten zu "überstehen"?

    ich verstehe garnicht warum alle an Weihnachten so fixiert auf Materialismus sind, könnt ihr nichts mehr selbst basteln oder einfallen lassen?! oder einfach nur beisammenhocken? Das der Grad der Nächstenliebe heutzutage am Gesamtpreis der Geschenke gemessen wird finde ich total absurd. Ebenso diese künstliche Panik über das schlechte "Konsumklima" das Deutschland flächendeckend niederwaltzt und uns alle in den tiefen schrecklichen Abgrund des ... äh... was auch immer reißt.

    3 Leserempfehlungen
  3. Dankedankedanke für Ihren Kommentar
    !
    Ich bestelle seit Jahren die Geschenke, die ich mir ja trotzdem selber ausdenken und aussuchen musste, zum größten Teil im Internet - bequemer und stressfreier geht nicht. Und dann gönn ich mir genau einen Tag im Trubel in der Stadt und suche Papier aus oder hole noch irgendwelche Kleinigkeiten.

    Wer erst am Heiligabend seine Haupteinkäufe macht, dem ist nicht zu helfen (seien wir doch ehrlich, auch Obst und Gemüse kann man zwei oder drei Tage zuvor kaufen, bestelltes Fleisch am Tag zuvor abholen). Wer weiß, dass er wenig Zeit für Einkäufe etc. haben wird, der soll halt im November anfangen.

    Bei uns gibt´s auch keinerlei Weihnachtsstress oder Zwangsharmonie. Man kann als erwachsener Mensch schon mal auch ganz zufrieden ein paar Stunden mit anderen Leuten durchstehen, die man evtl. nicht so superlieb hat, und die, die man gar nicht mag, die muss man doch nicht treffen.

    Und ich liiiiiebe die Geschenkeberge unterm leuchtenden Christbaum. Meine Kinder sind zwischen elf und achtzehn, und jedes Jahr macht es ihnen aufs neue Spaß zu überlegen, wo wir ein Fenster öffnen, damit auch ja das Christkind reinkommen kann - und wie die dann gucken, wenn es wirklich da war :-)

    Klar kann man nur die griesgrämigen Seiten des Weihnachtsfestes hervorheben (Konsumrausch, Stress, Umwelt ..) - man muss aber nicht.

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  4. Da hatten die Autoren wohl Stress beim Schreiben? Sie sollten ein "Wie" kaufen und das "Was" bei ebay verticken ;-)

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  5. " ... Konsum geistiger Getränke "

    Herrlich diese verharmlosende Umschreibung für Alkohol.

    Fast wie in China.

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  6. In der dunkelsten Stunde der Winternacht wird den Menschen das Versprechen gegeben, dass es wieder hell werden wird. Habt keine Angst, der Frühling kommt ganz sicher! Und Ostern können wir feiern, dass dieses Versprechen aus der tiefsten Winternacht eingelöst worden ist.
    In welchem Gewandt diese Geschichte erzählt wird, ist da beinahe nicht so wichtig. Und dass der Frühling nur deshalb kommt, weil die Erde und ihre Achse im bestimmten Winkel zur Sonne stehen, ist für da zweitrangig. Menschen mögen Geschichten und Menschen brauchen Geschichten. Grade wenn's draußen kalt und dunkel ist.

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    Antwort auf "Weihnachtsmann"

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