... war nur kurz, unterbrochen durch die viertägige Osterpause. Wie immer vor einer mehrtägigen Unterbrechung, so ging auch diesmal das Börsengeschäft zurück, um erst nach den Feiertagen wieder zum gewohnten Umfang anzuschwellen.

Das Zögern auf der Nachfrageseite bedingte einige Kursrückgänge. Die in der voraufgegangenen Woche erzielten Gewinne konnten vielfach nicht gehalten werden. Einige Beispiele: AEG wurden in Hamburg nach 109–111 zuletzt 105 gehandelt. Daimler notierten 94 (Höchstkurs 97), und die drei. Großbanken fielen von 86 auf 80 zurück. Ähnliche Tendenzen werden von den süddeutschen Börsen gemeldet.

Die am 15. April als dritter Platz der britischen Zone eröffnete Rheinisch-Westfälische Börse in Düsseldorf meldet für die ersten Tage nur zögerndes Geschäft; das Angebot überwog. Der Kuxmarkt, sonst die Hauptdömäne Düsseldorfs, lag ziemlich still.

Alle Rentenmärkte werden durch neue Entscheidungen über den Zinsendienst der Hypothekenbanken berührt. In der amerikanischen Zone hatten die Realkreditinstitute angesichts der Zinsausfälle für Ruinenhypotheken ihren Zinsendienst zunächst eingestellt. Jetzt ist vorläufig nur für Württemberg-Baden eine Neuregelung erfolgt: bis zur Klärung der Kriegsschäden an Gebäuden wird der Zinsendienst zur Hälfte wieder aufgenommen. Das bedeutet, daß jährlich ein Halbjahreskupon eingelöst wird, die übrigen Zinsen gelten als gestundet. Eine ähnliche Regelung wird für Bayern und Großhessen erwartet.

In der britischen Zone ging man einen umgekehrten Weg. Hier sprangen die Hypothekenbanken nach dem Ausfall eines großen Teiles ihrer Einnahmen zuerst mit eigenen Reservemitteln ein und haben bis zum März dieses Jahres alle fälligen Kupons eingelöst. Jetzt läßt sich diese Regelung aber nicht mehr aufrechterhalten. Mit Genehmigung der Militärregierung ist daher bis auf weiteres der Zinsendienst eingestellt worden. Die jetzt bei den Instituten eingehenden Zinsen sollen einem besonderen Fonds zugewiesen und in einem noch festzulegenden Zeitpunkt an die Pfandbriefinhaber ausgekehrt werden. Im übrigen gelten die Zinsen als gestundet.

Die Realkreditinstitute der russischen Zone können seit dem Kriegsende ihren Zins Verpflichtungen nicht mehr nachkommen, denn ihre Guthaben und Barbestände gelten als beschlagnahmt. Mit einer Wiederaufnahme des Zinsendienstes ist bei den ostdeutschen Instituten in naher Zukunft auch noch nicht zu rechnen.