KolumbienKommando Koks

Kolumbiens Drogenbosse rüsten auf – und der Staat hält dagegen. Auf einer eigenen Kokaplantage lernt die Polizei, wie man die Pflanze effektiv ausrottet.

Die Antidrogenpolizei sprengt ein Kokainlabor im kolumbianischen Departamento Meta, nachdem sie Drogen und Chemikalien beschlagnahmt hat.

Die Antidrogenpolizei sprengt ein Kokainlabor im kolumbianischen Departamento Meta, nachdem sie Drogen und Chemikalien beschlagnahmt hat.

Luis Alberto Cepeda steht im Schatten einer Akazie und genießt den Blick auf das, was er seinen Schatz nennt: ein grünes Meer dicht gepflanzter Sträucher. »Heute werden sie besonders viel Wasser brauchen«, sagt Cepeda. Er wischt über seine schweißnasse Stirn. »Es wird bestimmt noch heißer.« 35 Grad sind in der Tierra Caliente, der tropischen Ebene im Zentrum Kolumbiens, keine Ausnahme. Die Pflanzen sind Cepedas ganzer Stolz. Es sind Kokasträucher.

Seit sieben Jahren kümmert sich Cepeda um sie. Er lebt das ganze Jahr auf der Plantage und müsste eigentlich an seiner Arbeit verzweifeln. Denn genau die gleiche Pflanze, die er heute noch mehrfach gießen will, wird von seinen Kollegen zu Tausenden ausgerissen und verbrannt. Cepeda aber freut sich, wann immer ein Kokafeld vernichtet wird: »Ich pflege die Pflanzen zwar jeden Tag, aber eigentlich suche ich hier nur nach Wegen, den Kokastrauch noch effizienter auszurotten.«

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Luis Alberto Cepeda sät im Auftrag des Staates. Er ist Polizeioffizier, Gärtner, Agrarforscher und Koordinator des weltweit größten experimentellen Kokafeldes. Cepeda ist Kolumbiens Antidrogenpolizist mit dem grünen Daumen.

Kolumbien ist der weltweit größte Produzent von Kokain, und in den Blättern der unscheinbaren Sträucher in Cepedas Garten befindet sich die Grundzutat der Droge. Rund um die hellen Blattadern sammeln sich Alkaloide. Richtig verarbeitet und mit anderen Chemikalien vermischt, bilden sie den Wirkstoff des weißen Pulvers, für das Süchtige weltweit viel Geld zahlen. Es ist Lifestyle und Lebensinhalt. »In Kolumbien dagegen ist Kokain vor allem ein Weg, um schnell reich zu werden«, sagt der Soziologe Ricardo Vargas, der seit mehr als 20 Jahren am Transnational Institute in Bogotá über die Drogen in seinem Land forscht.

Dabei musste Vargas beobachten, wie der Drogenhandel Kolumbien in einen blutigen Konflikt stürzte. Erst war es ein Geschäft, an dem wenige findige Schmuggler verdienten, später kontrollierten hochgerüstete Gangs den Handel. Die großen Drogenkartelle von Cali und Medellín bekriegten sich nicht nur gegenseitig, sondern forderten auch den Staat heraus. Der erhielt finanzielle und militärische Unterstützung aus den USA und konnte die Mafiabanden schließlich gewaltsam zerschlagen. Doch das Geschäft geht weiter. Spezialeinheiten von Polizei und Militär fahnden deshalb auch heute noch in entlegenen Dörfern nach illegalen Kokafeldern und improvisierten Drogenlabors.

Cultivo Experimental Hoja de Coca, Kokaversuchsplantage, steht auf einem Schild neben den jungen Pflanzen am Rand eines staubigen Feldweges, am Eingang zu Cepedas Reich. Im Jahr 2005 gründete die kolumbianische Regierung die Versuchsplantage als Teil ihrer Antidrogenstrategie. Der Kokagarten ist neues Kapitel im Kampf gegen die Drogen. Eine sinnvolle Ausweitung auf wissenschaftliche Methoden, sagt Cepeda. Ein weiterer verzweifelter Versuch, die Macht der Banden zu brechen, sagen Kritiker. »Denn solange die Nachfrage nach Drogen da ist, wird es auch jemanden geben, der sie befriedigt«, sagt der Soziologe Vargas. Er meint: Mit Kokain lässt sich einfach zu viel Geld verdienen, als dass der Staat der Droge mit Verboten und Gewalt Herr werden könnte.

