Die Spanienfrage stand in den letzten Sitzungen des Weltsicherheitsrates auf der Tagesordnung. Der polnische Delegierte hatte den Abbruch der Beziehungen aller UNO-Mitglieder zu Franco-Spanien gefordert. Sein Antrag wurde von den Abgeordneten Frankreichs, Rußlands und Mexikos unterstützt. Nach dem Vertreter der USA äußerte auch der britische Delegierte Sir Alexander Cadogan, daß die von Polen vorgebrachten Tatsachen nicht genügten, um eine Gefährdung des Weltfriedens zu erweisen.

An der am 25. April beginnenden Außenministerkonferenz in Paris nehmen die Großmächte mit verstärkten diplomatischen Delegationen teil. Der britische Außenminister Bevin wird von dem britischen Botschafter in Moskau, Sir Maurice Peterseon, der Russe Molotow von Staatssekretär Wyschinski und der Amerikaner Byrnes von den beiden Senatoren Conally und Vandenbeig begleitet sein. Der Friedensvertrag mit Italien und die damit zusammenhängenden Probleme, Reparationszahlungen, Stärke der Flotte, Treuhänderschaft über Tripolitanien, stehen als erstes auf der Tagesordnung neben den Friedensverträgen mit den andern früheren deutschen Verbündeten.

Die Frage, ob der Fall Persien von der Tagesordnung des Weltsicherheitsrates gestrichen werden kann, wie der sowjetische Abgeordnete Gromyko beantragt hat, ist noch nicht gelöst. Der Generalsekretär der UNO teilt in einem Brief, der die verfahrensrechtliche Lage nach allen Seiten beleuchtet, den Standpunkt Gromykos. Ein Sachverständigenausschuß ist mit der Prüfung der Angelegenheit betraut.

Der persischen Provinz Aserbeidschan wurde in einer Regierungserklärung, vom Ostermontag die Autonomie im Rahmen der persischen Verfassung zugesagt. In sieben Punkten werden die Beziehungen zwischen der Zentralregierung in Persien und der autonomen Provinzregierung geregelt. – Der neue britische Botschafter für Persien, John H. Rougetel, ist am Montag in Teheran eingetroffen. Zum neuen amerikanischen Botschafter in Psrsien ernannte Präsident Truman Mr. George Aller, den Leiter der Mittelostabteilung des Staatsdepartements, der früher in Kairo und Athen tätig war.

Die mandschurische Hauptstadt Tschangtschun ist von kommunistischen Verbänden nach schweren Kämpfen besetzt worden. Auch in Charbin rüdeten die Kommunisten nach dem Abzug der Russen ein. General Marshall, der Sonderbotschafter der Vereinigten Staaten in China, setzte nach seiner Ankunft in Tschungking die Friedensvermittlungen fort. General Tschiangkaischek ist es noch nicht gelungen, eine Koalitionsregierung zu bilden.

Das kürzlich unterzeichnete Freundschaftsabkommen zwischen der Türkei und dem Iran basiert auf der türkischen Grenze von 1926. Hierdurch erhält Iran einen Ausgleich für seine Anerkennung der türkischen Besitzergreifung des Hatey mit dem Hafen Alexandrette.

Der Kaiser von Japan nahm den Rücktritt des Kabinetts Shidehara an, hat aber bisher noch nicht den Auftrag zur Neubildung der Regierung gegeben. Die Sozialdemokraten, die zweitstärkste Partei des Reichstages, forderten in einer öffentlichen Erklärung, mit der Regierungsbildung beauftragt zu werden.