7 Tipps

1. BESUCH AN TAG FÜNF

Die für Schnupfen verantwortlichen Rhinoviren vermehren sich vor allem in der Nase. Im Nasenschleim ist ihre Dichte am höchsten. Beim Niesen ist deshalb immer eine ordentliche Portion Viren dabei. Eine Gesichtsmaske müsse man aber nur in Pandemiezeiten tragen, rät das Bonner Hygieneinstitut – oder wenn man direkten Kontakt zu Kranken habe. Es schützen jedoch nur eng anliegende Chirurgenmasken, einlagige Papiermasken lassen zu viel durch. Ein mit Grippe infizierter Mensch verbreitet seine Viren übrigens bereits bis zu 48 Stunden vor den ersten Symptomen. Die Menge der Erreger ist während der ersten drei Erkrankungstage am höchsten, vom fünften Tag an ist ein Krankenbesuch wieder ungefährlich.

2. WARTEZIMMER MEIDEN

Meiden Sie in Grippezeiten nicht nur größere Menschenansammlungen wie Musikkonzerte oder Theateraufführungen, sondern auch Ihren Arzt – außer Sie sind ernsthaft krank. Wenn Sie nicht schon erkältet waren, sind Sie es nach einer Stunde im virengefüllten Wartezimmer garantiert. Müssen Sie doch zum Arzt, geben Sie ihm wenigstens nicht die Hand. Eine Schweizer Studie zeigte, dass sich sogar Mediziner nicht so oft die Hände waschen, wie sie sollten. Und verbieten Sie Ihrem Kind, die praxiseigenen Spielsachen im Wartezimmer zu berühren. Nehmen Sie eigene mit.

3. WIE MAN RESISTENTER WIRD

Häufiges Lüften beugt Erkältungen vor, denn Heizungsluft trocknet die Schleimhäute aus – das macht sie anfällig für Virenattacken. Nasenspülungen mit Kochsalzlösung sind unangenehm, halten aber die Schleimhäute feucht. Wer Sport treibt, stärkt sein Immunsystem. Und in der Sauna lernt der Körper, heftige Temperaturschwankungen besser zu verkraften. Der Psychologe Sheldon Cohen von der Carnegie Mellon University fand heraus, dass positiv denkende Menschen seltener krank werden. Und wenn es sie doch trifft, klagen sie über weniger Beschwerden.

4. HÄNDE WEG

Dieser Text stammt aus dem ZEIT WISSEN Saison 1/16.

Von Händen sollte man sich in Erkältungszeiten fernhalten. Martin Exner vom Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit schätzt, dass 85 Prozent aller Ansteckungen durch simples Händeschütteln erfolgen. In die betreffenden Hände muss nicht einmal gehustet oder geniest worden sein. Es genügt, wenn sie vorher einen virenbeladenen Haltegriff im Bus berührt oder eine Nase geschnäuzt haben. Die Virenkonzentration auf der Hand nehme zwar innerhalb von fünf Minuten um das Hundert- bis Tausendfache ab, erklärt Exner. Trotzdem könne jemand, nachdem er sich nur die Nase geputzt habe, 13 weitere Menschen anstecken. Das bedeutet: Finger weg vom Gesicht! Entweder in ein Wegwerftaschentuch niesen oder im Notfall in den Ärmel. Außerdem: Die Hände häufig, mindestens 15 bis 20 Sekunden lang mit warmem Wasser und Seife waschen. Wasserhähne in öffentlichen Toiletten mit einem Papiertuch zudrehen. In Pandemiezeiten sollte man sogar ein Fläschchen mit Handdesinfektionsmittel dabeihaben. 13 Prozent der Deutschen waschen sich nicht die Hände, nachdem sie auf der Toilette waren.

5. AUFPASSEN: ES LEBT

Erkältete Menschen hinterlassen in Hotelzimmern an mehrmals benutzten Gegenständen wie Türklinken oder Fernbedienungen Keime, die sogar noch am nächsten Morgen nachweisbar sind, wie eine wissenschaftliche Studie der University of Virginia zeigt. Der kranke Gast ist weg, seine Viren bleiben. Grippeviren, erklärt Martin Exner, überlebten bei 28 Grad Celsius und 35 bis 40 Prozent Luftfeuchtigkeit auf harten, nicht porösen Oberflächen bis zu zwei Tage lang, auf Kleidung, Papier oder Tüchern acht bis zwölf Stunden. Auch wenn Luft kein eigenständiges Infektionsreservoir ist, können Grippeviren in seltenen Fällen sogar über Lüftungen übertragen werden. Im Flugzeug zum Beispiel kann ein Influenzapatient andere Passagiere anstecken, selbst wenn sie fünf Reihen entfernt sitzen.

6. ABSTAND HALTEN

Klassische Winterkrankheiten wie Schnupfen oder Grippe werden durch Tröpfcheninfektionen übertragen. Dazu muss der Erkrankte einen anderen anhusten, anniesen oder beim Sprechen anspucken. Diese Übertragungsart kann über eine Distanz von einem Meter erfolgen. Wer einen Tropfen ins Auge bekommt oder einatmet, kann sich beim Gegenüber schon bedanken. Ein Großteil der Ansteckungen erfolgt allerdings über Handkontakt.

7. FÖHNLUFT ATMEN

Der kalifornische Arzt Stephen Langer schlägt vor, täglich fünf Minuten lang warme Luft aus einem Föhn einzuatmen. Die Wärme töte die Viren ab, sagt er. Das ist allerdings umstritten. "Wenn da ein Fünkchen Wahrheit drinsteckt", erwidert zum Beispiel Helmut Jäger vom Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg, "sehe ich es nicht."