Das weiße Pulver ist leicht zu schmuggeln und verspricht hohe Gewinne im Ausland
Die kolumbianischen cocaleros, die Kokabauern, konnten deshalb Felder in neuen Anbaugebieten anlegen. Sie pflanzten immer tiefer im Regenwald oder kultivierten das Land in höher gelegenen Bergtälern. Weil die Polizei die illegalen Felder abbrannte oder Unkrautvernichter mit dem Flugzeug versprühte, stellten sie schließlich auf kleinere Flächen im Dschungel um. Sie dehnten den Anbau auf steile Berghänge aus, an denen die Polizei keine Flugzeuge einsetzen konnte, und ließen zum Schutz hohe Bäume inmitten ihrer Plantagen stehen.
Früher hätten Kokabauern große Felder in den Tälern der Anden mit bis zu 14.000 Sträuchern angelegt, erzählt Cepeda. »Heute setzen sie in der Regel auf kleinere Plantagen mit maximal 3.000 Pflanzen. Wenn die Kokasträucher dann noch unter großen Tropenbäumen stehen, können wir sie kaum vom Flugzeug aus entdecken.« Die Sträucher wachsen dann zwar im Halbschatten, liefern im besten Fall aber trotzdem mehr Kokain: Weil die Bauern auf neue Arten setzen, die dreimal so viele Blätter austreiben und schneller Alkaloide anreichern, können sie öfter ernten.
Raspar, abkratzen, nennt Cepeda das Ernten. Mit einer Hand hält er einen Ast, mit der anderen schabt er alle Blätter zum Stamm hin ab. Der Polizist hat Übung, immerhin erntet auch er seine Pflanzen regelmäßig ab. Im Moment erforscht er mit seinen vier Mitarbeitern den Erntezyklus der Schwarzen Bolivianerin. Blatt für Blatt kratzen Cepeda und sein Team die Kokasträucher leer, füllen ihre geflochtenen Holzkörbe und tragen sie zur Sammelstelle, einem offenen Verschlag mit Wellblechdach.
Für die cocaleros bedeutet ein solcher Korb voller Blätter viel Geld, doch sie werden trotzdem nicht reich. Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung schätzt, dass ein kolumbianischer Kokabauer lediglich zwei Dollar am Tag verdient. Er lebt zwar oft am Rand des Existenzminimums, aber er verdient immer noch mehr, als wenn er Kakao oder Kaffee anbauen würde. Deshalb üben die Drogen trotz der Gegenmaßnahmen des Staates einen großen Reiz aus. Insgesamt sollen die cocaleros im vergangenen Jahr 420 Millionen Dollar erwirtschaftet haben. Viel Geld in einem Land, in dem mehr als ein Drittel der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt.
Zehn Milliarden Dollar werden nach Angaben der kolumbianischen Regierung jährlich mit Drogen umgesetzt. Experten wie Ricardo Vargas schätzen, dass es sogar noch mehr ist. »Die Haupteinnahmequelle ist dabei Kokain«, sagt der Soziologe. Auch wenn der Konsum in Kolumbien selbst seit Jahren steige, bleibe das weiße Pulver vor allem ein Exportgut: Es ist leicht zu schmuggeln und verspricht hohe Gewinnspannen im Ausland. Wer weiß, wo er suchen muss, der kann in den dunkleren Straßen Bogotás ein Gramm Kokain für zwei Euro kaufen. In den USA hingegen kostet es mehr als das Zwanzigfache.
So viel Geld zieht an: 345 Tonnen Kokain wurden laut UN-Angaben im vergangenen Jahr in Kolumbien hergestellt – etwa 40 Prozent der weltweiten Produktion, schätzt die Europäische Beratungsstelle für Drogen und Drogensucht in Lissabon. Ein Gramm kann hier Spitzenpreise von bis zu 140 Euro erzielen. Und dafür geht das kolumbianische Koks weite Wege. Denn Drogen sind längst ein globales Geschäft: Die Banden aus Lateinamerika haben stabile Verbindungen nach Europa.
