Aus der Eröffnungsansprache des neuen Kölner Museumsdirektors Prof. Dr. Leopold Reidemeister und aus der Ausstellung „Meisterwerke aus Kölner Museen“ selbst, die er, der Not gehorchend, in einem mittelalterlichen Wehrbau, der Eigelsteintorburg, eingerichtet hat, spricht ein neuer Geist, ein besinnlicher und doch erfrischender, ein Geist der Einkehr und des Zukunftsglaubens. Die alten Museumsgebäude sind zerstört, für die Rückführung der geborgenen Schätze ist kein Raum vorhanden im Trümmerfeld der Stadt. „So müssen wir uns“, heißt es im Katalog-Vorwort, „zunächst mit Wenigstem begnügen. Aus diesem Wenigen ein Vieles an innerem Besitz zu machen, ist unsere Aufgabe. Verspüren wir nicht auch hier eine höhere Führung? Wer vermochte noch die Museumsmassierungen der Großstädte mit innerem Erleben zu durchdringen, wer entging einerhastenden Oberflächlichkeit in den endlosen Fluchten der Museumsräume?... Machen wir also aus unserer äußeren Not inneren Reichtum, geben wir uns ganz den Kunstwerken hin und betrachten sie nicht nur kulturhistorisch und ästhetisch, sondern so, wie sie von ihren Schöpfern gemeint waren: als Bilder der Andacht.“ Ausgestellt sind 85 Werke des frühen, hohen und späten Mittelalters, Malerei, Plastik und Künsthandwerk. Im runden Mittelraum – einer Art „Tribuna“ – grüßen uns Werke der Kölner Schule, darunter die berühmte „Madonna im Rosenhag“ von Stefan Lochner, deren Hoheit und Lieblichkeit allein eine Wallfahrt lohnt. Die Ausstellung wird noch bis zum 15. Mai geöffnet sein und hoffentlich überall in Deutschland die Nachfolge finden, die sie verdient.