Trotz der Vernichtung von 130.000 Hektar Kokafelder wurde 2011 mehr geerntet als im Jahr zuvor
In einem offenen Verschlag hat Cepeda die Zutaten aufgereiht, die er braucht, um aus den reifen Blättern Kokain herzustellen. Lediglich Kalium sei schwierig zu kaufen, erklärt Cepeda, weil der Handel in Kolumbien kontrolliert werde. »Wenn allerdings so viel Geld im Spiel ist, kann man den Schmuggel fast nicht unterbinden.« Findige Drogenköche suchten dann einfach Ersatz für einige Chemikalien, sagt der Polizist: »Jetzt habe ich gehört, dass Drogenküchen statt Ammoniak Harnstoff aus Schweineurin verwenden.«
Echte Erfolge gegen den Drogenhandel zu erzielen ist schwierig – »auch wenn wir hart daran arbeiten«, wie Luis Cepeda beteuert. Amerikanische Behörden sprechen zwar davon, dass die Kokainproduktion in Kolumbien zuletzt zurückging. Die Vereinten Nationen sehen dagegen keine großen Veränderungen: Laut UN blieb die Kokainproduktion eher konstant. Obwohl die kolumbianische Regierung 2011 rund 130.000 Hektar Kokafelder vernichtete, ernteten die cocaleros sogar etwas mehr Blätter als im Jahr zuvor.
Der kolumbianische Experte Ariel Avila ist Referent für Organisierte Kriminalität bei der Stiftung Nuevo Arco Iris, die sich seit 1994 gegen den Drogenhandel einsetzt. Er hat eine weitere Entwicklung beobachtet: Vor 20 Jahren hätten die Kartelle bestimmt, wer mitverdienen durfte. Als die Regierung, gestützt von Militärberatern aus den USA, die großen Kartelle aus Medellín und Cali zerschlug, konnte plötzlich jeder sein Glück versuchen. Avila meint, dass der narcotráfico, der Drogenhandel, heute nicht weniger Macht habe als in der Hochphase der Kartelle während der neunziger Jahre. Aber: »Die Drogen sind weniger sichtbar.« Anstatt großer, hierarchischer Strukturen dominieren heute kleine Netzwerke, die tiefer in der Gesellschaft verwurzelt und deshalb noch schwieriger zu bekämpfen sind.
Die Mittel, die die Regierung dafür einsetzt, sind dabei die alten, kritisiert der Soziologe Ricardo Vargas: »Gerade bei harten Drogen setzt der Staat immer noch auf Gewalt: Soldaten reißen mit der Hand Kokapflanzen aus und brennen Drogenküchen nieder.« Vargas plädiert hingegen für eine grundlegend andere Strategie gegen den Konsum von Drogen. Denn nur weil deren Herstellung und Verkauf illegal sind, lässt sich damit so viel Geld verdienen, ist Kokain für die Drogenbosse ein großes Geschäft und sorgen ihre Dealer dafür, dass es immer mehr und immer neue Süchtige gibt. Deswegen könne nur ein radikaler Kurswechsel Erfolg haben, meint Vargas: Er fordert, dass endlich darüber diskutiert wird, Drogen zu legalisieren.
Noch aber geht das Wettrüsten im Drogenkrieg weiter – daran ändert auch Cepedas Versuchsplantage nicht viel.









als wollte man in Westeuropa den Löwenzahn ausrotten.
auch in Apotheken verkaufen. Das ist billiger, schont die Umwelt und macht die Drogenhändler arbeitslos. Der Krieg gegen Drogen ist verloren.
Alkohol kann man doch auch an jeder Ecke kaufen, und der fordert 75.000 Todesopfer jährlich in Deutschland - im Gegensatz zu den ca. 1.000 Toten durch Kokain.
Alkohol kann man doch auch an jeder Ecke kaufen, und der fordert 75.000 Todesopfer jährlich in Deutschland - im Gegensatz zu den ca. 1.000 Toten durch Kokain.