Etwa ein Viertel des Kokains, das in Europa geschnupft wird, kommt aus Kolumbien. Der Großteil davon wird über den Atlantik verschifft und landet mit Zwischenstopps in Afrika und Spanien auch in Deutschland. »Noch mehr Stoff als nach Europa geht aber in die USA«, sagt der Polizeioffizier Cepeda. Deshalb finanzieren auch die US-Behörden seine Forschung. Die Washingtoner Antidrogenbehörde DEA trainiert auf dem Versuchsfeld in Kolumbien, illegale Kokafelder vom Weltall aus zu erkennen. Einige Sträucher hat Cepeda sogar verstreut in den Schatten großer Bäume gesetzt. »Mittlerweile können wir auch derart geschützte Kokapflanzen per Satellit aufspüren«, sagt er.
Wenn ein US-Satellit eine illegale Plantage entdeckt hat, beginnt die Arbeit von Carlos Sanchez. Der Oberleutnant der kolumbianischen Antidrogenpolizei, der seinen wirklichen Namen lieber nicht preisgibt, geht dann mit seiner Mannschaft auf die Suche. Auf den illegalen Feldern reißen sie die Pflanzen per Hand aus und verbrennen sie. »Eine harte, gefährliche Arbeit«, sagt Carlos Sanchez: Oft werden die Plantagen von bewaffneten Gruppen verteidigt.
Sanchez ist heute nur zu Besuch auf der Versuchsplantage, früher hat er auf dem Gelände im Coello-Tal traininert. Seit 2006 ist hier neben der Forschungsplantage auch das Ausbildungszentrum des Comando Jungla untergebracht, eines der härtesten Spezialkräfteteams der Welt. Das Elitetrainingslager fasst mehrere Tausend Polizisten und Soldaten, die auch aus dem Ausland nach Kolumbien kommen. Die Anlage wird weitläufig abgeschirmt und überwacht.
Auf seiner Plantage muss Cepeda deshalb keine Waffe tragen – im Gegensatz zu den Wachposten mit ihren Sturmgewehren und Schutzwesten. Ständig knarzen ihre Funkgeräte, mit denen sie Verbindung zu den Türmen halten, die auf den Hügeln rund um das Trainingsgelände stehen. Die staubigen Schotterpisten, die ins Innere des Ausbildungszentrums führen, sind mit Sandsäcken und Stacheldraht gesichert. In den Wäldern stehen zahlreiche Schießstände. Die Schüsse und Explosionen der trainierenden Eliteeinheiten hallen bis zur Kokaplantage herüber.
Auch Luis Alberto Cepeda übt mit den Spezialkräften. »Das große Problem, wenn die Kokafelder per Hand zerstört werden, sind die vielen Minen«, sagt er. Cepeda fährt mit seinen Fingern zwischen die Blätter eines Kokastrauches, ganz nah an den Stamm. »Hier unten setzt man an, um die Pflanze auszureißen.« Genau dann explodiert womöglich die Mine. Deshalb gibt es auf dem Trainingsgelände einen Parcours, auf dem Polizisten lernen, Sprengfallen zu erkennen und Spürhunde einzusetzen.
Cepeda hat auf der Anlage auch ein eigenes Drogenlabor, in dem er Kokain herstellt: eine kleine Hütte mit Küche, einer Hängematte samt Moskitonetz und einem Fernseher im Freien, seine Verbindung zur Zivilisation. Auf dem Plastiktisch kritzelt Cepeda seine Erkenntnisse in ein Notizbuch und tippt sie anschließend in einen verstaubten Laptop. Seine Berichte gehen um die ganze Welt.
»Riechen Sie mal«, rät er den vielen internationalen Gästen, die ihn besuchen kommen. Er legt dann einen kleinen Beutel mit weißem Pulver auf den Tisch. »Das ist 100-prozentig reines Kokain«, sagt er stolz und lacht. »Aber ja nicht zu tief einziehen. Das ist alles abgewogen!«






als wollte man in Westeuropa den Löwenzahn ausrotten.
auch in Apotheken verkaufen. Das ist billiger, schont die Umwelt und macht die Drogenhändler arbeitslos. Der Krieg gegen Drogen ist verloren.
Alkohol kann man doch auch an jeder Ecke kaufen, und der fordert 75.000 Todesopfer jährlich in Deutschland - im Gegensatz zu den ca. 1.000 Toten durch Kokain.
