EnergiewirtschaftDas autarke Dorf

Die Provinz wird zum Vorreiter der Energiewende. Zum Beispiel Feldheim in Brandenburg. Die Bürger besitzen dort sogar ihr Stromnetz.

Eine schnurgerade, baumgesäumte Straße, knapp einen Kilometer lang, links und rechts ein paar Häuser, danach wieder nur Wiesen und Felder. Wer nicht aufpasst, kann durchaus übersehen, dass er soeben durch Feldheim gefahren ist. Und doch ist das unscheinbare Dorf im Landkreis Potsdam-Mittelmark, gut 60 Kilometer südwestlich von Berlin gelegen, zukunftsweisend: Im Oktober 2010 wurde es zur ersten Energieautarken Gemeinde Deutschlands gekürt. Wind, Sonne, Mais und Schweinegülle ersetzen hier Atomkraft, Kohle und Heizöl. Mehr noch: Das 148-Einwohner-Dorf produziert nicht nur den Strom und die Wärme, die es braucht, sondern liefert diese Energie auch noch in eigenen Versorgungsnetzen direkt an seine Bewohner. Feldheim macht alles selbst.

Mit ihrer konsequent auf erneuerbare Quellen setzenden, dezentralen Energieversorgung sind die Brandenburger Eigenbrötler von belächelten Sonderlingen zu Vorbildern der Nation aufgestiegen. Sie zeigen: Die Energiewende ist möglich. Mitte 2012 kam deshalb Umweltminister Peter Altmaier zu Besuch. Was im Großen noch vor uns liege, werde hier im Kleinen bereits erfolgreich praktiziert, urteilte er.

Anzeige

Überall in Deutschland gehen Gemeinden dazu über, saubere Energie, ob nun Strom oder Wärme oder beides, in Eigenregie zu produzieren – auch wenn sie, anders als Feldheim, üblicherweise nicht über Netze verfügen, die sie direkt mit der regional erzeugten Energie versorgen. »Der ländliche Raum ist zum Motor der Energiewende geworden«, sagt Peter Moser, Experte für nachhaltige Regionalentwicklung vom Kompetenznetzwerk Dezentrale Energietechnologien (deENet). Laut der aktuellen Erhebung vom Juli 2012 gebe es bereits 132 Regionen mit knapp 20 Millionen Einwohnern, die mindestens genauso viel erneuerbare Energie produzieren, wie sie selbst verbrauchen, oder dieses Ziel in naher Zukunft erreichen werden. »Das bedeutet, dass die Energiewende rein rechnerisch auf mehr als einem Viertel der Grundfläche Deutschlands vollzogen ist«, so Moser.

Die großen Energiekonzerne sehen diese Entwicklung skeptisch: Je mehr Strom und Wärme selbst produziert wird, desto weniger verdienen sie. Zudem müssen sie mit milliardenschweren Investitionen die Netze ausbauen und modernisieren und gleichzeitig die Selbstversorger dazu motivieren, sich nicht vollständig von ihren Großnetzen abzukoppeln. Sonst könnte es zu Problemen kommen, wenn große Strommengen zwischen den Netzen verschoben werden müssen, um überall den Bedarf zu decken.

ZEIT Wissen 2/2013
Dieser Text stammt aus dem aktuellen ZEIT Wissen Magazin, das am Kiosk erhältlich ist. Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen

Dieser Text stammt aus dem aktuellen ZEIT Wissen Magazin, das am Kiosk erhältlich ist. Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen

Hinter den lokalen Erneuerbare-Energien-Projekten steht allerdings nicht nur der Wunsch, weniger CO₂ auszustoßen und so das Klima zu schützen. In einer Kommune, die sich selbst mit Strom und Wärme versorgt, profitieren die Bürger nämlich gleich mehrfach: Sie werden unabhängig von den steigenden Öl- und Gaspreisen, wodurch die Energieversorgung langfristig günstiger wird. Sie können zu viel erzeugte Energie gewinnbringend verkaufen oder Land für den Bau von Anlagen verpachten. Und sie erleben womöglich einen Aufschwung der örtlichen Wirtschaft.

