Billy Baumeister, der ursprünglich in Weimar und Dessau zum Kreise des Bauhauses gehörte und dann Professor an der Akademie in Frankfurt am Main wurde, hat die Leitung einer Malklasse an der Stuttgarter Kunstakademie übernommen. Baumeister, der, von der Wandmalerei ausgehend, einen sehr modernen Stil entwickelt hat, in dem er figürliche Kompositionen in geometrische und kubische Ornamente auflöste, galt unter dem Naziregime als entarteter Künstler. Ihm war jede Lehr- und Kunsttätigkeit verboten.

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Das graphische Werk von Max Beckmann wird jetzt zum erstenmal seit dem verhängnisvollen „Tag der deutschen Kunst“ in Deutschland wieder öffentlich in einer Ausstellung gezeigt, die in Bad Nauheim eröffnet wurde. Der Maler gehörte zu den interessantesten Erscheinungen in der jungen deutschen Kunst. In früheren Jahren hart in der Form und grell in Farbe und Ausdruck, hat er in der letzten Zeit einen mehr flächenhaften Stil mit blühender, harmonischer Farbgebung entwickelt. Wie alle guten modernen deutschen Künstler galt er bei den Nazis als entartet. Um den Überwachungen und Haussuchungen zu entgehen, flüchtete er 1937 nach Holland.

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Die erste englische Ausstellung „England von heute“ wurde in Berlin von Generalmajor Bishop eröffnet. Die Schau vermittelt nach zwölfjähriger Nazipropaganda wieder Einblick in das wirkliche Leben Großbritanniens. Ähnliche Ausstellungen sind auch in anderen Großstädten der britischen Zone geplant. Es werden ungefähr zweihundert Bilder vom heutigen Leben Englands, von den Kriegszerstörungen, von den Kolonien sowie Aufnahmen von Persönlichkeiten des kulturellen Lebens gezeigt.