Im Sommer, wenn man sich abends am Baggersee zum Grillen und Biertrinken trifft, hat immer jemand eine Gitarre dabei. Das ist selten erfreulich. Denn meist sind die Gitarrenkenntnisse rudimentär, das Repertoire darauf zugeschnitten. "Father and Son" von Cat Stevens, "House of the Rising Son" von The Animals und "Dust in the Wind" von Kansas sind nur einige wenige der unsäglichen Stimmungstöter.

Eric Bachmann reiht sich ein in die Riege der Hippie-Singer/Songwriter, die mit Leichtigkeit jedes Grillfest zerstören können. Jeder Song hört sich gleich an, es gibt keine Variationen, alle sind absolut minimalistisch gehalten: Gitarre, Gesang, Ende. Sein Album "To the Races" klingt, als hätte er es auf dem Gelände des Woodstock-Festivals eingespielt. Mit Mundharmonika, Akustikgitarre und einer unerfreulichen pubertären Stimmbruchstimme macht er sich daran, die Freude an Frischluft für immer zu verderben.

Schon nach den ersten Akkorden vom ersten Track "Man O War" freut man sich ungemein, dass es draußen regnet und die Blätter so langsam ihre Farbe wechseln. Was haben diese Leute bloß gegen einen gemütlichen Abend am See? Vielleicht sollte Peer Steinbrück Eric Bachmanns Musik dazu einsetzen, den Deutschen den Urlaub zu vermiesen – möglicher Erfolg nicht ausgeschlossen.

Tonkopf in dieser Woche:

James Morisson - Hausfrauenschnulzen

Steve Reich Sampler - Und läuft und läuft und läuft

The Killers - Erwachsenenindie

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