Auch in Feldheim führten letztlich genau diese Überlegungen zum Aufbegehren gegen den Energiekonzern E.on Edis, der die Region normalerweise beliefert. Der Einstieg in die erneuerbaren Energien begann in dem brandenburgischen Dorf, das von der Kleinstadt Treuenbrietzen als Ortsteil eingemeindet wurde, bereits in den frühen neunziger Jahren. Damals war der junge Bauingenieur Michael Raschemann, Chef des Start-ups Energiequelle, auf der Suche nach geeigneten Standorten für seine ersten vier Windräder. Die Wahl fiel auf Feldheim, das 140 Meter aus der Brandenburger Ebene herausragt und schon in der Vergangenheit als Standort für Windmühlen aufgefallen war.

Raschemann hatte Glück: Die damalige Bürgermeisterin war für seine Idee sehr aufgeschlossen und schickte den Jungunternehmer zur örtlichen Agrargenossenschaft. Die wiederum brauchte gerade mehr Strom für ihren Betrieb und verpachtete dem Windkraftpionier die Flächen für seine ersten Anlagen. Ein paar Jahre später wurden dort auch die ersten Bürgerwindräder errichtet. Dafür gründeten zehn Feldheimer Familien gemeinsam mit Energiequelle eine eigenständige GmbH. Der Strom floss anfangs gegen Bezahlung ins Netz von E.on Edis. Heute stehen auf dem rund 86 Hektar großen Gelände 43 Windräder mit einer Leistung von insgesamt rund 74 Megawatt.

Die gemeinschaftlichen Windräder waren nur der Anfang. Einige Zeit später begann die Agrargenossenschaft über eine Biogasanlage in Feldheim nachzudenken. Die könnte die Schweineställe und die Genossenschaftsbüros auf der anderen Straßenseite mit ihrer Abwärme heizen. Die Genossenschaft bat Raschemann um ein Konzept. Dabei stellte sich heraus: Denkbar war sogar eine Anlage mit einer Produktion von 4,3 Millionen Kilowattstunden Wärme – so groß, dass sie zusätzlich hundert Privathaushalte mit Wärme versorgen könnte. »Warum also schließen wir nicht gleich das ganze Dorf an das Wärmenetz an?«, fragten sich die Planer.

»Mit der Idee rannte man bei den Feldheimern offene Türen ein, groß überzeugt werden musste niemand«, sagt Michael Knape, Bürgermeister von Treuenbrietzen, der den Bau der ersten Windräder schon als junger Stadtrat interessiert verfolgt hatte. Eine Familie in seinem Ortsteil Feldheim heizte bereits mit Erdwärme, alle übrigen wollten gern von der Biogasanlage profitieren und an das neue Nahwärmenetz angeschlossen werden. Für besonders kalte Wintertage wurde zusätzlich eine Holzhackschnitzel-Anlage eingeplant. Überschüssige Wärme wiederum sollte in Strom umgewandelt und verkauft werden.

Als die Bürger kurz darauf die Preise der selbst erzeugten Energie mit den Energiekosten von E.on Edis vergleichen konnten, ging es schnell auch um den vor der Haustür produzierten Windstrom. Warum den eigenen Ökostrom ins große Netz einspeisen, anstatt ihn selber zu verbrauchen? Dafür brauchten die Dorfbewohner allerdings das lokale Stromnetz. Sie wollten es dem großen Energieversorger abkaufen, doch der weigerte sich. Drei Bürgerversammlungen später gründeten die Dorfbewohner, die Gemeinde und die beiden Investoren kurzerhand eine GmbH zum Bau eigener Stromleitungen, zusätzlich zum Nahwärmenetz. Bei Strom- und Wärmebezug wurde pro Haushalt eine Einlage von 3.000 Euro fällig; die Familie, die nur den Strom brauchte, zahlte 1.500 Euro. Den Großteil der 1,7 Millionen Euro teuren Investition deckten Kredite und Fördermittel aus Brüssel und Brandenburg.