Alkohol kann man doch auch an jeder Ecke kaufen, und der fordert 75.000 Todesopfer jährlich in Deutschland - im Gegensatz zu den ca. 1.000 Toten durch Kokain.
... ganz ehrlich: hätte mir jemand ernsthaft diesen Vorschlag unterbreitet hätte ich ihn der Naivität und der Fahrlässigkeit wegen ausgelacht. Alle Sträucher verbrennen, damit Lebensräume von Pflanzen, Insekten und Tieren zerstören, um damit letztendlich eine Randerscheinung zu schwächen. Wieso überwindet sich die Regierung nicht, anstatt eine Pflanze auszurotten, eine liberalere Politik hinsichtlich Kokain zu führen? Ach ja, ich habe jetzt ganz vergessen, die (tief in die Regierung reinreichende) Drogenkartelle würde so etwas gar nicht gefallen. Daher findet man lieber - wegen der großen Anzahl an ertrunkenen Menschen - heraus, wie man Wasser von der Erde tilgt, anstatt den Menschen das schwimmen beizubringen.
Volkswirtschaftlich sinnvoll, hohe staatliche Verkaufseinnahmen, weniger Banden- und Kleinkriminalität, weniger Geldwäsche. Strafrichter können sich wieder wichtigen Fällen zuwenden.
Zu gewinnen ist der Kampf gegen Drogen sowieso nicht. Manche Menschen bringen sich übrigens mit Alkohol und/oder Zigaretten um. Schade und unnötig, aber legal. Es ginge also.
ist legal erhältlich,
entsprechend ist es nicht kriminell oder gesellschaftlich verpönt diesen zu konsumieren.
Die gute Seite, wie von Ihnen ausgeführt, ist klar.
Die schlechte Seite der Sache sind riesige Zahlen von Abhängigen, die den Staat jährlich unheimlich hohe Summen kosten, eine ganze Reihe von Menschen auf lange Sicht von jeder sinnvollen Tätigkeit abhalten und sicherlich auch nicht gerade zur Lebensqualität der Betroffenen beitragen.
Nun halte ich Kokain noch um einiges für gefährlicher als Alkohol, auf dem Gebiet der Suchtgefahr bin ich zwar kein Experte, doch vermute ich, würden uns diese Drogen, selbst wenn sie legal sind, besonders im Bereich der Heranwachsenden einen beachtlich wachsenden Teil an Abhängigen liefern.
Da reden wir dann übrigens von Menschen, die ihr Leben mit 15 - 25 schon komplett versauen.
Ich weiß nicht wie die Mehrheit das sieht, aber in meinen Augen hat der Staat, hat unsere Gesellschaft dort auf jeden Fall eine Pflicht diesem Treiben vorzubeugen.
Langfristig sollte man für jede Droge einzeln, nach ausführlichem öffentlichen Diskurs, dazu übergehen, eine Volksabstimmung über die Legalisierung abzuhalten,
sowie gegebenenfalls eine Gesetzesänderung vornehmen, die derart Suchtkranke aus der Fürsorgepflicht der Öffentlichkeit ausnimmt.
ist legal erhältlich,
entsprechend ist es nicht kriminell oder gesellschaftlich verpönt diesen zu konsumieren.
Die gute Seite, wie von Ihnen ausgeführt, ist klar.
Die schlechte Seite der Sache sind riesige Zahlen von Abhängigen, die den Staat jährlich unheimlich hohe Summen kosten, eine ganze Reihe von Menschen auf lange Sicht von jeder sinnvollen Tätigkeit abhalten und sicherlich auch nicht gerade zur Lebensqualität der Betroffenen beitragen.
Nun halte ich Kokain noch um einiges für gefährlicher als Alkohol, auf dem Gebiet der Suchtgefahr bin ich zwar kein Experte, doch vermute ich, würden uns diese Drogen, selbst wenn sie legal sind, besonders im Bereich der Heranwachsenden einen beachtlich wachsenden Teil an Abhängigen liefern.
Da reden wir dann übrigens von Menschen, die ihr Leben mit 15 - 25 schon komplett versauen.
