In Essen hat eine britisch-französische Ruhrkohlenkonferenz stattgefunden, die sich mit der Festsetzung der Kohlezuteilung für die besetzten Westzonen sowie für die benachbarten alliierten Länder befaßt hat. Der Führer der britischen Delegation, Minister Hynd, wies auf die dringende Notwendigkeit hin, den deutschen Industrien ein hinreichendes Minimum zu gewähren, um nicht nur die deutsche Nahrungsmittelproduktion aufrechterhalten zu können, sondern auch den Nachschub der Zechen mit Hilfsmitteln und Ausrüstungen zu gewährleisten, wodurch allein ein erhöhter Export nach Frankreich möglich gemacht werden könnte. Die britischen Fachleute halten die französische Forderung auf Lieferung von monatlich 4 Millionen Tonnen Kohle für die befreiten Länder für unerfüllbar. Fachleute sind jetzt nach Abschluß der Konferenz mit der Untersuchung von Einzelheiten beschäftigt. Unterausschüsse haben die Frage des Abtransports geregelt, Frankreich ist bereit, die nötigen Transportmittel für eine erhöhte Ausfuhr zu stellen. Minister Hynd wies in einer Pressekonferenz darauf hin, daß eine Verschlechterung der Ernährungslage notwendigerweise auch eine Verminderung, der Kohlenförderung mit sich bringen muß und daher vorläufig mit keiner Steigerung des Exports gerechnet werden kann.

Zur Einsparung von Getreidevorräten für eine beschleunigte Hilfe Europas forderte der UNRRA-Präsident Laguardia Großbritannien in einer Botschaft an den Staatsminister Noel Baker auf. Argentinien wird der UNRRA 120 000 Tonnen Weizen für die notleidende Bevölkerung Europas zur Verfügung stellen. Herbert Hoover ist nach Abschluß seiner Besprechungen in Berlin, an denen auch die süddeutschen Ministerpräsidenten teilnahmen, nach Wien weitergereist.

Da der russische Botschafter in Persien dem Ministerpräsidenten Sultaneh noch einmal die bedingungslose Räumung Persiens durch die russischen Truppen bis zum 6. Mai versichert hat, zog der persische Vertreter bei der UNO auf Anordnung seiner Regierung seinen Antrag zurück, die Persienfrage weiterhin auf der Tagesordnung des Weltsicherheitsrates zu belassen. Der russische Vertreter Gromyko begründete noch einmal seinen Antrag auf Absetzung der persischen Frage. Bei der Abstimmung sprachen sich sieben Mitglieder, darunter die Vertreter der USA und Großbritanniens gegen und fünf, darunter der polnische und der ägyptische Abgeordnete, für den russischen Antrag aus. Als nächstes stand im Weltsicherheitsrat die spanische Frage zur Beratung, die von Polen mit der Begründung auf die Tagesordnung gebracht worden war, daß die dortige Lage den Weltfrieden gefährde und daß deutsche Fabriken in Spanien sich mit Atomenergieexperimenten befaßten und ferner, daß Franco 450 000 Mann seiner Armee an der französischen Grenze zusammengezogen hätte. Die spanische Regierung hat die polnische Anschuldigung betreffs deutscher Atomforschung in Spanien als falsch und absurd bezeichnet.

Erzbischof Damaskinos hat sich bereit erklärt, die griechische Regentschaft weiterzuführen. Innerhalb des neugebildeten Kabinetts kam es durch den Rücktritt von zwei Ministern des nationalen Blocks zu einer Krise, die noch nicht gelöst ist. Die griechischen Wahlen vom 31. März wurden frei und fair durchgeführt, heißt es im Bericht der alliierten Wahlbeobachtungskommission.

Die USA sind dazu ausersehen, die UNO zu einer starken und lebenskräftigen Organisation zu machen, damit sie wirksame Mittel und Wege findet, um die Leiden und die Not zu lindern und gerecht mit allen Nationen zu verfahren, erklärte Präsident Truman in einer Gedenkrede am ersten Todestag von Franklin Delano Roosevelt. Die von Präsident Roosevelt eingeleitete Politik der guten Nachbarschaft in der westlichen Hemisphäre muß auch die Grundlage bilden für die Zusammenarbeit aller Völker der Welt, führte Präsident Truman in einer Rede vor dem Verwaltungsausschuß der Panamerikanischen Union aus.

Der englische Außenminister Bevin erklärte vor Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaftsvertretern, er wünsche Großbritannien für die bevorstehenden Aufgaben möglichst stark zu sehen, und zwar nicht auf militärischem, sondern auf moralischem Gebiet.

Nanking wird wieder die Hauptstadt Chinas im nächsten Monat werden. Tschangtschung, die Hauptstadt der Mandschurei, wurde von den Sowjettruppen geräumt. Jetzt haben sich ungefähr 30 000 Mann kommunistischer Truppen um die Stadt zusammengezogen. Die Regierungstruppen werden Ende der Woche dort erwartet. Inzwischen wurde das Kriegsrecht über die Stadt verhängt. Die kommunistischen Truppen sind gegen die Bahnlinie Peiping-Mukden vormarschiert; Dadurch wird den Regierungskräften die Übernahme der Mandschurei erschwert.