So kamen die rund 40 Feldheimer Familien zu ihrem drei Kilometer langen Nahwärme- und dem Stromnetz, das wegen der Versorgungssicherheit aber noch ans große Netz gekoppelt ist. Seit Oktober 2010 läuft der Vollbetrieb, die Investitionen der Dorfbewohner dürften sich nach fünf, spätestens zehn Jahren amortisiert haben. Denn im Vergleich zu früher sparen sie pro Haushalt mehrere Hundert Euro Energiekosten im Jahr: Der Strompreis in Feldheim soll von der Inbetriebnahme des Netzes im Jahr 2010 an zehn Jahre lang bei 16,6 Cent pro Kilowattstunde liegen und damit bis zu 20 Prozent unter dem des derzeit billigsten Anbieters in Deutschland. »Wenn die Strompreise, wie allgemein erwartet, weiter steigen, dürfte der Vorteil sogar noch größer werden«, schätzt der Energiequelle-Sprecher Werner Frohwitter. Die 7,5 Cent für die Kilowattstunde Wärmeenergie liegen momentan zumindest leicht unter den Preisen der meisten Öl- und Gasanbieter.

Rund 35 Jobs sind durch die Energieoffensive im kleinen Feldheim bereits entstanden. Das Dorf verzeichnet heute fast Vollbeschäftigung: Der Wind- und der Solarpark brauchen Techniker, eine wegen der niedrigen Energiepreise hier gegründete Metallbaufirma stellt Mitarbeiter ein, und auch die Agrargenossenschaft sucht Fachkräfte für die Biogasanlage und Helfer, die bei Anbau und Ernte des Energiegetreides anpacken. »Es wird jetzt wieder neu gebaut in Feldheim, die Menschen sanieren und renovieren ihre Häuser«, sagt Bürgermeister Knape. »Und vor allem gibt es hier endlich wieder Kinder.«

Eine ähnliche Erfolgsgeschichte hat Dardesheim in Sachsen-Anhalt erlebt. Dort, in den Ausläufern des Harzes, konnte durch die Einnahmen, die mit dem Strom aus Sonne, Wind und Biomasse erwirtschaftet wurden, fast das gesamte Dorf saniert werden. Und dank der neuen Jobs steigt die Einwohnerzahl seit dem Jahr 2002 wieder leicht an. Derzeit kratzt man an der Tausender-Marke. Das Potenzial für erneuerbare Energien im Harzer Vorland ist so groß, dass der gesamte Landkreis profitieren könnte. Dafür müssten aber die Netze ausgebaut und modernisiert werden.

Wie das aussehen könnte, hat ein Forschungsprojekt des Bundeswirtschaftsministeriums gezeigt. Im Rahmen der E-Energy-Initiative wurde im Landkreis Harz ein virtuelles Kraftwerk erprobt. Darunter verstehen Fachleute ein Werk, das mehrere dezentrale Energieerzeuger, etwa Windparks, Photovoltaik- sowie Biogasanlagen, über das Internet zusammenführt – und wie ein Gesamtkraftwerk verwaltet. »Das ist der Dreh- und Angelpunkt für die dezentrale Energieversorgung von morgen«, sagt Projektleiter Florian Schlögl vom Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES in Kassel.

So soll der Strom immer dann besonders günstig sein, wenn der Wind stark weht – also Energieüberfluss herrscht. Die Forscher versprechen sich davon, dass die Haushalte ihren Verbrauch möglichst in solche Zeiten verlagern. Das Ziel ist, weitgehend die gleiche Menge Strom im Netz anzubieten. Sonst müssten die Leitungen auch für die großen Strommengen ausgelegt werden, die nur kurzzeitig auftreten. Das aber würde den Netzausbau sehr teuer machen. Durch gezieltes Ab- und Anschalten der unterschiedlichen Energiequellen, das haben Schlögl und seine Kollegen gezeigt, kann man den Stromfluss gut steuern – und so die Kosten für den Netzausbau eindämmen.

