Über Geschmäcker und Farben kann man nicht streiten, heißt es im Türkischen. Dass sich das fast reimt in einer Sprache in der Sommer und Trauer nur einen einzigen Buchstaben voneinander entfernt sind, ist heute nicht das Thema.

Dass man nicht nur trefflich über Geschmack streiten, sondern ihn mit Qualität verwechseln kann, wird täglich bewiesen.

Dinge, die sich in unserer Welt verkaufen lassen, Bücher, Filme, Musik, Kleidung, Sportarten, die mir nicht gefallen, gefallen mir halt nicht. Aber am wenigstens gefallen mir die Leute, die wissen, was gut ist und was nicht und aus Konsumgütern gleich Lebensanschauungen und Perspektiven basteln.

Kultur ist eine Ware wie der Käse an der Theke. Aber während sich fast niemand an deinem Käsegeschmack stört wird über die Wahl von Kulturkonsum ausgiebig diskutiert. Hauptberufliche Filmkritiker gibt es viele, Käsekritiker kaum.

Oder nehmen wir Musik. Fast niemand hat was dagegen. Leute, die sich für gewitzt halten, unterscheiden gute und schlechte Musik. Doch für den einen sind repetetive Rhythmen unerträglich, für den anderen Chartspop und für den nächsten Country oder Speedmetal.