Ich weiß nicht wie die Mehrheit das sieht, aber in meinen Augen hat der Staat, hat unsere Gesellschaft dort auf jeden Fall eine Pflicht diesem Treiben vorzubeugen.
Langfristig sollte man für jede Droge einzeln, nach ausführlichem öffentlichen Diskurs, dazu übergehen, eine Volksabstimmung über die Legalisierung abzuhalten,
sowie gegebenenfalls eine Gesetzesänderung vornehmen, die derart Suchtkranke aus der Fürsorgepflicht der Öffentlichkeit ausnimmt.
... warum sich Westler Kokain in reiner kristalliner Form reinziehen müssen.
Die weitaus schlaueren Bewohner der Anden konsumieren Cocablätter zusammen mit einer Kalklösung (aus Stein oder Muscheln) - vollkommen suchtfrei.
Es gibt ja nun wirklich genügend legale und gefährliche Drogen: Alkohol, Morphium (auf Rezept), Nikotin, Benzodiazepine (auf Rezept), Computerspiele, Fallschirmsprünge (auch nach einem Endorphin-Kick kann man süchtig werden), Prostituierte (-> Sexsucht) und viele, viele mehr.
Die meisten Suchtforscher dürften den Satz unterschreiben, dass ein Kilogramm Alkohol (so viel steckt in 3 Litern 40%igem Schnapps oder Whiskey) gefährlicher ist als ein Gramm Koks. Somit geht also allein von den 640 Tausend Tonnen Alkohol, die jährlich in Deutschland genossen werden, mehr Gefahr aus, als von den 345 Tonnen Koks aus Kolumbien.
Klar muss eine Drogenfreigabe das Ziel verfolgen, die Zahl der drogenabhängigen nicht wesentlich zu erhöhen, und den Konsum langfristig zu reduzieren - und zwar den Konsum ALLER starken Drogen inklusive Alkohol. Die Milliarden, die bisher in Polizeiarbeit gehen, müssen also künftig für Prävention und möglichst kontrollierte Abgabe aufgewendet werden.
Jag
Ist denn nicht genau da wieder das Problem, das Sie durch Auferlegen eines staatlichen Zwangs einen Markt für illegale Beschaffung und somit für die Wiederbelebung des Teufelskreises schaffen?
Ist denn nicht genau da wieder das Problem, das Sie durch Auferlegen eines staatlichen Zwangs einen Markt für illegale Beschaffung und somit für die Wiederbelebung des Teufelskreises schaffen?
ist legal erhältlich,
entsprechend ist es nicht kriminell oder gesellschaftlich verpönt diesen zu konsumieren.
Die gute Seite, wie von Ihnen ausgeführt, ist klar.
Die schlechte Seite der Sache sind riesige Zahlen von Abhängigen, die den Staat jährlich unheimlich hohe Summen kosten, eine ganze Reihe von Menschen auf lange Sicht von jeder sinnvollen Tätigkeit abhalten und sicherlich auch nicht gerade zur Lebensqualität der Betroffenen beitragen.
Nun halte ich Kokain noch um einiges für gefährlicher als Alkohol, auf dem Gebiet der Suchtgefahr bin ich zwar kein Experte, doch vermute ich, würden uns diese Drogen, selbst wenn sie legal sind, besonders im Bereich der Heranwachsenden einen beachtlich wachsenden Teil an Abhängigen liefern.
Da reden wir dann übrigens von Menschen, die ihr Leben mit 15 - 25 schon komplett versauen.
Ich weiß nicht wie die Mehrheit das sieht, aber in meinen Augen hat der Staat, hat unsere Gesellschaft dort auf jeden Fall eine Pflicht diesem Treiben vorzubeugen.
Langfristig sollte man für jede Droge einzeln, nach ausführlichem öffentlichen Diskurs, dazu übergehen, eine Volksabstimmung über die Legalisierung abzuhalten,
sowie gegebenenfalls eine Gesetzesänderung vornehmen, die derart Suchtkranke aus der Fürsorgepflicht der Öffentlichkeit ausnimmt.
Ist denn nicht genau da wieder das Problem, das Sie durch Auferlegen eines staatlichen Zwangs einen Markt für illegale Beschaffung und somit für die Wiederbelebung des Teufelskreises schaffen?
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