Auch der Energiekonzern RWE ist an einem bezahlbaren Netzausbau interessiert. In seinem Smart-Country-Projekt hat das Unternehmen im vergangenen Jahr herausgefunden, dass nicht unbedingt mehr und größere Leitungen gebraucht werden, um die schwankenden Strommengen in den Regionalnetzen in den Griff zu bekommen. In der Versuchsregion Bitburg-Prüm im Eifelkreis habe man Spannungsregler und eine Biogasanlage als Regelkraftwerk getestet, sagt Projektleiter Torsten Hammerschmidt von RWE Deutschland. Die Spannungsregler in den Verteilerstationen schützen das Netz vor Schwankungen in der Versorgungsspannung und reizen dadurch seine Kapazität bis zum Letzten aus. »Mit dieser Technik können wir die Verlegung eines neuen Kabels um ein paar Jahre hinauszögern«, sagt Hammerschmidt.

Genau diese »paar Jahre« seien entscheidend, erklärt der Ingenieur. »So muss man das Netz nicht sofort beim Zubau von einigen wenigen Solarmodulen auf drei Hausdächern ausbauen, sondern kann warten, bis die Energieproduktion so groß ist, dass sich ein stärkeres Kabel tatsächlich lohnt.«

Das Problem der mangelnden Energieversorgung etwa bei Windstille oder bei Nacht löst eine Biogasanlage mit integriertem Gasspeicher. Wenn die Sonne scheint und der Wind bläst, also Strom im Überfluss vorhanden ist, wird der Speicher mit Gas gefüllt. Geht die Stromproduktion zurück, springt ein 220-Kilowatt-Gas-Ottomotor an, der über einen Generator zusätzlich Elektrizität erzeugt. »Mit diesem kleinen Blockheizkraftwerk kann man die Strommenge im regionalen Netz innerhalb von einer Minute ausgleichen«, sagt Hammerschmidt.

Günther Ebert, der Leiter des Bereichs Elektrische Energiesysteme am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg, warnt jedoch davor, dass Gemeinden sich völlig unabhängig machen. Es werde immer mal Zeiten geben, in denen sie Energie von außen benötigten – oder aber ins Netz abgeben wollten, sagt er. Auch Feldheim ist noch ans große Netz angeschlossen: Dort will man schließlich überschüssigen Strom verkaufen. Andersherum benötigt das große Netz solche kleineren Unternetze, damit die gesamte Energiemenge besser ausgeglichen werden kann. »Und das geschieht, indem man kurzzeitig Strom in kleinere Netzabschnitte schiebt«, so Ebert.

Für den Wissenschaftler ist jedenfalls klar: »Um die Energiewende erfolgreich zu vollziehen, brauchen wir ein Experimentierfeld auf regionaler Ebene. Nur so sehen wir, welche Ansätze sich im Wettbewerb erfolgreich weiterentwickeln.«

 
Leser-Kommentare
  1. Glückwunsch nach Brandenburg! Ich bin begeistert!

    16 Leser-Empfehlungen
  2. Deutschland kann nicht wie eine Dorfgemeinschaft überleben-

    das ist der fundamentale- für unsere Wirtschaft tödliche Irrtum.

    Ich bin also weniger begeistert.

    Ich empfehle
    Deutschland im Wahn amazon ebook

    5 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    C. Kemfert: Kampf um Strom. Mythen, Macht und Monopole....auch bei Amazon

    • hairy
    • 13.03.2013 um 11:09 Uhr

    Ohne Versuche in groesserem Masstab kann m.E. niemand sagen, wie gut dieses Prinzip skalierbar ist. Ich bin dafuer, es zu versuchen.

    Schauen Sie mal bei den großen Industriezentren nach. Die Betriebe mit hohem Energieverbrauch haben genau die "Dorfmentalität" und besitzen auf dem Werksgelänge ein eigenes Kraftwerk. Und fahren damit gut.

    C. Kemfert: Kampf um Strom. Mythen, Macht und Monopole....auch bei Amazon

    • hairy
    • 13.03.2013 um 11:09 Uhr

    Ohne Versuche in groesserem Masstab kann m.E. niemand sagen, wie gut dieses Prinzip skalierbar ist. Ich bin dafuer, es zu versuchen.

    Schauen Sie mal bei den großen Industriezentren nach. Die Betriebe mit hohem Energieverbrauch haben genau die "Dorfmentalität" und besitzen auf dem Werksgelänge ein eigenes Kraftwerk. Und fahren damit gut.

