Der schwarze Block ruht sich aus. Die meist sehr jungen Radikalen lagern zwischen ihren Zeltgruppen, um sie herum stehen Schilder: "No Photos!". Manche in diesem Teil des Camps humpeln, oder tragen Verbände. Aus den Debatten im Camp, in denen es auch um die Gewalt bei der Großdemo am Samstag geht, halten sie sich größtenteils heraus.

Wenn es doch zu Diskussionen kommt zwischen den gewaltbereiten und den friedlichen Protestierern, dann sieht das zum Beispiel so aus: Ein Mann mit grauem Vollbart und Nickelbrille ist rot vor Wut. Er redet auf ein Grüppchen Schwarzgekleideter ein, die mit verschränkten Armen vor ihren Zelten stehen. "Ich habe keine Angst vor der Polizei, ich habe Angst vor Leuten die Steine werfen!"

Von wem ist die Gewalt ausgegangen? Hat die Polizei richtig reagiert? Reicht friedlicher Protest aus oder ist Gewalt nötig, um die Staatsführer und die Öffentlichkeit zu beeindrucken? Ein Mädchen, keine 20 Jahre alt, keift den Grauhaarigen an: "Was macht ihr denn? Ihr bildet Arbeitsgruppen und schickt dann zwei Delegierte mit Unterschriftenlisten zu den Politikern. Wacht endlich auf, das bringt doch nichts!"

Die Stimmung ist angespannt. Auch in den Campversammlungen, die mehrmals täglich abgehalten werden, gibt es Diskussionen über die Gewalt. Auf der einen Seite sind die Radikalen vom "schwarzen Block", organisiert in Gruppen wie "Make Capitalism History"; auf der anderen Seite Attac und die privat Angereisten, die sich keiner Gruppe zugehörig fühlen.

Die meist sehr jungen Radikalen verteidigen ihre Aktionen, sprechen davon, dass man der Polizei nirgendwo nachgeben dürfe und machen sich über die "Latschdemo" der friedlichen Demonstranten lustig. Andere Gruppen, darunter Attac, distanzieren sich deutlich. "Was ein paar Leute, darunter auch welche aus diesem Camp, am Samstag ausgelöst haben, damit wollen wir nichts zu tun haben", sagt ein Sprecher mit bebender Stimme. Und viele in dem großen Zirkuszelt klatschen Beifall.