In gewissen Industriezweigen haben die deutschenArbeitsbehörden wegen der Herabsetzung der Lebensmittelrationen eine Kürzung der Arbeitszeit eingeführt Unter den gegenwärtigen Bestimmungen würde dies bedeuten, daß eine Anzahl Schwerarbeiter und Schwerstarbeiter nicht mehr zum Bezug der Zusatzrationen berechtigt sind. Die britische Militärregierung hat jedoch entschieden, daß die Zahl von 35 Arbeitsstunden die neue Untergrenze ist, die zum Bezug dieser Zusatzrationen berechtigt.

Die durch Befehl Nr. 124 (in Verbindung mit Befehl Nr. 19/2884 der sowjetischen Militärverwaltung) angeordnete „Verwaltung“ von Berliner Zentralbanken ist aufgehoben worden. Die Treuhandstelle der deutschen Zentralfinanzverwaltung in der Sowjetzone übernimmt die Kontrolle dieser Banken unmittelbar.

Die Militärregierung hat die Hypothekenbanken angewiesen, anPfandbriefzinsen nur soviel auf die einzelnen Kupons zu zahlen, wie im Verhältnis Hypothekenzinsen eingegangen sind. Das gleiche gilt auch für Kommunalobligationen.

In der sowjetischen Besatzungszone sind alle bis zum 1. März 1946 genehmigten Preiserhöhungen aufgehoben worden. Es gelten die Preise Von 1944.

Die deutsche Textilerzeugung, die für das „Normaljahr“ 1949 mit 665 000 t festgesetzt ist (gegenüber einer Erzeugung von 856 000 t im Jahr 1936), entfällt mit 480 000 t auf Naturfaser und 18 5 000 t auf Kunstfaser.

Zur Verteilung an landwirtschaftliche Arbeiter hat die amerikanische Militärregierung 40 000 PaarArbeitsschuhe freigegeben.

Die oberbadischen Spinnereibetriebe, die fast ausnahmslos intakt sind, haben von Frankreich über 2000, t Baumwolle in Lohnaufträgen erhalten und sind voll beschäftigt. Die Garne gehen nach Frankreich zurück; die Webereien haben also keine Arbeit.