  3. C. Kemfert: Kampf um Strom. Mythen, Macht und Monopole....auch bei Amazon

    15 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • u.t.
    • 13.03.2013 um 8:34 Uhr

    Sie empfehlen etwas gegen Monopole - und preisen an, dass dieses Buch sogar bei Amazon erhältlich sei (als ob wir alle zu blöd wären, Buchhandlungen oder Onlineportale selber zu finden).

    Bisschen nachdenken hilft manchmal.

    • u.t.
    • 13.03.2013 um 8:34 Uhr

    Sie empfehlen etwas gegen Monopole - und preisen an, dass dieses Buch sogar bei Amazon erhältlich sei (als ob wir alle zu blöd wären, Buchhandlungen oder Onlineportale selber zu finden).

    Bisschen nachdenken hilft manchmal.

    • Hans B
    • 13.03.2013 um 7:49 Uhr

    wenn das Wetter mal nicht so mitspielt wie es die Ideologen erwarten.
    Woher kam wohl der Strom in Januar, Februar 2013 als 2 Monate lang der Himmel bedeckt war (Photovoltaik-Ertrag nicht nur des nachts bei Null) und durch die stabile Hochdrucklage auch noch weitgehend Flaute war?
    Vielleicht drehen ja in solchen Zeiten die lokalen Subventionsempfänger selber am Dynamo oder aber die Deindustrialisierung Ostdeutschlands die damals Bundesumweltministerien Merkel als zukunftsweisend für die Energieversorgung verkaufte, war in diesem Ort so erfolgreich, dass der Strom für das Fernsehen reichte. Das Arbeitsamt und die Industrie um die solzialen Transferleistungen zu finanzieren wird ja von den ach so bösen Energiekonzernen versorgt!
    Kompetente Artikel zur Energiewirtschaft sind wohl in der "Zeit" nicht mehr möglich.

    5 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Das Dorf hat nämlich noch eine Biogasanlage, deren überschüssige Wärme in Strom umgewandelt werden kann (die Wärmeproduktion kann mit der Holzhackschnitzel-Anlage erhöht werden). Aber vermutlich werden Sie auch noch was finden...

    erstens hat das Dorf nur 128 Einwohner und dann muss man sehen wie tragfähig das ganze Konzept in der Zukunft ist, wenn der überschüssige Strom nicht mehr genug Erträge abwirft, das Wärme und Stromnetz instandgehalten werden muss, die Biogasanlage kein Gut mehr bekommt, weil a) die Düngemittelpreise so hoch sind, dass man die Gülle lieber zur Düngung nimmt und b) der Boden langsam so auslaugt das die Erträge sinken und man zu kaufen muss, wird sich erst noch zeigen.
    Hatte letzten von einem Kollegen in D eine Studie zu einem ähnlich gelagerten Dorf etwa 100 km nördlich in der Hand, denen die Wirtschaftlichkeitsrechnung so etwas um die Ohren geflogen ist, als man den demografischen Wandel mit einbezog.

    Und immer im Hinterkopf behalten da dort massivst mit Steuermitteln nachgeholfen, also die Anderen diese Spass bezahlen. http://www.neue-energien-...

    @Autor

    "als 2 Monate lang der Himmel bedeckt war (Photovoltaik-Ertrag nicht nur des nachts bei Null)"

    Woher haben Sie die Info, dass bei bedecktem Himmel kein Strom mit Photovoltaik-Anlagen produziert werden kann? DIe Anlage läuft mit Licht und ein paar Wolken verursachen keine totale Dunkelheit. Die Kraftwerke produzieren also auch dann Strom.

    Die Biogasanlage haben Sie auch überlesen/unterschlagen.

    @ Nr.6 Ich finde Ihre Vorstellungskraft wirklich beeindruckend. Leider wird die Politik weiterhin eingreifen und die großen Energieerzeuger vor der eigenen Unfähigkeit schützen. Die sind garantiert systemrelevant.

    Das endlich objektiver über solche Projekte berichtet wird ohne dabei im Subtext die Idee als hirnverbranntes Wolkenkuckucksheim darzustellen ist ein wichtiger Schritt, die Augen der - ich nenn sie mal - weniger visionären Menschen zu öffnen (an dieser Stelle noch ein Gruß an Nr. 2 ;)).