ZEIT Wissen 2/2013
Dieser Text stammt aus dem aktuellen ZEIT Wissen Magazin, das am Kiosk erhältlich ist. Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen

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Cepeda zieht seinen olivgrünen Tarnhut tief ins Gesicht und tritt in die schwüle Hitze. Etwa 23.000 Sträucher strecken ihre Blätter in den Himmel des Coello-Tales, fünf Stunden südwestlich von Kolumbiens Hauptstadt. Insgesamt 19 Kokasorten wachsen auf der Plantage. Cepeda kennt sie alle: Die Rote Bolivianerin steht neben der Süßen Peruanerin; die wenig ertragreiche Pajarita, die in Kolumbien am häufigsten verbreitet ist, hat Cepeda am Rand der Anlage in den Schatten riesiger Tropenbäume gepflanzt, und über die Reihen der Peruanischen Tingo, die am meisten unter der Hitze leidet, hat er Tarnnetze gespannt.

Die Blätter des Kokastrauches werden zwar bereits seit Jahrhunderten von der indigenen Bevölkerung als Heil- und Rauschmittel genutzt und zumindest seit Jahrzehnten verwendet, um Drogen herzustellen – wissenschaftlich erforscht ist die Pflanze allerdings nur wenig. Da musste die kolumbianische Polizei nachlegen, weil die Drogengangs über die Jahre technisch und biologisch aufgerüstet hatten.

Mit viel Geld warben die Mafiabanden Chemiker und Biologen an. Sie experimentierten mit neuen Kokasorten und schmuggelten Sträucher von Bolivien und Peru nach Kolumbien. Einige dieser Pflanzen produzieren mehr Alkaloide, wachsen mit weniger Licht und gedeihen auch in tiefer gelegenen, trockeneren Gegenden als den regenreichen traditionellen Koka-Anbaugebieten in gemäßigter Höhenluft.

Die kolumbianischen cocaleros, die Kokabauern, konnten deshalb Felder in neuen Anbaugebieten anlegen. Sie pflanzten immer tiefer im Regenwald oder kultivierten das Land in höher gelegenen Bergtälern. Weil die Polizei die illegalen Felder abbrannte oder Unkrautvernichter mit dem Flugzeug versprühte, stellten sie schließlich auf kleinere Flächen im Dschungel um. Sie dehnten den Anbau auf steile Berghänge aus, an denen die Polizei keine Flugzeuge einsetzen konnte, und ließen zum Schutz hohe Bäume inmitten ihrer Plantagen stehen.

Früher hätten Kokabauern große Felder in den Tälern der Anden mit bis zu 14.000 Sträuchern angelegt, erzählt Cepeda. »Heute setzen sie in der Regel auf kleinere Plantagen mit maximal 3.000 Pflanzen. Wenn die Kokasträucher dann noch unter großen Tropenbäumen stehen, können wir sie kaum vom Flugzeug aus entdecken.« Die Sträucher wachsen dann zwar im Halbschatten, liefern im besten Fall aber trotzdem mehr Kokain: Weil die Bauern auf neue Arten setzen, die dreimal so viele Blätter austreiben und schneller Alkaloide anreichern, können sie öfter ernten.

Raspar, abkratzen, nennt Cepeda das Ernten. Mit einer Hand hält er einen Ast, mit der anderen schabt er alle Blätter zum Stamm hin ab. Der Polizist hat Übung, immerhin erntet auch er seine Pflanzen regelmäßig ab. Im Moment erforscht er mit seinen vier Mitarbeitern den Erntezyklus der Schwarzen Bolivianerin. Blatt für Blatt kratzen Cepeda und sein Team die Kokasträucher leer, füllen ihre geflochtenen Holzkörbe und tragen sie zur Sammelstelle, einem offenen Verschlag mit Wellblechdach.

Für die cocaleros bedeutet ein solcher Korb voller Blätter viel Geld, doch sie werden trotzdem nicht reich. Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung schätzt, dass ein kolumbianischer Kokabauer lediglich zwei Dollar am Tag verdient. Er lebt zwar oft am Rand des Existenzminimums, aber er verdient immer noch mehr, als wenn er Kakao oder Kaffee anbauen würde. Deshalb üben die Drogen trotz der Gegenmaßnahmen des Staates einen großen Reiz aus. Insgesamt sollen die cocaleros im vergangenen Jahr 420 Millionen Dollar erwirtschaftet haben. Viel Geld in einem Land, in dem mehr als ein Drittel der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt.