... ganz ehrlich: hätte mir jemand ernsthaft diesen Vorschlag unterbreitet hätte ich ihn der Naivität und der Fahrlässigkeit wegen ausgelacht. Alle Sträucher verbrennen, damit Lebensräume von Pflanzen, Insekten und Tieren zerstören, um damit letztendlich eine Randerscheinung zu schwächen. Wieso überwindet sich die Regierung nicht, anstatt eine Pflanze auszurotten, eine liberalere Politik hinsichtlich Kokain zu führen? Ach ja, ich habe jetzt ganz vergessen, die (tief in die Regierung reinreichende) Drogenkartelle würde so etwas gar nicht gefallen. Daher findet man lieber - wegen der großen Anzahl an ertrunkenen Menschen - heraus, wie man Wasser von der Erde tilgt, anstatt den Menschen das schwimmen beizubringen.
Volkswirtschaftlich sinnvoll, hohe staatliche Verkaufseinnahmen, weniger Banden- und Kleinkriminalität, weniger Geldwäsche. Strafrichter können sich wieder wichtigen Fällen zuwenden.
Zu gewinnen ist der Kampf gegen Drogen sowieso nicht. Manche Menschen bringen sich übrigens mit Alkohol und/oder Zigaretten um. Schade und unnötig, aber legal. Es ginge also.
ist legal erhältlich,
entsprechend ist es nicht kriminell oder gesellschaftlich verpönt diesen zu konsumieren.
Die gute Seite, wie von Ihnen ausgeführt, ist klar.
Die schlechte Seite der Sache sind riesige Zahlen von Abhängigen, die den Staat jährlich unheimlich hohe Summen kosten, eine ganze Reihe von Menschen auf lange Sicht von jeder sinnvollen Tätigkeit abhalten und sicherlich auch nicht gerade zur Lebensqualität der Betroffenen beitragen.
Nun halte ich Kokain noch um einiges für gefährlicher als Alkohol, auf dem Gebiet der Suchtgefahr bin ich zwar kein Experte, doch vermute ich, würden uns diese Drogen, selbst wenn sie legal sind, besonders im Bereich der Heranwachsenden einen beachtlich wachsenden Teil an Abhängigen liefern.
Da reden wir dann übrigens von Menschen, die ihr Leben mit 15 - 25 schon komplett versauen.
Ich weiß nicht wie die Mehrheit das sieht, aber in meinen Augen hat der Staat, hat unsere Gesellschaft dort auf jeden Fall eine Pflicht diesem Treiben vorzubeugen.
Langfristig sollte man für jede Droge einzeln, nach ausführlichem öffentlichen Diskurs, dazu übergehen, eine Volksabstimmung über die Legalisierung abzuhalten,
sowie gegebenenfalls eine Gesetzesänderung vornehmen, die derart Suchtkranke aus der Fürsorgepflicht der Öffentlichkeit ausnimmt.
ist legal erhältlich,
entsprechend ist es nicht kriminell oder gesellschaftlich verpönt diesen zu konsumieren.
Die gute Seite, wie von Ihnen ausgeführt, ist klar.
Die schlechte Seite der Sache sind riesige Zahlen von Abhängigen, die den Staat jährlich unheimlich hohe Summen kosten, eine ganze Reihe von Menschen auf lange Sicht von jeder sinnvollen Tätigkeit abhalten und sicherlich auch nicht gerade zur Lebensqualität der Betroffenen beitragen.
Nun halte ich Kokain noch um einiges für gefährlicher als Alkohol, auf dem Gebiet der Suchtgefahr bin ich zwar kein Experte, doch vermute ich, würden uns diese Drogen, selbst wenn sie legal sind, besonders im Bereich der Heranwachsenden einen beachtlich wachsenden Teil an Abhängigen liefern.
Da reden wir dann übrigens von Menschen, die ihr Leben mit 15 - 25 schon komplett versauen.
Ich weiß nicht wie die Mehrheit das sieht, aber in meinen Augen hat der Staat, hat unsere Gesellschaft dort auf jeden Fall eine Pflicht diesem Treiben vorzubeugen.