    Es geht nicht um Autarkie, sondern um Dezentralisierung. Ich träume von einem System vernetzter "Dörfer", die alle ihre in gemeindehand unabhängige Versorgung betreiben. Nicht jedes Dorf braucht sein eigenes System, aber Gemeinden sollten ihre autarke Versorgung betreiben und mit anderen autarken Gemeinden verbinden. Überschüsse und Engpässe können so geteilt werden.

    Dass Großstädte und Industriezentren eigene Kraftwerke brauchen, darüber brauchen wir nicht diskutieren. Wichtig ist aber die im Oligopol betrieben zentralistische Struktur aufzubrechen, die mehr einem mafiösen System als einem Mark gleicht.

    ist altbekannt und ziemlich armselig!

    Sie verbreiten Angst. Mehr nicht.

    Fakten ignorieren Sie oder biegen sie so zurecht, daß sie zu ihren Zielen passen.

    Vielleicht sind Sie einfach nur schlecht informiert - dann lesen Sie den Artikel nochmals sorgfältig, und schlagen nötigenfalls im Lexikon den Unterschied zwischen Autarkie und Dezentralisierung nach.

    Oder Sie sind ein bezahlter "Desinformierer" - dann müssen Sie besser werden, oder Sie sind ihren Job bald los...

    Anmerkung: Bitte bemühen Sie sich um einen respektvollen Tonfall. Danke, die Redaktion/sam

    Das Dorf hat nämlich noch eine Biogasanlage, deren überschüssige Wärme in Strom umgewandelt werden kann (die Wärmeproduktion kann mit der Holzhackschnitzel-Anlage erhöht werden). Aber vermutlich werden Sie auch noch was finden...

    erstens hat das Dorf nur 128 Einwohner und dann muss man sehen wie tragfähig das ganze Konzept in der Zukunft ist, wenn der überschüssige Strom nicht mehr genug Erträge abwirft, das Wärme und Stromnetz instandgehalten werden muss, die Biogasanlage kein Gut mehr bekommt, weil a) die Düngemittelpreise so hoch sind, dass man die Gülle lieber zur Düngung nimmt und b) der Boden langsam so auslaugt das die Erträge sinken und man zu kaufen muss, wird sich erst noch zeigen.
    Hatte letzten von einem Kollegen in D eine Studie zu einem ähnlich gelagerten Dorf etwa 100 km nördlich in der Hand, denen die Wirtschaftlichkeitsrechnung so etwas um die Ohren geflogen ist, als man den demografischen Wandel mit einbezog.

    Und immer im Hinterkopf behalten da dort massivst mit Steuermitteln nachgeholfen, also die Anderen diese Spass bezahlen. http://www.neue-energien-...

    @Autor

    "als 2 Monate lang der Himmel bedeckt war (Photovoltaik-Ertrag nicht nur des nachts bei Null)"

    Woher haben Sie die Info, dass bei bedecktem Himmel kein Strom mit Photovoltaik-Anlagen produziert werden kann? DIe Anlage läuft mit Licht und ein paar Wolken verursachen keine totale Dunkelheit. Die Kraftwerke produzieren also auch dann Strom.

    Die Biogasanlage haben Sie auch überlesen/unterschlagen.

    @ Nr.6 Ich finde Ihre Vorstellungskraft wirklich beeindruckend. Leider wird die Politik weiterhin eingreifen und die großen Energieerzeuger vor der eigenen Unfähigkeit schützen. Die sind garantiert systemrelevant.

    Das endlich objektiver über solche Projekte berichtet wird ohne dabei im Subtext die Idee als hirnverbranntes Wolkenkuckucksheim darzustellen ist ein wichtiger Schritt, die Augen der - ich nenn sie mal - weniger visionären Menschen zu öffnen (an dieser Stelle noch ein Gruß an Nr. 2 ;)).

    Es geht nicht um Autarkie, sondern um Dezentralisierung. Ich träume von einem System vernetzter "Dörfer", die alle ihre in gemeindehand unabhängige Versorgung betreiben. Nicht jedes Dorf braucht sein eigenes System, aber Gemeinden sollten ihre autarke Versorgung betreiben und mit anderen autarken Gemeinden verbinden. Überschüsse und Engpässe können so geteilt werden.

