Am Anfang drei Fragen:

Können Perfektionisten weniger genießen?

Die Studie "Die Unfähigkeit zu genießen – Die Deutschen und der Genuss" von Rheingold Salon besteht aus einer tiefenpsychologischen Untersuchung sowie einer repräsentativen Befragung von 60 Menschen in zweistündigen Tiefeninterviews bzw. Gruppendiskussionen. Anschließend wurden die Ergebnisse bundesweit an mehr als 1.000 ausgewählten Frauen und Männern überprüft. Die Erkenntnis: die Deutschen haben es offenbar verlernt zu genießen.

Forscher der Berliner Charité untersuchten in dieser Studie die therapeutische Wirkung von Musik auf Herz und Bluthochdruck.

Kann man Neugierde lernen?

Eine Studie über den Zusammenhang von Zugehörigkeitsgefühlen und Aggression beim gemeinsamem Singen von Fußballfans gibt es hier.

Der Psychologe Adrian Furnham vom University College London erklärt in einem Artikel der Business Strategy Review die Sinnlosigkeit von Brainstorming ohne vorheriges, einzelnes Nachdenken.

Gregory Berns untersuchte mit Kollegen in dieser Studie, was in unserem Gehirn passiert, wenn wir der allgemeinen Gruppenmeinung widersprechen. 

Titel: Ich schaffe das!

Marsha Linehan hat mehrere Bücher über die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) und das Skillstraining geschrieben, auch Arbeitsbücher mit Anleitungen. Sie richten sich aber vorwiegend an Therapeuten und Fachleute. In diesem Vortrag in Washington erzählte sie davon, wie sie die Zen-Lehre für sich entdeckte und in die Dialektisch-Behaviorale Therapie einbaute. Der New York Times gab sie 2011 ein langes Interview, indem sie über ihre Zeit in der Klinik und ihr Leben danach erzählt. Daraus entstand der Artikel: "Expert on Mental Illness Reveals Her Own Fight."

Claas-Hinrich Lammers ist Psychiater und Psychotherapeut, sowie ärztlicher Leiter an der Asklepios Klinik Nord Ochsenzoll. Sein Buch "Emotionsbezogene Psychotherapie", erschienen im Verlag Schattauer, gibt einen guten Überblick darüber, was Emotionen sind, wie sie funktionieren, welche Rolle sie in der Therapie spielen und mit welchen Techniken sie reguliert werden können.

In ihrem Buch "Das Ich und die Abwehrmechanismen", schrieb Anna Freud 1936 darüber, was der Mensch alles tut, um miteinander in Konflikt stehende Triebe, Wünsche und Werte zu bewältigen.  

Die Studie von James J. Gross zu versteckten Gefühlen ("Hiding Feelings: The Acute Effects of Inhibiting Negative and Positive Emotion") erschien 1997 im Journal of Abnormal Psychology.

Raffael Kalisch, Direktor des Neuroimaging Center an der Uni Mainz, erforscht Resilienz. In seinem Buch "Der resiliente Mensch", erschienen bei Piper, beschreibt er in vielen Beispielen, aber auch mit Erkenntnissen aus Hirnforschung und Psychologie, wie der Mensch Krisen erlebt und übersteht.

Die Studie, in der Mark Seery zeigt, dass überwundene Krisen abhärten können, heißt "Whatever Does Not Kill Us: Cumulative Lifetime Adversity, Vulnerability, and Resilience" und ist von 2010. Hier ist eine kurze Zusammenfassung.

ZEIT WISSEN Magazin 5/17.

Juan Ruiz sieht die Welt mit den Ohren

Bereits 2012 startete ein Wissenschaftlerteam um Lutz Wiegrebe Versuche zur menschlichen Orientierung mit Echos. Dabei wurde ein virtueller akustischer Raum genutzt und gezeigt, dass Menschen aus Echos ziemlich detaillierte Informationen über ihre Distanz zu Gegenständen ziehen können. Menschen wie Juan Ruiz oder Daniel Kish nutzen Bereiche ihres Gehirns, die eigentlich visuelle Eindrücke verarbeiten, um die Informationen aus den Echos auszuwerten. Wiegrebe nennt das die Nutzung "brach liegender Computerkompetenzen". Sehende Probanden zeigten keine vergleichbare Aktivität im visuellen Cortex. In jüngsten Versuchsreihen von 2017 zeigten Wiegrebe und sein Team, wie wichtig es bei der Klicksonartechnik ist, dass die Geräusche von einem selbst, per Zungenschnalzen erzeugt werden.

2011 gründeten Ellen Schweizer und Steffen Zimmermann den Verein Anderes Sehen. Seither bieten die beiden immer wieder Klicksonar-Trainings mit Juan Ruiz in Berlin an, es werden Kinderbücher designt, deren Geschichten nicht gelesen, sondern gefühlt werden müssen. Spezielle Stöcke für Kinder, die einen Namen tragen und kunstvoll gestaltet und verziert sind, sollen eine engere Bindung zwischen Kind und Stock herstellen. Herkömmliche Stöcke für Kinder seien oft viel zu schwer und unhandlich, sodass sie zu selten genutzt werden, klagen Schweizer und Zimmermann, die auch die Krankenkassen dafür kritisieren, die Kinder-Langstöcke nicht ausreichend zu fördern.

