Von Dezember 1945 auf Januar 1946 stieg die Steinkohlenförderung in Westdeutschland von 4 657 000 auf 5 254 000 Tonnen und erreichte damit 47 v. H. des Vorkriegsdurchschnitts der Jahre 1935/38. In der gleichen Zeit stieg die französische Steinkohlenförderung von 3 549 000 auf 3 978 000 Tonnen und damit auf 103 v. H. des Vorkriegsdurchschnitts. Die belgische Förderung hob sich von 1 753 000 auf 1936 000 Tonnen oder 82 v. H. der Vorkriegszeit, während Hollands Zunahme im Steinkohlenabbau von 523 000 auf 636 000 Tonnen nur 57 v. H. des Vorkriegsdurchschnitts einholte.

Die polnische Kohlenproduktion stieg von 1 862 000 Tonnen im Juni 1945 auf 3 114 000 Tonnen im November 1945, erreichte aber erst 50 v. H. der früheren Kohlenerzeugung in Oberschlesien. Ende 1945 hatten Norwegen, Dänemark und Schweden erst 5 v. H. der von Polen zugesagten Kohlenmenge erhalten. Für 1946 wird eine polnische Kohlenerzeugung von 45 bis 50 Millionen Tonnen geplant. Von der Ausfuhr von 17 bis 22 Millionen Tonnen sollen 12 Millionen Tonnen nach Rußland gehen.

Im Jahre 1945 wurden in England Schiffe mit 898 000 Tonnen Wasserverdrängung gegen solche mit 1030 000 Tonnen im Jahre 1938 und 921 000 Tonnen im Jahre 1937 vom Stapel gelassen. Ende 1945 waren 471 000 Tonnen mehr auf Kiel gelegt als im Vorjahr, so daß mit einer starken Zunahme des Schiffbaus für 1946 gerechnet wird. Nach dem ersten Weltkrieg stieg der britische Schiffbau 1920 auf 2 056 000 Tonnen.

Die Ausfuhr der Vereinigten Staaten stieg im Jahre 1945 auf 7300 Millionen Dollar, während die Einfuhr 4100 Millionen Dollar betrug. Allerdings wird ein großer Teil der Ausfuhr nicht bezahlt werden, weil sie aus militärischen Leistungen oder Lieferungen innerhalb des Leih- und Pachtvertrages geschah.

Die Vereinigten Staaten wollen einen Teil der mit einer Milliarde Dollar bewerteten Vorräte an Kriegsgerät, die in Europa und in Fernost liegen, an die Sowjetunion, die Tschechoslowakei, Polen, Finnlard, Griechenland und die Türkei verkaufen. Für diese Ankäufe will Rußland einen Kredit von 100 Will. Dollar aufnehmen; Polen und die Tschechoslowakei beanspruchen Kredite von je 50 Mill. Dollar.

Nach Berichten aus Holland und Belgien ist beabsichtigt, den größten Teil des früher über deutsch: Häfen geleiteten Seeverkehrs auf Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen zu übernehmen.

Ein Handelsabkommen zwischen England und der Tschechoslowakei sieht die Lieferung von Hopfen Bier, Zwetschgenschnaps und Zucker im Austausch gegen Kaffee, Kakao und Fruchtsäfte vor. Pnger Stellen haben erklärt, daß die Möglichkeit bestünde, 30 000 bis 40 000 t verschiedene Güter Monatlich auf der Elbe nach Hamburg zu verschiffen sowie zusätzlich 20 000 bis 30 000 Liter Bier; Voraussetzung sei, daß die Engländer den Weitertransport übernehmen.