    Dass Großstädte und Industriezentren eigene Kraftwerke brauchen, darüber brauchen wir nicht diskutieren. Wichtig ist aber die im Oligopol betrieben zentralistische Struktur aufzubrechen, die mehr einem mafiösen System als einem Mark gleicht.

    ist altbekannt und ziemlich armselig!

    Sie verbreiten Angst. Mehr nicht.

    Fakten ignorieren Sie oder biegen sie so zurecht, daß sie zu ihren Zielen passen.

    Vielleicht sind Sie einfach nur schlecht informiert - dann lesen Sie den Artikel nochmals sorgfältig, und schlagen nötigenfalls im Lexikon den Unterschied zwischen Autarkie und Dezentralisierung nach.

    Oder Sie sind ein bezahlter "Desinformierer" - dann müssen Sie besser werden, oder Sie sind ihren Job bald los...

    Anmerkung: Bitte bemühen Sie sich um einen respektvollen Tonfall. Danke, die Redaktion/sam

  4. Das Dorf hat nämlich noch eine Biogasanlage, deren überschüssige Wärme in Strom umgewandelt werden kann (die Wärmeproduktion kann mit der Holzhackschnitzel-Anlage erhöht werden). Aber vermutlich werden Sie auch noch was finden...

    9 Leser-Empfehlungen
  5. Die Elektrizitätsversorgung hat dezentral überwiegend in Form kleiner Gemeinschaften begonnen. Dann strukturierte sich der Markt vorwiegend aus Geschäftsinteresse überregional. Alles wurde groß, die Kraftwerke und aus den Gemeinschaften wurden die Konzerne. Es wurde gleichzeitig auch bürgerferner und unflexibler. Neuerdings auch störanfälliger und komplizierter.
    Die Rückkehr zu kleinen dezentralen Einheiten erreicht eine wesentlich höhere Energieausbeute und löst eine Menge anderer Probleme. Insbesondere sind 1000 Kleinkraftwerke in ihrer Summe wesentlich betriebsstabiler als ein Großkraftwerk. Ich bin sicher, wenn sich die Konzerne nicht auf diese neue Entwicklung fördernd und mit Know-how-Lieferung einstellen, werden sie auf kurz oder lang nicht mehr existieren.

    6 Leser-Empfehlungen
    • wd
    • 13.03.2013 um 8:26 Uhr

    Das Dorf ist nicht autark! Es hängt am großen Netz!
    Es fehlt bei solchen Artikeln immer die Angabe, wie viel Subventionen per EEG und andere Zwangsabgaben dieses Dorf die Allgemeinheit kostet.

    2 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • hairy
    • 13.03.2013 um 11:15 Uhr

    klar ist das Dorf autark im Sinne kompletter Selbstversorgung. Es haengt ja nur am Netz, um Ueberschuesse verkaufen zu koennen. Oder allenfalls fuer die Versorgungssicherheit, falls die Selbstversorgung ausfaellt.

    • hairy
    • 13.03.2013 um 11:15 Uhr

    klar ist das Dorf autark im Sinne kompletter Selbstversorgung. Es haengt ja nur am Netz, um Ueberschuesse verkaufen zu koennen. Oder allenfalls fuer die Versorgungssicherheit, falls die Selbstversorgung ausfaellt.

    • u.t.
    • 13.03.2013 um 8:34 Uhr

    Sie empfehlen etwas gegen Monopole - und preisen an, dass dieses Buch sogar bei Amazon erhältlich sei (als ob wir alle zu blöd wären, Buchhandlungen oder Onlineportale selber zu finden).

    Bisschen nachdenken hilft manchmal.

    7 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Ich empfehle"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    da war die Spitze zum Vorredner übers "..auch..." wohl nicht Spitz genug, sorry.
    Lenkt jetzt aber vom Thema ab....

    da war die Spitze zum Vorredner übers "..auch..." wohl nicht Spitz genug, sorry.
    Lenkt jetzt aber vom Thema ab....

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service