Juan Ruiz und Daniel Kish sind in "World Access for the Blind" aktiv, stellen Workshops, Vorträge und große Projekte auf die Beine, um blinden Menschen mehr Autonomie und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Dabei hilft natürlich die Öffentlichkeit, die Juan Ruiz mit seinen spektakulären Fähigkeiten erzeugt. Unter anderem steht er im Guinness-Buch der Rekorde.

Ruiz arbeitet und lebt mittlerweile in Wien. Über knapp zwei Jahre gab er sein Wissen an Pädagogen in ganz Österreich weiter, um die Klicksonartechnik flächendeckend weitergeben zu können. Das Projekt wurde vom Bund finanziert, ein vergleichbares gibt es in Deutschland bisher nicht.

ZEIT Wissen-Serie "Pfade der Erkenntnis"

Die GPS-Tracks der Wanderungen sowie weiterführende Links finden Sie unter

www.komoot.de/collection/400/zeitwissen

Außerdem können Sie die GPS-Tracks hier herunterladen.

Das erste und zweite Heft der Wanderserie können Sie hier nachbestellen.

Der digitale Zwilling

Hans Lehrach beschreibt seine Vision vom virtuellen Patienten in diesem Manifest.

Die Future Health Initiative bewirbt sich um eine Milliarde Euro Forschungsgeld bei der Flagship Initiative der EU.

Das Treat20plus-Projekt wird auf dieser Webseite beschrieben.

Das Comprehensive Cancer Center der Charité betreut die Treat20plus-Studie von klinischer Seite.

Die Firma Alacris Theranostics simuliert die Krebsbehandlung mithilfe eines mechanistischen Modells der Tumorzellen.

Die Zumutung: Das 5-Grad-Rätsel

Fachartikel zur Analyse von Seebohrkernen aus dem Meerfelder Maar hat Achim Brauer vom GFZ Potsdam veröffentlicht.

Wie entwickelt sich der Golfstrom bis 2100? Das Deutsche Klima-Konsortium und das Konsortium Deutsche Meeresforschung fassen den aktuellen Stand der Forschung in einer Broschüre zusammen.

Seine These, dass die Klimasprünge der vergangenen Eiszeit (die Dansgaard-Oeschger-Events) durch die Sonnenaktivität verursacht wurden, beschreibt Stefan Rahmstorf in diesem Fachartikel.

Gerrit Lohmanns Forschergruppe am AWI hat Kipppunkte im Golfstromsystem am Computer simuliert und macht CO2-Schwankungen in der Atmosphäre dafür verantwortlich.

Gebrauchsanleitung für ein Gefühl: Gier?

Die Studie von Paul Piff und anderen Forschern der Universität Berkeley zum Zusammenhang zwischen Gier und Wohlstand zeigt, dass wohlhabende Menschen eher zu Gesetz- und Regelbrechungen neigen, beispielsweise im Straßenverkehr. Zudem nehmen sie sich mehr Bonbons aus einem Glas als weniger wohlhabende Studienteilnehmer.

Hier die Studie über spontane Kooperation und kalkulierte Gier verschiedener Forscher aus Harvard und Yale, die zu dem Ergebnis kommt, dass wir immer gieriger werden, je länger wir über eine Entscheidung nachdenken.

Hier die Studie der Würzburger Forscher, die zeigt, dass Gier mit einer höheren Risikobereitschaft einhergeht und gierige Menschen schlechter aus ihren Fehlern lernen.

Die Umfrage, bei der fast die Hälfte der amerikanischen Teenager ihre eigene Generation für gierig hält.

Bauen und Wohnen

Zur Frage der Umlage von Energetischer Modernisierung auf die Miete hat der Republikanische Anwältinnen- und Anwälteverein das Positionspapier "Preistreiber Modernisierung" (Nov. 2016) verfasst.

Vom Bundesumweltministerium gibt es seit Oktober 2016 die "Arbeitshilfen Recycling" zum Umgang mit Bau- und Abrissabfällen von Gebäuden. Das Ministerium hat im November 2016 außerdem einen Leitfaden für "Wege zum Effizienzhaus Plus. Grundlagen für energieerzeugende Gebäude" herausgegeben.

Die Veranstalter des "Weltkongress Gebäudegrün", der im Juni 2017 in Berlin stattfand, haben verschiedene interessante Vorträge zum Thema Dachbegrünung online gestellt.

Schon etwas älter, aber immer noch informativ sind die Infobroschüre "Schutz vor Kälte und Hitze. Dämmstoffe im Vergleich" der Energieagentur NRW und der "Leitfaden ökologische Dämmstoffe" des Naturschutzbundes (NaBu).