Zehn Milliarden Dollar werden nach Angaben der kolumbianischen Regierung jährlich mit Drogen umgesetzt. Experten wie Ricardo Vargas schätzen, dass es sogar noch mehr ist. »Die Haupteinnahmequelle ist dabei Kokain«, sagt der Soziologe. Auch wenn der Konsum in Kolumbien selbst seit Jahren steige, bleibe das weiße Pulver vor allem ein Exportgut: Es ist leicht zu schmuggeln und verspricht hohe Gewinnspannen im Ausland. Wer weiß, wo er suchen muss, der kann in den dunkleren Straßen Bogotás ein Gramm Kokain für zwei Euro kaufen. In den USA hingegen kostet es mehr als das Zwanzigfache.

So viel Geld zieht an: 345 Tonnen Kokain wurden laut UN-Angaben im vergangenen Jahr in Kolumbien hergestellt – etwa 40 Prozent der weltweiten Produktion, schätzt die Europäische Beratungsstelle für Drogen und Drogensucht in Lissabon. Ein Gramm kann hier Spitzenpreise von bis zu 140 Euro erzielen. Und dafür geht das kolumbianische Koks weite Wege. Denn Drogen sind längst ein globales Geschäft: Die Banden aus Lateinamerika haben stabile Verbindungen nach Europa.

Etwa ein Viertel des Kokains, das in Europa geschnupft wird, kommt aus Kolumbien. Der Großteil davon wird über den Atlantik verschifft und landet mit Zwischenstopps in Afrika und Spanien auch in Deutschland. »Noch mehr Stoff als nach Europa geht aber in die USA«, sagt der Polizeioffizier Cepeda. Deshalb finanzieren auch die US-Behörden seine Forschung. Die Washingtoner Antidrogenbehörde DEA trainiert auf dem Versuchsfeld in Kolumbien, illegale Kokafelder vom Weltall aus zu erkennen. Einige Sträucher hat Cepeda sogar verstreut in den Schatten großer Bäume gesetzt. »Mittlerweile können wir auch derart geschützte Kokapflanzen per Satellit aufspüren«, sagt er.

Wenn ein US-Satellit eine illegale Plantage entdeckt hat, beginnt die Arbeit von Carlos Sanchez. Der Oberleutnant der kolumbianischen Antidrogenpolizei, der seinen wirklichen Namen lieber nicht preisgibt, geht dann mit seiner Mannschaft auf die Suche. Auf den illegalen Feldern reißen sie die Pflanzen per Hand aus und verbrennen sie. »Eine harte, gefährliche Arbeit«, sagt Carlos Sanchez: Oft werden die Plantagen von bewaffneten Gruppen verteidigt.

Sanchez ist heute nur zu Besuch auf der Versuchsplantage, früher hat er auf dem Gelände im Coello-Tal traininert. Seit 2006 ist hier neben der Forschungsplantage auch das Ausbildungszentrum des Comando Jungla untergebracht, eines der härtesten Spezialkräfteteams der Welt. Das Elitetrainingslager fasst mehrere Tausend Polizisten und Soldaten, die auch aus dem Ausland nach Kolumbien kommen. Die Anlage wird weitläufig abgeschirmt und überwacht.

Auf seiner Plantage muss Cepeda deshalb keine Waffe tragen – im Gegensatz zu den Wachposten mit ihren Sturmgewehren und Schutzwesten. Ständig knarzen ihre Funkgeräte, mit denen sie Verbindung zu den Türmen halten, die auf den Hügeln rund um das Trainingsgelände stehen. Die staubigen Schotterpisten, die ins Innere des Ausbildungszentrums führen, sind mit Sandsäcken und Stacheldraht gesichert. In den Wäldern stehen zahlreiche Schießstände. Die Schüsse und Explosionen der trainierenden Eliteeinheiten hallen bis zur Kokaplantage herüber.

Auch Luis Alberto Cepeda übt mit den Spezialkräften. »Das große Problem, wenn die Kokafelder per Hand zerstört werden, sind die vielen Minen«, sagt er. Cepeda fährt mit seinen Fingern zwischen die Blätter eines Kokastrauches, ganz nah an den Stamm. »Hier unten setzt man an, um die Pflanze auszureißen.« Genau dann explodiert womöglich die Mine. Deshalb gibt es auf dem Trainingsgelände einen Parcours, auf dem Polizisten lernen, Sprengfallen zu erkennen und Spürhunde einzusetzen.

