Gustav Gründgens leistete der Aufforderung Gustav von Wangenheims Folge, dem Ensemble des Deutschen Theaters beizutreten. Die politische Vergangenheit Gründgens, der früher der Leiter des Berliner Staatstheaters war, wurde in den letzten Monaten eingehend überprüft.

Dr. Heinrich Spiero, der Verfasser des vielgelesenen Buches "Schicksal und Anteil", feiert am 24. März seinen siebzigsten Geburtstag. Während vieler Jahre war er eng mit dem künstlerischen Leben Hamburgs verknüpft. Nach 1933 wurden seine Schritten eingestampft und der Wissenschaftler selbst seiner Freiheit beraubt.

Eine Originalzeichnung Anselm Feuerbachs befand sich unter verschiedenen alten Bildern, die eine Frau für zwanzig Mark verkaufte. Es handelte sich um eine Studie zu Feuerbachs berühmtem Gemälde "Medea".

Wilhelm Furtwänglertraf wieder in Berlin ein, wo er vom Vorsitzenden des Kulturverbandes Johannes R. Becher und zahlreichen Vertretern der Presse empfangen wurde. Furtwängler erklärte, daß er die notwendigen Maßnahmen in seinem Einspruchsverfahren einleiten wolle.

In München wurde ein "Institut für den Unterrichtsfilm" gegründet. Unter der Kontrolle der Militärregierung wird hier aus den vorhandenen deutschem Lehrfilmen Material für Schulvorführungen ausgesucht. Auch amerikanische Tatsachenfilme sollen in den Schulen gezeigt werden.

Sämtliche während des Naziregimes an Künstler verliehenen Titel und Auszeichnungen wie Staatsschauspieler, Kammersänger, Staatskapellmeister usw. sind jetzt nach einer Verfugung des Thüringischen Landespräsidenten für ungültig erklärt worden und dürfen nicht mehr geführt werden.

Die Universität Münster hat Professor Karl Barth wieder das Ehrendoktorat für Theologie verliehen. Der bekannte Theologe, dessen unlängst erschienene Broschüre über die Aussichten einer Genesung Deutschlands im Inland wie im Ausland starken Eindruck machte, war im Jahre 1922 von der gleichen Universität zum Ehrendoktor ernannt worden, aber das Naziregime hatte ihm diese Würde im Jahre 1939 aberkannt.