Die ungarische Regierung hat mit der Sowjetunion ein Luftfahrt-Abkommen abgeschlossen, das zunächst auf dreißig Jahre läuft. Danach verpachtet Ungarn eine Reihe von Flugplätzen und Land, das zum Bau von Flugbasen geeignet ist, während die Sowjets das technische Material stellen.

Eine ganze Reihe weiterer ungarisch-sowjetrussischer Wirtschaftsabmachungen sind vorgeschlagen oder bereits in Vorbereitung. Es handelt sich dabei um die Organisation der Donau-Schiffahrt und um die Ausnutzung der ungarischen Erdölvorkommen, in Form eines Monopolvertrages, von dem nur die der "Standard Oil" gehörigen Schürfrechte ausgenommen sein werden. Entsprechende Abmachungen sind für die Ausbeutung der ungarischen Bauxitlager und für den gemeinsamen Aufbau einer Aluminium-Industrie geplant.

Die russische Wirtschaftsmacht geht also mit großem Eifer an die friedliche Durchdringung der ungarischen Wirtschaft; sie greift über die Karpaten hinüber ins Alföld, in die große ungarische Tiefebene, und sie schiebt sich gleichzeitig von der Donaumündung her flußaufwärts vor. Die anderen alliierten Mächte scheinen an einer Fühlungnahme mit den ungarischen Wirtschaftskräften vorerst weniger interessiert zu sein. Lediglich die USA haben an Ungarn eine Anleihe mit dreißigjähriger Laufzeit, im Betrage von 10 Millionen Dollar, gegeben, die dem Ankauf von Medikamenten und medizinischen Materialien aus amerikanischen in Europa lagernden Heeresbeständen dienen soll.