Cepeda hat auf der Anlage auch ein eigenes Drogenlabor, in dem er Kokain herstellt: eine kleine Hütte mit Küche, einer Hängematte samt Moskitonetz und einem Fernseher im Freien, seine Verbindung zur Zivilisation. Auf dem Plastiktisch kritzelt Cepeda seine Erkenntnisse in ein Notizbuch und tippt sie anschließend in einen verstaubten Laptop. Seine Berichte gehen um die ganze Welt.

»Riechen Sie mal«, rät er den vielen internationalen Gästen, die ihn besuchen kommen. Er legt dann einen kleinen Beutel mit weißem Pulver auf den Tisch. »Das ist 100-prozentig reines Kokain«, sagt er stolz und lacht. »Aber ja nicht zu tief einziehen. Das ist alles abgewogen!«

In einem offenen Verschlag hat Cepeda die Zutaten aufgereiht, die er braucht, um aus den reifen Blättern Kokain herzustellen. Lediglich Kalium sei schwierig zu kaufen, erklärt Cepeda, weil der Handel in Kolumbien kontrolliert werde. »Wenn allerdings so viel Geld im Spiel ist, kann man den Schmuggel fast nicht unterbinden.« Findige Drogenköche suchten dann einfach Ersatz für einige Chemikalien, sagt der Polizist: »Jetzt habe ich gehört, dass Drogenküchen statt Ammoniak Harnstoff aus Schweineurin verwenden.«

Echte Erfolge gegen den Drogenhandel zu erzielen ist schwierig – »auch wenn wir hart daran arbeiten«, wie Luis Cepeda beteuert. Amerikanische Behörden sprechen zwar davon, dass die Kokainproduktion in Kolumbien zuletzt zurückging. Die Vereinten Nationen sehen dagegen keine großen Veränderungen: Laut UN blieb die Kokainproduktion eher konstant. Obwohl die kolumbianische Regierung 2011 rund 130.000 Hektar Kokafelder vernichtete, ernteten die cocaleros sogar etwas mehr Blätter als im Jahr zuvor.

Der kolumbianische Experte Ariel Avila ist Referent für Organisierte Kriminalität bei der Stiftung Nuevo Arco Iris, die sich seit 1994 gegen den Drogenhandel einsetzt. Er hat eine weitere Entwicklung beobachtet: Vor 20 Jahren hätten die Kartelle bestimmt, wer mitverdienen durfte. Als die Regierung, gestützt von Militärberatern aus den USA, die großen Kartelle aus Medellín und Cali zerschlug, konnte plötzlich jeder sein Glück versuchen. Avila meint, dass der narcotráfico, der Drogenhandel, heute nicht weniger Macht habe als in der Hochphase der Kartelle während der neunziger Jahre. Aber: »Die Drogen sind weniger sichtbar.« Anstatt großer, hierarchischer Strukturen dominieren heute kleine Netzwerke, die tiefer in der Gesellschaft verwurzelt und deshalb noch schwieriger zu bekämpfen sind.

Die Mittel, die die Regierung dafür einsetzt, sind dabei die alten, kritisiert der Soziologe Ricardo Vargas: »Gerade bei harten Drogen setzt der Staat immer noch auf Gewalt: Soldaten reißen mit der Hand Kokapflanzen aus und brennen Drogenküchen nieder.« Vargas plädiert hingegen für eine grundlegend andere Strategie gegen den Konsum von Drogen. Denn nur weil deren Herstellung und Verkauf illegal sind, lässt sich damit so viel Geld verdienen, ist Kokain für die Drogenbosse ein großes Geschäft und sorgen ihre Dealer dafür, dass es immer mehr und immer neue Süchtige gibt. Deswegen könne nur ein radikaler Kurswechsel Erfolg haben, meint Vargas: Er fordert, dass endlich darüber diskutiert wird, Drogen zu legalisieren.

Noch aber geht das Wettrüsten im Drogenkrieg weiter – daran ändert auch Cepedas Versuchsplantage nicht viel.

 
Leser-Kommentare
    • ZH1006
    • 27.03.2013 um 14:17 Uhr

    als wollte man in Westeuropa den Löwenzahn ausrotten.

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  1. auch in Apotheken verkaufen. Das ist billiger, schont die Umwelt und macht die Drogenhändler arbeitslos. Der Krieg gegen Drogen ist verloren.