Langfristig sollte man für jede Droge einzeln, nach ausführlichem öffentlichen Diskurs, dazu übergehen, eine Volksabstimmung über die Legalisierung abzuhalten,
sowie gegebenenfalls eine Gesetzesänderung vornehmen, die derart Suchtkranke aus der Fürsorgepflicht der Öffentlichkeit ausnimmt.
... warum sich Westler Kokain in reiner kristalliner Form reinziehen müssen.
Die weitaus schlaueren Bewohner der Anden konsumieren Cocablätter zusammen mit einer Kalklösung (aus Stein oder Muscheln) - vollkommen suchtfrei.
Es gibt ja nun wirklich genügend legale und gefährliche Drogen: Alkohol, Morphium (auf Rezept), Nikotin, Benzodiazepine (auf Rezept), Computerspiele, Fallschirmsprünge (auch nach einem Endorphin-Kick kann man süchtig werden), Prostituierte (-> Sexsucht) und viele, viele mehr.
Die meisten Suchtforscher dürften den Satz unterschreiben, dass ein Kilogramm Alkohol (so viel steckt in 3 Litern 40%igem Schnapps oder Whiskey) gefährlicher ist als ein Gramm Koks. Somit geht also allein von den 640 Tausend Tonnen Alkohol, die jährlich in Deutschland genossen werden, mehr Gefahr aus, als von den 345 Tonnen Koks aus Kolumbien.
Klar muss eine Drogenfreigabe das Ziel verfolgen, die Zahl der drogenabhängigen nicht wesentlich zu erhöhen, und den Konsum langfristig zu reduzieren - und zwar den Konsum ALLER starken Drogen inklusive Alkohol. Die Milliarden, die bisher in Polizeiarbeit gehen, müssen also künftig für Prävention und möglichst kontrollierte Abgabe aufgewendet werden.
Jag
Ist denn nicht genau da wieder das Problem, das Sie durch Auferlegen eines staatlichen Zwangs einen Markt für illegale Beschaffung und somit für die Wiederbelebung des Teufelskreises schaffen?
Ist denn nicht genau da wieder das Problem, das Sie durch Auferlegen eines staatlichen Zwangs einen Markt für illegale Beschaffung und somit für die Wiederbelebung des Teufelskreises schaffen?
ist legal erhältlich,
entsprechend ist es nicht kriminell oder gesellschaftlich verpönt diesen zu konsumieren.
Die gute Seite, wie von Ihnen ausgeführt, ist klar.
Die schlechte Seite der Sache sind riesige Zahlen von Abhängigen, die den Staat jährlich unheimlich hohe Summen kosten, eine ganze Reihe von Menschen auf lange Sicht von jeder sinnvollen Tätigkeit abhalten und sicherlich auch nicht gerade zur Lebensqualität der Betroffenen beitragen.
Nun halte ich Kokain noch um einiges für gefährlicher als Alkohol, auf dem Gebiet der Suchtgefahr bin ich zwar kein Experte, doch vermute ich, würden uns diese Drogen, selbst wenn sie legal sind, besonders im Bereich der Heranwachsenden einen beachtlich wachsenden Teil an Abhängigen liefern.
Da reden wir dann übrigens von Menschen, die ihr Leben mit 15 - 25 schon komplett versauen.
Ich weiß nicht wie die Mehrheit das sieht, aber in meinen Augen hat der Staat, hat unsere Gesellschaft dort auf jeden Fall eine Pflicht diesem Treiben vorzubeugen.
Langfristig sollte man für jede Droge einzeln, nach ausführlichem öffentlichen Diskurs, dazu übergehen, eine Volksabstimmung über die Legalisierung abzuhalten,
sowie gegebenenfalls eine Gesetzesänderung vornehmen, die derart Suchtkranke aus der Fürsorgepflicht der Öffentlichkeit ausnimmt.
Ist denn nicht genau da wieder das Problem, das Sie durch Auferlegen eines staatlichen Zwangs einen Markt für illegale Beschaffung und somit für die Wiederbelebung des Teufelskreises schaffen?
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