Außenminister Bevin hat am 3. April in London die europäische Getreidekonferenz eröffnet, an der Vertreter der USA und 18 europäischer Nationen teilnehmen. Die Sowjet-Union, die Ukraine und Weißrußland hatten die Teilnahme abgelehnt; die Tschechoslowakei, Finnland, Ungarn und Rumänien die Einladung zur Teilnahme nicht beantwortet.

Einen Überblick über die Ernährungslage in der Welt gab Mclver (Kanada). Um das Defizit von 7 bis 8 Mill. t für die Monate Januar bis Juni 1946 auszugleichen, wird u. a. vorgeschlagen, daß der argentinische Getreidevorrat für den sofortigen Verbrauch zur Verfügung gestellt werde, und daß die Sowjetunion aufgefordert werde, einen Teil ihrer Vorräte den Ländern zur Verfügung zu stellen, deren Vorräte erschöpft sind, insbesondere den Ländern Osteuropas.

Durch die Ausfuhr von 11 Mill. t Weizen bis Ende 1946, in Teillieferungen von je einer Million Tonnen monatlich, wollen die Vereinigten Staaten über 100 Mill. Menschen mit einer täglichen Brotration von 300 Gramm versorgen, erklärte der amerikanische Hauptdelegierte Blaisdell und fügte hinzu, daß die USA durch Zwangsmaßnahmen und freiwillige Hilfsaktionen bestrebt sind, den Eigenverbrauch an Getreide um 40 v. H., an Ölen und Fetten um 20 v. H. zu senken.

Alle europäischen Länder sollen sich dazu entschließen, Weizen zu 85 und Roggen zu 90 v. H. auszumahlen.

Die Möglichkeit soll untersucht werden, dem Weizenmehl eine fünfprozentige Beimischung irgendeines anderen Getreides zu geben.

Schließlich soll jede Art von Getreide grundsätzlich nur zur Ernährung dienen. Auch bei Kartoffeln soll die Verfütterung und die Verwendung zu anderen Zwecken (Brennerei) auf ein Mindestmaß eingeschränkt werden,

Eine Kontrolle des Verbrauchs von Futtergetreide wird empfohlen. Eine Verringerung des Schweine- und Geflügelbestandes, der damit notwendig würde, ließe sich in vielen Ländern unschwer durchführen.