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    • ZH1006
    • 27.03.2013 um 23:03 Uhr

    Alkohol kann man doch auch an jeder Ecke kaufen, und der fordert 75.000 Todesopfer jährlich in Deutschland - im Gegensatz zu den ca. 1.000 Toten durch Kokain.

    • ZH1006
    • 27.03.2013 um 23:03 Uhr

    Alkohol kann man doch auch an jeder Ecke kaufen, und der fordert 75.000 Todesopfer jährlich in Deutschland - im Gegensatz zu den ca. 1.000 Toten durch Kokain.

  2. ... ganz ehrlich: hätte mir jemand ernsthaft diesen Vorschlag unterbreitet hätte ich ihn der Naivität und der Fahrlässigkeit wegen ausgelacht. Alle Sträucher verbrennen, damit Lebensräume von Pflanzen, Insekten und Tieren zerstören, um damit letztendlich eine Randerscheinung zu schwächen. Wieso überwindet sich die Regierung nicht, anstatt eine Pflanze auszurotten, eine liberalere Politik hinsichtlich Kokain zu führen? Ach ja, ich habe jetzt ganz vergessen, die (tief in die Regierung reinreichende) Drogenkartelle würde so etwas gar nicht gefallen. Daher findet man lieber - wegen der großen Anzahl an ertrunkenen Menschen - heraus, wie man Wasser von der Erde tilgt, anstatt den Menschen das schwimmen beizubringen.

    8 Leser-Empfehlungen
  3. Volkswirtschaftlich sinnvoll, hohe staatliche Verkaufseinnahmen, weniger Banden- und Kleinkriminalität, weniger Geldwäsche. Strafrichter können sich wieder wichtigen Fällen zuwenden.
    Zu gewinnen ist der Kampf gegen Drogen sowieso nicht. Manche Menschen bringen sich übrigens mit Alkohol und/oder Zigaretten um. Schade und unnötig, aber legal. Es ginge also.

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    ist legal erhältlich,
    entsprechend ist es nicht kriminell oder gesellschaftlich verpönt diesen zu konsumieren.
    Die gute Seite, wie von Ihnen ausgeführt, ist klar.

    Die schlechte Seite der Sache sind riesige Zahlen von Abhängigen, die den Staat jährlich unheimlich hohe Summen kosten, eine ganze Reihe von Menschen auf lange Sicht von jeder sinnvollen Tätigkeit abhalten und sicherlich auch nicht gerade zur Lebensqualität der Betroffenen beitragen.

    Nun halte ich Kokain noch um einiges für gefährlicher als Alkohol, auf dem Gebiet der Suchtgefahr bin ich zwar kein Experte, doch vermute ich, würden uns diese Drogen, selbst wenn sie legal sind, besonders im Bereich der Heranwachsenden einen beachtlich wachsenden Teil an Abhängigen liefern.
    Da reden wir dann übrigens von Menschen, die ihr Leben mit 15 - 25 schon komplett versauen.

    Ich weiß nicht wie die Mehrheit das sieht, aber in meinen Augen hat der Staat, hat unsere Gesellschaft dort auf jeden Fall eine Pflicht diesem Treiben vorzubeugen.

    Langfristig sollte man für jede Droge einzeln, nach ausführlichem öffentlichen Diskurs, dazu übergehen, eine Volksabstimmung über die Legalisierung abzuhalten,
    sowie gegebenenfalls eine Gesetzesänderung vornehmen, die derart Suchtkranke aus der Fürsorgepflicht der Öffentlichkeit ausnimmt.

    ist legal erhältlich,
    entsprechend ist es nicht kriminell oder gesellschaftlich verpönt diesen zu konsumieren.
    Die gute Seite, wie von Ihnen ausgeführt, ist klar.

    Die schlechte Seite der Sache sind riesige Zahlen von Abhängigen, die den Staat jährlich unheimlich hohe Summen kosten, eine ganze Reihe von Menschen auf lange Sicht von jeder sinnvollen Tätigkeit abhalten und sicherlich auch nicht gerade zur Lebensqualität der Betroffenen beitragen.

    Nun halte ich Kokain noch um einiges für gefährlicher als Alkohol, auf dem Gebiet der Suchtgefahr bin ich zwar kein Experte, doch vermute ich, würden uns diese Drogen, selbst wenn sie legal sind, besonders im Bereich der Heranwachsenden einen beachtlich wachsenden Teil an Abhängigen liefern.
    Da reden wir dann übrigens von Menschen, die ihr Leben mit 15 - 25 schon komplett versauen.

