Zu dem Aufsatz „Großzügige Inneukolonisation“ in Nr. 5 unseres Blattes erhalten wir von dem Landwirt Heinrich Jebens (Hamburg-Rahlstedt) eine Entgegnung, die wir hier in einem ausführlichen Auszug wiedergeben, damit unsere Leser sich aus eigener Kenntnis ein Urteil über den jetzt viel besprochenen Jebens-Plan bilden können. Die Schriftleitung

In ihrer Stellungnahme zu meinem Plan des Umbaues der Landwirtschaft in fortschrittliche Größthöfe und nebenberufliche Kleinsthöfe kam die „Zeit“ zu folgenden Ergebnissen:

1. Die Errichtung von Größt- und Kleinsthöfen ist nicht durchführbar; wir brauchen ein Sofortprogramm;

2. der vorwiegend bäuerliche Besitz muß erhalten bleiben; wir dürfen nicht auch noch den Bauernstand entwurzeln;

3. die Finanzierung von Millionen Kleinsthöfen ist jetzt unmöglich;

4. nur Könner vermögen einen nebenberuflichen Einkuh-Kleinsthof erfolgreich zu bewirtschaften.

Zu 1: Es stimmt, daß die Errichtung von fortschrittlichsten Größt- und Millionen Kleinsthöfen von heute auf morgen nicht möglich ist. Es fehlt an allem. Die deutsche Tatkraft kann sich noch nicht entfalten. Deshalb muß auch der Kleinsthofplan zurückstehen und ein Sofortprogramm einsetzen. Aber was kommt dann? Müssen nicht solche Notmaßnahmen baldigst in etwas Stetiges, in einen Zustand der ernährungsmäßigen Geborgenheit einmünden? Deshalb ist es nötig, sich darüber klar zu werden, was folgen soll, wenn wir verhüten wollen, daß sich der Hungerzustand bei uns verewigt.