Pottasche, ihrer chemischen Zusammensetzung nach gewöhnlich als Kaliumkarbonat bezeichnet, wird vorwiegend im sogenannten Neustaßfurter Verfahren aus den Rückständen der Wollwäscherei und der Zuckerverarbeitung gewonnen: aus Wollschweiß also und aus Melassen. Pottasche dient zur Herstellung von Seifen und wird in der Glasindustrie, in der Farbendruckerei, in der Bleicherei und als Ausgangsprodukt für die Urzeugung weiterer Kalisalze verwandt.

Der Name Pottasche erinnert an die Zeit der Vorväter als die bergmännische Gewinnung der Staßfurter Abraumsalze noch nicht im Gange war und man alle damals bekannten Kaliverbindungen aus Pflanzenasche herstellte; in großen "Pötten" angesetzt, wurde die Buchenholzasche einem Auslaugeprozeß unterworfen. Aus dem deutschen Wort Pottasche ist das französische "potasse" und das englische "potash" gebildet; beide Wörter bedeuten nun aber nicht Kaliurnkarbonat, sondern sind ein Sammelbegriff für alle Kaliverbindungen, insbesondere für das bergmännisch gewonnene Chlorkalium. Neuerdings ist es üblich geworden, beim Übertragen aus dem englischen Text das Wort "potash" mit dem deutschen Wort "Pottasche" wiederzugeben. Nun liest man also: "Pottasche für die Landwirtschaft", "Pottasche aus elsässischen Kahgruben", "Hannover exportiert Pattasche" und dergleichen mehr. Gemeint ist in jedem Fall Kali als Sammelbegriff für die "natürlichen" Kalisalze, speziell Chlorkalrum, und in keinem Fall Kaliumkarbonat. Pottasche, in der heute gebräuchlichen Verwendung des Wortes, ist also ein Übersetzungsfehler. Der Leser wird gebeten das ihm unverständliche und fremde Wort Pottasche in ~ jedem Fall durch das ihm geläufige und vertraute Wort "Kali" zu ersetzen. J. P. H.