    Ich weiß nicht wie die Mehrheit das sieht, aber in meinen Augen hat der Staat, hat unsere Gesellschaft dort auf jeden Fall eine Pflicht diesem Treiben vorzubeugen.

    Langfristig sollte man für jede Droge einzeln, nach ausführlichem öffentlichen Diskurs, dazu übergehen, eine Volksabstimmung über die Legalisierung abzuhalten,
    sowie gegebenenfalls eine Gesetzesänderung vornehmen, die derart Suchtkranke aus der Fürsorgepflicht der Öffentlichkeit ausnimmt.

  4. ... warum sich Westler Kokain in reiner kristalliner Form reinziehen müssen.

    Die weitaus schlaueren Bewohner der Anden konsumieren Cocablätter zusammen mit einer Kalklösung (aus Stein oder Muscheln) - vollkommen suchtfrei.

    2 Leser-Empfehlungen
  5. Es gibt ja nun wirklich genügend legale und gefährliche Drogen: Alkohol, Morphium (auf Rezept), Nikotin, Benzodiazepine (auf Rezept), Computerspiele, Fallschirmsprünge (auch nach einem Endorphin-Kick kann man süchtig werden), Prostituierte (-> Sexsucht) und viele, viele mehr.

    Die meisten Suchtforscher dürften den Satz unterschreiben, dass ein Kilogramm Alkohol (so viel steckt in 3 Litern 40%igem Schnapps oder Whiskey) gefährlicher ist als ein Gramm Koks. Somit geht also allein von den 640 Tausend Tonnen Alkohol, die jährlich in Deutschland genossen werden, mehr Gefahr aus, als von den 345 Tonnen Koks aus Kolumbien.

    Klar muss eine Drogenfreigabe das Ziel verfolgen, die Zahl der drogenabhängigen nicht wesentlich zu erhöhen, und den Konsum langfristig zu reduzieren - und zwar den Konsum ALLER starken Drogen inklusive Alkohol. Die Milliarden, die bisher in Polizeiarbeit gehen, müssen also künftig für Prävention und möglichst kontrollierte Abgabe aufgewendet werden.

    Jag

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    Ist denn nicht genau da wieder das Problem, das Sie durch Auferlegen eines staatlichen Zwangs einen Markt für illegale Beschaffung und somit für die Wiederbelebung des Teufelskreises schaffen?

    Ist denn nicht genau da wieder das Problem, das Sie durch Auferlegen eines staatlichen Zwangs einen Markt für illegale Beschaffung und somit für die Wiederbelebung des Teufelskreises schaffen?

  6. ist legal erhältlich,
    entsprechend ist es nicht kriminell oder gesellschaftlich verpönt diesen zu konsumieren.
    Die gute Seite, wie von Ihnen ausgeführt, ist klar.

    Die schlechte Seite der Sache sind riesige Zahlen von Abhängigen, die den Staat jährlich unheimlich hohe Summen kosten, eine ganze Reihe von Menschen auf lange Sicht von jeder sinnvollen Tätigkeit abhalten und sicherlich auch nicht gerade zur Lebensqualität der Betroffenen beitragen.

    Nun halte ich Kokain noch um einiges für gefährlicher als Alkohol, auf dem Gebiet der Suchtgefahr bin ich zwar kein Experte, doch vermute ich, würden uns diese Drogen, selbst wenn sie legal sind, besonders im Bereich der Heranwachsenden einen beachtlich wachsenden Teil an Abhängigen liefern.
    Da reden wir dann übrigens von Menschen, die ihr Leben mit 15 - 25 schon komplett versauen.

    Ich weiß nicht wie die Mehrheit das sieht, aber in meinen Augen hat der Staat, hat unsere Gesellschaft dort auf jeden Fall eine Pflicht diesem Treiben vorzubeugen.

    Langfristig sollte man für jede Droge einzeln, nach ausführlichem öffentlichen Diskurs, dazu übergehen, eine Volksabstimmung über die Legalisierung abzuhalten,
    sowie gegebenenfalls eine Gesetzesänderung vornehmen, die derart Suchtkranke aus der Fürsorgepflicht der Öffentlichkeit ausnimmt.

    Antwort auf "Legalisieren!"
  7. Ist denn nicht genau da wieder das Problem, das Sie durch Auferlegen eines staatlichen Zwangs einen Markt für illegale Beschaffung und somit für die Wiederbelebung des Teufelskreises schaffen?

    Antwort auf "Legalisieren!"

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