Es scheint ein Merkmal der bildenden Künstler zu sein, daß sie sich mehr als Dichter oder Musiker über die handwerkliche Seite ihrer Kunst geäußert haben. Nicht umsonst muß ein Maler, Bildhauer, Graphiker, der etwas leisten will, Tag und Nacht mit eisernem Fleiß um die Erwerbung technischer Geschicklichkeit ringen. Diese Probleme sind so mannigfaltig, wie es die künstlerischen Persönlichkeiten selbst sind; kein Wunder, daß eine Zusammenstellung von Äußerungen der Künstler über die Kunst die sonderbarsten Widersprüche ergibt. Widersprüche, die lächeln machen und – belehren.

Was ist Kunst?

Die Kunst wird mir immer mehr ein wunderschöner Engel, der die Menschen, die guten Herzens sind, begleitet. (Ludwig Richter)

Die Malerei ist eine Dirne, die von Hand zu Hand geht. (Horace Vernet)

Die Begeisterung des Künstlers, Herr, ist keine dreiste Dirne, die sich wälzt unter den Augen des Publikums. Je brennender und lauterer sie ist, desto mehr Bescheidenheit wohnt in ihr. (Delacroix)

Zweck der Malerei ist Ergötzung und Genuß. (Poussin)

Es gibt keine Kunst zur Unterhaltung und zum Amüsement. (Degas)